Nach Hause will…

Blöd nur, dass ich kein „Hause“ mehr habe! Jedenfalls keines mehr in Deutschland! Aber „unser Hause“ schleppen wir ja mit rum bzw. schleppt uns mit rum 😉  und dieses stimmt uns gerade überhaupt nicht mehr glücklich.

An dieser Stelle sollte eigentlich ein netter Blogeintrag über Portobello stehen, ein netter kleiner Ort, in dessen Bucht wir seit Mittwoch vor Anker liegen. Da steht mir aber nicht der Sinn nach, denn Murphys Gesetz ist ziemlich lang *grrr*

Es ist Freitagabend, wir entspannen bei einem netten Film, als plötzlich ein unangenehmes Warngeräusch ertönt. Erst vermute ich den Film als Ursache, aber schnell ist klar, es würde nicht zur Handlung passen. Unser Batterieanzeiger ist der Urheber, denn die Amperezahl ist unter das Mindestmaß gerutscht und zeigt von 440 nur noch 80 Ampere an. Panik kommt bei Frank auf, eine Tiefenentladung der Batterien ist schädlich und zerstört diese auf Dauer. Wo zum Kuckuck ist der Strom hin?  Heute Mittag hatten wir noch über 300 Ampere.  1.-Sofort-Maßnahme in dem Fall: Motor an zwecks Batterieaufladung! Nur, dass keine Aufladung stattfindet. Null! Lichtmaschine defekt?   Gut, dass wir noch unseren kleinen Benzingenerator haben, bis 0.30 Uhr überwachen wir die Aufladung und bei 200 Ampere wagen wir bei ausgeschaltetem Kühlschrank ins Bett zu gehen. Vorher rätseln wir jedoch über den Zusammenhang, auf der einen Seite viel zu viel Strom verbraucht zu haben (was in 4,5 Jahren noch nieeee passiert ist) und auf der Anderen, warum gleichzeitig die Lichtmaschine defekt ist. Da passt was nicht, aber eine Lösung finden wir gedanklich nicht.

Unsere Abfahrt zur Linton Bay am nächsten Morgen verschieben wir, aber sämtliche Reparatur- und Suchmaßnahmen bleiben jedoch erfolglos. Wir setzen unsere Hoffnung auf Franaisco, der ab Montag in der Linton Bay Marina zu finden ist nach seiner eigenen Aussage und hoffen, er kennt jemanden, der die Lichtmaschine überprüfen oder sogar auch reparieren kann.

Nächster Abfahrttermin Samstagmorgen! Wir sind bereit, schalten die Navigationsinstrumente ein und ich hab bereits die Ankerwinschbedienung in der Hand, als Frank alles abbricht. Bereits beim Einschalten der Instrumente kommt die Sicherung, die läßt sich aber durch irgendeine Maßnahme überreden (welche, weiß ich nicht mehr 😉  ) , die Geräte haben wieder Strom, zeigen aber keine Daten an. Überall nur „Striche“ – kein Wind, kein Tiefmesser, keine Autopilot – der Plotter funktioniert nur mit viel meckern und ohne manch erforderliche Daten. Wir sind fassungslos! Hatten wir nicht gestern noch rumgejuxt, was denn als nächstes kaputt gehen könnte? Darauf sind wir jedenfalls nicht gekommen. Nach Hause will !!! Oder nach Asien!!! Egal, Hauptsache so nicht weiter machen müssen.

Auch dieser Tag vergeht mit Fehlersuche. Frank überprüft alles, die Geräte sind miteinander kombiniert, wir trennen sie, verlegen neue Leitungen, aber Frank verzweifelt. Die einzige Möglichkeit ist jetzt noch, dass der „Wandler“ defekt ist und den könnten wir ev. über Raymarine in Panamacity bekommen.

Ganz ganz langsam schleicht sich ein Verdacht in unsere Überlegungen ein… da war doch am Freitagnachmittag dieses heftige Gewitter mit einem sehr sehr lauten Blitz/Donner in unserer unmittelbaren Nähe…. ????? Gewitter gehören hier vor der Küste Panamas zur Tagesordnung. Kaum ein Tag vergeht ohne.  Ganz sicher hatten wir keinen Blitzeinschlag in unserem Mast, aber kann ein Blitz in der Nähe denn auch Schäden verursachen?  Wir würden gerne das Internet befragen, haben aber gerade kein Internet und so werden wir uns Montagmorgen erstmal ohne Geräte in die 3 Stunden entfernte Bucht von Puerto Linton begeben. Ohne Tiefenmesser grausig, jedoch hat der größte Teil dieser Bucht eine Ankertiefe von 11-13 m, ist also ziemlich gefahrlos, jedoch trotzdem nervenaufreibend. Dann sehen wir weiter… mir schwant jedoch bereits, dass unsere geplante Weiterfahrt nach Kolumbien sich irgendwie arg verzögern wird 👿

 

(äh… und bevor ihr uns jetzt Tipps via Mail, Whatsapp oder Kommentare gebt… ich bin mal wieder nicht zeitnah und inzwischen steht bereits fest, auch ein Blitz in unmittelbarer Nähe kann Spannungsstörungen verursachen und empfindliche Geräte zerstören.
Also ist genau das passiert und unser Aufenthalt hier wird sich deutlich verlängern 😥 )

 

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Schnellinfo und Entschuldigung

Entschuldigung dafür, dass meine Blogeinträge gerade in letzter Zeit nicht tagesaktuell sind. Ihr habt uns ganz viele Tipps und Ratschläge bezüglich unseres defekten Motors gegeben, per Mail oder per WhatsApp, aber diese sind alle eingetroffen, nachdem unser Motor bereits wieder ohne Probleme lief. Eben, weil ich mit dem Tippen einfach nicht hinterher gekommen bin. So sorry an alle… ein Treffer war übrigens nicht dabei, wahrscheinlich, weil alle ebenso wie wir viel zu schwerwiegendere Probleme erwartet hatten.

So, Motor läuft also wieder, heute hat Franaisco unsere neue Plexiglasscheibe unerwartet einen Tag früher eingebaut als angekündigt, so können wir 45 Dollar sparen, wenn wir morgen diese Marina hier verlassen und genau das ist unser Plan.

Es geht 20 Seemeilen südlich nach Portobello für ein paar Tage, anschließend 10 Seemeilen weiter nach Isla Linton zum Volltanken – das mit den Fuelstationen ist hier nicht gerade leicht, es gibt nicht viele davon. Und von da aus nach Puerto Velero, wo wir unser Schiff raus holen, den Unterwasseranstrich erneuern lassen sowie ein wichtiges Ventil austauschen müssen, damit wir unser Pumpklo weiterhin ohne Probleme nutzen können.

Keine Ahnung, wann und wie wir in der nächsten Woche Internet haben. Eventuell gibt es erst in 2 Wochen wieder Neuigkeiten hier auf dieser Seite…. 😉

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Reparaturstand der Großbaustelle 2wishes

Kaum lagen wir Dienstag fest vertäut an unserem neuen Liegeplatz, brachte uns Joachim Franaisco (kein Tippfehler) vorbei, den Topspezialisten für Motoren, und so blieb für weitere finstere Gedanken und Wutausbrüche keine Zeit 😉

Und Franaisco scheint wirklich kompetent zu sein und hinterläßt den Eindruck, dass er was davon versteht, was er macht. Und er macht alles, kontrolliert alles. Schnell steht fest,  es liegt nicht an dreckigem Diesel und verstopften Filtern, irgendwo zieht der Motor Luft. Eine Dieselpumpe hat der Skipper sogar als Ersatzteil seit Jahren mit an Bord und wird ausgetauscht. Das Problem ist nicht behoben! Sämtliche Leitungen und Anschlüsse werden auf Undichtigkeiten hin überprüft – nix feststellbar. Sollte es doch die Einspritzpumpe sein? Dann Prost Mahlzeit – das würde e c h t  teuer werden. Es gibt zusätzlich zu unserem Separ Doppelfilter noch einen weiteren Filter, den jedoch haben wir ausnahmsweise mal nicht als Ersatzteil an Bord. Wie dämlich von uns 👿 Franaisco baut diesen aus und stellt fest, dass dieser an der oberen Kante stark rostet. Es gibt zwar noch einen Dichtungsring, aber…. es könnte trotzdem die Ursache sein für eine winzige Undichtigkeit sein. Wir wollen nicht an eine sooo einfache Lösung glauben, Franaisco jedoch verschwindet mit diesem Filter erstmal. Die Kommunikation zwischen uns erfolgt übrigens wie des Öftern mal wieder ausschließlich über den Translator in meinem Handy, da Fran… nicht ein Wort Englisch kann. Inzwischen haben wir auch die Spracheingabe begriffen und somit hat das endlose Tippen ein Ende 😉 .  2 Stunden später ist er wieder da, mit einem passenden neuem No-Name-Filter für glatte 10 US-Dollar 😯 – das Ding wird einfach nur angeschraubt! Der Motor springt sofort an und läuft und läuft und läuft und das alles ohne die bekannten 2-Zehntel-Unterbrechungen. Wir alle 3 strahlen (schließlich war sogar selbst Francaisco zwischenzeitlich schon am Verzweifeln) und Steine purzeln, bei mir zumindest. Eine Kleinigkeit also nur, aber gewußt wie… Wir bzw. in unserem Fall ja mehr der Skipper hat wieder was dazu gelernt für`s nächste Mal. Ich sach immer, wenn wir irgendwann in Asien in die Strandhütte ziehen, ist er perfekt ausgebildet als Monteur und Schiffsreparateur 😉

Thema Sprayhoodscheibe:  Die Marina Werft hat uns inzwischen ein Angebot übermittelt. Ging razz fazz quasi über Nacht, schnell sind se, aber auch völlig crazy 👿 – schlappe 1200 Dollar würde man für die Reparatur in Plexiglas verlangen – völlig indiskutabel natürlich , die haben den Schuss nicht gehört. Da warten wir doch lieber auf eine bessere Möglichkeit. Nur, dass mit dem „Laminieren“ wird nix mehr! Wiedermal ist Trottel Anne Schuld, leichte Gleichgewichtsstörungen lassen mich Halt suchen an dem an dieser defekten Scheibe angebrachten Griff und prompt hab ich diesen in der Hand, blute mal wieder wie Sau und 10.000 kleine Glasscherben verteilen sich über Deck und Cockpit. Ein bißchen froh bin ich, dass ich blute, denn so verzichtet der Skipper darauf, mir den Kopf abzureißen. In der richtigen Stimmung ist er nämlich gerade…. 😛

Inzwischen haben wir jedoch Franaisco eingeschaltet bezüglich unserer Sprayhoodscheibe. Es ging ein paar Tage hin und her wegen Preis und Einbau, jetzt sind wir uns aber einig. Am Montag erteilt er den Auftrag an eine ihm bekannte Plexiglasfirma und spätestens Mittwoch will er hier antanzen und beide Scheiben (die eine hat er als Muster ausgebaut) wieder einbauen. Das verlängert zwar unseren Aufenthalt hier, aber… was soll´s, wir ham´s ja 🙄

Strom haben wir inzwischen, das war das kleinste Problem. Irgendeine Steckdose hat einen Kurzen verursacht und wurde totgelegt – das hat sie nun davon *ätsch*

Heute (Samstag) um 10.00 Uhr sollte auch unser reparierter und wieder richtig gebogender David zurück gebracht werden.  Um 10.00 Uhr kam natürlich keiner, aber um 17.00 Uhr, die Hoffnung stirbt zuletzt, waren wir wieder komplett am Hinterteil und können das Dinghi jetzt wieder hochziehen – und natürlich ist der Stöpsel raus 😉 Kostenpunkt 90 US-Dollar – teures Vergessen 👿

 

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Murphys Gesetz

Bereits am Sonntag erfahren wir von mehreren Seiten: die Werft hier taugt nix. Sie ist speziallisiert auf Schiffsreinigung, polieren und dergleichen. Einen Spezialisten für Motoren hätten die überhaupt nicht. Na super! 👿 Wir sind hoch erfreut. Aber dann haben wir doch mal endlich Glück. Abends klopft Joachim an unser Schiff, er hat 6 Jahre hier mit an der neuen Brücke gebaut, lebt jetzt als Rentner in der Marina und hat beim BBQ von uns und unseren Problemen gehört (toll, wie sich sowas rum spricht). Jedenfalls kennt er einen super Monteur für Motoren, den er gleich mal kontaktieren wird für uns, wenn es recht ist. ES IST 🙂

Montag Morgen, wir liegen noch in der Koje, steht er mit Schirm im heftigen Regen wieder bei uns am Schiff und erklärt uns, dass der Monteur ev. noch Spätnachmittag, aber auf jeden Fall Dienstag Morgen zu uns kommt. Wunderbar!

Was nicht wunderbar ist, seit 3 Uhr Nachts regnet es und das heftig. Alle Luken sind zu, Saunafeeling unten im Boot. Gegen Mittag dann endlich eine Regenpause, ich will etwas aus der Backskiste hinten holen und stutze. ACH DU SCHEIßE! Unser Dinghi hängt wie gewohnt hinten an 2 Davids. Es hat einen Stöpsel, den man bei Regen rausziehen muss, damit es nicht voll laufen kann. Seit Jahren denken wir daran, immer !!!! Nur nicht heute Nacht 👿 – es steht voll mit Wasser, was jetzt nicht soooo schlimm ist! Schlimm ist nur, dass es inzwischen schief hängt, da sich ein David durch das Gewicht nämlich stark nach unten verzogen hat. Anstatt eines 90°Winkels hat dieser jetzt nur noch 70°.  Super, die nächste Baustelle!

Dienstag morgen, wir müssen hier weg vom Längs-Steg, da 2 große Millionärsschiffe erwartet werden. Um 8.30 Uhr sollen wir mittels 2 Dinghis zu einem anderen Liegeplatz abgeschleppt werden und so sitze ich früh morgens mit meinem Kaffee im Cockpit und warte auf die Dinge, die da kommen sollen. Und da fällt mein Blick auf

unsere rechte seitliche Cockpitscheibe… 👿

DAS DARF DOCH NICHT WAHR SEIN!!!! Das Gleiche ist uns ja schon auf der anderen Seite vor ca. 1 1/2 Jahren in Martinique passiert (0der ist es schon länger her? ). Damals hatten wir das Glück, eben dort in Martinique zu liegen und vor Ort eine kompetente Firma zu haben, die uns diese Scheibe in Plexiglas ersetzt hat. Aber hier?  Uns schwant Böses, das werden wir wohl laminieren müssen, es sei denn, ich fall wieder rein und verteil die Scherben gleichmäßig übers Boot 😛

Aber erstmal verlegen:  mit 2 leistungsstarken Dinghis werden wir pünktlich verlegt. Die sind auch nötig, denn der Motor springt jetzt gar nicht mehr an. Aber die Jungs verstehen ihr Handwerk und so liegen wir 10 Minuten später sicher an unserem Liegeplatz für die nächsten Tage? Wochen? . Hier können wir auch unser Schiff mit Strom versorgen… tja, wenn es denn gehen würde. Ist aber nicht. Ein Stromtechniker kommt extra raus, prüft seine Leitung, ist okay, Unser Kabel wird geprüft, auch okay! Super! Wir haben Problem Nr. 4 gefunden 😳

Murphys Gesetz ????  Über die Stimmung des Skippers schweige ich hier…..

 

 

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Shelter Bay Marina – oder auch: wie machen wir diesen Blog mal wieder spannend ?

Die Shelter Bay Marina liegt direkt im Cristobal Port (Colon) , dem karibischen Eingang zum Kanal. Unter Langzeitseglern ist die Marina bekannt wie ein bunter Hund, vor allen Dingen bei denen, die durch den Kanal auf die andere Seite zum Pazifik wollen. Hier liegt man, um in Ruhe die Vorbereitungen und die Formalitäten für die Kanaldurchfahrt zu erledigen. Oder, wenn man genug Knete hat, sein Schiff für einen Heimaturlaub zu parken. Preiswert ist sie jedenfalls nicht! Heimaturlaub haben wir gerade hinter uns und durch den Kanal wollen wir frühstens im Dezember oder 2020.

Was also machen wir hier?

Am Morgen verlassen wir unsere einsame Insel und motoren weiter Richtung Portobello. 120 Seemeilen liegen ungefähr vor uns, was soviel heißt wie ankommen ca. nach 24 Stunden, wenn die Strömung nicht gegen uns ist und wir 5 Knoten halten können. An Segeln ist vorerst nicht zu denken, das Meer ist weiterhin spiegelglatt, es weht nicht ein Lüftchen. Ein Grauen für den Skipper, der ja immer ein bißchen Angst um unseren Motor hat. Ich dagegen bin da ein bißchen gutgläubiger, schließlich ist es ein Diesel, ziemlich groß, also mehr so ein LKW-Style und hat außerdem noch nicht soooo viel gelaufen. Und plötzlich kommt gegen 17.00 Uhr tatsächlich Wind auf. Wow! Motor aus, Segel rauf! Natürlich kommt der Wind nicht so genau wie wir ihn brauchen würden und wir können unseren Kurs nicht halten. Egal, der Motor wird geschont. Am nächsten Morgen ist der Wind dann wieder weg und wir 25 Seemeilen von unserer Kurslinie entfernt. Okay, dann sind wir eben 5 Stunden länger unterwegs. Auch gut!

6.30 Uhr – Motor an, Segel runter, neuen Kurs anlegen, Skipper ab ins Bett, Schlaf nachholen, während ich an Deck versuche, meine Müdigkeit zu bekämpfen.

7.30 Uhr – ich stutze kurz, was war das? Stottert der Motor? Nein, bestimmt nicht!

7.32 Uhr – und wieder zucke ich zusammen! Für 2-Zehntel-Sekunden kein Motorgeräusch! Mir schwant Böses 👿

7.34 Uhr – ich will es nicht glauben, schon wieder….

7.35 Uhr – der Motor geht aus, ganz von alleine und wir mitten auf dem Meer ohne Wind

7.35 Uhr und 30 Sekunden –  mein 1. Gedanke: Asien, Strandhütte – ich komme – endgültig jetzt!

Mein Geschreibsel hört sich vielleicht jetzt flockig locker an – aber so war mir weiß Gott nicht. Wir sind 35 Seemeilen vom Festland entfernt und um uns herum ist nichts als Wasser. Auf der einen Seite gut, denn unmittelbare Gefahr durch die Nähe anderer Schiffe, eines Riffs oder eines zu nahen Ufers besteht ja nicht, aber ich finde es trotzdem Scheiße!

Mit flauem Magen geh ich erst mal den Skipper wecken. Der ist dermaßen ungewöhnlich im Tiefschlaf, dass er gar nicht mitbekommen hat, dass der Motor aus ist.  Wir versuchen den Motor neu zu starten – nix! Wir stehen zusammen vor dem Motorraum und sehen nix, zumindest nix Beunruhigendes. Das, was wir überprüfen können, wird überprüft. Wir entlüften die Dieselleitung und da wir ja diesen genialen Separ 200o Doppelfilter haben, wird der erstmal umgeschaltet. Vielleicht Dreck im Diesel? Aber die Filter sehen sauber aus. Wir starten erneut und yippy, der Motorspringt nach längerem Orgeln wieder an. Der Druck in meinem Magen läßt nach, wir fahren wieder mit den gewohnten 1500 Umdrehungen und somit 5 Knoten und der Skipper verschwindet wieder in der Koje.

Für genau 10 Minuten! Dann wieder der 1. kleine Aussetzer 👿 , der. 2., der 3. und Motor aus! Der Motor scheint zuwenig Sprit zu bekommen.  Wir haben 1 Knoten Wind, selbst wenn der aus der richtigen Richtung käme, wir würden es damit nicht zur Küste schaffen. Mit Grauen denke ich daran, eventuell über Funk um Abschlepphilfe bitten zu müssen (in Englisch – meine Lieblingsbeschäftigung 😯 )

Wir starten den Motor erneut und tatsächlich springt er an. Diesmal sind wir vorsichtiger mit dem Gas geben und stellen fest, wenn wir nur mit 1000 Umdrehungen fahren, dann hat der Motor zwar ständig diese kleinen Aussetzer, fängt sich aber wieder und geht erstmal nicht aus. Unsere Geschwindigkeit damit 2,5-3 Knoten. Aber Hauptsache, wir kommen langsam an die Küste. Wir entscheiden für für einen Richtungswechsel, Portobello ist gestrichen, wir gehen davon aus, dass uns in der Shelter Bay Marina in Colon besser geholfen werden kann.

Um 15.00 Uhr sind wir so nah an der Küste, dass wir Kontakt zur Marina aufnehmen können. Wir informieren sie über unsere wahrscheinliche Ankunftszeit und dass wir ev. bereits vor der Einfahrt Hilfe benötigen, da wir nicht wissen, wie der Motor reagiert, wenn wir Gas wegnehmen oder in den Rückwärtsgang schalten (und den brauchen nun mal, um das Schiff abzubremsen = Info für Nichtsegler). In der Einfahrt zur Marina oder zwischen den Stegen wären wir manovrierungfähig ohne Motor, nicht lustig für unser Schiff oder auch für alle anderen.

Aber erstmal müssen wir durch die Einfahrt zum Cristobal Port. Vor dem Eingang liegen viele viele Frachter, Tanker und Containerschiffe vor Anker und warten dort auf die Kanalpassage. Der Eingang scheint nicht besonders breit und ständig sehen wir über AIS Dickschiffe dort rauskommen. Keinem von diesen möchten wir mit unseren schlappen 3 Knoten mitten in der Einfahrt begegnen und so fragen wir sicherheitshalber bei Cristobal Control über Funk nach, ob wir einfahren dürfen. Die wissen schon Bescheid, die Marina hat diese scheinbar verständigt, dass sich ein Segelschiff mit Motorproblemen nähert und wir bekommen grünes Licht! Die Einfahrt ist breiter als wir dachten, aber trotzdem, sicher  ist sicher.

Jetzt sind es nur noch 2 Seemeilen bis zur Marina. Ich nehme erneut Kontakt auf und man gibt uns über Funk die Anweisung, zu Dock D zu gehen. HALLO ??? Haben die unser Problem noch immer nicht verstanden? Ich hätt gern ein leistungsstarkes Dinghi in meiner Nähe, dass uns zur Not schleppen oder wegdrücken kann. Noch einmal erkläre ich über Funk die Situation, dass wir ev. gleich manovrierunfähig sind wenn wir den Gashebel betätigen. 17.30 Uhr – Feierabend in der Marina? Jedenfalls scheint kein Dinghi zur Verfügung zu stehen. Wir brauchen dann doch nicht mehr zu Dock D sondern werden gleich am Anfang der Marina an einem wunderschönen großem Langsteg von 3 Männern erwartet, die beim Anlegen helfen. Und die sind auch nötig, denn kaum will der Skipper mittels Rückwärtsgang abbremsen, geht der Motor aus und auch nicht wieder an. 3 Knoten auf See sind unglaublich langsam, aber 3 Knoten, wenn man auf einen Steg zufährt…. ich sach euch, man rast da quasi drauf zu und somit sind auch wirklich alle 3 Mann nötig, um die 2wishes abzubremsen.

17.35 Uhr – wir haben geschafft. Nach 10 Stunden „zittern“ liegen wir fest vertäut, die Marinemitarbeiter sind überaus freundlich und sagen: relax, relax now! Go to the restaurant, have a beer and a nice dinner – und genau an den Rat halten wir uns 🙂

Um alles weitere kümmern wir uns morgen bzw. am Montag… auch um weitere Gedanken Richtung Asien und Strandhütte 😉

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Escudo de Veraguas

So spiegelglatt ist das Meer, als wir um 7.30 Uhr Bocas del Toro verlassen und so glatt blieb es auch die nächsten 3 Tage. Und genau aus diesem Grund wahrscheinlich sind mir endlich mal ein paar super Aufnahmen dieser Kollegen geglückt, die uns zwischendurch öfter mal begleitet haben bzw. Spaß daran hatten, ein Wettrennen mit unserem Schiff zu machen. 

Große fette Burschen (und Mädels wahrscheinlich 😉  ) – Ein Traum, der glücklich macht!

Exact 40 Seemeilen liegt die unbewohnte Insel Escudo de Veraguas von unserm Ankerplatz in Bocas entfernt. Unbewohnt? 2 Indianerstämme sollen hier leben, gesichtet haben wir keine 😉 Da wir tatsächlich zwischendurch für 2 Stunden mit langsamen 3 Knoten segeln konnten, erreichten wir sie erst so gegen 17.00 Uhr. Aber immerhin noch vor dem Dunkel werden. Einsam ist man hier nicht, eine weitere Yacht und ein Kat ankern neben uns. Wir ankern auf 4 m Tiefe auf glasklarem Wasser, unter uns alles weiß, weiß, weiß! Nicht eine Koralle, nicht ein Stein, nur weißer Sand, dafür aber auch kein Fisch 😉 – Gut, man kann nicht alles haben. Und wir wissen sofort, hier bleiben wir eine 2. Nacht und genießen dieses lang vermisste herrlich klare Wasser sowie die Insel mit winzig kleinen natürlichen Traumstränden- bzw. -buchten.

Landschaftlich top !!!! Ein Zwischenstop, der sich auf jeden Fall lohnt 🙂

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Endlich wirklich Anker auf und traurig guck

Immer das Gleiche: tage- und wochenlang will man endlich wieder richtig Anker auf gehen und Neues erkunden und am letzten Tag ist man einfach nur traurig. Abschied nehmen von Bekanntem, von Gewohntem, von Schönem – immer wieder fällt das schwer.

2 Tage haben wir noch mal vor Bastimentos geankert (und unsere Ankerwinsch getestet) und Frank mußte beide Tage unser Unterwasserschiff von seinem braunen Teppich reinigen sowie ausführliche und strenge Unterhaltungen mit den großen Muscheln führen, die sich unerlaubterweise an uns ein- bzw. angenistet hatten.

Gestern dann noch einen Großeinkauf, falls es in Portobello keine Supermärkte gibt – hahahaha! Naja, zumindest auf den San Blas Inseln soll es nicht viel geben, aber dort sind wir ja noch lange nicht.

Unsere frühere Lieblingskneipe, ein Mexikaner, hatte heute dann endlich nach 3 Wochen Sommerpause wieder eröffnet und so konnten wir auch von dort noch mal ordentlich Abschied nehmen.

Morgen früh ziehen wir jedenfalls den Anker hoch, hoffentlich natürlich elektrisch 😉 und fahren (nein, segeln ist wohl nicht, da kein Wind) ca. 35 sm bis zu einer fast unbewohnten Insel namens „Escudo de Veraguas“ (allein der schöne Name zwingt einem einen Stop auf). Dort wollen wir über Nacht ankern und ev. auch einen Tag länger bleiben, falls es dort so schön ist wie versprochen. Dann geht es ca. 120 Seemeilen weiter bis zu der kleinen Stadt Portobello und von dort melden wir uns irgendwann wieder 🙂

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Anker auf :-)

Nein, nicht sofort, aber wir könnten wieder, wenn wir wollten 🙂 🙂 🙂

Als wir dann letzten Freitag beim Barbeque der Bocas Marina waren, lernen wir Roger und Marylin kennen. Endlich mal Namen, die ich mir wegen der sich anbietenden Gedankenbrücken sofort merken kann. Roger wegen Funkverkehr und Marylin, ist klar, ne? Zumindest bei Leuten meiner Generation dürfte es so sein 😉 – nun Marylin ist Kanadierin, blond (wie sollte es auch anders sein bei dem Namen) und so ca. 75 (geschätzt) – Roger ist Engländer und dürfte so an die 90 Jahre alt sein.  Unglaublich! Der Mann kann kaum noch laufen, aber ins Dinghi rein und raus kommt er besser wie Frank 😳 Beide sind inzwischen schon „Residence“ hier und leben seit 10 Jahren auf ihrem Segelschiff hier vor Anker.

Nach einem dieser hammermäßigen Margaritas wird mein Englisch sehr viel flüssiger 😉 und wir kommen ins Gespräch. Darüber natürlich auch, dass wir ziemlich deprimiert sind gerade, weil eine Lieferzeit von 4-5 Wochen für einen neuen Winschmotor all unsere Pläne blockiert.

Don´t worry, we help you! We know someone….

Und tatsächlich, Montag Morgen, noch während wir frühstücken, bringen Roger und Marilyn uns mittels Dingi Gilbert vorbei. Gilbert wäre der Mann für alles und wenn er was nicht kann, dann weiß er jemanden, der kann 😀

Den blöden Motor auszubauen, das konnte er jedenfalls schon mal. War nämlich wahrlich nicht einfach, wie wir die Tage vorher ja schon feststellen mußten.  Über 1 Stunde braucht auch er dafür und Frank hat für das nächste Mal was dazu gelernt 😉 . Mittwoch, so heißt es, will er ihn repariert wieder bringen und einbauen, sofern wir ihn in Bocas abholen, mobil ist er nämlich nicht. Wir nutzen die Gelegenheit und geben ihm auch gleich noch das Topfgitter unseres Herdes mit, denn bei dem sind gerade 4 Stangen einfach durchgebrandt. Ist einfach nicht dafür gemacht, dass man so einen Herd mittels Gasflammen dauernd benutzt. Jedenfalls kennt er (natürlich) jemanden, der schweißen kann und wir sind guter Hoffnung.

Zur Verdeutlichung!!!

In der Zwischenzeit melden sich beide amerikanischen Bootsausstatter Marine West und Marinewarehouse bei uns, um uns mitzuteilen, dass für unsere Winsch kein Ersatzmotor mehr lieferbar wäre und man uns eine komplett neue Winsch empfehlen würde. Kostenpunkt 1500-2000 Dollar , Lieferzeit : will ich gar nicht drüber nachdenken und außerdem, wir haben ja jetzt Gilbert 😛

Ebenso erfahren wir in der Zwischenzeit, dass ein Händler in England uns sehr wohl noch mit einem neuen Motor, sogar recht kostengünstig, helfen könnte. Jetzt müssen wir nur noch jemanden finden, der uns das Teil in den nächsten Wochen mitbringen kann 😳 Denn an Bord haben wollen wir es auf jeden Fall für alle Fälle, wer weiß, wo wir nächstes Mal sind und ob da auch ein Gilbert zu finden ist 😉

Mittwoch Nachmittag wird es spannend, wir holen Gilbert ab und mein Küchenrost sieht schon mal sehr ordentlich aus. Über 1 Stunde setzen die Herren vorne am Bug den Motor mit der Ankerwinsch wieder zusammen und dann fallen Steine…. hipp hipp hurra – die Winsch funktioniert wieder und wir können darüber nachdenken, nächste Woche endlich neue Ankerplätze zu erkunden.

 

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Ausgebremst ! Wieder mal!

Gestern haben wir die Gasflasche abgegeben, heute morgen soll es zu einem anderen Ankerplatz vor der Insel Bastimentos gehen für 2-3 Tage. Frank steht am Ruder, ich am Bug mit der Fernbedienung für die elektrische Ankerwinsch und wundere mich darüber, dass das Teil sich ein bißchen störrisch verhält. Die Kette kommt nicht flüssig nach oben die ersten 3 m, dann sogar Stille! Nix bewegt sich mehr! Auf Franks Anweisung hin wackel ich mal ein bißchen am Stecker und sie da, die Ankerwinsch zieht brav 20m Kette rauf . Große Erleichterung, leider aber nur bis ich die Kette bis auf 10 m hoch habe. Der Anker sitzt auf 9 m Tiefe und nun muss sich die Winsch anstrengen, um ihn aus dem Sandboden zu ziehen. Jetzt aber streikt sie endgültig, auf soviel Kraftaufwand hat sie keine Lust mehr 👿 und wir bekommen den Anker elektrisch weder rauf noch runter.

Wir lassen von Hand wieder 20 m Kette mehr raus, damit wir erstmal wieder sicher liegen. Und nun? Jetzt beginnt die Fehlersuche! 2 Tage lang überprüft Frank die elektrischen Leitungen, die Fernbedienung, das Relais und und und. Wolfgang von der Tanamera versucht uns mittels Informationen über Mail zu helfen. Vielen Dank auch noch mal auf diesem Wege. Gleichzeitig startet eine Internetrecherche, wo wir hier von wem einen neuen Motor geliefert bekommen können, denn nachdem alle Anschlüsse und Leitungen geprüft sind, kann nur noch der Motor jetzt nach 20 Jahren bzw. nach den letzten 3 Jahren Dauerbenutzung kaputt sein. Glück im Unglück? Marinewarehouse (aus Miami) hat scheinbar hier in der uns gegenüberliegenden Bocas-Marina ein Unteroffice, dass eine Bestellung bzw. Lieferung für uns organisieren kann. Dann der Rückschlag: Wenn Marinewarehouse den passenden Motor liefern kann und selbst, wenn er lagermäßig vorhanden ist…. die nächste Lieferung erfolgt in

4 – 5 W o c h e n

Das wäre Mitte bis Ende Oktober und würde sämtliche weiteren Pläne zerstören! Super! Ihr erahnt die Stimmung an Bord?

Diverse Lieferanten haben sich auch bis Freitag Abend sofort per Mail zurückgemeldet, schon mal gut, aber noch nicht einer hat konkret bestätigt, dass er diesen passenden Motor auch liefern kann. Und so gehen wir jetzt erst mal zum Barbeque der Bocas Marina und genehmigen uns zusätzlich ein oder zwei von diesen furchtbar leckeren Margaritas, die jedoch dort Nachteil haben, anstatt Tequilla bestimmt mit Selbstgebrannten gemischt zu werden, denn sonst könnten die einen nicht soooo umhauen 😉 – aber das brauch ich heute Abend 😥

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Zurück am Ankerplatz und weitere Pläne

Seit Donnerstag sind wir zurück am Ankerplatz und gewöhnen uns wieder an unser beschwerliches Leben 😉 – ja, doch, wir haben einiges zu tun. Diverse aus DE mitgebrachte Ersatzteile müssen eingebaut, das Schiff von innen und außen wieder nett sauber gemacht werden und vor allen Dingen müssen wir uns von den Strapazen der letzten 7 Wochen erholen 🙂

Am Montag stellen wir fest, schon wieder ist eine Gasflasche leer. Wenn wir die hier abgeben, dauert es 1 Woche, bis wir sie gefüllt zurück bekommen. Solange wollten wir hier gar nicht mehr bleiben. Andererseits, an einem neuen Ort wieder von neuem anfangen, nach einer Füllmöglichkeit zu suchen? Auch blöd! Und wir müssen sowieso noch nach Isla Bastimentos, dort unsere Wassertanks auffüllen und das Unterwasserschiff sauber machen. Auf 2-3 Tage länger hier kommt es nun auch nicht mehr an und so entscheiden wir, hier noch eine Woche auszuharren, bevor es Richtung Süden nach Portobello und den San Blas Inseln geht.

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