Stressiges Angekommen in Bonaire

Um 4.00 Uhr nachts ist es vorbei mit dem ruhigen und leisen Segeln. Wir erreichen die Landspitze von Bonaire und müssen den Kurs wechseln. Der Wind weht immer noch in Sturmstärke, dafür aber jetzt mehr seitlich, wir laufen nur noch 2,5 bis 3 Knoten, haben dafür aber den dreifachen Krach an Bord. Man ist das ungemütlich, es ist stockdunkel, die Wellen krachen an die Bordwand, Frank liegt unten im Salon (da ist es leiser) und fällt tatsächlich für 1 ½ Stunden in einen Tiefschlaf, während ich oben nervös zitter. Und die ganze Zeit denke, wie zum Kuckuck soll ich bei Wind in Sturmstärke die Mooring angeln und zwar so schnell, dass das Schiff nicht abtreibt. Das ist eigentlich unmöglich! Seit Wochen fragt mich Frank außerdem, was wir denn machen sollen, wenn keine Mooring frei (ankern ist nicht erlaubt vor Bonaire) ? Und ich sagte bisher immer, quatsch, natürlich sind da nicht alle Moorings besetzt. War ja vor 2 Jahren auch nicht so. Ihr merkt also, Frank ist bei uns an Bord der Pessimist, ich dagegen der Optimist mit leichtem Hang zum Realismus. Ein echter Realist fehlt 😉 .  Nun, um 6.00 Uhr wird es endlich hell, der Wind ist nicht weniger geworden, aber die Welt sieht wieder freundlicher aus. Um 7.00 Uhr erreichen wir das Mooringfeld was eigentlich kein richtiges Feld ist. Über eine Küstenstrecke von ca. 1 Km liegen Moorings aus in 1er bis 3er-Reihen, sollen so 48 Stück sein. UND NICHT EINE DAVON IST FREI!!!!   Ich wage kaum, den Skipper anzuschauen. Was jetzt?  Doch nach Curacao ablaufen? Also weitere 8 Stunden segeln und dann auch dahin, wo wir eigentlich so überhaupt nicht hin wollen? Scheibenkleister ! Wir haben da absolut keinen Bock drauf.  Oder in die teure Marina gehen für ein paar Tage? Aber wir haben erst 7.00 Uhr, da ist noch nicht mal einer!  Wir fahren die Mooringstrecke noch mal auf und ab. Auf manchen Booten ist schon jemand wach und winkt freundlich und mitleidig zu uns rüber.  Letztendlich entscheiden wir uns für die Marina und ich bereite unser Anlegemanöver vor, indem ich schon mal die Festmacherleinen bereit lege und die Fender ausbringe. Als ich damit fertig bin, dreh ich mich um und sehe hinter uns plötzlich einen Katamaran, der dabei ist, Segel zu setzen. WO KOMMT DER DENN HER? Auf jeden Fall muss da irgendwo hinter uns eine Mooring frei geworden sein, der Skipper reißt das Ruder rum, wendet und gucken, gucken, gucken… 200 m weiter sehen wir dann die frei gewordene Mooring, aber da wurschtelt ein Mann mit einem Dinghi dran rum. Was zum Kuckuck treibt der da? Will er das Dinghi daran befestigen um die Mooring zu reservieren für jemanden? Könnte ja sein, dass der Kat zurück kommt. Aber dafür nimmt man eigentlich sein eigenes Dinghi und der Kat hat seines Huckepack hinten dran.  Frank hält trotzdem eiskalt darauf zu, der will einfach nicht in die Marina oder gar nach Curacao 😉 .  Kurz davor fragen wir, ob die Mooring frei ist und verstehen endlich: Der Mann  will uns einfach nur beim Anlegen helfen und hält die Mooringleinen für uns parat. I LOVE HIM! Und so liegen wir ein paar Minuten später sicher und ruhig fest. Und den ganzen restlichen Tag über sagt immer wieder einer von uns: Stell dir mal vor, wir haben tatsächlich eine Mooring erwischt. Hatten wir ein Schwein!!!!

Am Nachmittag und frühen Abend sehen wir weitere Schiffe die Mooringstrecke ablaufen auf der Suche nach einer freien Mooring. Diese armen Tröpfe . Hatten wir ein Schwein 🙂 🙂 🙂

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Tag 5 nach Bonaire

Nach 12 Stunden erholsamen Schlaf und einem gemütlichen Frühstück haben wir um 10.00 Uhr den Anker hoch und wollen die letzten 20-24 Stunden nur noch hinter uns bringen und ankommen. Beide haben wir leichte Magenschmerzen op des immer noch heftigen Windes. Was erwartet uns unterwegs? Können wir den Kurs halten? Der Windmesser zeigt immer noch 38-40 Knoten in Böen und Böen haben wir ständig. Hätten wir doch besser noch einen weiteren Tag abwarten sollen? Wir fürchten jedoch, dass sich die Wetterverhältnisse noch verschlimmern. Nach 1 Stunde sind wir beruhigt, der Windanzeiger zeigt immer noch an die 38 Knoten (also Sturmstärke), aber er kommt fast von hinten ebenso wie die Welle. Das heißt, es ist ruhig. Keine starken Windgeräusche, keine Krängung , wir rauschen nur so übers Wasser und sind somit viel viel zu schnell. Bei dem Tempo würden wir nachts in Bonaire ankommen, geht gar nicht! Also reffen wir und reffen wir, bis wir nur noch ein badehandtuchgroßes Vorsegel draußen haben und trotzdem noch 5 Knoten laufen. Wir vermuten, unsere Sprayhood dient als 2. Segel, da kann der Wind von hinten super rein blasen 😉 .

Kurz vor der Dämmerung begebe ich mich in die Pantry, um ein weiteres leckeres Mahl für aus dem „Napf“ zu zubereiten (äh… natürlich aus der Dose, wird einfach nicht alle das Zeugs). Merkwürdiges handtieren an Deck läßt mich prüfend den Kopf nach oben nehmen und siehe da, Frank sitzt da mit der Angel in der Hand. Den ganzen Tag hatte er keinen Lust dazu und jetzt, wo es bald dunkel wird… muss ich das verstehen? Ja, denn hinter unserem Schiff ist das Meer und der Himmel in Aufruhr. An die 100 Möwen versuchen, an ihr Abendmahl zu kommen, während die kleinen Fische ständig aus dem Wasser hüpfen, wahrscheinlich auf der Flucht vor Größeren. Ich kümmer mich derweil wieder um unser Mahl, da hör ich Frank schon rufen: Ej, das ist mein Fisch !!!! Was? Und da sitzt er oben und zieht an der Angel und schimpft. Wir haben einen Biss 🙂 aber auf unserem Biss bzw. Fisch sitzt ein Vogel und pickt darauf rum. Ein herrliches Bild! Ich lache mich schlapp 🙂 . Wer wird wohl gewinnen? Nun, der Fisch! Er hat nämlich die Angelleine abgerissen und ist samt unserem Köder abgehauen. Auch gut! Was hätt ich auch jetzt mit dem Fisch machen sollen, während schon der leckere Dosenfraß auf dem Herd stand 😉

 

 

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Tag 4 nach Bonaire

Wir machen einen Zwischenstopp auf Los Roques, liegt eh auf dem Weg und Frank braucht mal Schlaf, er hat leider immer noch nicht seinen Rhythmus gefunden. Gegen 10.30 Uhr laufen wir in unserer Lieblingsbucht  Caya de Aqua ein.  Leider geht auch hier die Post ab. Die kleinen Inseln von Los Roques sind ja quasi nur Sandhaufen mit niedrigem Gestrüpp drauf, von windgeschützt ankern kann keine Rede sein. Teilweise haben wir 38 Konten hier am Ankerplatz . Das ist Windstärke 8 und somit „Sturm“. Egal, der Anker hält. Wir frühstücken erst mal in Ruhe und fallen dann für 3 Stunden in einen Tiefschlaf. Wir lassen das Dinghi gar nicht erst runter, bei dem Wellengang hier haben wir keine Lust auf Ausflüge zum Strand. Schade, das hatten wir uns anders vorgestellt und so werden wir auch nicht bleiben, sondern morgen gleich weiter fahren nach Bonaire. Aber dafür saue ich heute die Küche ein, ich will endlich diese Rouladen los werden. Frank freut sich schon wie Bolle…. auf die anschließende Spülorgie 😉

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Tag 3 nach Bonaire

Es geht mir etwas besser, die Wellen sind nur noch ganz flach, der Wind schläft ein – Ruhe im Schiff, da kann man tagsüber Schlaf nachholen. In der Mittagszeit müssen wir sogar den Motor 2-3 Stunden laufen lassen, was nicht schlimm ist, denn unser Energiehaushalt stimmt auch nicht mehr. Kein Wind, keine Energie – und der elektr. Autopilot läuft und läuft und läuft.  Wie ist es möglich, dass es auf dieser überbevölkerten Erde Gegenden gibt, an denen man sich einsam und alleine fühlt? Seit 3 Tagen kein anderes Schiff zu sehen, keine Delphine, nicht mal Fische, jedenfalls beißt bei uns mal wieder keiner an.  Es gibt Nudeln mit Gehacktesbällchen in Paprikarahmsoße (natürlich aus einer 3 Jahre alten Dose 😉  ).  Zum ersten Mal kann ich nachts in meiner Freiwache schlafen, ganze 3 Stunden ab Stück – soooo toll!!!!  Aber der Wind frischt auf, inzwischen sehen wir über 30 Knoten auf dem Windmesser.

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Tag 2 nach Bonaire

Ich bin so furchtbar müde und kann mich zu nichts aufraffen. Einfach dasitzen, lesen und darauf hoffen, das der Tag vorbei geht. Jeder von uns hat nur so 1 ½ Stunden Schlaf erwischen können in der Nacht, wir müssen uns erst an den neuen Rhythmus gewöhnen. Eigentlich sollte es ja auf der Überfahrt die Rinderrouladen aus der Dose mit Kartoffeln sowie dem ebenso seit 3 Jahren in der Bilge schlummernden Rotkohl geben.  Frank guckt mich an wie Auto und fragt, ob ich noch ganz dicht bin? Wie ich denn auf einem 2-Platten-Herd 3 Töpfe unter Kontrolle bringen will bei dem Seegang. Da hat er leider Recht, einer ist schon kaum zu bändigen. Und allein schon, was man anschließend alles spülen muss. Und dann auch noch ….  Wir essen unterwegs aus einem „Napf“ (Teller bleiben einfach nicht stehen auf dem Tisch *grummel*) , den Napf hält man am mit einer Hand am seitlichen Griff fest, mit der Anderen schaufelt man den Inhalt entweder mit einem Löffel oder Gabel hinein und muss auch dabei versuchen, den Napf in Balance zu halten. So, und wenn ich mir jetzt Kartoffeln, Roulade und Rotkohl alles zusammen in diesem Napf vorstelle!!!!  Grrrr, Baaahhh!  Ne, ne… okay es gibt Erbsensuppe aus der Dose, die muss schließlich auch weg. Viel Schlaf bekommen wir noch immer nicht. Jeder von uns schafft gerade mal so 2 Stunden und die nicht mal am Stück. Am nächsten Morgen haben wir weitere 128 Seemeilen hinter uns gebracht.

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Tag 1 nach Bonaire

Um 10.10 Uhr lösen wir uns von der Mooring und unter Motor geht es raus aus der großen Bucht vor Fort de France. Der Wind ist schwach und kommt mal wieder nicht aus der angekündigten Richtung, was den Skipper  mürrisch gucken lässt. 2 Stunden später sind wir aus der Landabdeckung raus und siehe da, der Wind bläst mit der angekündigten Stärke sowie Richtung schräg von hinten. Angenehmes Segeln, wenn da nicht die unruhigen teilweise sehr hohen Wellen wären. Sicherheitshalber werfe ich gleich mal eine Pille ein. Nach 5 Stunden ist mein Hintern bereits platt und ich möchte morgen die 8 km nehmen.  Schlaf finden wir beide in der Nacht nicht, durch die Wellen hat man das Gefühl sich im Schleudergang anstatt im Bett zu befinden.  Den ganzen Tag und auch die Nacht rauschen wir mit 6-7 Knoten dahin, so dass wir nach 24 Stunden bereits 132 Seemeilen von 480 abgesegelt haben.

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Genug gegammelt

Genug rumgegammelt, zumindest hier in der Bucht. Morgen geht es (eventuell über Los Roques) nach Bonaire und wenn wir Glück haben, wird die Überfahrt so entspannend, dass wir weiter gammeln können 😉 .

Die Bucht Ansa A L`ane von oben

8 km gehen oder laufen soll ein Senior täglich, jedenfalls hat Frank das kürzlich gelesen (blöder Artikel) . Welcher Rentner hat schon die Zeit für eine solche Strecke täglich? Wir mußten uns heute dann aber die Zeit nehmen, um in der nächsten Bucht Anse Mitan in der dortigen Marina auszuklarieren. Gut, wahrscheinlich sind es hin und zurück nur so 5 km gewesen, aber dafür Berg rauf und Berg runter und das auch noch über Stock uns Stein. Und natürlich in der Mittagshitze, wie sollte es auch anders sein, wenn man erstmal gemütlich ausschläft und dann 2 Stunden frühstückt 😯 . Aber Spaß beiseite, wir machen so was gerne, a b e r  n i c h t  t ä g l i c h :mrgreen:

Unser Ausblick während wir auf die Fähre warten, ist okay, oder?? 😉

An einem der anderen Nicht-Gammeltage waren wir mit der Fähre noch mal in der

Hauptstadt Fort de France,  aber auch bei unserem nun schon 3. Besuch in den letzten 3 Jahren springt kein Funke über. Rosseau auf Dominica, St. John`s auf Antigua oder Philippsburg auf St. Maarten – überall sprühten die Funken. Hier laufen wir durch die Altstadt-City und fragen uns, was wir hier eigentlich wollen.

Nachdem wir ja seit Wochen Probleme mit der Bestellung von „2 bottle beer“ haben, mal bekommen wir 2 Dosen, mal Gezapftes, aber selten beim 1. mal gleich die eigentlich bestellten Flaschen, haben wir versucht zu lernen, was denn Flasche auf französisch heißt.  Laut Google-Translator: Flasche = bouteille – gesprochen so ähnlich wie butaill. Also gar nicht mal so anders wie die englische „bottle“. Wir brechen uns trotzdem die Zuge daran und kein Franzose versteht uns. Die heutige Bedienung fragt sogar noch 2 mal nach ob sie uns auch richtig versteht, wir wundern uns etwas, warum 2 mal, aber kurze Zeit später stehen tatsächlich 2 gut gekühlte Flaschen Bier auf dem Tisch. Geht doch! Doof nur, das 5 Minuten später 2 Teller mit je 3 komischen schwarzen Würstchen auf unseren Tisch abgestellt werden sollen???????????? Die Bedienung fragt noch mal nach, nein, nein – das ist scheinbar richtig, wir hätten das bestellt! Ach was!!! Das ganze Lokal lacht und wir brauchen diese merkwürdigen unappetitlichen Würstchen auch nicht essen, nehmen uns aber vor, nie wieder auf „französisch“ zu bestellen 🙂  🙂

Und hier stand heute MEIN NAME dran 🙂 – Diese Katze auf einer roten Decke auf meiner grauen Couch vor der roten Wand – besser hätte ich nicht dekorieren können. Leider habe ich keine Couch mehr und auch keine rote Wand, also mußte ich diesen Traum einer Katze leider leider auf dem Barhocker lassen :mrgreen:

Wir haben jedenfalls fertig mit „Frankreich“ und die nächsten Wochen verbringen wir bei den Holländern. Auch nichts Unbekanntes und Neues für uns, aber da die Marina in Santa Marta in Kolumbien so schweineteuer ist, müssen wir noch ein bißchen Zeit totschlagen, bevor wir uns an einen neuen Kontinent wagen.

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Verpaßt !!!!

Ups… wie konnte denn das passieren? Da lese ich auf einer anderen Homepage ein Feedback zum 4-jährigen und denke, ach Gott, es ist doch MAI!!! Und tatsächlich, wir haben unser 3-jähriges verschlafen! War aber vielleicht ganz gut so, denn was für ein Feedback hätten wir schon geben können zu diesem Anlaß. 2017 and the beginning of 2018 waren jetzt ja nun mal wirklich nicht zum „Hurra“ rufen. Angefangen mit einem Krankenhausaufenthalt auf Grenada, einem aus gesundheitlichen Gründen ungeplanten verlängerten Deutschlandaufenthalt und dann den Frust ab Anfang 2018 wegen ständigem Geld ausgeben für Reparaturen und Neuanschaffungen. Die einzigen Highlights der Saison waren ein Treffen mit der SY Tanamera sowie der Urlaub unserer Tochter und Enkeltochter auf Grenada. Gut, dann schau wir mal, ob wir an unser 4-jähriges denken und positive Hurra`s ausrufen können.

Unbewußt op unseres 3-jährigen habe ich zwischenzeitlich unsere Bilgen ausgeräumt und überprüft. Das hätte ich vielleicht schon mal eher machen sollen 😉 In unseren Bilgen befindet sich mein Mini-Supermarkt, angefüllt mit diversen Konserven, die man fürs Überleben so braucht: Tomatenstückchen in Dosen, Mais, ein paar Oliven (uralt), Pilze, frisch aus DE mitgebrachte Knackwürstchen und oh Schreck… Rinderrouladen, Kasslerrouladen, Rotkohl, Züricher Geschnetzeltes und sogar eine Erbsensuppe, alles in Dosen und mit deutschem Aufdruck. Also schlappe 3 Jahre alt. Was zum Kuckuck hat mich denn vor 3 Jahren geritten? Nach der Devise, außerhalb Deutschlands gibt es nix mehr zu essen oder zu kaufen? Ich erinnere mich noch an Franks Einkaufsorgie bezüglich grüner Bohnen in Dosen auf Gran Canaria. Die befinden sich an einer anderen Stelle im Boot und werden auch einfach nicht alle. Man sollte es nicht glauben, es gibt nicht so viel und nicht alles in der Karibik, aber grüne Bohnen in Dosen gibt es i m m e r 🙂

Unsere Verpflegung auf dem Weg nach Bonaire ist jedenfalls gesichert. Die reichlich angerosteten Dosen mit deutschem Aufdruck kommen nicht mehr in die Bilge, sondern erleichtern uns die Menueauswahl bei der nächsten Langfahrt. Selbst wenn ich wegen Eimeralarm in der Pantry ausfallen, eine Dose wird der Skipper sich ja wohl alleine aufmachen können.

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Mooringaktion in Anse A L`ane

Nach einer Nacht in der Bucht von Grand Anse D`Arlet stellen wir morgens fest, dass sich unser gut im Sand eingegrabener Anker gut 5 m nach vorne bewegt hat. Und das, obwohl die Nacht windstill war.  Zu wenig Ankerkette? Wahrscheinlich, aber wenn so was jede Nacht passiert, dann würden wir nach 5 Tagen hinter unseren noch hinter uns liegenden Schiffe liegen, falls wir die nicht vorher touchieren. Was ist los mit uns? Können wir plötzlich auch nicht mehr ankern? Wir starten in die nächste Bucht, Anse A L `Ane, wo wir ja ein paar Tage bleiben und einen auf Urlaub machen wollen. Des Skippers Augen leuchten auf, denn er sieht Moorings in der Bucht verteilt.

Nochmal zur Erklärung: Eine Mooring ist eine kräftige Kette, die an einem auf dem Grund liegenden Betonklotz fest verankert ist. Durch einen Mooringball wird die Kette oder Leine an der Wasseroberfläche gehalten und durch angeln der daran befestigten Leine oder Schlaufe kann man sein Schiff daran festmachen – das ist übrigens nicht ganz einfach und führt des öfteren zu Streitigkeiten zwischen dem Skipper und den niederen Crewmitgliedern. Wenn ihr Langeweile oder  Interesse an einem äußerst lustigen und netten Bericht hierüber habt, dann besucht mal die Seite der SY Atanga unter www.atanga.de mit dem Blogeintrag von Freitag, dem 18.5. „Mooring Manöver – Drama in 7 Akten“. Wir haben uns jedenfalls darin wieder erkannt, nur dass es bei uns anders rum ist. Viel Spaß beim Lesen!!!

So, jetzt bin ich aber vom Thema abgekommen 🙂 – freudig steuert Frank auf die Moorings zu. Auf der 1. steht irgendwas, was wahrscheinlich bedeutet, dass diese Mooring jemanden gehört. Der 2. Mooringball ist einfach nur weiß, den schnappen wir uns. Natürlich klappt das erst beim zweiten Anlauf und natürlich verlier ich Depp dabei den Bootshaken, da mir für vorsichtiges und langsames Handtieren einfach der 3. Arm fehlt und ich das „Nicht-Aufstoppen-Können“ des Skippers (siehe Bericht Atanga) ausgleichen muss. Aber gut, der Skipper angelt erfolgreich den über Bord gegangen Bootshaken wieder auf, während ich das Schiff sicher an der Mooring festmache. Das könnte es jetzt gewesen sein, das ersehnte Anlegerbierchen ist fast greifbar, aber dann…

Der französische Skipper eines Katamarans, der fast zeitgleich mit uns an einer Mooring festgemacht hat, ruft uns in einem einwandfreien Englisch (wauh!) rüber, dass das eine private Mooring ist. Wir könnten da ruhig für eine Nacht oder so dran liegen bleiben, aber es könnte sein, das der Eigentümer auftaucht und dann müßten wir weichen. Na gut, während wir noch überlegen, ob wir sofort ankern oder es riskieren, für eine Nacht zu bleiben, ruft er erneut rüber. Die Mooring weiter vorne gehöre einem Freund von ihm und der sei gerade in Europa und der hätte auch nix dagegen, wenn wir diese nutzen würden. Okay, hört sich doch gut an, zumal wir eine ganze Woche bleiben wollen. Wir lösen also die Mooringleine und steuern auf die Angegebene zu. Da ruft ein anderer französicher Skipper zu uns rüber, allerdings auf französisch. Er scheint aufgebracht! Wir verstehen natürlich kein Wort und machen ihn auch darauf aufmerksam, dass wir kein französisch verstehen. Er palavert unbeirrt weiter, auf französisch natürlich. Wir deuten es so, dass wir diese Mooring nicht nutzen sollen. Warum nicht? Nicht tief genug, nicht sicher genug? Wir wissen es nicht und drehen bei. Der englisch sprechende Kat-Skipper sitzt derweil bereits in seinem Dinghi und wundert sich, warum wir schon wieder an ihm vorbei fahren. Wir klären ihn auf und er düst mit seinem Dinghi zu dem aufgebrachten Franzosen. Wir sehen die beiden minutenlang heiß diskutieren, nach 5 Minuten wird uns alles zu kompliziert und wir werfen den Anker. Kaum haben wir 30 m Kette draußen, ist die Diskussion zu Ende, der englisch sprechende Franzose hat scheinbar gewonnen und fordert uns auf, die Mooring seines Freundes zu nutzen, allein schon, weil man dort an der Stelle viel ruhiger liegen würde. So viel freundlichen Einsatz wollen wir natürlich nicht enttäuschen und gehen wieder Anker auf. Er hilft uns sogar noch mittels seines Dinghis und somit völlig unkompliziert an dieser Mooring festzumachen. Selten so einen netten Franzosen getroffen 🙂

Den Rest des Tages verbringen wir an Bord, gammeln einfach nur rum, lesen und genießen. Natürlich kann ich sowas nicht 2 Tage hintereinander machen und so plane ich für den nächsten Tag bereits eine Wanderaktion zur nächsten Bucht. Dank der App „maps.me“ finden wir den  Fuß- bzw. Schleichweg nach Anse Mitan und so geht es über Stock und Stein den Berg rauf und runter.  In unserem Cruising Guide gibt es von dem „Creolischen Dorf“ dort in Trou Etienne ein wunderschönes Foto. Bunte schöne kleine Häuschen! Wirklich nett! Haben wir aber leider nicht wieder erkennen können, da sich dieses creolische Dorf inzwischen zu einer Freßmeile weiter entwickelt hat.  Restaurants reihen sich nacheinander auf. Alle hübsch und nett, aber nicht in unserer Preisklasse. Nein, auch wenn hier ständig der Fährbetrieb für starken Wellengang sorgt, in Anse A Láne fühlen wir uns wohler.

 

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Übrigens: D a n k e

D  A  N  K  E

an alle,  Familie oder Freunde, die mich nach meinem letzten doch sehr depressiven Blogeintrag moralisch unterstützt bzw. Mut zugesprochen haben, sei es per langem Kommentar, per WhatsApp, persönlich oder auf die äußerst originelle Art meines früheren Arbeitskollegen und seiner Frau.

Ehrlich, ich möchte auch mal so nette Ideen haben. Eure Lutscher und Bärchen werden mir jedenfalls noch lange in Erinnerung bleiben 🙂

 

Während ich ja vor 3 Wochen dann völlig urlaubsreif  😉 meinen Andersrum-Urlaub angetreten haben, also nett Freunde und Familie getroffen, mich ausgiebig an Spargel und Erdbeeren genüsslich getan habe sowie das Enkelkind gespaßt und geherzt habe, durfte Frank sich hier auf der für andere traumhaften Karibik-Urlaubs-Insel Martinique weiterhin mit Reparaturen sowie Ersatzteil- und Handwerkersuche rumschlagen. Und vielleicht sollte ich so etwas öfter mal machen, denn dann bekommt „Mann“ auch was geschafft 🙂 . So bin ich doch sehr stolz auf ihn, denn schließlich gab es ja zusätzlich erhebliche Sprachprobleme, denn weder er noch die hiesigen Franzosen sprechen ja ein einigermaßen annehmbares Englisch 😉

Äußerst pünktlich und zuverlässig wurde durch die Firma Caraibe Marine unsere fehlende Sprayhoodscheibe mit Plexiglas ersetzt. War keine einfache Geschichte, hat auch einen ganzen Arbeitstag gedauert und war dafür mit 320 Euro doch recht preiswert. Unsere verbogene Relingstange wurde abgeschnitten und ein neues Stück angeschweißt, so perfekt, dass keine Schweißnaht zu sehen ist. Dann war auch ein Monteur der hier ansässigen Volvo-Werkstatt „Inboard Diesel Service“ an Bord wegen unserer Anlasserprobleme. Bereits im Vorfeld war klar, dass er eigentlich nix finden kann, wenn der Motor ohne Probleme anspringt und das tut er ja seit Wochen wieder. Trotzdem hat er zusammen mit Frank den Anlasser überprüft, die Kabelverbindungen sowie auch das Zündschloß. Jedoch, wenn es unten am Anlasser „klickt“, dann kann es nicht das Zündschloß sein. Der Anlasser selber, das dazugehörige Magnetventil sowie alle Kabelverbindungen sehen gut aus. Die Anschaffung eines neuen Anlassers für 1800 Euro hält auch der Monteur für absoluten Quatsch, er zeigt indes Frank eine andere Möglichkeit, den Motor zu starten, sollte es mal wieder Probleme geben. Also quasi wie beim Auto die Möglichkeit des Fremdstartens. Für uns eine große Beruhigung und für diesen Service wird uns nicht mal eine Rechnung gestellt.  Vielen Dank dafür!

Unsere Furlex-Rollfockanlage reparierte Frank selber. Der fehlende Bolzen aber musste angefertigt werden vom hiesigen Rigger. 4 x muss Frank diesen aufsuchen, bis er 1. den richtigen Ansprechpartner findet, der ihn mittels Hand und Fuß und ein paar gegenseitigen Brocken Englisch versteht sowie 2. das Miniteil angefertigt war. Das nur, wenn ihr euch fragt, was Frank denn eigentlich die ganze Zeit so getan hat 😉

Unser Kühlschrank schaltet sich jetzt nachts zwecks energiesparen automatisch ab und an, so dass man beim nächtlichen Toilettengang sein Gehirn nicht mehr einschalten muss, um des Nachts den Kühlschrank wieder zu aktivieren. Sehr entspannend 🙂 .

Die Decksbeleuchtung geht auch wieder und unsere Bilge hat eine neue Pumpe bekommen. Mit weiteren Erfolgsreparaturen will euch gar nicht langweilen und sollte alles gut gehen, dann werden wir Freitag den Steg hier verlassen und uns noch für ein paar Tage in eine nettere kleine Bucht verlegen. Strand, Strandbar und klares Wasser zum Baden – auch der Skipper hat ein paar Tage Urlaub verdient.

Und dann… nun, es sieht gut aus. Der Skipper ist einigermaßen zufrieden mit sich, dem Schiff bzw. dessen Reparaturstand und wenn jetzt nix DICKES mehr nachkommt, werden wir uns wohl demnächst doch auf den Weg nach Kolumbien machen über die ABC-Inseln.

Also Daumendrücken und dranbleiben 😉

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