Osterdinner im Arboloco

Das Arboloco ist ein afrikanisches Restaurant, auf das wir (Fritz und Anne, die Facebook Leser 😉 ) eben durch einen Post bei Facebook gestoßen sind. Gar nicht mal die Speisekarte hatte es uns angetan, mehr waren es die tollen Bilder und das Ambiente. Dort mußten wir also mal hin, was nur nicht so einfach ist. Das Arboloco liegt am Bluff Beach, die Straße dorthin ist eine unbefestigte schlaglöcherverseuchte Lehmstraße, nur mit Auto oder Taxi erreichbar. So freuen wir uns, dass uns Harry, ein inzwischen hier ansässiger Österreicher, mittels seines Allradautos Ostersonntag hin und her kutschiert (dafuer durfte er aber auch mit am Tisch sitzen 😉 )

Und die Bilder im Netz haben nicht zu viel versprochen, selten ein Lokal mit einer solch tollen Wohlwohl-Atmosphäre erlebt. Das ganze Restaurant ist aus Naturholz und AUTOREIFEN gebaut.

So besteht auch das Dach aus alten Autoreifen

Keine Ahnung, was man in Afrika so ißt. Das, was wir vorgesetzt bekommen haben, schien mir so gar nicht afrikanisch, was aber der Qualität, der Phantasie, der Darbietung ueberhaupt nicht abträglich war. Im Gegenteil, mein Salat mit Thunfisch war der beste Salat, den ich in den letzen 6 Jahren serviert bekommen habe

So werden wir bestimmt auch nicht das letzte Mal dort gewesen sein und können nur jedem, der sich mal auf die Isla Colon in Bocas del Torro verirrt, das Arboloco wärmstens empfehlen.

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Das Pech Anderer ist unser Glück – ausnahmsweise mal

Gestern vormittag erst , wie berichtet, hat Martin uns den reparierten Generator wieder an Bord gebracht. Beim Nachwinken dachten wir noch, dass wir hoffentlich in den nächsten Wochen nichts weiter zu seinem Lebensunterhalt beisteuern bräuchten. Aber dann haben wir uns mittels unseres zweiten Verkehrsmittels, des Dinghis, auf den Weg zur Stadt gemacht. Der Kuehlschrank läuft gut , muss aber regelmäßig gefuellt werden.

Auf dem Weg hin macht der Außenborder ein komisches Geräusch. Hab ich schon mal erwähnt, dass ich komische Geräusche nicht mag? 😛 Wir kontrollieren, ob wir mit dem Propeller was eingefangen haben, aber alles scheint in Ordnung. Es geht normal weiter, nur leider nicht mehr auf dem Rueckweg. Das komische Geräusch wiederholt sich ständig, vor allen Dingen, wenn Frank Gas gibt. Wir haben keinen Antrieb mehr und schleichen zurueck zum Schiff. Franks Vermutung: irgendwas mit dem Getriebe… Es läuft bei uns 🙄

Aber warum sich einen Kopf machen, ihr ahnt es vielleicht schon… es geht mal wieder eine WhatsApp raus an Martin 😉 . Er kündigt sich für den nächsten Morgen um 9.00 Uhr an, aber obacht … Martin ist ja kein Local, hat die panamesische (Un-)Pünktlichkeit nicht verinnerlicht 😉 und erscheint bereits um 8.30 Uhr. Wie gut , dass ich mir den Wecker gestellt hab – als hätt ich’s geahnt 😉 . Nach einer kurzen Probefahrt nimmt der den Probeller ab, schaut in dessen Inneres und meint, der ist hin!!! Nun, er hat das natürlich mit mehreren (englischen) Wörtern übermittelt, aber hin ist hin und so läßt er uns sprachlos zurück mit dem Hinweis, er würde uns einen Link schicken aus den USA, wo wir einen Neuen bestellen könnten. Ha! Und bis dahin? Im Schleichgang zur Stadt? Für wie lange? Lieferungen aus den USA sind nicht mal eben in 2-3 Tagen hier. Und noch während ich ein mißmutiges Gesicht ziehe, meint der Skipper, er hätte gerade eine ganz dolle Idee. Aber erstmal sollte ich einen Kaffee kochen, zum Frühstücken sind wir in dieser nachtschlafenden Zeit nämlich noch nicht gekommen 😛

Lange Rede, kurzer Sinn – jetzt komme ich endlich zu der hiesigen Überschrift 😉

Fritzens, wie die Crew der Tifricat liebevoll bei uns heißt, hatten die Woche nämlich PECH. Ihr Dinghi-Außenborder, baugleich mit unserem, hat am Montag den Dienst eingestellt. Sämtliche Reparaturversuche waren vergeblich, das Einzigste, was noch heile ist, ist…. richtig… der Propeller . Und gerade heute Mittag soll der alte Außenborder verschrottet werden und der Neue geliefert. Schnell eine WhatsApp (was macht man bloß ohne?) an Fritz und noch vor dem Mittag sind wir im Besitz eines gebrauchten Propellers sowie eines neuen Reservepropellers, den Fritz nämlich nicht mehr brauchen wird, da der neue Motor größer ist. Denn, so hörten wir, die Dinger halten nur 3-4 Jahre, dann muessen die erneuert werden. Sollte man also immer als Reserve an Bord haben. Hätte man uns das nicht mal eher sagen können? Man lernt nicht aus und auf einem Boot erst recht nicht. N0ch 10-15 Jahre, vielleicht muss man uns dann nichts mehr beibringen 🙂

(Übrigens – nachmittags kommt Martin noch mal vorbei, ihm wäre eingefallen, dass die Fritzens ja usw. 😉 – ist schon ein Guter, unser Martin 😉 )

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Martin

Im Juni sind wir schon unglaubliche 2 Jahre in Panama, den größten Teil davon hier in Bocas del Toro. Der Vorteil eines Langzeitaufenthaltes ist, man weiß Bescheid 🙂 man weiß, wo man was bekommt, woher und vor allen Dingen, wer helfen kann.

So gibt es hier im Ankerfeld „Martin“ ! Martin ist Neuseeländer, hat frueher große Maschinen repariert und repariert sich hier nun an kleinen Maschinen durchs Ankerfeld 😉 . Letztes Jahr hat er schon unseren Generator repariert, unseren Kuehlschrank mit Kuehlmittel aufgefuellt, unseren Außerborder wieder zum Leben erweckt sowie eine Inspektion an unserem großen Volvomotor gemacht.

Die Regenzeit beginnt eigentlich erst im Juni, aber seit Tagen regnet es und ständig ist der Himmel bedeckt. Was hat das mit Martin zu tun, fragt ihr euch? Nun, unser Strom kommt nicht aus der Steckdose, sondern aus Batterien. Die wiederum werden durch Solarzellen und einen Windgenerator gefuellt. Wenn aber tagelang keine Sonne scheint, dann Batterien leer. Keine Handys aufladen, keine Laptops und viel schlimmer, kein kaltes Bier. Fuer diese Fälle haben wir einen kleinen Generator an Bord. Der jedoch muss gepflegt werden und zumindest alle 4 Wochen mal gestartet werden, sonst wird der muffig. Letzteres haben wir leider die letzten Monate glatt vergessen, sonnenverwöhnt wie wir waren. Der Generator rächt sich und will partout nicht anspringen. Er mag es auch nicht, wenn man ständig an der Anzugsstrippe reißt und läßt unter sich (Benzin – nicht schön auf dem Teakdeck und stinkt) . Dann reißt auch noch die Anzugsstrippe. Nichts geht mehr! Vielleicht könnte man es selber reparieren, wenn nicht alle Schrauben total verrostet wären und man an das Innere nicht mehr dran kommt. Und? wie lautet die Lösung?

Richtig! M a r t i n !!!

Wir ziehen also ganz locker und entspannt die Langzeit-Daseins-Karte, eine kurze WhatsApp und eine halbe Stunde später holt Martin den Generator ab. Am nächsten Tag verständigt er uns ueber eine Sprachnachricht, dass das wohl ein wenig dauern wird, da ja alle Schrauben verrostet sind und aufgebohrt werden muessen. Ach was! Egal, mach! Wir sitzen gerade beim Sundowner und haben schönere Probleme 😉 . Und Martin macht! Es dauert ein paar Tage, einige Knöpfe und Lichter wackeln jetzt vor sich hin, aber der Generator springt wieder an und läßt auch nicht mehr unter sich. Gute Arbeit, trotzdem hoffen wir, Martin so schnell nicht wieder zu sehen. Aber daraus wird nichts…. 👿

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Kurztrip unter österreichischer Reiseleitung

Gitty und Fritz leben auf ihrer Tifricat ja schon eine halbe Ewigkeit in Panama und speziell in Bocas. 2017 haben sie bereits die Tour rund um Isla San Cristobal gemacht und wollen dieses Jahr Erinnerungen auffrischen. Delfphine, Fohlen, Gänse soll es zu sehen geben und uns ist nach Abwechslung. So hängen wir uns dran und lassen uns fuehren.

San Cristobal liegt in Sichtweite von unserem Ankerplatz und viele Amerikaner haben hier ihren Wintersitz.

unaufällig folgen wir der Tifricat, die sich vor uns den Weg durch die Magroven sucht

Nach 2 Stunden 1. Stop vor dem El Clandestino

Das El Clandestino ist ein nettes kleinen Restaurant mit einem jungen französischen Koch und so genießen wir 2 Tage lang die ausgezeichnete franz. Kueche sowie den ein oder anderen Drink.

Dann geht es weiter in die Dolphin-Bay und tatsächlich sieht man bei der Anfahrt zum Ankerplatz vor Bocas Torritos bereits den ein oder anderen Delfin. Was man leider auch sieht, sind Quallen und somit fällt das tägliche Bad im Meer erst mal aus. Hier wollen wir eigentlich ausgiebig spazieren gehen und uns die angekuendigten Fohlen und Gänse anschauen 😉 . Man kommt nur nicht an Land, stellen wir fest. Alle Anlegestellen sind privat, die Grundstuecke dahinter sind in einheimischer Hand und eingezäunt. Hier will man uns scheinbar nicht haben. Fohlen und Gänse fallen also aus… 😉 – ich geh eh davon aus, dass die Fohlen inzwischen ausgewachsen sind und die Gänse… nun ja… 😯

Am nächsten Tag wechseln wir auf die gegenueberliegende Buchtseite. Hier gibt es eine Anlegestelle, die auf netten farbigen Holztafeln alle Nationalitäten willkommen heißt. Geht doch! Wir gehen den kleinen Pfad rauf zum Wohnhaus und auf halber Strecke werden wir von auf uns zurasenden laut bellenden Hunden begrueßt. Die hatten so richtig Spaß an uns, endlich mal was los in der Einöde. Oben am Wohnhaus werden wir von den Amerikanern Mary und Carl begrueßt und wir fragen höflich nach, ob wir denn hier spazieren gehen duerften. Aber sicher doch und man erklärt uns auch noch die diversen Möglichkeiten. Und auf dem Rueckweg sollen wir ja auf einen Drink vorbei kommen.

Wir entscheiden uns fuer die Richtung, die die Hunde einschlagen. Die kennen sich schließlich aus hier. Lang, lang ist er her, unser letzter Spaziergang mit Hunden und so genießen wir es in vollen Zuegen.

Ein Spaziergang ganz nach unserem Geschmack, quer durch den Dschungel, durch matschiges Sumpfland finden wir den Weg zurueck zu Mary und Carl, die uns mit einem kalten Bier begluecken. Carl ist 91, Mary so Mitte 70 – beide sind vor Jahren mit ihrem Segelboot, dass noch immer in Sichtweite ankert, hier angekommen. Haben hier auf dem Huegel ein riesiges Haus gebaut und leben seit dem ganzjährig hier auf der Insel. Wär das was fuer uns? NEIN, falsches Land und zu einsam, da muss eine andere Möglichkeit her 😉

Am nächsten Tag wird es zurueck gehen zu unserem alten Ankerplatz und zu unserem gewohnten Alltag. Info fuer unsere Blogleser-Drängler: Den nächsten Blogeintrag wird es erst geben, wenn es was zu erzählen gibt. Schließlich wollen wir niemand langweilen mit täglichen Alltagsleben….

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Wat nu???

Einige von euch fragen sich wahrscheinlich, wieviele Verkaufsanzeigen wir inzwischen aufgegeben haben, nicht wahr? Wie ist die Resonanz? Gibt es ernsthafte Interessenten?

Nun, wir haben in den letzten Wochen unsere Wunden ausgiebig geleckt und sie sind fast verheilt. Ein bißchen ziepen sie noch, aber….

Wäre ein Verkauf zur Zeit die richtige Maßnahme? In Deutschland haben wir kein Zuhause (noch nicht) und die Grenzen in Asien sind teilweise noch zu bzw. ist das Leben dort auch gerade nicht unproblematisch. Wohin also, wenn das Schiff tatsächlich spontan verkauft werden könnte? Aber auch das ist gerade unrealistisch, fuer Europaer ist Panama im Moment kein Reiseland und die Ameriakaner kommen zwar zum Kaufen, die aber wollen Katamarane.

Wir haben also keine Verkaufsanzeige aufgegeben bisher. Im Gegenteil, es geistern Pläne durch unsere Köpfe wie Kolumbien und später im Jahr doch nach Mexiko. ?!?! Alles noch unausgegoren und so leben wir die nächsten Wochen erstmal noch so vor uns hin, genießen das Social-Live und die vielen offenen Restaurants und Bars. Damit geht es uns schon mal deutlich besser als euch zuhause.

Die Tage ist eine kleine Inselrundfahrt geplant, mal schauen, ob die 2wishes das ohne Probleme hinbekommt 😉

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Und weiter geht´s – Glück und Pech wechseln sich ab

Nach 13 Stunden Schlaf werden wir morgens um 9.00 Uhr wieder wach und fühlen uns trotzdem noch schwach und erledigt. Wir sind zu alt für diesen Mist, wirklich!

Nach dem Frühstück schaut sich Frank den Mist unserer Steuerungsanlage an und hat eine glorreiche Idee. Die Steuerungskette hat die gleiche Stärke wie die des Autopiloten und tatsächlich fahren wir unsere alte an einer Stelle defekte Kette des Autopiloten seit 2 Jahren spazieren – man weiß ja nie, wann man so was mal gebrauchen kann…. 😉

Nun, j e t z t zum Beispiel 🙂

Die Steuerungskette ist erheblich kürzer als die des Autopiloten und so schafft Frank es, aus dieser Alten ein passendes Stück zu entfernen und neu einzubauen, während ich bewundernd daneben stehe und staune. Mein Held ! Woher wissen Männer sowas? In meinen weiblichen Genen steckt dieses Wissen jedenfalls nicht. Nun, es ist auch nicht m a l e b e n gemacht, ausbauen, auf die richtige Länge kürzen, wieder mit dem Drahtseil verschrauben etc. – das alles braucht Zeit, aber um 16.30 Uhr haben wir wieder eine funktionierende Steueranlage und brauchen uns keine Gedanken mehr machen, wie wir denn in dem engen Ankerfeld vor der Bocas Marina unter Pinnensteuerung (schweißgebadet) ankern sollen. Hat er super gemacht, mein Frank

Wir wollen jedoch am nächsten Tag noch nicht weiter, wir sind noch viel zu erledigt und wollen noch einen ruhigen Tag hier vor Anker genießen. Gegen Abend wird das Meer rauh, der Ankerplatz ist ungeschützt und das ist kein Schwell, der da auf unser Schiff zurollt, sondern echte fette Wellen. Promt reißt auch unsere 1. Ankerkettenentlastung und muss erneuert werden. Die Geräuschkulisse in unserer Heckkabine ist gewaltig. Das Schiff schaukelt auf und ab, Wellen klatschen laut vor den Bug oder das Heck und um 24.00 Uhr ziehe ich aus und lege mich im Salon nieder. In der Mitte des Schiffes ist es ruhiger und so komme ich in der Nacht doch zu etwas Schlaf.

Am nächsten Tag ist es ruhiger, wir können die Notpinne wieder ausbauen, machen einen Rudercheck und sitzen den Rest des Tages einfach nur da. Während des Films am Abend wird es draußen schon wieder ungemütlicher, aber was gestern Nacht ging, geht bestimmt eine Weitere. So der Gedanke!

Tatsächlich schlafe ich von 22.00 Uhr bis 24.00 Uhr, dann wird es im Heck zu heftig. Das Schiff geht vorne bestimmt 1,5-2 m hoch und knallt wieder runter. Ich verzieh mich in den Salon, kann aber trotzdem nicht schlafen. 1/2 Stunde später steht Frank auch im Salon und wir denken noch kurz darüber nach, ob wir nicht Anker aufgehen sollen mitten in der Nacht, da eh keiner schlafen kann beim dem Theater. In dem Moment reißt die 2. Ankerkettenentlastung und dadurch wird jedesmal, wenn das Schiff sich vorne wie ein Pferd aufbäumt, weiter Kette aus dem Ankerkasten gezogen. Sehr unschön, nicht nur vom Geräusch, sondern auch, weil hinter uns ein Riff liegt. Und je mehr Kette raus ist, desto näher kommen wir dem Riff. Also nix wie weg hier…

Gleichzeitig setzt fetter Regen ein, binnen Sekunden sind wir beide kletschnass. Frank am Steuer, während ich vorne versuche, den Anker zu heben. Pechschwarze Nacht umgibt uns und kurze Zeit später sind wir im offenen Gewässer. Was jedoch nicht viel schöner ist. Jetzt treffen uns die Wellen wieder schräg von hinten und mit Bangen hoffen wir, dass die Kette hält. Für den Einwurf einer Tablette gegen Seekrankheit war keine Zeit, das rächt sich mit einem 4-maligen Eimeralarm, bis des morgens hell wird und ich draußen im Hellen jede Welle anfunkle, ja meine Kette nicht zu zerstören. An Schlaf ist jedenfalls nicht zu denken.

Für diese Strecke sind eigentlich 8-9 Stunden geplant, aber Wind und Strömung sind gegen uns. Warum sollte es auch einfach sein oder das Glück auf unserer Seite… teilweise bzw. meist kommen wir nur mit 2-2,5 Knoten vorwärts und so erreichen wir Bocas erst nach 14 Stunden um 15.00 Uhr Nachmittags. Der Anker sitzt beim 1. Mal und ich fürchte, Frank bekomm ich hier so schnell nicht wieder weg….

Hütte, Asien…. wir sind bereit – wir müssen nur noch ein Schiff los werden

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„Pechmarie“ oder auch „Bad Luck“ wären bestimmt die geeigneteren Namen für unser Schiff gewesen

Bis Sonntag hatten wir gewartet auf die richtige Windstärke und die richtige Windrichtung, damit wir in ca. 24 Stunden unsere Lieblingsinsel Escudo de Veraguas für einen Zwischenstop auf dem Weg nach Bocas del Toro erreichen können. Und die Fahrt fängt gut, kurz vor Mittag erreichen wir das Verkehrstrennungsgebiet vor dem Eingang zum Panamakanal. (Für Nichtsegler: Ein Verkehrstrennungsgebiet sind Einbahnstraßen auf dem Wasser, damit sich die ganzen Containerschiffe, Tanker und Kreuzfahrtschiffe nicht in die Quere kommen, wenn sie, wie hier z.B., auf einen Engpass wie die Panamakanalzufahrt zufahren. )

Wenn man diese Gebiete überqueren muss, soll (muss) man dies eigentlich in einem 90°Winkel machen, was unter „Segel“ meist nicht einfach ist. Wir schaffen es nicht ganz und schnippel ein wenig, was jedoch auch kein Problem ist, denn diese Einbahnstraßen sind, auch wenn es auf dem Foto nicht so erkennbar ist, sehr breit. Die dicken Pötte haben genug Platz und könnten einem Mini-Segler ausweichen.

Von rechts nach links: Der dünne lila Strich ist unsere gewünschte Kurslinie, der Gelbe unser Gefahrene. Man achte auf der linken Seite auf gelbe Linie, die da im ZickZack verläuft.

Trotzdem ist das Queren eines solchen Gebietes immer mit Aufregung und Anspannung meinerseits verbunden. Die letzte Einbahnstraße links ist wenig bzw. zu dem Zeitpunkt gar nicht befahren und so verabschiede ich mit mit der Bemerkung, mich mal kurz hinzulegen. Kaum bin ich unten angekommen, passiert innerhalb 5 Sekunden mehreres gleichzeitig. Es gibt ein komisches Geräusch und das Segel fängt an zu schlagen, was soviel heißt wie „das Schiff läuft aus dem Kurs“ und der Skipper schreit von oben, ich soll s o f o r t zurück kommen. Adrenalin schießt nach oben. Auf dem Weg an mir vorbei höre ich noch was von wegen „Kette gerissen“. Okay…. Adrenalin sinkt wieder…. Das kommt mir bekannt vor, Kette gerissen heißt, der Autopilot funktioniert nicht mehr, das Problem hatten wir vor ca. 2 Jahren ja schon mal auf dem Weg nach Jamaika. Unschön, aber nicht gefährlich! Ich gehe also ans Steuerrad, nehme den Autopiloten raus und will das Schiff per Handsteuerung wieder auf Kurs bringen. Äh… ich drücke noch ein paar Mal auf div. Tasten und nichts passiert. Das Steuerrad in meinen Händen schwabbelt nach rechts, nach links und hat überhaupt keine Wirkung mehr. Da dämmert es und gleichzeitig kommt von Frank die Bestätigung, wir haben zwei Ketten und diesmal ist nun die der Steuerung gerissen. Der Adrenalinspiegel schießt wieder in die Höhe : wir sind manovierunfähig – einer meiner Segleralbträume ist wahr geworden. Starr vor Schreck wie ein erschrecktes Kaninchen stehe ich da und während ich mich noch frage was nun, befördert Frank aus den Tiefen der Bagskiste bereits unsere Notpinne heraus. Richtig, da hing doch immer dieses silberne Ding an der Wand, von dem ich nicht dachte, dass wir das je benutzten müssen.

(Für Nichtsegler: Was ist eigentlich eine (Not-)Pinne? Wenn ihr jetzt mal diese kleinen Jollen auf Seen vor Augen habt, auf denen am Heck ein Segler sitzt mit so was ähnlichem wie ein Stock in der Hand, den er hin und her drückt… das ist eine Pinne. Viele ältere und etwas kleinere Segelyachten haben auch heute noch eine Pinnensteuerung, wir jedoch steuern unser Schiff mit einem großen Steuerrad)

Wir haben nicht nur Wind, wir haben auch ziemlich große Wellen. Und da wir nicht gegensteuern können, wird die 2wishes zum Spielball dieser 3-5 m hohen Wellen. Heißt, wir werden hin und her geschmiessen und so brauchen wir gut 1 Stunde, um diese Notpinne überhaupt montiert zu bekommen. Schrauben müssen gesucht werden, Schrauben passen nicht, Schrauben fallen runter….

Ein weiteres Problem ist, wir haben ein Mittelcockpit und können somit hinten am Heck, wo diese Notpinne jetzt montiert ist, nicht sitzen. Jedenfalls nicht in Fahrtrichtung und so sitzt Frank entgegengesetzt und steuert gemäß meinen Kommandos mal nach Steuerbord, mal nach Backbord. Zuviel!! Mehr nach rechts!! Nein, wieder zurück! Und so drehen wir Kreise um Kreise. S0 wird das nix. Noch immer sind wir in einer dieser Einbahnstraßen des Verkehrstrennungsgebietes und haben wirklich verdammt viel Glück, dass sich die großen Pötte hier gerade nicht die Klinke in die Hand geben und uns beim Kreise drehen nicht stören🤔

Ich weiß nicht, wie eine Notpinne von einem Yachthersteller, der (fast) nur Mittelcockpitjachten wie z.B. Halberg Rassy baut, aussieht, aber Bavaria hat sich fuer die 4 Jahre, wo sie die Oceans gebaut hat, diesbezüglich keine Gedanken gemacht und ihre Standardpinnen dazu gelegt. Vielen Dank dafür! 😠

Dann hat Frank aber die Idee, diese Pinne mittels unseres Bootshakens zu verlängern, so dass wir anschließend das Schiff vom Cockpit aus in Fahrtrichtung sitzend steuern können. Wieder eine Hürde genommen.

Ein weiteres Problem ist, wir haben noch n i e m a l s eine Pinne in der Hand gehabt. Ein Schiff damit zu steuern ist nicht einfach. Wenn man nach rechts will, muss man die Pinne nach links ziehen und nach rechts, wenn man nach links. Also komplett anders als beim Steuerrad eines Schiffes oder auch eines Autos. Das ist äußerst gewohnheitsbedürftig und wir brauchen über eine Stunde, bis wir es einigermaßen im Griff haben. Wenn ihr nochmal auf das obere Bild schaut, die gelbe ZickZack- Linie links ist unsere Übungsstrecke 😥

Nachdem wir also die 2wishes wieder unter Kontrolle haben, schauen wir uns beide an und Frankt sagt: Das war´s, oder? Wir hören endgültig auf mit dem Scheixx… und ich stimme ihm zu voll und ganz!!!

Nun haben wir aber erstmal 3 Möglichkeiten:

gegen Wind und Welle zurück zur Linton Bay, was wir aber im Hellen nicht mehr schaffen würden

in die nahe gelegene Shelter Bay Marina zu gehen – dazu müßten wir jedoch den in der engen Zufahrt zum Kanal rein und raus kommenden Riesenpötten ausweichen können, ohne uns zu versteuern und unter Pinne das Schiff einparken… nein, das traut sich der Skipper erst recht nicht zu

und so entschließen wir uns – Augen zu und durch – wir fahren weiter bis zu der uns bekannten Insel, wo wir vor Anker prüfen können, was und ob wir reparieren können.

Apropo“Augen zu“ – Hahahaha – das wird natürlich nix vorerst. Die Notpinne ist wabbelig, den exakten Kurs halten ist äußerst schwierig und sobald man mal an etwas anderes nur denkt, anstatt auf den Kompasskurs zu schauen, zack, fahren wir Richtung Jamaika statt nach Bocas. Länger als 1 Stunde halten wir es kaum aus und in dem Rhytmus wechseln wir uns dann auch ab. Zwar legt man sich in den Pausen hin, aber durch die Anspannung kann man natürlich auch nicht sofort einschlafen und so kommen wir in dieser Nacht jeder nur so auf 1 1/2 Stunden Schlaf insgesamt.

Ausgerechnete Ankunftszeit war ca. 9.00 – 10.00 Uhr, aber da wir mit der Montage der Notpinne sowie mit dem Üben gut 3 Stunden verloren hatten und auch der Wind nachts einschlief, fiel der Anker vor Escudo de Veraguas erst gegen 16.00 Uhr. Völlig übermüdet und ausgetrocknet 😉 genossen wir das Ankerbierchen. Große Lust hätte ich, ein Flasche Sekt zu köpfen, leider ist keiner an Bord. Anschließend räumen wir das Chaos unter Deck auf. Es ist unglaublich, was eine solche Fahrt für ein Chaos anrichten kann. Nach einem weiteren Bierchen, einem schnell gekochten Abendessen und einer kleinen Serie fallen wir um 20.00 Uhr in die Koje und in den Tiefschlaf….

Und Morgen schaun wir mal, falsch formuliert…

Und Morgen schaut Frank mal, ob er was reparieren kann

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Endlich trägt auch unser Dinghi ein Kleid

Es ist nicht nur als Schmutzschutz gedacht sondern mehr als UV-Schutz, denn auch das Hyperlon-Material leidet sehr bei ständigen sonnigen 30° und ein paar Jahre brauchen wir dieses Zweitschiff noch.

Seit ueber 14 Tagen sind wir inzwischen zurueck aus San Blas. Diese sind wirklich wunderschön, zur Zeit alles ander als ueberlaufen und die Kunas selber sind alle unglaublich freundlich. Aber nach 4 Wochen Einsamkeit brauchten wir mal wieder Abwechslung und vor allen Dingen frisches GEMUESE. Eigentlich gibt es ein Gemueseboot, dass die Ankerplätze abfährt um die Segler zu versorgen, aber das klappt zur Zeit nicht so gut, wahrscheinlich, weil die Nachfrage gerade nicht sooo groß ist.

Nun, wir hatten sowieso noch andere Aufgaben zu erledigen wie siehe oben, endlich ein Dinghicover anfertigen zu lassen. Dann hatte sich das leichte Ölundichtigkeitsproblem unserem Motors doch nicht durch die letzte Reparatur durch Francisco erledigt und immer hing der Gedanke, was wenn es mehr wird, ueber uns. Schon vor unserer Abfahrt nach San Blas ist uns ein Jorge als sehr guter Monteur empfohlen worden. Aber gute Monteure sind busy und so mußten wir 10 Tage auf seinen Einsatz warten. Nachdem Jorge unseren Motor 4 Stunden auseinander genommen hatte inkl. Zylinderkopf, wurde dieser neu abgedichtet und anschließend 3 Stunden alles wieder zusammen gebaut 😉 . Da keine Schraube uebrig geblieben ist, sind wir guter Dinge, dass die nächste Motorfahrt ohne Undichtigkeit erfolgen wird.

Wir wollen nicht zurueck nach San Blas zur Zeit, eventuell ergibt sich eine weitere Gelegenheit auf dem Weg nach Kolumbien, falls…. nichts Genaues kann man ja planen, aber hier in Linton Bay wollen wir bis dahin auch nicht bleiben. In Coronazeiten 2-stuendige Busfahrten zum nächsten Supermarkt ist nicht das Wahre und in Bocas ist das Leben etwas unkomplizierter.

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Das San Blas Highlight „Coco Bandera“

Vielfach fotografiert und zwar von oben, ein Ankerplatz zwischen 4 bezaubernden kleinen Inseln mit tuerkisem Wasser davor. Leider haben wir noch immer keine Drohne, so muss fuer einen ersten Eindruck das Coverbild der Panamabibel von Erik Bauhaus hier herhalten:

Dieses Buch habe ich seit 1 1/2 Jahren in der Hand und somit Coco Bandera immer vor Augen. Klar also, da muss ich hin! Nur denke nicht nur ich so, sondern alle Segler, die die San Blas Inseln besuchen. Dementsprechend voll wird es vermutlich dort am Ankerplatz sein und so hoffen wir, trotzdem noch ausreichend Platz zu haben zwischen alle den andren Schiffen, Untiefen und Riffs. Und wiedermal ziehen wir die „Corona-Vorteils-Karte“ 🙂 🙂 🙂

Nicht 15, nicht 10, nicht 5 Schiffe versperren die Aussicht 🙂 Lediglich 2 Schiffe sind dort und selbst die gehen am nächsten Tag Anker auf und lassen uns das fantastische Ambiente ganz alleine genießen.

Und weil Bilder nicht alles sagen:

Die linke Seite unserer Ankerplatzansicht

Und jetzt natuerlich noch die Rechte 😉

Aber selbst der schönste Platz verhindert nicht Unstimmigkeiten an Bord 😉 . Tatsache jedoch ist, ich bin sauer! Der kann mich mal, der Kerl. Soll er doch alleine hier an Bord rum muffeln, schnappe mir meine Schnorchelausruestung und schnorchel einen weiten Weg rueber zur rechten Insel. Bloß Abstand bekommen zum Schiff…. Und dann bleibt mir trotz Schnorchel die Luft weg….. R O C H E N … nicht nur 1, gleich 3 umkreisen mich. Trotz jahrelanger Taucherfahrung ist das meine erste Begegnung mit diesen fantastischen Fischen. Der Streit ist vergessen, ich rufe den Skipper ran, damit wir dieses Erlebnis teilen können. Ob es denn nur 1 ist, ruft er zurueck. Oh Mann…. und bequemt sich dann samt Unterwasserkamera in meine Richtung, während ich versuche, zumindest einen Rochen im Auge zu behalten 😉 Hier das Ergebnis:

Coco Bandera wird unser Lieblingsankerplatz Nr. 1 und 1-2 Wochen später kommen wir , eben weil es so schön ist, hier hin zurueck. Den Coronavorteil muss man nutzen. Und tatsächlich sind die Rochen noch da, scheinbar wohnen die hier und drehen täglich ihre Kreise.

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Diverse „Dup’s“

Die „Kunas“ sind nicht nur ein eigenverwaltetes Volk, nein, sie haben auch noch eine eigene Sprache. Ihr Archipel San Blas umfasst über 340 Inseln. Winzige, Kleine und Mittelgroße und viele davon heißen, nur so zum Beispiel, Tiadup, Salardup, Banedup oder Morbedup oder…..  denn, auf Kunaisch 😉 heißt Insel = Dup .

Und von dieses Dup’s haben wir in den letzten Wochen einige besucht. Bewohnte und Unbewohnte. Mittelgroße Inseln haben wir in ca. 40. Minuten zu Fuß umrundet, die Kleinen haben wir in 5-7 Minuten geschafft.  Winzige haben wir gar nicht erst betreten, da lohnte sich ein Spaziergang nicht 😉

Alle 3-4 Tage scheuche ich den Skipper auf, um den Ankerplatz zu wechseln und die nächste „Dup“ anzusteuern. Dass das bei ihm zu Magengrummeln führte, erklären folgende Bilder. Denn, wie bereits mal erwähnt, die elektronischen Seekarten in dieser Gegend sind äußerst ungenau , wie die nächsten beiden Bilder verdeutlichen

Foto von der Plotteransicht: unser Ankerplatz vor Green Island – die gelben Flächen sind Land, die gruenen Riff oder Flachwasser, auf beiden Flächen hat die 2wishes mit einem Tiefgang von 2 m so ueberhaupt nix zu suchen. Aber einwandfrei erkennbar, wir ankern scheinbar mitten auf dem Land 😉
Der gleiche Ankerplatz, ebenso eine Navionicskarte, allerdings dargstellt auf einem Android-Tablet. Hier sieht es schon besser aus, aber unser echter Ankerplatz ist auch hier nicht korrekt dargestellt.


Achtung, nicht fotografiert wegen des gutgebauten Mannes im Vordergrund, sondern wegen des netten kleinen Winzinsel im Hintergrund zwischen den Palmen 🙂
Morbedup – umrundet in 45 Minuten – bewohnt von 3 Familien – in dieser Behausung lebt ein Familienclan mit mehreren Erwachsenen und mindestens 5 Kindern, allerdings ohne Strom. Wunderschöner Ankerplatz mit Anschluß 😉 – morgens haben uns die jungen Männer aus dem Bett geschmiessen, um uns 3-4 Handys zum Aufladen zu geben, die dann im Laufe des Tages wieder eingesammelt wurden. Mittags kam der Clanchef vorbei um nach neuen Angelhaken zu fragen. Wir als geuebte Angler konnten selbstverständlich damit aushelfen 🙂
Typisches Kunaboot, meist im Angebot Lobster und Krabben, ab und zu aber auch leckeres Kunabrot, leider jedoch wenig Fisch oder Gemuese
Die Wurzel einer Kokospalme – unglaublich, wenn man bedenkt, dass das aus einer einzigen kleinen Kokosnuss entstanden ist
Nochmal eine andere Kuna Huette, diesmal auf Banedup , sogar mit kleinem Gemuesegarten dahinter
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