Taganga

Taganga ist ein Nachbarort (kein Stadtteil) von Santa Marta., ca. 5 Km entfernt. Ein Auszug aus meinem Lieblingsreiseführer sagt dazu:

„Taganga ist ein abschreckendes Beispiel für die Überentwicklung kleiner Ortschaften. Das einst winzigen Fischerdorf, dass an einer tief eingeschnittenen, hufeisenförmigen Bucht liegt , hat vor 10-15 Jahren den Jackpot geknackt, als es zu einer bedeutenden Backpacker-Destination wurde. Das Geschäft boomte, aber kaum ein Einheimischer bekam etwas ab vom großen Kuchen. Als Folge wurden den Rucksackreisenden Drogen verkauft, was die Bevölkerung weiter spaltete. So hat sich in den letzten Jahren Taganga eher zu einem deprimirienden Ort entwickelt, der teilweise aussieht, als hätte eine Bombe eingeschlagen. Es gibt viele Notleidende, die Straßen sind nach Einbruch der Dunkelheit nicht sicher. Der Strand ist schmutzig und läd nicht gerade zum Baden ein. Denoch kommen nach wie vor ein paar Urlauber, die billig unterkommen, Party machen und Tauchen wollen sowie jene, die das Dorfflair im Gegensatz zum Stadtleben von Santa Marta zu schätzen wissen.“

Das versprach im Vorfeld schon keinen schönen Ausflug, aber ich habe schon lange nicht mehr um die berühmte „Ecke“ geguckt und so mußte Frank auch heute wieder runter vom Schiff 😉 . Wir schnappen uns ein Taxi und zum 1. Mal werden wir über den Tisch gezogen was die Taxikosten betrifft. Aber wehr dich mal über zu hohe Preise ohne Spanischkenntnisse. Und was heißt „hohe Preise“? Wir reden hier über einen Mehrpreis von ca. 2 Euro, absolust lächerlich, aber in der hiesigen Währung sind das 5000 – 7000 Peso`s und sagt mal ehrlich: hört sich fürchterlich mehr an, oder? 😉

Ich schweife mal wieder ab…. die Taxifahrt selber war schon mal diesen Ausflug wert, sind wir mal wieder über einen Berg (ganz Kolumbien besteht aus Bergen) gefahren, an dessen Straße viele kleine einheimische Häuschen im einfachen karibischen Stil standen, vor denen das normale Leben statt findet.

Schon von oben aus hat man einen wirklich schönen Blick auf die malerische Bucht (hier stimmt der Reiseführer) mit seinen vielen kleinen Fischer- und Ausflugsbooten. Die hinteren Straßen und Ecken sind vielleicht wirklich nicht ansehnlich und vertrauenswürdig, die Strandstraße jedoch ist nett, sehr nett. Natürlich touristisch. Die Leute hier leben von uns, aber es ist nicht mit der Betonwüste von Rodadero zu vergleichen. Hochhäuser gibt es nicht, mach Seitenstraße ist nur mit einem Allradauto befahrbar. Auch hier wird man vor den Lokalen angesprochen, aber viel viel dezenter und ein leichtes Kopfschütteln wird sofort wahrgenommen und man zieht sich zurück. In Gegensatz zur Aussage meines Reiseführers ist das Wasser und der Strand sauber, hier kann man bedenkenlos auch baden und den Tag genießen. Selbst die Preise  am Strand sind human, 2 Cocktails für insgesamt 6 Euro – ich glaub, ich komm noch mal wieder 😉 . Die ganze Atmosphäre hier ist „locker“ und „auf Entspannung“ getrimmt.

Fischmarkt direkt fangfrisch am Strand. Hier decken sich die Restaurants ein und die vielen Pelikane im Hintergrund freuen sich über die Abfälle, brauchen sie sich so selber nicht mit dem Fischfang aufhalten 😉

Ich glaube, der Loney Planet sollte seine Eintragungen zu diesem Ort mal überarbeiten. 14 Tage möchte man hier keine Urlaub machen, aber ein Tagesausflug oder ein Backpacker-Aufenthalt von 2-3 Tagen ist auf jeden Fall lohneswert.

 

Veröffentlicht unter Allgemein | 1 Kommentar

El Rodadero

Rodadero ist ein Nachbarstadtteil. Man muss jedoch über einen Berg, um dort hin zu kommen. Geht also nur mittels Taxi oder einem Public Bus. Letztere sind undurchschaubar (für uns). Alle 30 Sekunden fährt so ein Bus an uns vorbei, die Ziele stehen auf einer Karte im Frontfenster. Die meisten Ziele (Stadtteile ?) sagen uns nichts und erst recht wissen wir nicht, welche Richtungen bzw. welche Straßen diese Busse lang fahren. Und so haben wir uns bisher noch nicht an eine solche Busfahrt rangetraut, zumal die Taxis hier ja spottbillig sind. An jedem 3. Bus allerdings steht „Rodadero“ und so besteigen wir ganz mutig einen dieser Busse und lassen uns für 50 Cent in den Nachbarstadtteil fahren. Wir wußten, es ist ein Hochhaushotels-Touristenort und so erwarteten wir auch keine Aha- oder OH-EindrückeTatsächlich ist der Strand vom Sand und vom Meer her netter, das ist aber auch schon alles. Am Strand selber gibt es viele Restaurants im mittleren und einfachem Bereich. Zu unterscheiden nach den Sitzmöglichkeiten – es gibt welche mit netten Korbstühlen, die Preiswerten haben Plastiksessel 😉 . Eins haben alle 30 Lokale am Strand jedoch gemeinsam. Wenn man sich Ihnen nur auf 100 m nähert, stürzt sofort ein Einfänger auf einen zu und hält einem eine Speisekarte unter die Nase, während er einen gleichzeitg auf spanisch zu labbert. Die Lokale sind reihenhausmäßig aneinander liegend, so dass, hat man den einen abgewimmelt, einen sofort der Nächste anspringt. Teilweise versucht man zu viert (also aus 4 verschiedenen Lokalen) uns herein zu ziehen. Wir haben alle 30 Lokale abgelaufen,  hätten ja gerne ein Bierchen oder einen Cocktail dort getrunken, aber kein Einfänger war uns sympathisch genug, im Gegenteil 😉 Auch in der Parallelstraße reihten sich Restaurants mit den entsprechenden Einfängern mit sinnlosen Andenken- und KrimsKramsgeschäften an einander.

Ein Strandhotel! Vor dem Hotel ein Swimmingpool und diese netten Käfterchens waren die hoteleigenen Strandplätze – ganz 6 Stück. Wenn man davon einen ergattern will, muss man aber bestimmt früh aufstehen 😉

Das Schönste hier war ein Naturreservat für Iguanas, wo wir ein paar von diesen netten Burschen bestaunen konnten.

Und dann ging es Public-Bus-mäßig ganz schnell wieder zurück in unser trautes Historie-Centrum von Santa Marta. So oder an einem solchen Ort Urlaub zu machen, dass wäre unser Albtraum – müssen wir ja aber auch nicht 🙂

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

3 Arbeitstage später

haben wir wieder ein funktionierendes Deckslicht 🙂 Hurra!

Wenn ich von Arbeitstagen spreche, dann sind damit keine 8-Stunden-Tage gemeint. Unsere Arbeitstage belaufen sich so zwischen 3-5 Stunden, denn bis wir hier gefrühstückt haben, ist so ein richtiger bezahlter Arbeitstag schon zur Hälfte rum. Nichts desto Trotz hält uns das aber auch von weiteren interessanten Unternehmungen oder Ausflügen ab.

2 weitere Male wurde Frank von mir nach oben gekurbelt, das geht inzwischen wie geschmiert. Tatsächlich mußte er feststellen, dass hinter der dann von uns demontieren Plastikbefestigung ein Kabel völlig durchtrennt war und ein Weiteres halb. Da konnte nix mehr brennen. Leider ist es uns nicht gelungen, neue Kabel in den Mast einzuziehen. Selbst die Alten ließen sich weder nach oben noch nach unten rausziehen. Auch unsere Kabeleinziehhilfe „Kati“ wurde vergebens eingesetzt, so blieb uns nichts anders übrig, als „anstückeln“ – macht man überhaupt nicht, aber was soll´s. Die Decksbeleuchtung brennt wieder, nächtliche Wenden können jetzt wieder gefahrlos bei Licht stattfinden.

Blöd ist nur, dass das Toplicht nicht auch funktioniert. (Für Nichtsegler: Dies muß man bei Nachtfahrten anschalten, wenn man unter Motor fährt. Die Art und die Zahl der Lichter geben nachts anderen Schiffen Auskunft darüber, um welche Art Schiff es sich handelt ) – Es sieht also so aus, als ob Frank noch mal in den Mast muss, aber irgendwie hat er gerade keine Lust dazu – werde also schnell ein paar Ausflüge für´s Wochenende planen 😉

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

Es geht los – der Tannenbaumverkauf ist gestartet….

Es ist soweit… der 1. Advent ist nicht mehr weit, Weihnachten jedoch schon noch, oder? Die Geschäfte sind jedenfalls rappelvoll jetzt mit Weihnachsdeko, allem voran die Tannenbäume, groß, klein, mittel, geschmückt oder nackig. Eins haben alle gemeinsam, sie sind aus Kunststoff und werden somit in 8 Wochen auch noch nicht nadeln 😉 , aber wo sollen sie auch herkommen, die echten Fichten in einem Land, wo durchgehend Sommer ist ?

 

 

 

 

Wirklich jedes Geschäft ist voll mit Deko und heute hätte fast ein kleiner mit Tannengrün verzierter Eisbär mit schwarzen Kulleraugen den Weg auf die 2wishes gefunden. Konnte mir gerade noch rechtzeitig auf die Finger hauen 😉

Und nicht nur die Weihnachszeit hat begonnen, nein, auch die Cruisingschiffe sind am Start. Heute hat zu unserem Schreck das 1. Kreuzfahrtschiff hier in Santa Marta angelegt. Wird Zeit, dass wir hier wegkommen (wobei, woanders wird es nicht anders sein).

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

Kolumbianische Sonntagsimpressionen

Sonntag in Santa Marta und mein erster Videoversuch an dieser Stelle 🙂 – ohne laute wunderschöne spanische Musik geht hier nix, zumindest nicht in den Gaststätten, die (fast nur) von Einheimischen besucht werden

Die einen genießen den Strand

 

 

 

 

 

die Anderen die gegenüber liegenden Gaststätten Leere Flaschen werden in Kolumbien nicht abgeräumt, die Kellnerinnen benötigen das Leergut zur späteren Abrechnung, denn Bierdeckel mit Strichen drauf sind hier unbekannt 😉 . Und wenn so ein Tischchen dann zu voll wird, nun, dann bekommen die Gäste einen leeren Kasten unter den Tisch gestellt.

Für den kleinen Hunger wird vor der Gaststätte ein tragbarer Grill von diesem pfiffigen Kerlchen aufgebaut:

 

Veröffentlicht unter Allgemein | 2 Kommentare

Es geht nur langsam voran

mit dem Abbau unserer Reparaturliste oder auch To-Do-Liste genannt auf Neudeutsch 🙂

3 große Punkte stehen an 1. Stelle, für die wir ja auch eine Menge Ersatzteile aus Deutschland mitgeschleppt haben:

1. Problembehebung „Motor springt ab und zu nicht an“

2. Decksbeleuchtung erneuern

3. Gas-Backofen wieder zum Funktionieren bringen

Nun sollte man meinen, 3 Punkte gleich 3 Tage Arbeit – aber wir befinden uns auf einem Segelboot, da ist der Gedanke natürlich völliger Blödsinn 😉

1. Motor springt ab und zu nicht an

Unsere Hauptsorge! Vor Abfahrt nach DE haben wir ihn gestartet und wie vermutet, lange Stillzeiten mag er nicht und so sprang er die ersten 2,3,5,7 x nicht an. Zum Haare raufen! Dann aber endlich ein schönes Motorgeräusch. Von da an sprang er dann auch problemlos bis zu unserem Abflug täglich an. So aber auch leider auch nach unserer Rückkehr mit an die 800 Euro Ersatzteilen für dieses Problem im Gepäck. Wie soll man etwas reparieren was nicht immer auftritt. So hat Frank dann erstmal das Zündschloß erneuert. Test: Motor springt problemlos an, mehrmals! Aber das hat er ja vorher auch schon getan die letzten Male! War´s das jetzt also oder nicht? Wir testen es fast täglich, denn ein Relais und ein neuer Anlasser warten noch auf Einbau, falls….

2. Decksbeleuchtung (Wichtig bei Nachtfahrten, wenn man auf dem Vorschiff irgendwas richtig sehen muss – ansonsten wird sie kaum benötigt)

Wir haben eine komplett neue Lampe mit Fassung im Gepäck, baugleich mit der am Mast angebrachten Vorhandenen, so dass Frank nur die Fassung und die Lampe, jedoch nicht die Befestigung austauschen will. Hierzu muss er in den Mast, für uns beide nicht schön. Er sitzt dabei in dem unbequemen Bootsmannsstuhl und ich mach Lungentraining an der Winsch, um ihn hoch zu kurbeln.

 

 

 

 

Beim 1. Mal hat er nur geschaut, ob wir das Richtige mitgebracht haben und was sonst so benötigt wird für den Austausch. Am nächsten Tag dann wieder Lungentraining, nach einer Stunde steht fest, alles umsonst – auch die neue Lampe funktioniert nicht. Oben kommt kein Strom an. Also doch ein Kabelbruch im Mast? Oder vielleicht auch direkt hinter großen Plastikbefestigung der Lampe? Dazu muss die aber ab, nur die ist nicht angeschraubt, sondern angenietet. Somit brauchen wir, wenn wir die Befestigung später wieder anbringen wollen eine Nietenzange inkl. Blindnieten. Zu Hause würde man sich jetzt ins Auto setzen und wäre innerhalb 5 Minuten beim nächsten gut sortigen Baumarkt. Hier aber…??? Problem?! Wie heißt Baumarkt auf spanisch? Gesehen haben wir noch nie einen, was aber wahrscheinlich daran liegt, dass die hiesigen Baumärkte nicht mit unseren Männer-Wohlfühl-Oasen zu vergleichen ist.  Übrigens: Baumarkt heißt auf Spanisch „mercado de materiales de construccion“ *lach*  ist das nicht einfach und vor allen Dingen logisch?

Maps.me zeigt uns die Richtung, in der wir suchen müssen. Stimmt ja, in Kolumbien horten sich die Gewerke praktischerweise ja immer zu einem Haufen zusammen. So gibt es auch hier in Santa Marta Straßenzüge mit Reifenverkaufsgeschäften, mit Motorradreparaturwerkstätten, mit Farbengeschäften und so auch scheinbar mit mercados de construccion 😉 . Wir steuern das 1. Geschäft an, das Ähnlichkeit mit einem Baumarkt hat. Allerdings ohne Regale, an denen die Männer mit glänzenden Augen stundenlang lang schleichen können. Nein, des gibt nur eine Theke mit einem freundlichen Verkäufer, der, nachdem wir ihm ein Blatt Papier mit dem spanischen Wort für Nietenzange hinhalten, einfach hinter sich greift und uns eine solche auf die Theke legt. Dazu kommen noch 3 Schachteln mit verschieden großen Blindnieten – das war´s! Geht doch! So einfach kommt man hier also an neues Werkzeug 🙂

Jetzt kann es weiter gehen mit dieser Baustelle. Aber bitte nicht sooo schnell, zwischendurch müssen wir uns auch mal ausruhen 😉 .

3. Gas-Backofen reparieren

Um den neuen Temperaturfühler einzubauen, muss der Herd komplett auseinandergenommen werden. Oberteil ab, Seitenteil ab und sogar noch das Fußteil. Wir mögen gar nicht so genau hinschauen, aber für die Ewigkeit oder für Salzwassergebiete sind diese Öfen n i c h t  gemacht. Rost, Rost, Rost !

Nach 3 Stunden ist es geschafft. Der Herd ist wieder zusammen gebaut und bei der Gelegenheit auch grundgereinigt worden. Und hurra…. endlich ein Erfolgserlebnis: Der Backofen funktioniert wieder, heißt , die Flamme bleibt an 🙂 .

4. Ups – stand gar nicht auf der To-Do-Liste

Die kolumbiansche Sonne ist gnadenlos. Vor allen Dingen, wenn man das Sonnendach zwecks Heimaturlaub für 3 Wochen entfernt und so die Teakverfugung im Cockpit der Sonne ungeschützt darbietet. Genau da, wo wir unsere Popo´s so täglich für mehrere Stunden niederlassen, war die Verfugung butterweich und hinterließ schwarze Streifen an Hosen, an den Sitzkisssen oder an Franks schönem Badehandtuch. Das kam gar nicht gut an und so mußte er murrend dran an die Arbeit, die er schon sooo oft an anderen Stellen getan hat und die er soooo gar nicht mag. Dabei, so finde ich, kann er das inzwischen schon erstaunlich gut 🙂

Ihr habt schon mal interessantere Beiträge gelesen? Findet das hier so gar nicht spannend! Dem kann ich mich nur anschließen. Langweiliger Segleralltag eben! 😉

 

Veröffentlicht unter Allgemein | 1 Kommentar

Es ist still geworden

Nicht nur bei uns, sondern auch in Santa Marta (zumindest gefühlsmäßig)

Seit einer Woche sind wir schon wieder zurück. Genau 24 Stunden haben wir von Haustür zur Schiffstür gebraucht und während wir hier gegen 24.00 Uhr Ortszeit endlich in die Koje fallen durften, sind in Deutschland die ersten Wecker angegangen. In Deutschland sind am Wochenende die Uhren umgestellt worden, nicht wahr! Und ich hör bis hier hin die Stöhner und Meckerer, die mit der Stundenverschiebung nicht klar kommen. Uns beschert ein 7-stündiger Zeitunterschied noch heute einen heftigen Jetleg. Tagsüber merkt man das nicht, aber abends können wir um 21.00 Uhr die Augen kaum noch offen halten und morgens liegen wir um 7.00 Uhr wach im Bett rum (Gut, andere Leute stehen auch in ihrer Freizeit zu einer solch furchtbar frühen Zeit auf, wir quälen uns da lieber weiter im Bett rum 😉  )

2 x 23 KG Gepäck durften wir einchecken und die haben wir voll ausgereizt. Jede Menge Ersatzteile, Wurst und Würstchen in Dosen sowie lecker Käse wurden von uns nach Kolumbien reingeschmuggelt. Trotz ausgefüllter Zollerklärung „nein, wir führen keine tierischen Nahrungsmittel ein“ und Durchleuchtung unseres Gepäcks vom kolumbianischem Zoll passierten wir diesen in Bogota anstandslos. Dabei hätte der Beamte bei der Durchleuchtung doch eigentlich op der merkwürdigen vielen Kartons und Kisten anstatt T-Shirts und Bikinis stutzig werden müssen. Aber wie soll so ein Zöllner hoch oben auf 2600 m schon wissen, was ein Segler so alles einschleppt 😉 .

Die zahlreichen Ersatzteile warten auch noch auf Einbau bzw. Austausch. Der Magen-/Darminfekt, den Frank nach Deutschland eingeschleppt hat, ist noch immer nicht ganz ausgestanden und wegen einer entzündeten dicken Ferse ist Fuß hoch legen angesagt statt 8 km Spaziergänge und komplizierte Reparaturen.

So langsam wird mir langweilig und ich wälze bereits wieder meinen Reiseführer 😉

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

Bogota (von oben)

Wir haben wieder Glück mit dem Wetter, blauer Himmel mit Wölkchen und angenehme 19 Grad sind es heute, die Sicht ist hervorragend und so wollen wir heute auf den Berg.  Dieser liegt quasi direkt hinter unserem Hostel und ist fußläufig in 20 Minuten erreicht.

Der Monserrate ist das Wahrzeichen von Bogota und 3140 m hoch. Bogota selber liegt auf 2640 m, somit ergibt sich ein Höhenunterschied von 500 m, der bewältigt werden muss. Das kann man zu Fuß machen, muss man aber nicht – wir jedenfalls n i c h t!!!! Wir nehmen die Seilbahn rauf und wollen runter laufen. Die Dame an der Kasse will uns ein Seniorenticket aufschwatzen, den Discount gibt es aber nur für den Hin- und Rückweg, nicht für One-Way. Wir lehnen ab! Jetzt ist aber gut, es reicht schon, dass letztens in Medellin in der Metro ständig junge Leute aufgestanden sind, um mir ihren Sitzplatz anzubieten 😡

Von oben bietet sich wirklich ein fantastischer Blick auf Bogota und seine fast 8 Millionen Einwohner. Wir haben uns bei Wikipedia schlau gemacht, warum gerade ein Stadt, die soweit oben liegt und daher auch diese abartigen Sommertemperaturen hat von im Schnitt 16 Grad (wenn man nicht gerade Glück hat wie wir heute) soviele Einwohner hat. Unsere Vermutung, dass es hier früher größere Grubenabbaugebiete gab, stellt sich als völlig falsch heraus. Es ist einfach die Landflucht, die enorm ist. Hatte die Stadt 1951 noch 750.000 Einwohner, so waren es 2005 bereits 6,8 Millionen und 2013 sogar 7,8 Millionen Einwohner.  Um der Verarmung zu entgegen, zogen/ziehen viele Bauern in die Stadt, in der Hoffnung auf einen Arbeitsplatz und bessere Lebensbedingungen.

 

Mehr wie schöne Aussicht (absolut sehenswert !!!)  ist oben nicht zu finden, es gibt noch einen großen Markt mit Krimkrams, dem selben, den es unten und überall in Kolumbien gibt,  ein Restaurant und wie soll es anders sein, eine Kirche Wir machen uns auf den  über 2 Km langen Weg runter. Dieser geht zu 90 % über Stufen, gezählt habe ich sie allerdings nicht.

Hier treffen wir viele, die die Stufen von unten rauf laufen. Meist junge Leute, aber (oh Schreck) auch ein paar Grauköpfe – aber alle haben sie eins gemeinsam: sie schaufen und schnaufen und schnaufen 😉 – jedoch Respekt, wir hätten das nicht mehr geschafft.

Gegen Ende reicht es uns dann irgendwann, unsere armen Knie und Waden, für heute möchten wir keine Treppen mehr sehen oder benutzen 😉

Völlig erschöpft genießen wir noch die abwechslungsreiche Küche im Studentenviertel von Bogoata. Viel laufen wollen wir nicht mehr  und machen uns daher sehr früh auf zu Flughafen, um die Abendmaschine nach Deutschland zu besteigen.

Richtig, wir sind mal wieder auf Heimaturlaub. Viele Freunde, Familie und Ärzte warten auf unseren Besuch, daher wird dieser Blog nun mal wieder für 2-3 Wochen schweigen. Wir freuen uns jedoch, wenn ihr uns ab Ende Oktober hier an dieser Stelle weiter begleitet…

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

Bogota (von unten)

Wir sind höchst erstaunt… damit haben wir nicht gerechnet:

Bogota gefällt uns 🙂 sogar sehr gut 🙂

Allerdings haben wir nach unserer Medellinerfahrung rasch noch das bereits gebuchte Hotel storniert. Wir sind jetzt ein bißchen schlauer, was die Umgebung angeht und haben uns ein nettes Hostel weiter rein in den Stadtteil La Candeleria gesucht. Hier gibt es ganz viele Hostels, Studenten, Backpacker und demenstprechend auch viele preiswerte Restaurants und gutbesuchte Kneipen, so dass man auch noch Abends vor die Tür darf 😉

Auf der Dachterrasse unseres Hostels

Der Empfang im Hostel La Candeleria war der bisher beste und freundlichste, den wir in den letzten Wochen erlebt haben. Als erstes bekamen wir eine 15minütige Einführung in Sachen „Bogota“ 🙂 – auf einer Stadtplankopie wurde in grün eingezeichnet, wo wir hin müssen und wie wir gehen müssen mit diversen Erklärungen dazu. In rosa wurden dann die Gegenden gekennzeichnet, wo wir auf keinen Fall hin sollten und solche, von denen wir aus im Dunkeln auf jeden Fall mit dem Taxi zurück zum Hostel sollten. Und so zogen wir kurze Zeit später mit der Stadtplankopie los um viele alte und gut erhaltene Gebäude zu bewundern.

Hat ein bißchen was vom Markusplatz in Venedig 😉

Und nicht nur die großen alten Verwaltungsgebäude sind gut restauriert, nein, auch in den Seitenstraßen sind die meisten privaten kleinen Häuser äußerst ansehlich renoviert, oft mit den passenden alten Balkonen dazu. Da auf der angrenzenden Geschäfts- und Ladenlokalstraße das normale Leben pulsiert, hat man auch nicht das Gefühl, sich in einem reinen touristischen Gebiet wie z.B. in der Altstadt von Cartagena zu befinden.

Spätnachmittag begeben wir uns zurück in unser Hostelviertel, finden dort ein ansprechendes nettes Lokal, wo wir für unglaubliche 11 Euro zusammen sehr sehr gut essen und trinken. Es gibt noch eine Abschiedsrunde Bier und um 21.00 Uhr liegen wir völlig erledigt in unserem bequemen Bett.

Und morgen schauen wir uns die Stadt mal von oben an….

 

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

Fazit

Immer immer wieder 🙂

K o l u m b i e n   i s t  j e d e  R e i s e  w e r t !!!!!

Eine überaus abwechslungsreiche gelungene Reise – Insgesamt haben wir ca. 1700 KM in 40 Stunden mit Bussen zurück gelegt und dafür gerade mal zusammen 135 Euro bezahlt. Unsere Hotelzimmer haben im Schnitt ca. 32 Euro gekostet und lagen immer im mittleren Bereich. Essen und trinken ist in Kolumbien allgemein sehr günstig, auch die Ausflüge, Eintrittsgelder und gebuchten Touren sind preiswert. So hat z.B. unser 5stündiger Reitausflug in San Agustin pro Person nur 20 Euro gekostet. Das alles sind natürlich keine Informationen für die Lieben zu Hause, sondern mehr für Leute, die demnächst Kolumbien besuchen wollen und eventuell auch mit Travelgedanken spielen 😉 . Keine Angst vor den Busfahrten, all unsere Busse waren Top in Schuß und die Fahrer fuhren gemächlich.

Wir freuen uns auf ähnliche Reisen nächstes Jahr in Mexiko oder auch Peru oder auch….

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar