Auf zum Amazonas…

Wir machen Urlaub 🙂  – Nie waren wir dem Amazonas soooo nah wie hier !

Morgen früh geht es quer durch bzw. über Kolumbien nach Leticia, einer Stadt am Amazonas. Um 9.00 Uhr fliegen wir nach Bogota und nach einem 2-stündigen Aufenthalt dort weiter zum anderen Ende von Kolumbien. Leticia liegt 800 Km von der nächsten Autobahn entfernt und ist nur per Schiff oder Flieger erreichbar. Sie ist Ausgangspunkt für Touren in den Dschungel mit seinen diversen Reservaten. Leider hat im Vorfeld keine Kontaktaufnahme per Internet, Mail oder WhatsApp mit einem der zahlreichen Tourenveranstalter geklappt, so dass wir uns entschieden haben, 6 Tage in einem Hotel in Leticia zu bleiben und von dort aus Tagesausflüge zu starten.

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Cartagena Tag 2

Nach einem ausgezeichneten Frühstück auf der Dachterrasse unseres Hotels machen wir uns wieder auf in die Altstadt, der Palacio de Inquisicion muss gefunden werden. Gar nicht so einfach hier, denn anders als in all den anderen Städten hier in Kolumbien gibt es hier keine Calles und Carreras 1 bis … , sondern die Straßen haben alle Namen, diese wechseln jedoch an jeder Straßenecke und Ecken gibt es zu Hauf. Wir gehen mal rechts, mal links rum und landen immer irgendwie an den gleichen Stellen und Plätzen. Wahrscheinlich sind wir an dem berüchtigten Palast schon mehrmals vorbei gegangen ohne ihn als Greuelgebäude wahrzunehmen.

Palacio de Inquisicion

Hier wurden zwischen 1610 und 1821 an die 800 Personen der Hexerei, Zauberei und Blasphemie angeklagt, gefoltert und zum Tode verurteilt. Heute ist der Palast ein Museum, das die Folterinstrumente der damaligen Zeit zeigt, von denen einige wirklich furchterregend seien sollen. Der Eintritt ist nicht billig und mir graut eigentlich schon bei den Gedanken an Folter, so entscheiden wir uns gegen einen Besuch. Gleich gegenüber ist das Goldmuseum, eine Miniaturausgabe des berühmten Goldmuseum in Bogota, Eintritt frei – also Back- und Flashpackergeeignet 😉 – ganz nett, aber am Besten ist die Klimaanlage hier, die unsere aufgeheizten Körper runter kühlt 🙂 .

 

 

 

 

Bis Mittag laufen wir weiter durch die Gassen, ja, die meistenHäuser sind wunderhübsch restauriert und die Balkone wunderschön. Wir schauen in Schaufenster mit Andenkenkrimskrams oder teuren Boutiquen, laufen auf der jahrhundertalten Stadtmauer lang und werfen einen Blick auf das echte Cartagena

Verdammt häßlich

Aber der Funke springt nicht so recht über, zu touristisch, zu unecht. Santa Marta mit seinem natürlichen historischen Stadtteil spricht uns mehr an.

Gegen Mittag sind wir zurück in unserem Stadtteil Getsemani, was nun? Wir streifen durch die Gegend und laufen per Zufall durch eine Reparaturstraße. Dort stehen lauter abgewrackte winzig kleine Holzkäfterchen, in denen Männer Handy´s, Tablet´s und sonstige elektronischen Geräte auseinander nehmen und reparieren. Unter anderem auch Uhren und Frank fällt spontan ein, dass der Verschluss an seiner Armbanduhr ja ständig aufspringt. Tatsächlich findet der Mann in dem ganzen Gewirr ein Casioarmband, von dem er den Verschluß abbaut und an Franks Armband einbaut. Verständigung mit Händen und Füßen natürlich nur, Arbeitszeitaufwand 15 Minuten, Kostenpunkt lächerliche 2,20 Euro und vor allen Dingen mal wieder ein nettes Erlebnis

Wir haben noch immer viel Zeit, eine Internetsuche ergibt, dass die Marina nicht allzuweit weg ist und so wollen wir einen Blick darauf werden, ob wir vielleicht was verpaßt haben. In Kolumbien (zumindest an der Karibikseite) gibt es nur 2 Möglichkeiten, eine Marina aufzusuchen. Eben nur in Cartagena und in Santa Marta. Die Marina sowie das Anker- und Mooringfeld liegen ca. 30 Minuten Fußweg von der Altstadt und Getsemani entfernt, häßliches Umfeld vor lauter Hochhäusern in ansonsten toten Straßen ohne Leben und ohne Gastronomie. Und ungeschützt, die Ankerlieger rollen hin und her, und auch in der Marina ist Bewegung in den Schiffen. Selbst bei uns im Hafen ist das Wasser sauberer.

Nichts, aber auch gar nichts hier hat die entspannte nette Urlaubs-Atmosphäre eines Seglerhafens und wir sind nur froh, uns für Santa Marta entschieden zu haben. Ja, auch Santa Marta ist touristisch, aber echter, natürlicher, die Wege sind kurz und das Leben tobt direkt vor der Marina 😉 .  Und im Hintergrund haben wir keine Satellitenstädte, sondern die Berge der Sierra Nevada. Wir sind froh, dass wir morgen dort hin zurück dürfen.

Vorher jedoch lassen wir den Tag ausklingen in Getsemani am Plaza de Trinidad, dem Backpacker-Treffpunkt schlechthin. Rund um dem Platz bieten lange Bänke gute Sitzmöglichkeiten ebenso wie auf den Stufen vor der Kirche. Das Bier holt man sich aus dem Minimarkt,

das Abendbrot gibt es vom Stand und für Cocktails ist auch gesorgt.

Cocktailstand 🙂 – Die Pina Colada wird hier zwar ohne Kokosnussmilch, dafür aber mit frischer Ananas und ordentlich Rum gemischt.

Backpackermenu – undefinierbares Fleisch auf Salat mit Matschepampe drauf – fand reißenden Absatz 😉

Wir als Flashpacker 😉 waren vorher nett beim Italiener und ich habe mir statt wie die beiden Mädels vor mir, die sich einen Cocktail geteilt haben, sogar 2 geleistet. Da diese für 3,30 € neben Milch und Ananas auch jeweils einen sehr ordentlichen Schuß Rum enthielten, klang der Abend für mich recht schicker aus 🙂 und hat mich mit Cartagena versöhnt.

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Cartagena Tag 1

Der Spaß fing bereits mit der Taxifahrt zum Terminal de Transportes am frühen Morgen an. Wir erwischten mal wieder einen spaßigen und gesprächigen Taxifahrer. Mit seinen 15 Wörtern „englisch“ natürlich gemischt mit ganz vielen Spanischen unterhielt er uns die ganzen 20-25 Minuten Fahrtzeit und freute sich dabei wie ein Schneekönig. Natürlich kann ich hier nicht alles wiedergeben, das würde den heutigen Blog sprengen, aber unter anderem wissen wir jetzt, dass auch Kolumbien ein Einwandererproblem hat. Ujii, Ujii – 1 Million, nein inzwischen sogar 2 Millionen (oh Gott oh Gott – O-Ton Taxifahrer) Venezulaner sind bereits im Land und wenn man eine Chica mit eine Thermoskanne am Straßenrand sieht, die damit Kaffee verkauft, dann ist das mit Sicherheit eine Venezualerin. Und davon gibt es in der Tat wirklich sehr sehr viele!!!

Nun gut, der Taxifahrer ist besorgt, ob wir denn am Busbahnhof ohne Spanischkenntnisse zurecht kommen und würde uns am liebsten direkt bei einem Bus absetzen. Das aber lassen die Leute am Busbahnhof nicht zu – kein Zutritt für Taxis. Er muss uns am Eingang absetzen, organisiert aber einen Wachhund für uns, der den Auftrag bekommt, uns schnurstracks zu einem Bus nach Cartagena zu bringen. Wofür habe ich nun tagelang im Internet recherchiert, was für Busfirmen es gibt, welche am Besten sind, wie man ein Ticket kauft etc. etc. etc. – alles umsonst 😉 – Wir haben nicht mal Gelegenheit, uns auf dem Bahnhof und seinen vielen Busschaltern umzusehen, 2 Minuten später stehen wir vor einem Collectivo (Van), haben ein Busticket in der Hand (ohne Schalter) und konnten uns einen guten Sitzplatz aussuchen, da wir fast die Ersten waren. Frank murrt etwas, wollte er doch einen großen komportablen Autobus. Naja, sage ich, du hättest ja mal versuchen können, aus der Nummer rauszukommen 😉 . Tatsächlich ist der Bus eine halbe Stunde später auch voll, fast alles Einheimische, nur 1 weiteres Touristenpaar muss irgendwie auch eingefangen worden sein. So geht es bereits um 8.00 Uhr los und wir erreichen Cartagena gegen 12.30 Uhr. (Kostenpunkt: 9 Euro pro Perso für eine 4,5 Stunden-Fahrt) Der Busbahnhof liegt weit draußen und wir brauchen fast eine 3/4 Stunde mit dem Taxi zu unserem Hotel – Kostenpunkt 7 Euro – dafür kannste in DE kaum in ein Taxi einsteigen 😉

Wir checken in unserem Hotel Villa Colonial ein, welches in einer ruhigen Seitenstraße im Stadteil Getsemani liegt. Getsemani liegt unmittelbar neben der Altstadt, die somit fußläufig in Minuten zu erreichen ist und dazu im preiswerten Backpackerbudget liegt, was Gastronomie und Hotelpreise angeht. Dazu gehören inzwischen übrigens auch die „Flashpacker“ !!!! Noch nie gehört das Wort? Nun, ich glaube, wir sind Flashpacker 🙂

Auszug aus dem Netz, denn besser könnte ich es auch nicht beschreiben: Flashpacker sind Komfort-Abenteurer, die mit dem Rucksack die Welt entdecken und dabei das Reisen genießen wollen – das heißt lieber mal ein Upgrade nehmen, als im Zehnmannschlafsaal oder 24-Stunden-Holzklassebus zu leiden.“ Das sagt Sascha Tegtmeier, Autor des Buchs „Ich nehm dann mal das Upgrade!“ Tegtmeier weiter: „Flashpacker bewahren sich trotz des komfortableren Reisestils den Pioniergeist. Sie suchen ausgezeichnete Restaurants, abgelegene Landschaften und Kontakt zu Einheimischen gleichermaßen. Flashpacker wollen eben beides: Schamane und Klimaanlage. Flashpacker wissen: Der Geruch von Freiheit muss nicht mit dem Gestank von alten Socken einhergehen. Freiheit kann auch nach frischen Blumen in der Premium-Unterkunft duften.“

🙂 🙂 🙂 so in etwa paßt´s – obwohl die meisten Flashpacker zwischen 25 und 40 sind – aber vielleicht wird ja für unsereins auch noch ein Name erfunden 😉

Für 16.00 Uhr am Nachmittag haben wir eine Free-Guide-Altstadtführung gebucht, dafür muss man sich bei einem der vielen Anbieter im Netz vorher anmelden und bekommt anschließend eine Bestätigungsmail mit Treffpunkthinweisen! Wie gesagt, diese Führungen sind kostenlos, dauern so an die 2 Stunden und anschließend entscheidet das Trinkgeld, wie gut oder schlecht einem die Führung gefallen hat. Unsere Tour ist gut besucht, und so werden wir in eine spanisch- und 2 englischsprachige Touren aufgeteilt. Maria spricht gut, aber leider sehr sehr schnell Englisch, so dass wir natürlich nicht alles mitbekommen. Aber mal versteh ich mehr, mal Frank und so reicht es für einen ersten wunderschönen Eindruck.

Anschließend gibt es im turbulenten Getsemani noch ein preiswertes Flashpacker-Dinner, einen Happy Hour Cocktail, einem Absacker auf der Hotelterrasse und ein Bett mit Klimaanlage (soooo schön!!! ). 

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Leben mit der falschen Uhrzeit ! Möglich?

Definitiv ja! Zumindest hier und als Rentner!

Wir jedenfalls haben das über 2 Wochen lang geschafft ohne es auch nur annähernd zu merken. Das wir bzw unsere Uhren nicht richtig ticken, das haben wir nur zufällig dann festgestellt. Dazu muss man aber auch sagen, dass wir noch nie eine öffentliche Uhr hier in Santa Marta gesehen haben.

Nun, kurz vor 14 Uhr begeben wir uns die Tage zur Marinawaschmaschine, das Programm läuft 29 Minuten, ein Blick auf meine Handyuhr und ich sage zu Frank, um 13.30 Uhr muss er die Wäsche wieder abholen. Quatsch, meint er natürlich, du meinst 14.30 Uhr. Nein, 13.30 Uhr! Mmmhhmm, irgendwas stimmt nicht! Wenn wir um 14.00 Uhr laut Schiffsuhr losgegangen sind, kann die Wäsche ja nun wirklich nicht um 13.30 fertig sein. Meine Handyzeit bezieht die Zeit aus der Einstellung „automatische Zeitzone“ oder auch UTC – 5 (Kolumbianische Normalzeit).  Franks Handy ist auch eingestellt auf UTC-5, allerdings EasternZeit USA und Kanada! Sollte, da beides UTC-5 ist, eigentlich gleich sein. Isses aber nicht!!! Wir testen noch Havanna und Haiti, beides auch UTC-5 – stimmen aber nicht mit der (angeblichen) Uhrzeit in Kolumbien überein. Wir fragen das Internet nach der aktuellen Uhrzeit hier – nun, MEIN HANDY hat recht!!!  Ganz alleine! Es ist 1 Stunde früher ! Alle anderen Uhren auf dem Schiff, sei es der Digitalwecker, die teure Wempe-Uhr, die Tablet-Uhren und auch die Laptopuhren zeigen a l l e eine falsche Zeit. Wir gehen also seit 14 Tagen statt um 22.00 Uhr bereits um 21.00 Uhr zu Bett und was noch viel viel schlimmer ist, wir stehen jeden Morgen um 8.00 Uhr auf – geht ja gar nicht!!!!  😉

Das haben wir Gott sei Dank festgestellt, 2 Tage bevor es in den Tayrona Nationalpark ging 🙂 , sonst hätte wir nämlich laut Franks altmodischer Armbanduhr (so was gibt es noch, ja) um 18.00 Uhr vor verschlossenen Ausgangstoren gestanden 😉 .

Leider haben wir aber immer noch mit der einen Stunde zu kämpfen… wir sind nämlich morgens jetzt immer sooo früh munter :mrgreen:

Was morgen jedoch ein Vorteil sein sollte, der Wecker geht recht früh, da wir den Bus nach Cartagena um 8.30 Uhr erwischen wollen. Dazu müssen wir jedoch erst noch 20 Minuten mit dem Taxi zum Busterminal, eine Fahrkarte kaufen, den richtigen Bus finden etc. und das alles ohne Spanischkenntnisse :mrgreen: (aber zumindest haben wir ja inzwischen die richtige Uhrzet 😉  ). Die Fahrt selber ist mit 4,5 Stunden angegeben, meist werden aber 6,5 gebraucht. Nun, wir werden uns zu beschäftigen wissen und hoffentlich die Landschaft genießen können.

Cartagena ist eine Hafenstadt an der Karibikküste Kolumbiens und Unesco-Weltkulturerbe seit 1984. Sie hat sich als eine der schönsten Kolonialstädte Südamerikas behauptet. Zum Meer hin liegt die im 16. Jahrhundert gegründete ummauerte Altstadt mit großen Plätzen, Kopfsteinpflasterstraßen und bunten Kolonialgebäuden und ist Haupt-Touristen-Ziel auch für Cruisingschiffe.

Mittwoch Abend sollten wir wieder zurück sein, falls uns die Stadt nicht soooo gut gefällt, dass wir verlängern.

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Tayrona Nationalpark

Kurzfassung gemäß Ratschlag von Christian Wiese:  Eine wunderbarer, aber furchtbar anstrengener Tag mit einer 7 1/2 stündigen Wanderung durch einen Nationalpark, einer herrlichen Mischung aus Urwald und traumhaften Stränden, die jedoch anders endet als geplant. Wer mehr wissen will, muss eben lesen oder kann sich auch nur die schönen Bilder anschauen 😉

Der Park öffnet um 8.00 Uhr morgens, wir jedoch haben uns beim Frühstück mit einem netten jungen holländischen Paar verplaudert und sind erst um 8.30 Uhr am Ticketschalter. Mist, die Schlage vor uns ist bereits lang, lang, lang (und wird hinter uns immer länger) und so brauchen wir eine 3/4 Stunde, bis wir endlich unser Ticket kaufen können. Hierzu braucht man übrigens seinen Pass und manchmal wird auch der Nachweis einer Gelbfieberimpfung verlangt, so dass wir auch unsere Impfausweise dabei haben. Man darf angeblich keine Plastiktüten, Glasflaschen und Alkohol mit in den Park nehmen, kontrolliert hat das aber niemand.

Ganz rechts liegt der Eingang El Zairo, wir wollen bis El Cabo, dann rauf nach Pueblito und bei Calabazo den Ausgang  nehmen

Die ersten 4 Kilometer bis zum letztmöglichen Parkplatz kann man auch laufen, dies ersparen wir uns natürlich genauso wie fast alle anderen auch und lassen uns von einem Collectivo (Van) für 3000 Pesos (95 cent)  bis zum offiziellen Parkeingang bringen. So ist es schließlich 9.30 Uhr und ab jetzt läuft die Zeit 😉

Gleich am Anfang steht ein Schild mit dem hier übersetzten Spruch

„Dieser Park gehört allen Kolumbianern.

Allen die bereits verstorben sind und all denen die am Leben sind.

Die meisten sind noch nicht geboren worden.“

Angeblich werden täglich nur 1700 Personen in den Park gelassen, vielleicht kann ich ja nicht richtig schätzen, aber das waren bestimmt die doppelte oder dreifache Anzahl an Menschen, die wir gesichtet haben. Viele Backpacker, aber auch viele Einheimische, die für einen Strandbesuch eine Wanderung von 2-3 Stunden in Kauf genommen haben. Äh… nur für den Hinweg, auch zurück läuft man 2-3 Stunden!!!  Wir aber wollen ja nicht zurück, wir wollen abseits der Touripfade rauf nach Pueblito, einer Ruinenstadt der Indianer im Tayrona, und vor dort aus einen anderen Ausgang nehmen. Dieser Weg soll anspruchsvoller sein und daher verirren sich nur wenige Touristen dort hin. Ja, ja.. wir sind auch Touris, aber deshalb muss man viele andere Touris doch nicht um einen herum mögen, oder 😉 . Aber zuerst müssen wir uns für 3 Stunden in den Treck der anderen Besucher einreihen, denn der Weg nach Pueblito führt erst am Ende der meist belaufenen Strecke, am Strand von Cabo San Juan weiter nach oben.  Und außerdem haben wir Angst, dass es sich bei den ersten ausgelatschten vollen Strecken um uninteressante langweilige platte Wege handelt.

Hier irren wir zum 1. mal – Die Wege sind nämlich gar nicht breit und langweilig, sondern herrlich abwechslungsreich. Mal läuft man über Holzstege, mal Holztreppen bergauf und bergab, über Holzbrücken oder auch ganz natürlich über Lehmboden, durch und über riesige Steine sowie freilaufenden Wurzeln. Und während wir mit Treckingsandalen und sogar Treckingstiefeln ausgerüstet sind, haben viele Überholer nur FlipFlops an den Füßen – schließlich machen sie ja einen Strandbesuch 😉 . Bis zum 1. Strand Arrecifes ist man mindestens 1 Stunde unterwegs. Und was haben wir kürzlich gelernt? Wenn andere 1 Stunde brauchen, dann brauchen wir…. nun, wir bzw. ich muss mein eigenes ruhiges Tempo laufen und so werden wir auf den engen Wegen auch ständig von voll motivierten jungen (und auch älteren) Menschen überholt bzw. lassen wir sie wartend und platzmachend vorbei.

Unterwegs verkaufen „echte“ Indios frisch gepreßten Orangensaft oder Kokusnüsse. Ich weiß nicht, ob sie immer in weißen Leinensäcken rumlaufen oder ob das eine Touristenmasche ist. Aber der Saft war gut 🙂 .

Ab Arrecife hat man dann auch immer wieder einen traumhaften Blick aufs Meer. Aber Vorsicht – Rote Flaggen und Schilder verbieten hier das Baden. Über 100 Menschen sollen hier bereits ertrunken sein, da sie die Strömung unterschätzen.

Der Treck zieht also weiter und trotz der vielen Menschen können wir tatsächlich eine Menge Affen beobachten. Diese sind etwas größer als die, die gestern an unserem Blockhaus vorbeigezogen sind und daher besser zu fotografieren. Mico Titi oder auch saguinus oedipus oder auf deutsch „Lisztaffe“ werden sie genannt.  So viele Namen für eine einzelne Affenart 😉 und es gibt sie auch nur hier im nordwestlichen Kolumbien an der Karibikküste.

Am Strand La Piscina machen wir eine kurze Pause und ich nehme ein Bad im Meer. Eigentlich will ich nur den Sand/Dreck zwischen meinen Zehen loswerden, es reibt nämlich, weil Sandalen, ob Trecking oder nicht, manchmal doch nicht so gut sind. Dann geht es weiter und nach 3 Stunden erreichen wir das Endziel der meisten Besucher, Cabo San Juan 

 

wir gönnen uns eine weitere kleine Pause und beobachten das Treiben der vielen Backpacker, die hier auch in dieser Reihen-Zelt-Siedlung übernachten und somit noch nicht über den anstrengenden Rückweg nachdenken.

Oder auch ganz schlicht für Hardcore-Übernachter – die Hängemattenalternative 🙂 natürlich auch mit Reihenhausfeeling

Wir fragen einen der Guides hier nach dem Weg nach Pueblito, aber alle schütteln den Kopf. No, No – too late – das schafft ihr nicht mehr, schließlich schließt der Park um 17.00 Uhr. Wir können ihnen nicht verständlich machen, dass wir ja dann auch einen anderen Ausgang nehmen würden und es somit doch zu schaffen wäre. Habe ich schließlich so im Netz gelesen und was in Netz steht…. Wir, nein Korrektur, ICH kann stur sein – ich will abseits des Trecks nach Pueblito, basta! Da spricht uns eine Frau in englisch an und meinte, sie wären gerade diese Strecke hier her gelaufen in 2 Stunden rauf, 2 Stunden runter und zeigt uns den Weganfang. Puh, das wird knapp – wir haben nur noch 4 Stunden, bis der Park schließt. Jetzt aber los!!! Am Weganfang steht ein Schild – bis Pueblito 1 1/2 Stunden – na also, da geht doch was 🙂 und los geht´s.

Hier irren wir (oder sollte ich besser „ich“ sagen) zum 2. mal!!!! Es ist 1.00 Uhr mittags, die Sonne knallt, wir stehen unter Zeitdruck und können so unser normales langsames Tempo nicht halten. Nicht nur, das Franks Kreislauf schwächelt, nein, wir müssen feststellen, dass der Weg nun wirklich sehr sehr schwer wird. Durch einen Steintunnel zu kriechen, geht ja noch,

aber plötzlich liegen dermaßen große Felsbrocken auf dem Weg, die zu erklimmen sind, dass wir nur mit Hilfe von uns entgegenkommenden jungen Leuten dort rauf kommen, die uns hochziehen. Und Frank braucht immer mehr Pausen, wird immer langsamer und… Abbruch!!! Wir entscheiden uns, zurück zu gehen. Aber auch das ist nun nicht mal eben zu machen. Wir sind schließlich schon eine 3/4 Stunde unterwegs Richtung Pueblito, inzwischen ist es kurz vor 14 Uhr. Wir müssen also auch erst mal wieder eine 3/4 Stunde zurück nach Cabo San Juan und dann mindestens 2 1/2 Stunden zum Ausgang El Zairo. Eine Übernachtung im Zelt kostet inzwischen 40.000 Peso + ein weiteres Tagesticket von 45.000 Pesos pro Person – so viel Geld haben wir gar nicht dabei, wir müssen also raus. Und zwar hurtig und nicht in unserem bequemen Tempo. Und so reihen wir uns kurze Zeit später wieder in den Rückweg-Treck ein. Dieser sieht echt witzig aus, aber zum Lachen habe ich gerade gar keine Zeit. Ich schnaufe und passe mich dabei Franks langsamen schlürfenden Schritt an. Und wieder werden wir überholt. Ständig und stetig :mrgreen: – Sollten wir es schaffen, so werden wir die Letzten sein 😉 .  Die Indios sind des Apfelsinnenauspressens müde, haben Feierabend gemacht und lungern erschöpft daneben. Schade, unser Wasservorrat geht zur Neige.  Der auf dem Hinweg so interessante abwechslungsreiche Weg ist uns inzwischen egal, auch die Affen interessieren uns nicht weiter, wo kommen bloß die ganzen Treppen her, die wir jetzt rauf müssen? Die waren doch heute Vormittag noch nicht da! Ständig denken wir, nach der nächsten Kurve müßte doch endlich der Parkplatz auftauchen, aber nein, noch eine Treppe bergauf etc. etc.

Um 16.50 Uhr  ist es dann soweit – wir haben es geschafft! Völlig fertig steigen wir kurze Zeit später in einen Van, der uns zum Parkausgang bringt. Dort laufe ich junger (gesunder 😉  )Hüpfer vor und bestelle ganz schnell ein kühles Getränk (unsere letzte Wasserflasche ist schon länger alle), während Frank langsam angeschlürft kommt. Man, ist der fertig!!!! Der Bus nach Santa Marta wartet bereits, wir haben Glück und bekommen sogar noch einen Sitzplatz (andernfalls wären wir wohl auch nicht eingestiegen). Aufgrund der Rushhour dauert die Rückfahrt länger und so sind wir erst kurz vor 19.00 Uhr zurück, ein Taxi bringt uns vom Public Markt zur Marina, wir laufen heute keinen Schritt mehr, außer zur Dusche!

Fazit:  Es war ein wunderbarer Tag, der Tayrona Nationalpark ist ein absolutes MUSS, auch op der vielen Menschen, aber wir haben uns diesmal echt überschätzt, sind wir doch keine 40 mehr. Und morgen machen wir mal nix, so absolut gar nix 😉 Haben fertig!!!!

 

 

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Posadas Ecoturisticas San Rafael

Da wir bekanntlich nicht zu den Frühaufstehern gehören und der Nationalpark nur von 8 – 17 Uhr geöffnet ist, sind wir heute bereits angereist. Zum Tayrona Nationalpark fährt man mit dem Bus von Santa Marta aus schon erst mal gut 1 Stunde. Diesmal ist unser Bus zwar größer, aber dafür abgewrackter. Er ist schon recht voll mit Backpackern und Einheimischen als wir ankommen. So teilt sich Frank einen Zweiersitz mit einem Kolumbianer und seiner riesigen Gitarre und ich teile mir die Sitzfläche mit einer Mutter mit Kind. Dieses knatscht, weil es auch sitzen und nicht stehen will und so hat nur eine meiner Arschbacken Platz 😉 Aber runter rutschen kann ich nicht. Der Gang und die Hintertür werden voll gerammelt mit Backpackerrucksäcken und zu guter Letzt kommen noch 2 Autoreifen dazu. Klimaanlage – nein, heute nicht – heute offene Fenster!

Einer der Haupteingänge ist in El Zaino, welches jetzt auch kein richtiger Ort ist, sondern mehr eine Ansammlung von preiswerten und mittleren Restaurants sowie Hostels etc.

Unsere Finca liegt 700 m außerhalb und ist Gott sei Dank von der gut befahrenden Hauptstraße ein wenig nach hinten versetzt, somit also geräuscharm. Zuerst aber mal geht es über viele Stufen durch einen natürlichen Garten bergauf.

Zwar heißt auch diese wieder „San Rafael“, aber alleine die Begrüßung ist schon überaus nett. Wir werden mit eine Lächeln und bereits aufgrund unserer Internetbuchung ausgefüllten Formularen empfangen. Ein frisch gepresster kalter Limettensaft wird uns gereicht und wir sollen uns in der gemütlichen Sitzecke erst mal von dem Aufstieg erholen. Anschließend geht es weiter bergauf, ich glaube, wir haben den höchst gelegenen Bungalow erwischt mit einer traumhaften Aussicht, Sitzgelegenheit und Hängematte auf der Terrasse. (äh… und Strom gibt es auch – durchgehend 🙂 und ich hab extra den Kindle und Notfallkekse eingepackt 😉  )

Wir sitzen noch kaum 5 Minuten, da kommt eine Affenfamilie vorbei. Leider sind sie so winzig, dass sie auf den Fotos nicht zu erkennen sind. Nebenan steht ein riesiger Mangobaum mit vollreifen Früchten, es plumpst und Frank sprintet los. Und tatsächlich kommt er mit einer dieser leckeren Früchte zurück. Paradiesisch – hier möchte ich gerne länger bleiben, aber wir haben nur für eine Nacht gebucht, da wir nach unserer morgigen Wanderung einen anderen Ausgang nehmen wollen.

In El Zairo gibt es abends dann noch ein ausgezeichnetes Dinner, kühle Bierchen sowie frisch gepresste Säfte. Wir lassen den Abend auf unserer Terrasse ausklinken und gehen früh zu Bett, der nächste Tag wird anstrengend.

 

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Tour zum Pozo Azul Wasserfall

Da wir gestern ja so unschön ausgebremst wurden, wollen wir eben heute die kleine Tour zum Wasserfall laufen. Eine der bekanntesten und kürzesten Strecken, die man hier wandern kann. Laut Information aus dem Netz oder von den Gebietstafeln unten in Minca ist die Wanderung ohne Probleme auch ohne Führer machbar, da man sich nicht verlaufen könnte. Angekündigte Dauer 45 Minuten, aber wie uns die gestrige Erfahrung gelehrt hat, brauchen wir wahrscheinlich mindestens 1 1/4.  Man könnte sich aber auch von den zahlreichen Motorradtaxis als Sozios hinfahren lassen, macht vielleicht auch Spaß, aber so alt sind wir noch nicht.

Bei Frühstück treffen wir unsere Zimmernachbarn, ein junges deutsche Paar, das genau die Tour am gestrigen Tag gemacht hat und so hören wir ihrem Bericht gespannt zu. Man wäre direkt von unserer Finca zu den Wasserfällen gelaufen und hätte auf dem Rückweg erst festgestellt, dass die Tour von Minca aus viel viel leichter, einfacher und vor allen Dingen kürzer gewesen wäre. Auf ihrer anstrengenden Tour wären sie am Ende sogar auf eine Hängebrücke aus Bambus gestoßen, die schwierig zu erklimmen und zu überqueren gewesen wäre. Und runter zu kommen, wäre fast unmöglich gewesen. Okay, gute Informationen, unsere Seglerbeine sind nix gewöhnt, wir wollen auf jeden Fall die einfachere Tour von Minca aus machen. Also erstmal wieder 45 Minuten runter ins Tal.

Nach 40 Minuten kommen wir zur Abzweigung, rechts erreicht man nach 5 Minuten Minca, nach links weist ein Schild zum Pozo Azul Wasserfall. Ich freu mich, brauchen wir doch nicht erst nach Minca rein. Frank bezweifelt den Weg, behauptet, wir müßten erst in Minca über die Brücke. Ich habe den Plan anders in Erinnerung, wir diskutieren, ich male den Plan

Der linke Weg geht zur Finca San Rafael, der Rechte zum Wasserfall

aus dem Kopf sogar noch in den Lehmboden, Frank gibt sich geschlagen und so laufen wir nach links. (Ab hier läuft die Zeit – wie gesagt, in 45-60 Minuten sollten wir da sein) Der 1. Teil des Weges ist langweilig, zwar nicht asphaltiert, aber breit, Lehmboden mit kleinen Steinen versetzt. Ein junges Paar überholt uns, steht aber ein paar Minuten später mit uns zusammen an einer Abzweigung ohne Hinweisschild zum Pozo Azul. Großes Fragezeichen bei uns Vieren. Beide bemühen wir Googlemap bzw. map.me – ergebnislos. Ein vorbeischlendernder Einheimischer ist da hilfreicher, rechts müssen wir runter – da hört man ja schließlich auch das Wasser rauschen. (Das andere Paar übrigens ist mindestens 1000 Jahre jünger, sie sind schneller aus unserem Blickfeld verschwunden als wir losgehen können und wir sehen sie auch n i e  wieder 😉  ). Aber jetzt wird der Weg interessanter, enger und unebener. Es geht über Stock, Stein und Wurzeln. So liebe ich Wanderwege.  Nach 30 Minuten eine erneute Gabelung.  Eine ganz leise Stimme in meinem Kopf fragt nach: Wie war das? Man braucht keinen Führer, man kann sich nicht verlaufen? Ich bin zu sehr mit schnaufen und schwitzen beschäftigt, um mich mit dieser „Stimme“ zu beschäftigen und da naht ja auch schon wieder ein Einheimischer. Si, si – Pozo Azul – dalang! 1 Stunde später, wir müßten ja schon längst da sein, hören wir nicht mal mehr das Wasser rauschen.  Die Stimme in meinem Kopf fragt, warum wir hier sooooo alleine sind bzw. wo sind all die Backpackertouris hier auf einer der beliebtesten Strecken? Ein paar davon müßten uns doch ständig überholen! Und immer geht es weiter bergauf. Frank wird unruhig und meint, also, wenn das jetzt demnächst runter geht (schließlich müßte man auf dem Rückweg ja wieder rauf), da hätte er dann keine Lust mehr zu und dann sollten wir besser umdrehen. Diese Maps.me taugt überhaut nix hier, wir sind mitten im Nirgendwo. Selbst der blaue Pfeil zeigt orientierungslos mal dort hin, mal da hin. Aber Gott sei Dank treffen wir immer wieder mal einen Einheimischen und egal, ob Abzweigung oder nicht, Frank fragt j e d e n Vorbeikommenden oder Wohnenden.     Und jedesmal hören wir weiterhin: Si, si- Pozo Azul! Wir können also unmöglich verkehrt sein. Also weiter! Nach 2 Stunden krabbel ich auf allen Vieren auf einen Schulhof (war ´ne Abkürzung, Frank hat ihn aufrecht erklommen) – wie witzig, mitten in der Pampas auf´m Berg eine Schule. Der Unterricht ist lautstark und nicht zu überhören, auf dem provisorischen Schulhof davor spielen ein paar Jungs Fußball und gucken uns erstaunt an. Aber tatsächlich, hinter dem Schulhof steht ein Richtungsschild zum Wasserfall. Wir müssen richtig sein, aber jetzt  geht es bergab. Über Stufen und Geröll. Ich bin noch nicht völlig ausgepauert und so hat Frank keine Chance umzudrehen 😉 .  Und wieder ist da eine leise Stimme in meinem Kopf, die fragt, wie zum Kuckuck denn hier ein Motorradtaxi lang fahren kann. Ich ignoriere, kann es eh nicht mehr ändern, stampfe weiter runter, denke aber mit Grauen daran, dass ich auch wieder rauf muss. Aber noch ist „runter“ eine Wohltat und so stehen wir kurze Zeit später….  genau

Da ist sie, die Hängebrücke aus Bambus, die hier auf dem vermeintlich „einfachen“ Weg so gar nix zu suchen hat 😉 . Jetzt ist also endgültig klar, ich bin schuld und Frank hatte doch recht an der 1. Diskussions-Abzweigung.  Wir haben den schwierigeren Weg erwischt. Der Jack Sparrow (Insider WhatsApp-Begriff – nicht von mir erfunden, ja) für Arme wird muffiger, solchen Hängebrücken-Gebilden steht er mißtrauisch gegenüber. Sein Blick richtet sich gen Rückweg, Schei… was auf den Wasserfall 😉 . Aber ich bin schneller, ruckzuck bin ich auf der Hängebrücke. Wieso schwierig drauf zu kommen? Auf allen Vieren rauf, drüber (2-beinig)und auf der anderen Seite runter hangeln. Nix dabei! Diese Jugend von heute! Dahinter gabelt sich der Weg mal wieder, rechts geht es zum Wasser ohne Überquerungsmöglichkeit, links geht es – keine Ahnung wohin. Kein Schild, kein Einheimischer in Sicht. Ich gebe nach und wir treten den Rückweg an. Kaum ist Frank zurück über die Brücke, tauchen 2 hübsche junge Kolumbianerinnen auf, die er natürlich s o f o r t  wieder anquatscht. Sie weisen ihn zurück über die Brücke mit den uns schon bekannten Worten, si, si usw. Er will es nicht glauben, so texten sie ihn auf spanisch zu und sein Gesichtsausdruck wird immer hilfloser. Inzwischen habe auch ich die Hängebrücke ein zweites Mal erfolgreich überquert und lasse mir nochmal den Weg zum Wasserfall erklären bzw. zeigen. Und die Mädels zeigen über die Brücke und dann links. Sicherheitshalber frage ich auch nach Minca und siehe da, auch hier zeigen sie über die Brücke, dann links und dann aber rechts. Alle Wege führen nach Rom? Wir diskutieren erneuert und in Anbetracht der Tatsache, dass wir das letzte Stück jetzt wieder hochkrabbeln müßten, entscheiden wir uns doch für einen weiteren letzten Versuch Richtung Pozo Azul. So geht es zum 3. über die Hängebrücke, nach Frank Aussage inzwischen für ihn kinderleicht 😉 und nach 5 Minuten erreichen wir quasi so etwas wie eine Hauptstraße. MIT SCHILDERN!!! Links geht es zum Wasserfall (in angeblich 10 Minuten), rechts nach Minca.

Und da sind sie alle, diese Backpacker-Luschen! Lassen sie bequem auf Motorradtaxis hin und her an uns vorbei kutschieren. Unglaublich, diese Weicheier!  Eigentlich haben wir gar keine Lust mehr auf Wasserfall, der Weg ist schließlich das Ziel, aber wenn wir schon mal….   und so laufen wir , natürlich nicht 10 sondern 20 Minuten, weiter Richtung Wasserfall. Da sitzen sie alle, die Backpacker und plantschen mit nacktem Oberkörper im eiskalten Wasser, während vorne auf dem Parkplatz ihr Motorraddriver wartet. Wir halten uns raus, möchten nur noch zurück nach Minca und statt lauwarmes Wasser ein großes kühles Bier trinken. Der Rückweg dauert tatsächlich nur so an die 45 Minuten und ist nicht nur furchtbar langweilig, weil fast nur gerade Wege, nein ständig muss man auch an die Seite springen, weil eines dieser Motorräder vorbei donnert. Grausig!

Nach insgesamt 5 Stunden erreichen wir Minca und

Das erfrischene lang ersehnte kühle Bierchen. Man siehe das Größenverhaltnis, meins ist natürlich das mit dem …chen am Ende 😉

Zitat Frank Wunsch: Es war ein Glücksfall, dass du dich geirrt hast und wir Gott sei Dank dadurch den schöneren, anstrengenderen, fazinierenden und interessanter Weg genommen haben. Und dem kann ich mich nur anschließen! Glück gehabt!

Um zu unserem gebuchten Zimmer in der Finca San Rafael zu kommen, müßten wir jetzt wieder 1 Stunde bergauf… äh!?! NEIN, wir entscheiden uns für ein Colectivo, dass uns auf 4-Rädern zurück nach Santa Marta bringt, wo wir eine ruhige warme geräuschlose Nacht in unserem eigenen Bett verbringen 🙂

P.S.  –  Der Text ist zu lang?  Sorry, mitgehangen, mitgefangen!!! Hätten wir den einfachen kurzen Weg erwischt, nun, dann wäre auch dieser Beitrag erheblich kürzer, quasi in 5 Sätzen erledigt gewesen 😉

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(Kletschnasses) Minca

Minca ist ein kleines Bergdorf, liegt in 600 m Höhe in der Sierra Nevada, ein guter Ausgangspunkt für Wanderungen und hat sich in den letzten Jahren zu einem beliebten Reiseziel entwickelt. Rucksacktouristen erholen sich hier von der tropischen Hitze im Tiefland.

So in etwa steht es in meinem Reiseführer, wobei ich den letzten Satz wohl nie richtig wahrgenommen habe. Wie es immer so ist, wenn wir eine Reise tun, der Chef ist nervös! Und so schmeißt er mich auch schon um 8.00 Uhr morgens :mrgreen: aus der Koje, es gibt ein Ruckzuck-Frühstück und bereits um 10.00 Uhr stehen wir in der Nähe des Marktplatzes, von wo aus die Colectivos (kleine Busse oder Minitaxis) für 8000 Pesos (ca. 2,50) einen in 45 Minuten nach Minca bringen. Kurz vor 11.00 sind wir also bereits in Minca, unsere Finca San Rafael kann aber erst ab 13.00 Uhr bezogen werden. Nun denn, haben wir eben viel viel Zeit, die 2 Straßen von Minca auf und ab zu gehen. Und hier sind sie alle!!! All die, die ich in Santa Marta vermisst habe. Europäische und amerikanische (Backpacker-)Touristen. Ich muss sagen, unsere Anwesenheit erhöht den Altersdurchschnitt drastisch 😉 . Gefällt mir Minca? Mmhhmm! Nein, nicht wirklich. Viel zu touristisch! Jedes Haus ist entweder ein Hostel, ein Restaurant, eine Bar oder ein Tourenanbieter. Dazwischen höchstens mal 1 Minimarkt zwecks Selbstversorgung. Wir haben noch Zeit, also lassen wir uns in einer der vielen kleinen Restaurant nieder. Ein Blick in die Speisekarte sagt mir, ich habe Hunger (schließlich gab es nur ein Magerfrühstück) und wer weiß, was es oben auf dem Berg in unserer Finca so zu essen gibt. Unmöglich, dieses Riesenteil alleine zu schaffen. Frank weigert sich erstmal, mir dabei zu helfen, aber er kommt aus der Nummer nicht raus, denn obwohl er 3 x nein sagt zur freundlichen netten Bedienung,  bekommt er einen leeren Teller hingestellt und muss nun doch mit ran. Ein Glücksfall, wie sich später herausstellen wird 😉 .

Gegen 1.30 Uhr machen wir uns auf zur Finca. Angeblich in 30 Minuten zu erreichen. Nun, vielleicht für dieses ganze Jungvolk um uns herum, wir dagegen sind Seglerschlappis und so geht es für uns 60 Minuten lang bergauf

Freilaufende glückliche Kühe 😉 , so nah bin ich seit meiner Jugend nicht mehr an diesen gefährlichen Tieren vorbei gegangen

Santa Marta von oben

Wir erreichen die Finca und die Wirtin muss unseret wegen extra aus ihren Privatgemächern geholt werden. Vielleicht ist das der Grund ihrer Muffigkeit, kein Lächeln, kein freundliches spanisches Wort – wir müssen ein Anmeldeformular ausfüllen und dann zeigt sie uns das Zimmer. Das war´s! Bitte nicht weiter stören, ja!

Wir sind noch nicht fertig damit, unsere Rucksäcke teilweise zu leeren, da fängt es an zu… nein, nur von Regen kann man nicht sprechen. Es schüttet aus Kübel, dazu blitzt und donnert es, das Gewitter ist genau über uns.

Nun, noch denken wir, es hört bestimmt gleich wieder auf, so ein Gewitter dauert ja bekanntlich nicht ewig. Die Wege sind dann zwar matschig, aber da müssen wir durch. Das Gewitter spielt aber nicht mit, entweder hat es keine Lust zu gehen oder es weiß einfach nicht wohin :mrgreen: – Lange Rede, kurzer Sinn: wir sitzen fest! Bis 21.00 Uhr Abends schüttet es weiter. Der Kühlschrank der Finca ist getränkemäßig mager besetzt, es gibt kein WLan und auch keinen Strom im Zimmer. Unsere Kindl haben wir nicht mit im Gepäck, schließlich sind wir nicht zum Lesen hier raufgelaufen. Kurz vor 18.00 Uhr sehe ich die Köchin den Berg runter laufen, scheinbar hat sie Feierabend!?! Am nächsten Morgen finden wir von uns aus alleine auf dem Tisch, der wohl als Rezeption dient, einen laminierten englischen Text mit Hinweisen z.B. zu Touren oder auch, dass man vorzeitig Bescheid geben muss, wenn man „Dinner“ haben möchte. Hat man uns aber leider nicht ausgehändigt, die muffige Wirtin war wohl nicht in Stimmung dazu!

So, wir haben also keinen Strom, kein Licht, kein WLan, nix zu lesen, nix zu trinken, nix zu essen  und zum 1 x nach 3 Jahren ist mir kalt. Aber wir wissen jetzt, was nächstes Mal ins Gepäck muss. Notfall-Kekse, Taschenlampe, noch nicht gesehenen Spielfilm auf dem Tablet und den Kindl. Wir sind nur froh über das dicke Sandwich, welches wir zusammen mittags verspeist haben. So werde ich erst nachts mal kurz wach mit dem Gedanken, ich könnte mal was essen 😉 .

Da uns beiden kalt ist, liegen wir im 19.00 Uhr im Bett und unsere Zimmernachbarn sind zurück aus dem Ort. Mußten sich bei dem Sauwetter den Berg rauf und sind natürlich pleddernass! Das Haus ist null isoliert, oben trampelt quasi eine Rinderherde über uns auf dem Holzboden rum, nebenan wohnt ein deutsches junges Paar (das es keinen Strom hier gibt, wäre normal – zwischendurch würde aber mal kurz das Licht angehen, ja toll).  Besagtes deutschen junges Paar nämlich hat scheinbar auch keine Kindle im Gepäck, aber dafür ein echtes Buch und eine Taschenlampe. Erst denke ich, merkwürdige Unterhaltung, so lange kann ein einzelner Mensch doch keinen Monolog sprechen. Nein, die unterhalten sich gar nicht, die sitzen zusammen auf dem Bett und lesen sich abwechselnd mittels Taschenlampe vor. Ich habe den Knopf im Ohr, höre ein Hörbuch und bin nur genervt über dieses Hintergrundgeräusch, aber Frank bekommt alles mit. Nun, leider doch nicht alles, nur jedes 3. Wort (scheint ein Gerichtskrimi zu sein) und er möchte am liebsten rüber rufen, sie möchten bitte lauter lesen, damit er richtig mithören kann 😉

Ich fange an zu zweifeln, ob diese einfachen Absteigen noch auf unserem Lebensniveau liegen und nehme mir vor, nie wieder Einsamkeit und vor allen Dingen eine Klasse höher zu buchen. Aber wahrscheinlich ist es nur dieser blöde Dauerregen gewesen, der mich zu runter gezogen hat, denn am nächsten Morgen sieht die Welt schon wieder viel viel schöner aus:

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Schiffsbesichtigung

Am Sonntag habe ich bein Frühstück plötzlich eine wunderbare Idee. Im (Container-)Hafen liegen ja 4 große 3-4-Mast-Segler , bisher haben wir diese immer nur mal vor Anker liegend angetroffen. Und außerdem ist „Festival del Mare“ und vielleicht bzw. bestimmt kann man die doch besichtigen. So machen wir uns auf und stellen fest, diesen Einfall hatte ich nicht alleine, sondern 100Tausende mit mir. Wir gehen die Straße lang und erblicken viele Menschen, die auf der Strandpromenade stehen und aufs Meer schauen. Meer kennen wir zu genüge, egal was es da zu sehen ist, dafür haben wir auch später noch Zeit.   Wir sind fremd hier, wir sind weiß und sprechen nicht ein Wort Spanisch und so rollen wir die Sache quasi vom Anfang auf und begeben uns direkt zum Hafengebäude . Dort stehen 2 Schlangen davor.  Eine Kürzere und eine Längere – nebeneinander!!! ???? Hilfesuchend schauen wir uns um, ein Soldat spricht uns an (auf spanisch natürlich) und wir fragen dumm „visit Ship here“ und zeige auf die kurze Schlange natürlich 😉 – Er versteht kein Wort, aber es findet sich ein Translator und so stehen wir genehmigt kurze Zeit später in der „kurzen“ Schlange – vor uns nur so ca. 50-60 Personen. Man läßt alle paar Minuten immer nur einen Schwung von ca. 20 Personen rein und kurz bevor wir dran sind, wird ein junges Paar vor uns weggeschickt! Warum? Zu jung, kein Kind auf dem Arm (wie die meisten hier in der Schlange)? Ich bekomme Panik, ich will da jetzt durch und finde, 20 Minuten in der prallen Sonne stehen reicht völlig. Nun, wir haben zwar kein Kind auf dem Arm, sind aber alt und vor allen Dingen „weiß“ und so sind wir tatsächlich kurze Zeit später auf dem Weg in den Hafen 🙂 🙂 und die Besichtigung des argentinischen Segelschulschiffes Fragata Libertad kann beginnen.

Warum ich das so detailliert beschreibe???? Weil wir 2 Stunden später auf dem Rückweg fast hinten umfallen!!!! Wir gehen nicht an der Straße, sondern jetzt an der Strandpromenade zurück und stellen fest, die Leute, die hier stehen, nein…. die gucken gar nicht aufs Meer!!!! Die stehen Schlange!!! Mit einem Foto ist das nicht einzufangen, fürchte ich! Aber die Schlange (inkl. Kinder) ist kilometerlang (echte). Unglaublich, diese Ausdauer hätten wir nicht gehabt und sofort regt sich mein schlechtes Gewissen

Eine etwas größere rote Positionslampe 😉

Schnuckelig, oder?

 

 

 

 

Und auf dem Rückweg finden wir doch tatsächlich auch noch das „TOURISTENOFFICE“ – wobei, von Office würde ich hier mal nicht sprechen und ob wir hier mit unseren Fragen richtig gewesen wären ????

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Festival del Mare

Unsere Frühstücksruhe wird gestört durch an die 10-15 Kanonenschüsse. Ist Krieg ausgebrochen? Anschließend läuft der erste von 5 großen 3-4/Master aus unterschiedlichsten Ländern ein, geschmückt mit Hunderten von Fahnen.

Kurze Zeit später werden wir von unserem Einreiseagenten, der mal eben 20 Dokumete zum Unterschreiben vorbei bringt, informiert, dass soeben das „Festival del Mare“ gestartet ist und uns das ganze Wochenende Musik und mehr bescheren wird.

Aha! Wir merken schon, dass an Land Unruhe entstanden ist und machen uns gespannt auf. Noch ist Vormittag, aber die 2. meist befahrende Straße, die Carreca 1C direkt am Strand ist bereits gesperrt. Palettenweise wird Bier, Coke und Wasser von LKW´s abgeladen und in fahrbare und nichtfahrbare Kühlboxen umgeladen. An den Straßenrändern sind kilometerlang beidseitig Plastikstühle aufgereiht

alle 200 m stapeln sich diese Palettenhaufen ???

Die sonst ansässigen Straßenhändler haben sich mal eben ver-5-facht, man scheint Großes zu erwarten. Aber noch ist weiter nichts zu erkennen und wir gehen zur Haupteinkaufsstraße der Carrera 5, wir brauchen noch einen mittleren Rucksack für unsere Ausflugsaktivitäten nächste Woche. Wo sich normalerweise 100er von Taxis und Bussen durchquälen herrscht ebenso Leere. Auch diese Straße ist gesperrt, ebenso wie die Calle 22 die zur Carrera 1 C führt. Dort ist noch mehr Platz für Plastikstühle und so stehen sie dort in 2er und 3er Reihen. Ein jeder Plastikstuhlbesitzer wittert ein Geschäft. 10Tausende Stühle fristen scheinbar sonst in Kellern oder Schuppen ihr Dasein. Ob die wirklich mal alle besetzt sind wenn es denn mal losgeht? Mit was eigentlich? Plakate mit Hinweisen gibt es nicht, ein Kolumbianer weiß auch so Bescheid 😉 . Inzwischen ist Nachmittag, wir bringen unseren Einkauf zum Schiff und brechen kurze Zeit später wieder auf. Wollen wir doch schließlich nix verpassen. 95 % der Stühle sind noch unbesetzt, da scheint erst noch nix zu passieren. Wir fragen eine Bedienung, wann es denn losgeht. Quadro ist die Antwort – also 4.00 Uhr? Äh, ein Blick auf unsere Uhr, es ist 16.30 Uhr. Um 17.30 Uhr sind noch immer alle Stühle verweist, ein Zug oder eine Parade ist nicht in Sicht, so schlendern wir durch ein paar Seitenstraßen auf der Suche nach einem passenden Lokal für uns späteres Abendmahl. Ganze 20 Minuten waren wir weg und plötzlich gibt es auf der gesamten Carrera 1 C keinen Platz mehr in der 1.  bis 3. Reihe, geschweige denn einen freien Stuhl :  Der Zug kütt !! Eine Tanzgruppe nach der anderen tanzt in hübschen Kostümen an uns vorbei

dazwischen eine fetzige Männergruppe, die echt Spaß an Körperbewegung hat

Als Video mit der passenden Musik kommt natürlich so etwas besser rüber, habe auch eins gemacht, aber leider noch nie eins hier eingestellt. Das muss ich mal üben

Nach 20 Minuten ist alles vorbei, der Zug ist plötzlich ein Ende! Dafür haben die seit heute morgen die ganzen Straßen gesperrt? Und die ganzen Stühle aufgestellt? Und die ganzen Paletten Bier rangeschafft? Das kann ich nicht glauben! Und tatsächlich, die Menschen bleiben stehen bzw. sitzen und 10 Minuten später kommen die nächsten Tanzgruppen um die Ecke. War wohl irgendwo Stau 😉 . 1 Stunde später, kein Ende in Sicht, aber unsere Mägen knurren und wir lösen uns aus dem Gedränge. So viel kann da ja nicht mehr kommen. Denkste, eine weitere Stunde später sind wir gesättigt zurück und was ist? Der Zug tanzt noch immer. Spätestens jetzt wird uns klar, warum die pfiffigen Kolumbianer mit Plastikstühlen so ein gutes Geschäft machen können. Ich will jetzt auch mal sitzen und so begeben wir uns um 20.30 Uhr zurück zum Schiff – und der Zug läuft und läuft.

Um 22.30 Uhr gibt es sogar zum Tagesabschluß noch ein großes Feuerwerk (wir in der Marina sitzen diesmal in der 1. Reihe 🙂 ) – das Festival läuft noch bis Montag, wie wollen die den Tag heute bloß noch toppen.

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