Über Bogota nach Neiva

Mitten in der Nacht um 4.00 Uhr morgens bringt uns ein Privattaxi zum Flughafen, unser Flug geht um 6.00, wollen wir doch gleich weiter mit dem Bus nach Neiva. Mit dem Taxi lassen wir uns vom Flughafen Bogota zum Terminal de Transporte (Busbahnhof) bringen. Der Taxifahrer schaltet auch brav seinen Taximeter an und so haben wir für die halbstündige Fahrt (Rushhour)  auch nur ca. 5 Euro bezahlt.

Und jetzt wird es spannend. Der Busbahnhof umfaßt 4 Terminals. Bevor wir begriffen haben, dass  Terminal „oeste“ oder „norte“ Richtung West oder Nord meint, haben wir schon mal 2 Terminals erfolglos durchquert. In jeder Halle gibt es zahlreiche Schalter von vielen Buslinienfirmen, allerdings ohne irgendeine Kennzeichnung, wohin deren Busse fahren???? Der Bogotaner, der Kolumbianer weiß auch so Bescheid 😃, gut spanisch sprechende Reisende finden es raus aber unsereins ist völlig verwirrt und hilflos. Es sei denn,, man hat eine(sprechende) Gooogle-Translator-App auf dem Handy oder hat vorher nach einer passenden Buslinie im Internet gesucht. also kurz überlegt….. Neiva liegt südlich, also müssen wir nach Termial 1 Sur und siehe da, da finden wir auch die Busfirma „Coomotor“ , die die Strecke nach Neiva quasi halbstündig fährt und so sitzen wir kurze Zeit später auch in dem 9..00 Uhr Bus. Geht doch!

2 Stunden quält sich der Bus erst mal durch die Millionenstadt Bogota,   mein Gott, ist die häßlich 😡

5 Stunden und ein bißchen würde der Bus nach Neiva brauchen, hat die nette Dame am Fahrkartenschalter gesagt. Das „bißchen“ erwies sich als 2 Stunden 🙂 und so waren wir erst um 16.00 Uhr in Neiva.

Unser Hotel liegt nur 200 m vom Busbahnhof entfernt , Sparfüchse wie wir brauchen dafür kein Taxi (außerdem haben wir uns gerade 7 Stunden lang den Hintern platt gesessen 🙂 ) , also Rucksack auf, maps.me an und los…

3 Minuten später werden wir von einem aufgeregten Kolumbianer gestoppt, wir verstehen ,nix außer das Wort Telefon! was will er bloß? Telefonieren? Er hat doch selber ein Handy in der Hand !!!! Lach! Er hat nicht nur ein Handy, nein, er hat auch eine Translator-App und so wissen wir kurze Zeit später den Grund für seine Aufregung: Ich darf nicht mit dem Handy in der Hand rum laufen, dass würde man mir ganz schnell wegreißen. Hab ich schon mal erwähnt, dass die Kolumbianer alle super nett sind? Also fragen wir uns durch und finden auch so kurze Zeit später unser Hotel,  kurz einchecken   und dann ab, die nette Stadt suchen.

Leider stellt sich Neiiva als echt häßlliche Kleinstadt heraus. Lange laufen wir durch Straßenzüge (Betonung auf „Züge“) mit Motorradrepartur- und Ersatzteilgeschäften, gefolgt  von Straßenzügen mit Fahrradersatzteilen und Werkstätten. Dann folgen Straßen mit Tierfutter oder lebenden Hühnern, Küken,  Katzen- oder Hundebabys, alle gehalten in winzigen Käfigen 😡 – Augen geradeaus, können  keinen Hund an Bord gebrauchen.

Dann endlich sind  wir in der City, nettes Restaurant Fehlanzeige, wir quälen uns ein trockenes Hähnchen rein, ertränken das noch in Bier und dann nix wie weg hier.

Morgen geht es nach Villavieje, dort wird es hofffentlich netter sein

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Wir sind dann mal unterwegs

Unsere Reiseroute ist ausgearbeitet! Wochenlange Beschäftigung mit dem PC macht´s möglich, ob aber nun auch alles klappt, wie geplant… wir werden sehen.

Von Santa Marta aus fliegen wir erstmal nach Bogota und von dort aus gleich weiter mit dem Bus nach Neiva, von wo aus wir am nächsten Tag die rote und graue Wüste besuchen werden. Anschließend ist San Agustin  geplant, wo wir auf den Rücken der Pferde und in Jeeps einen archologischen Park erkunden wollen. Weiter geht´s mit dem Bus nach Popayan und einem Marktbesuch in Silvia, von dort aus nach Salento und Wachspalmen gucken ,  zum Schluß Medellin, eine 3-Millionen-Einwohner-Stadt. Alles jeweils mit Bussen und ohne Spanischkenntnisse 😯  🙄  😯 , aber wofür gibt es denn die Google-Übersetzer-APP?

Die Hotels für die ersten Tage sind vorgebucht und dann sehen wir mal weiter, je nachdem, wie lange wir an einem Ort bleiben wollen. Wir schätzen, das wir i 14 Tagen zurück sind

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Kurioses Ley Seca

Eine Meldung bei Facebook schreckt uns hoch, ab Samstag 18.00 Uhr bis Montag 18.00 Uhr gäbe es keinen Alkohol zu kaufen, weder im Geschäft noch in den Lokalen !!!!!

„Ley seca“ heißt es hier in Südamerika – das trockene Gesetz! Eine Volksabstimmung ist angesetzt und die Leute sollen wählen und nicht saufen gehen. Wir nehmen das gar nicht so ernst, bis wir im Supermarkt vor Regalen stehen, die mit undurchsichtiger Plastik verhängt sind. Nicht mal gucken darf man mehr  😉

Hat aber auch nix gebracht! Es war die 4. Volksabstimmung dieses Jahr und die Leute wahlmüde. 450.000 Tausend Stimmen fehlten um, man glaube es kaum, um ein Gesetz           g e g e n Korruption heraus zu bringen. O-Ton Frank: Die sollten besser mit 1 Woche anschließendem Alkoholentzug bei zu geringer Wahlbeteilung drohen, wäre manchmal vielleicht hilfreicher 🙂

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Ein Event, ein Event und geschenkte Peso´s

Große Dinge bahnen sich scheinbar an! Seit Tagen wird aufgebaut und ran gekarrt, wir beobachten staunend die täglichen Fortschritte. Der Platz an der Marina eignet sich für vieles, die Kulisse ist zauberhaft und wurde schon für viele Veranstaltungen genutzt. Das Kommende jedoch übertrifft bei weitem alles.

Eine riesige Bühne mit Dach entsteht,  Scheinwerfer werden montiert, um das ganze Gelände wird ein äußerst netter Zaun gezogen, der wiederum tagelang mit kleinen Bäumen, Palmen oder auch kleinerem Grünzeug geschmückt wird, so das die Gäste innerhalb des Zaunes wirklich eine Garten- bzw. Urwaldatmosphäre verspüren werden.

Der Boden wird erst mit Folie ausgelegt und anschließend wird ein stabiler schwarz/weißer Filzteppich darauf verlegt. Man kann den Gästen wahrscheinlich nicht zumuten, sich auf schnöden, aber netten Pflastersteinen zu bewegen.

Angefangen haben die mit dem Aufbau am Mittwoch, am Samstag werden dann noch LKW-weise Stühle und Tische angekarrt, während auf der Bühne diverse Sänger und Bands Soundchecks machen. Die Bilder habe ich noch Mittags mit dem Handy gemacht. 1 Stunde später wollte ich noch ein paar mit dem Fotoapparat schießen, NO !  Nix geht mehr! Kein Durchkommen mehr, gesperrt und auch vom Zaun aus wurden Fotos verboten! Dann eben nicht!

Wir erfahren, dass dieser ganze Aufwand für tatsächlich nur einen einzigen Abend statt gefunden hat. Ob es hier einen kostspieligen Kartenvorverkauf gab oder ob es sich um geladene Gäste handelte…. das bekommt der Yachti nicht mit. Teilnehmen könnte er sowieso nicht, da bei den Herren das weiße Jacket und bei den Damen das lange Kleid zur Pflichtgardrobe zählte.

Wir sind hier so einiges an musikalischer Lautstärke in den letzten Wochen gewöhnt gewesen, sei es von den angrendenen Lokalen oder von Strandfestivals oder von… und so sind wir doch sehr verwundert, als am späten Nachmittag einer der Dockhandjungs uns einen Gutschein über 80.000 Pesos für ein angrenzendes Marinalokal überreicht mit den Worten: Wir wären ja für die Marina sooooo wichtige Leute und man würde sich im Vorfeld schon mal ganz dolle entschuldigen für den Krach, der am Abend auf uns zukommen wird.

Eine sehr nette Geste, zumal sich der Geräuschpegel wirklich in Grenzen hielt und wir mal wieder auch aus der 1. Reihe mit einem Feuerwerk verwöhnt wurden.

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Ein ganzes Kaufhaus voller Plastik

Tupper läßt grüßen bzw. nein, Tupper kann überhaupt nicht mithalten bei dem Angebot hier. Eigentlich ist es mehr ein Haushaltswarengeschäft, aber das Plastikangebot überwiegt. Sprachlos stehe ich vor einem Regal mit Küchensieben

Wer hier nicht die richtige Größe in der richtigen Farbe findet, dem ist nicht mehr zu helfen 😉

 

Auch bei den Mülleimern sollte für jedes Herz was dabei sein 🙂

Schüssel rund, viereckig, rechteckig, mit Zipverschluß, ohne Deckel – meine Augen strahlen 😛 , Frank bekommt eine Krise und zerrt mich weg 😡

 

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Hier ist der Kunde noch König?!

Wir brauchen mal wieder einen Schweißer 😡 Wenn wir den Windgenerator laufen lassen, dann vibriert der ganze Geräteträger. Frank vermutet eine offene Schweißnaht, so gehen wir ins Marinabüro und fragen, wo wir denn einen Schweißer finden könnten. 3 Minuten später sitzen wir bereits in einem Golfcart und einer der Dockhandjungs fährt uns rüber zu der gegenüber liegenden kleinen Werft. Dort sitzt in einem winzigen Container Karen, die den Rest für uns managen wird. Heißt, sie besorgt jemanden von außerhalb und wird uns per E-Mail informieren, wann der Schweißer am nächsten Tag (???) zur Vorbesichtigung zu uns an Bord kommt. Hoppla, so schnell ? Uns ist es recht, sind wir ja immer nur kurz hier zwischen unseren Trips. Das Golfcart hat derweil auf uns gewartet und bringt uns auch wieder zurück. Ein Fußweg von 5 Minuten wird einem Kunden hier nicht zugemutet 😉

Und tatsächlich erscheint Karen samt einem weiteren Marinaangestellten sowie dem Schweißer am nächsten Nachmittag bei uns am Steg. Zwar nicht wie angekündigt gegen 16.00 Uhr sondern fast 2 Stunden später, aber da will man nicht meckern 😉 . Sie beäugen  die winzige Stelle, die nachgeschweißt werden muß und man diskutiert zu 3. (also ohne uns auf spanisch) wann und wo man die Arbeit am nächsten Tag (Oho!) erledigen kann. Karen übersetzt für uns ins Englische, super Service, alleine hätten wir uns nie verständigen können. Eigentlich müßten wir dafür mit dem Schiff zum Servicedock der Werft, aber da haben wir natürlich so überhaupt keinen Bock drauf für eine Mininaht. Und so erscheint der Schweißer tatsächlich sofort am nächsten Morgen p ü n k t l i c h , die obere Geräteträgerabdeckung wird an 3 Stellen nachgeschweißt und er ist nach einer halben Stunde wieder weg.

Das war im Ganzen ein super Service, blöd nur, dass der Geräteträger noch immer stark vibriert, wenn der Windgenerator läuft 😡 und Frank somit ratlos gucken läßt! Aber da naht Jost von der SY Serenity 🙂 .  Jost und Susanne hatten wir in Bonaire kennen gelernt und sie sind hier in Santa Marta angekommen, während wir den Amazonas angehimmelt haben. Jedenfalls gibt Jost Frank den Rat, mal die Abstände der 3 Flügel zu überprüfen, die müßten bestimmt nachjustiert werden. Frank will/kann das nicht glauben, mißt aber natürlich trotzdem nach und siehe da, Jost hat recht. Neu justiert und nix vibriert mehr! Wieder was gelernt! Danke, Jost 🙂

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Leticia – der letzte Tag und letzte Eindrücke

Den Vormittag genießen wir am Pool, wobei ich mir glatt mal wieder den Bauch verbrenne. Bin einfach keine Sonne gewöhnt 😉 .

Inzwischen gehört ein TukTuk auch zu unserem Standardbewegungsmittel. Einfach an die Straße stellen und Hand heben. Eins von 10.000 bleibt mit Sicherheit innerhalb von 10 Sekunden stehen.

Was in Santa Marta die kleinen gelben Taxis sind, ist hier das TukTuk. Für 4000 Pesos (1,20 Euro) fährt es einen von A nach B und ist somit hauptsächlich für die Einheimichen und nicht nur für die Touris.

Wir gehen am Ufer eine Betonbrücke/-steg lang wofür die genau gebaut wurde und wer die gesponsert hat, dass erschließt sich uns nicht genau. Für Touristen? Glaube ich nicht! Für die hier wohnenden Anwohner, damit die während der Regenzeit trockenen Fußes in den Ort können? Aber warum hat man dann zwischendurch diese runden Aussichtsplattformen eingebaut? Und noch wichtiger, warum sind im Geländer keine Aussparungen, so dass die Anwohner von ihren Häusern aus den Steg auch erreichen können?

So haben sich die Anwohner selber Holzstege gebaut, diese an dem Geländer befestigt und nun müssen alle, egal ob Schulkind oder Oma, immer nett übers Geländer klettern 🙂

auch wenn es nicht so aussieht, das ist „bewohnt“

Diese ganze Stelzensiedlung ist schon beeindruckend, aber ….Zum Abschluß besuchen wir noch den Santander Park mitten im Ort, wo kurz vor Sonnenuntergang tausende kleine grüner Papageien auf der Suche nach einem Schlafplatz einfliegen sollen. Um 17.00 Uhr suchen wir uns eine Bank und tatsächlich füllen sich die Plätze in den Bäumen rund um den Park mit immer mehr Papageien. Es herrscht eine wahnsinnig laute Geräuschkulisse, denn scheinbar haben sich die Kollegen eine Menge zu erzählen, bevor sie die Augen schließen. Um 17.45 Uhr sind nicht Tausende, nein, es sind inzwischen bestimmt Zehntausende in den Bäumen und wir denken, das war´s jetzt aber bestimmt. Frank hat Hunger, drängt auf Szenenwechsel und da geht es erst richtig los. In einer 1/4 Stunde ist es dunkel und jetzt kommen sie erst recht. Die nächsten 10 Minuten ist der Himmel voller kleiner schwarzer Punkte – da kommen Hunderttausende – es reißt nicht ab – unglaublich, wo die alle Platz finden sollen!

Kann man was erkennen? Jedenfalls war es ein unglaubliches Erlebnis – wunderschön 🙂

 

Leticia – wir sagen Tschüss – schön war es hier und wir haben die Reise zu dir nicht bereut

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Ceviche und Pirarucu

Heute steht wieder Brasilien auf dem Programm und das nicht nur der schönen Aussicht auf den Amazonas wegen, nein… wir (äh… ich 😯 ) wollen von Kolumbien nach Brasilien, um dort peruanisch Essen zu gehen. Das kann man eben nur hier 🙂

Unser Reiseführer preist ein peruanisches Lokal auf der brasilianischen Seite hoch an, im „San Jorge“  soll es das beste Ceviche überhaupt geben und so steht am späten Nachmittag ein riesiger Teller voll  k a l t e m Fisch vor uns.

Frank probiert und ist erst mal entsetzt. Das Essen ist ja kalt 😡 – stimmt, hatte ich im Vorfeld vergessen zu erwähnen. Ceviche ist mit Zitronensaft gegarter Fisch und somit nun mal kalt. Aber nachdem der 1. Schock überwunden war, schmeckte es sehr gut und zumindest Frank Teller war ruck zuck weggeputzt.

Gut, besser finde ich Fisch jedoch warm serviert. Eine Spezialität ist der im Amazonas heimische Pirarucu, der eine Länge von 4,5 m und 200 Kg erreichen kann. Da er inzwischen überfischt ist, darf er während der Laichzeit nicht gefischt oder verkauft werden, wobei sich die heimischen Fischer und kleinere Lokale wohl nicht alle daran halten. Wir schauen mal nicht so auf die Mark bzw. auf die Pesus, wählen ein gutes Lokal und geben unglaubliche 9,50 Euro für diesen Teller aus:

270 gr. herrlich weißes Fischfilet ohne eine einzige Gräte – ein Traum

Und da sag noch mal einer, in Kolumbien könnte man nicht gut und lecker essen gehen.

Vorher jedoch genießen wir nochmal die turbulente Atmosphäre des Amazonas

und nehmen Abschied vom Amazonas.

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Jungletour Tag 2

OH MEIN GOTT… war mir/uns kalt heute Nacht. Frank hat´s gefreut, schließlich war ich schon Monate nicht mehr so kuschelfreudig 😉 . Wir hatten das 1. Zimmer in dem 8er-Block, somit hatten wir 2 Fenster, eins zum Fluß, eins zur Seite. Nicht verschließbar und so zog es wie Hechtsuppe! Irgendwann hatte ich statt 1 dann 2 T-Shirts an, den breiten Schal um Bauch und Beine gewickelt,  Socken an und  rückte Frank immer näher auf die Pelle. Um 5.30 Uhr weckten die ersten Hähne und das Küchenpersonal klapperte mit den Töpfen. Wir ignorieren sämtliche Weckversuche und zittern weiter im Dämmerschlaf vor uns hin. Dann aber geht´s los – anstehen zum Zähneputzen 😡 , geduscht wird heute nicht (die Duschen sind übrigens jeweils mit in den Toilettenkabinen und die wollen wir ja morgens nicht gerade blockieren 😉 ).

Nach dem Frühstück  – nächstes Highlight – Piranhas f ü t t e r n  🙂 . Wir fahren mit dem Boot um die Ecke, jeder von uns bekommt einen Ast mit Angelschnur und Haken in die Hand. Miquel schneidet schlabbrige Hähnchenhaut und kleine Fische in kleine Stückedie anschließend mehrmals um den Angelhaken aufgepickt werden.  Aber die Viecher sind schlau, ob groß oder klein, inzwischen hat sich bei denen rumgesprochen, dass man den Köder nur seitlich abfressen darf. Und das geht ruck zuck – kaum ist der Haken im Wasser, merkt man schon das „Gezupfe“ – 30 Sekunden später ist der Haken leer 😡 Die haben einen Hunger, die Viecher :mrgreen:

Frank hat als 1. Glück

Nach 1 Stunde ist ein Piranha mit samt meinem Angelhaken abgehauen, somit hatte ich dann Zeit zum Relaxen

Wir und insbesondere ich haben vorher nicht vermutet, dass uns das Piranhaangeln Spaß machen würde, war aber echt witzig und gerade für mich das 1. Angeln meines Lebens 🙂

 

 

Die gesamte Ausbeute nach 2 Stunden angeln mit 4 Mann + 1 Frau

Anschließend geht es zurück zur Unterkunft, die Schüssel wandert in die Küche und kommt nach 30 Minuten zurück zu uns auf den Tisch zwecks Lunch 😯

😡 😡 😡

Frank und ich halten uns an die lauwarmen Nudeln mit Salat und überlassen es den spanischen Jungs, das bißchen Fleisch von den Gräten zu knabbern *schüttel*

Und dann ist unser Regenwaldausflug auch schon beendet 🙁  , aber noch nicht ganz, wir müssen ja wieder zurück mit unserem Schleichboot und sind somit erst gegen 16.00 Uhr in Leticia – ab ins TukTuk und ab unter die Dusche. Eigentlich war geplant, am Freitag noch mal eine kleine Schiffstour auf dem Amazonas zu machen, die fällt definitiv aus. Wir sind jetzt genug Boot gefahren 😉 .

Fazit: Es war nicht so, wie wir es uns vorgestellt haben, aber es war okay. Es war lustig, auch unsere Unterkunft haben wir mit einem lachenden Auge hingenommen und wilde Tiere kann man bzw. sollte man auch nicht zwingen, in Erscheinung zu treten. Wir haben den Ausflug nicht bereut, auch wenn er kein Vergleich zu unseren Asien-Dschungel-Touren war.

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Jungle-Trip

Los geht´s ab Leticia, ein Stück den Amazonas runter und dann rechts rein in den Rio Yavary mit einem kurzen Stop in der brasilianischen Stadt Benjamin Constant und weiter bis nach Sacambu

Unser Luxusboot für die nächsten 2 Tage

Wir finden unser Boot geil, so wollten wir das und nicht eines der Schnellboote, wo man hintereinander mit Schwimmwesten sitzt und über den Amazonas bzw. den Rio flitzt, wie es die Tagesausflüger tun müssen aus Zeitgründen. Franks Befürchtung, dass es sogleich in den Rio Yavary geht, ohne das man das Fahren auf dem Amazonas ausreichend genießen kann, stellt sich als unbegründet dar. Leider haben wir mal wieder Pech mit dem Wetter. Kaum buchen wir einen Ausflug, zack… der Himmel ist bedeckt – von Sonne keine Spur *traurig guck*

Diese braune Brühe um uns herum ist das Amazonaswasser – nicht besonders einladend, oder?

  1. Stop ist die brasiliansche Stadt Benjamin Constant. Für 30 Minuten! Warum? Hatten wir das so gebucht? Der Grund erschließt sich uns und unseren 2 jungen spanischen Mitreisenden nicht so richtig.

Unser Guide und unser Bootsfahrer Daniel machen in der Zwischenzeit Frühstückspause, nun… vielleicht war das ja der Grund unseres Aussetzens 😉

Egal, mir paßt es ganz gut, habe ich aber eigentlich keine Augen für die Atmosphäre des Ortes, der Marktstände oder der Fischhalle…. ich brauche mal wieder eine Klo! Mano! Alte Frauen, ich sach dir! Nach 20 Minuten werde ich fündig. Direkt am Markt, ich blicke noch mißtrauisch durch die Tür, als mir ein alter Mann zu verstehen gibt… Si, si usw. – na dann. Oh je, 2 Kabinen, keine TÜR! Hardcore-Pinkeln also! Natürlich keine Spülung, sondern großen Wasserbehälter im Eingangsbereich zum Schöpfen. Ich hab noch nicht ganz die Hose auf, da schaut schon der 1. junge Mann um die Ecke. Egal, ich muss jetzt :mrgreen: Anschließend kann ich den Ort dann auch für die restlichen 5 Minuten genießen:

Ich frage mich, wie die diese ganzen Motorräder hier hin bekommen, denn auch Benjamin Constant ist nur per Schnellboot von Manau aus in 31 Stunden oder 7 Tage in langsamen Booten zu erreichen.

Phiranas und andere Leckereien

30 Minuten später ist die Frühstückspause beendet und wir dürfen wieder einsteigen 😉

Weiter gehts – den Rio Yavary rauf – links gleich wieder ein Ort, diesmal ein Peruanischer! Wir müssen aber nicht aussteigen 🙂 und für die nächsten 3 Stunden sieht die Gegend so aus:

Das ist die 1. Stunde wunderschön, anschließend *gähn* uns allen fallen die Augen zu und ich heimlich wünsch ich mich auf ein Schnellboot 😉 . Wir 4 werden jedoch immer wieder aus dem Schlaf hochgeschreckt, weil das Boot stoppt. Wir lernen, wenn Boot stoppt, dann Delphine in der Nähe und den Blick nach dem Handzeichen des Guides richten. Rosa Delphine sind versprochen worden (die leben tatsächlich hier im Amazonas) ich persönlich sehe einmal einen rosa Rücken, die andern Rücken sind alle grau, grau, grau. Und sie tummeln sich auch immer in sicherer Entfernung zu unserem Böötchen, haben keine Lust auf Touris. Die spanischen Jungs sind begeistert, nun wir auch, aber wir sind ja inzwischen daran gewöhnt, dass Delphine mit unserem Schiff spielen und wir sie quasi handnah erleben dürfen. Furchtbar, wenn man schon so verwöhnt ist *grummel*.

Gegen 13.00 Uhr erreichen wir unsere Übernachtungsmöglichkeit für heute Nacht. Das ist…. jaaaaaaaaa …….. wie soll man sagen?

Unser Schlafkämmerchen – ohne eigenes Bad, ohne Lichtschalter. Den Lichtschalter hatte nur einer von 8 Zimmern und wenn der den betätigte, Hurra!!!! Dann hatten wir alle Licht!

Und nach oben offen sind die Kämmerchen auch, es gab also keine Decke, so wissen wir später auch, das mindestens einer unserer spanischen Jungs nett schnarcht und sich das französiche Pärchen nebenan noch lange schön unterhalten hat. Gott sei Dank n u r  unterhalten 😉

1 kleines Waschbecken mit Spiegel für 16 Zimmer – wenn das nicht rationell ist !

Und davon gab´s 4 Stück – haben gereicht, freiwillig hat sich hier niemand lange aufgehalten 😉

Was soll ich sagen…

1. flashpackergeeignet war das nicht und

2. nie wieder ohne meinen Alltours 🙂

Genau hingucken – der hauseigene Kaiman (mittig)

Der kurz nach der Ankunft servierte Lunch war jedoch sehr sehr gut, da kann man nicht meckern. Anschließend die Ansage – 1 Stunde Mittagsruhe , erst um 14.30 Uhr geht es weiter. Puuuuhhh! Wir haben uns doch den ganzen Morgen ausgeruht, wir wollen jetzt los, Regenwald gucken! Tja, aber das Wetter spielt eh nicht mit, inzwischen gießt es und so nutzen wir zwangsweise doch erstmal die witzigen Hängematten.

Pünktlich zur Regenwaldbesichtigung ist es aber dann wieder trocken und die Dschungelgeier (echte Schwarzkopfgeier) hocken mit ausgebreiteten Flügeln auf der Wiese und trocknen. Allein der Anblick entschädigt für vieles *lach*

Unser Guide Miquel mit der Machete vorne weg, wir hinterher:

Weit oben in den Gipfeln sehen wir zwischendurch auch mal Affen bzw. Äffchen. Hier wäre vielleicht ein Fernglas angebracht gewesen. Nach 2 Stunden sind wir zurück am Boot und es geht zum nächsten Highlight – Kaimane gucken! Wir steuern eine kleine Ausbuchtung an und machen unser Boot an einem Stock im Wasser fest. Der Stock ist bestimmt nicht umsonst im Wasser verankert worden, gleich kommen sie bestimmt, die Kaimane. Es ist 17.30 Uhr und Miquel meint, die Kaimane kommen erst nach Einbruch der Dunkelheit. Äh… nun, dunkel wird es erst um 18.00/18.15 Uhr – und so sitzen wir nun da. Während Miquel uns mit Geschichten von verschiedenen Indiostämmen unterhält, die noch immer einsam in weitentlegenden Amazonasgebieten leben, beobachten wir aufmerksam in freudiger Erwartung das Ufer. Da tut sich nix und unruhig frage ich nach, ob denn wirklich j e d e n  Abend die Kaimane kommen. Si, Si…. Immer! Die können nur im Dunkeln gut sehen und so ihr Futter Frösche, Fische, Vögel, fangen. Obwohl, Vögel gehen doch im Dunkeln schlafen, oder? 18.15 Uhr – es tut sich nix und wir lösen die Leine. Über eine Stunde fahren wir die Ufer ab, während Miquel mit seiner Taschenlampe versucht, die Kaimane zu erspähen. 2, 3 x gibt er wilde Zeichen an Daniel, der dann in ein Gebüsch braust. Ich denk noch, was denn, wollen wir Kaimane gucken oder überfahren? Und dann endlich, Miquel greift ????  ins Gebüsch (unverständlicherweise völlig angstfrei) und hat einen!!!!

Oh mein Gott, da hatte ich mir doch schon was Größeres vorgestellt 😉 Der kleine Kerl ist höchstens 25 cm lang und in Schockstarre verfallen. Darf aber 5 Minuten später nach ausgiebiger Bewunderung wieder zurück ins Gebüsch. Gut, das war jetzt ein bißchen enttäuschend, aber im Dunkeln in totaler Stille am Regenwald vorbei zu fahren, das hatte was 🙂

Wir gehen noch mal kurz an Land und suchen Spider (äh… im Dunkeln *schüttel*), als einzige Frau bin ich hocherfreut, dass wir keine finden 🙂 .

Um 8.00 Uhr gibt es Dinner, um 20.30 Uhr heißt es gute Nacht

Ups, habe mich mal wieder verplaudert, was 😉 – genug Text und genug Bilder für heute, dann geh ich jetzt besser auch mal in unser Kämmerchen

 

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