Jamaika – Morant Bay Town

Die Offiziellen vom Customs sind pünktlich um 11.00 Uhr da und auch wir können selbstständig aufgrund eines einsatzbereiten Dinghy übersetzen. Wieder werden wir freundlich willkommen geheißen, wieder müssen diverse Formulare ausgefüllt werden. Wir werden darauf aufmerksam gemacht, dass wir 24 Stunden, bevor wir diese Bucht (nicht Jamaika) verlassen, durch die Coastguard die Customs informieren müssen. Die kommen dann wieder über die Berge angereist und geben uns die Ausreisepapiere für den nächsten Ort. Echt aufwendig hier, nun gut! Wir sind nur Gast in diesem Land und sollten nicht….

Erst mal jedoch brauchen wir Geld, vorzugsweise jamaikanische Dollar! Der nächste ATM ist jedoch in der nächst großen ca. 30 Busminuten entfernten Stadt Morant Bay. Ein Taxi dorthin wird uns empfohlen, wir aber gehören ja zu der Gattung „arme Segler“ und entscheiden uns für die auch hier wieder üblichen Public Busse. Wir ziehen unser Dinghi bei der Coastguard an Land, abschließen braucht man es hier nicht, die Jungs haben ein Auge drauf. Dann geht es ca. 20 Minuten eine Schotterstraße mit ein paar Häuschen dran lang. Freundlich werden wir überall gegrüßt, sowie auch von den beiden Damen des hier zugehörigen Straßen-Ausschanks. Wir versprechen, auf dem Rückweg für ein kaltes Bier vorbei zu schauen.

An der Hautstraße halten wir kurze Zeit später einen dieser kleinen Busse an und da wir ja noch keine einheimische Währung haben, dürfen wir in US-Dollar bezahlen und bekommen das Wechselgeld in Jamaikadollar zurück. Klappt prima! Die Fahrgäste unterhalten sich untereinander, ich versteh kein Wort. Jamaika soll doch englischsprachig sein, was quatschen die denn hier?

25 Minuten später stehen wir in einer fremden Welt. Wir merken sofort, dass hier ist nicht Südamerika, willkommen zurück in der Karibik und trotzdem wieder völlig anders und etwas befremdlich. Nicht das wir uns unwohl oder ängstlich fühlen, aber eben anders. Es gibt einen überdachten Publicmarkt und auch hier wird schnell klar, wir sind tatsächlich wieder in der Karibik. Es gibt Möhren, Weißkohl, Tomaten, Kürbis und Yamwurzeln. Fertig! Die Eisbergsalate haben die Größe eine Neugeborenenkopfes, man könnte sie quasi im Ganzen essen *hahaha*. Obst????? Oje, ich bin ja so verwöhnt. Es gibt Bananen für Frank – gut, der ist schon mal versorgt. Ansonsten gibt es grüne Apfelsinnen, 1 bis 2 teure Papaya und sauteure Wassermelone. Das war´s. An die Preise müssen wir uns auch erst wieder gewöhnen.

Wir suchen den örtlichen Supermarkt auf und machen uns mit dem Warenangebot vertraut. Merkwürdiger Weise gibt es keine Obst/Gemüseabteilung und auch keine Fleisch, weder frisch noch gefroren. Da macht mich Frank auf ein Gitter in der Wand aufmerksam, vor dem Leute Schlange stehen. Ups, das ist sie ja, die Fleischabteilung! Ohne Auslage! An der Wand lediglich kleine Din-A-4-Zettel mit dem, was es so gibt inkl. Preise. So was wie Schweineschwänze und Hühnerfüße etc. – Hähnchenbrust ist nicht aufgeführt. Danke, ich werde wohl wieder zum Vegetarier werden.

Wir brauchen erst mal was zu trinken und so machen wir uns auf die Suche. Natürlich gibt es hier keine nette Gastronomie mit schattigem Außenbereich, nett am Wasser gelegen. Die Südküste Jamaikas, für die wir uns mit Bedacht entschieden haben, ist völlig untouristisch. Hier gibt es keine Hotels, keine Schwimmingpools und nicht mal Backpackerhostels. Nur Jamaikaner 😉 Und so sind wir heute zu 100 % auch die einzigen Touristen hier in der Stadt. Es dauert eine Weile, bis wir eine einheimische Kneipe finden, denn die sind hier gleichzeitig auch Spielhölle. Zu jeder Theke gehören scheinbar eine Vielzahl von Wandspielautomaten, wo man sich die Zeit mit Poker oder ähnlichem vertreibt, während man einen Joint nach dem anderen raucht. Nach dem ersten Localbeer fühlen auch wir uns leicht high;-) . Die Arbeitslosigkeit und Armut ist hier auf der Südseite sehr hoch, aber für die Spielautomaten und die Joints scheint es zu reichen.

Wir machen uns auf den Rückweg, heißt, wir versuchen heraus zu finden, von wo aus die Busse in Richtung Bowden Harbour starten. Da hält neben uns ein Bus und der Fahrer fragt, ob wir z u r ü c k wollen – hä? Tatsächlich ist es der Selbe, mit dem wir hergefahren sind. Welch netter Zufall! Der Busfahrer hat wohl Feierabend und fährt eh in die Richtung zu sich nach Hause. Er bringt uns sogar noch ein Stück die Schotterstraße lang bis zu dem Ausschank, dessen Besuch wir ja versprochen hatten. Der Ausschank ist mehr so wie eine Klümpchenbude bei uns in Deutschland, nur dass es hier unter anderem auch Toilettenpapier und sowas gibt neben kühlen Getränken. Im halb halbfertig gefliesten Nebenraum steht eine rückenlose Bank neben Werkzeug und Bananenstaude, ein Holzschemel und natürlich 3 Wandspielautomaten. Und auch hier wird freudig Geld investiert.

 

Alles in allem war das heute ein schöner Tag und ein schöner Ausflug – so, und genauso wollten wir Jamaika erleben bzw. erkunden.

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Ankunft in Jamaika – Port Morant/Bowden Harbour

Um 9.00 Uhr morgens ist es soweit, wir haben Jamaika erreicht und laufen in die große Bucht von Port Morant ein. Und gut, dass wir das nicht nachts gemacht haben, denn es gibt nur noch eine einzige beleuchtete grüne Tonne. Der restliche ungefährlich ausreichend tiefe Weg ist mit angemalten Stöckern markiert, die man im Dunkeln natürlich nicht sieht. Zwei weitere Segelschiffe liegen bereits hier gegenüber der Coastguard vor Anker, beide unbewohnt, wie wir später feststellen. So sind wir also ganz alleine hier, wenn man mal von der hier auf der rechten Seite stationierten Coastguard und den kleinen Fischerbooten auf der linken Seite absieht 😉

Port Morant ist Einklarierungshafen, auch wenn hier weder Customs noch Immigration stationiert sind, die Offiziellen kommen extra für einen über den Berg aus Port Antonio angefahren. Man muss sich nur per Funk bei der Coastguard anmelden und die kümmern sich um alles Weitere. Toller Service, der Werktags auch noch kostenlos ist. Nach erfolgreichem Ankermanöver melde ich uns also an und man gibt mir in einem ganz merkwürdigem Englisch (Jamaika-Dialekt?) zu verstehen, dass man uns aufsuchen wird, sobald die Dame von der Gesundheitsbehörde da wäre. Schnell klaren wir unser nach 4 Tagen auf See doch recht unordentliches Schiff auf, säubern die Küche und verstecken das restliche noch frische Gemüse. Ich weiß nicht ob es stimmt, aber ich hatte gelesen, dass man das nicht einführen darf. Und man kann ja nie wissen, wie ernst die das meinen und ob ev. In den Kühlschrank geschaut wird.

Wir schaffen es noch, zu frühstücken und dann sind sie da, die vielen Uniformierten sowie die Gesundheitsdame. Das große Coastguardboot legt bei uns an und mit 6 Mann sitzen sie bei uns im Cockpit und füllen ihre Formulare aus. Aber alle sind super nett und freundlich, sprechen aber eben ein doch sehr unverständliches Englisch. Bis auf die Dame vom der Gesundheitsbehörde, die zwischenzeitlich für uns übersetzt. Diese fragt uns auch woher wir kommen, wie lange wir dort waren usw. – die schärfste Frage ist, ob wir Ratten an Bord haben. Na danke! Das will ich ja mal nicht meinen, dann würd ich nämlich ausziehen 😉 .

Und tatsächlich will sie unser Boot besichtigen, blickt in den Kühlschrank und läßt sich von mir unsere Lebensmittel zeigen. (Äh… natürlich nur die, die ich ihr zeigen will, meine abgelaufenen Dosen in der Bilge verheimliche ich 😉 ) . Die Dame ist jedoch zufrieden, wir bekommen einen Stempel und dürfen die gelbe Quarantäne-Flagge einholen. Custom und Immigration würden dann im Laufe des Nachmittags vorbei schauen…. ACH? Wenn die noch kommen, wer sind denn dann die ganzen anderen Herren, die hier gerade ihre Formulare ausfüllen? Nun, von der Marinepolice sowie eben von der Coastguard, werden wir aufgeklärt. Manoman, was für ein Aufwand hier. Die Gesundheitsbehördendame macht noch diverse Selfies von sich hier auf dem Boot, so oft scheinen keine Schiffe hier einzuklarieren. Ich war leider viel zu aufgeregt mit diesen vielen Menschen auf unserem Schiff, um an nette Fotos zu denken.

2 Stunden später wird uns über Funk mitgeteilt, dass die Immigration eingetroffen ist. Locker melde ich, dass wir ja da sind und die Herren rüber kommen können. Es dauert eine Weile, bis ich op des Jamaikadialekts begriffen habe, dass nicht wie vorhin diese zu uns kommen, sondern dass wir zur Coastguard kommen sollen. Ach du Schei….! Das hatten wir so nicht verstanden, wir können nämlich gar nicht rüber machen. Unser Dinghi liegt noch fest verschnürt auf dem Vorschiff und hat nach ungenutzten 5,5 Monaten auch kaum noch Luft drin. Im Motor ist kein Benzin und insgesamt bräuchten wir mindestens 1 Stunde, um startklar zu werden. Wie überaus peinlich ! Aber die Coastguard-Jungs sind echt super und nett, sie holen uns mit ihrem großen Boot ab und bringen uns auch wieder zurück, nachdem wir wieder diverse Formulare ausgefüllt und einen Stempel in unseren Pässen haben. Die Customs werden erst am nächsten Tag kommen und wir versprechen, bis dahin unser Dinghi einsatzbereit zu haben.

Um 20.00 Uhr können wir beide unsere Augen nicht mehr aufhalten. Der Schlafmangel der letzten 4 Tage macht sich bemerkbar und wir freuen uns auf 12 Stunden ununterbrochenen Schlaf 🙂

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Überfahrt nach Jamaika

Um 11.45 ist es soweit, wir haben unsere Zarpe in der Hand und die Päße zurück. Um 11.48 lösen wir die Leinen, verlassen den Hafen und ankern kurz in der Bucht. Ich zwinge Frank ins Wasser, um unseren Unterwasserteppich (für dessen Entfernung wir vor 1 ½ Monaten schon mal viel viel Geld bezahlt hatten) zu entfernen, damit dieser uns nicht zusätzlich zum sowieso schon wenigen Wind verlangsamt. Diese Stunde Aufenthalt wird mir 3 Tage später noch ums Maul geschmiert werden *grummel*

Keine Ahnung, was sich Wetterwelt, Windy und andere Windvorhersageprogramme so denken mit ihren Vorhersagen – stimmen tun die alle nicht hier in dieser Gegend. Man muss wohl grundsätzlich 5-10 Koten dazu rechnen. Angesagt war vor der Küste die ersten Stunden ein 2er-Wind (also nix), dann ein 3er und ab nachts dann endlich ein segelbarer 4er. So wundern wir uns dann nach 10 Minuten bereits, dass wir doch die Segel setzen können. Nach einer halben Stunde zeigt unser Windanzeiger 30 Knoten, in Boen 35. Das ist ein fetter Wind mit 7 Beaufort. Sehr witzig! Haha!!! Nun gut, besser als motoren und ich muss zugeben, nach ein paar Stunden haben wir den angekündigten Wind und eiern mit 2,5-3 Knoten (das sind ungefähr 5 Km/h) übers fast wellenlose Wasser. Zum Eingewöhnen sehr schön und da so erwartet auch nicht schlimm!

In der ersten Nacht kreuzt eine halbe Seemeile vor uns die AidaDiva mit Ziel La Romana (Dom.Rep.)(Thorsten, hab pflichtbewußt für dich rüber gewunken *lach*) , alle anderen Frachtschiffe passieren uns jedoch in den 4 Tagen mit erheblich mehr Abstand. Ich muss sowieso sagen, das wir aufgrund von AIS und vor allen Dingen auch nachts nie Angst oder Sorgen hatten, dass uns einer dieser Dickschiffe zu nahe kommt. So war auch eine Kontaktaufnahme per Funk nie nötig.

So, die nächsten Tage frischt der Wind erfreulicherweise (und nicht wie angekündigt) auf und wir rasen trotz gerefften (verkleinerten) Segeln mit ca. 7 Knoten (also ungefähr 13 Km/h) übers Wasser. Die Welle ist wie angekündigt tatsächlich nur ca. 1 m hoch und somit haben wir wirklich mal wieder ein Rentnersegelwetter erwischt. Wären wir bereits am Sonntag los gekommen, die Fahrt wäre nicht so angenehm gewesen. Hat also alles sein Gutes!
Wir finden auch recht gut in einen Schlafrhythmus, aber Frank jammert trotzdem über Langeweile und Müdigkeit. Wir sind nun mal keine Segler.

Am Morgen des 3. Tages ist aber leider klar, wir schaffen es nicht, die Morant Cays im Hellen zu erreichen. Selbst wenn die Windstärke bleibt und wir die 7 Knoten halten können, wir werden 1-2 Stunden zu spät dort sein. Ankunft ca. 19.00/19.30 Uhr. Um 18.00 Uhr ist es dunkel und im Dunkeln einen unbekannten unbeleuchteten Ankerplatz anlaufen, ein „no go“! Schade, Schade! Ja, wenn ich Frank in Santa Marta nicht noch ins Wasser gezwungen hätte, ja dann….. da freut er sich schadenfroh, der Skipper.

Wir lassen also die Morant Cays rechts liegen und fahren durch. Problem 2: Von den Morant Cays nach Morant Bay sind es nur ca. 30 Seemeilen, bei 7 Knoten also 4-5 Stunden – Ankunftszeit 24.00 Uhr. Auch blöd, da immer noch dunkel! Und so reffen wir was das Zeug hält, bis wir nur noch mit einem handtuchgroßem Vorsegel 2,5 -3 Knoten erreichen. Das ist sowas von ärgerlich, mano!

 

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Grrrrrr!!!!!

Nachdem wir gestern Nachmittag sicherheitshalber noch mal nachgefragt haben, hieß es, alles klar – ihr könnt Donnerstag auslaufen, euer Zarpe ist morgen Nachmittag fertig! So haben wir den heutigen Tag damit verbracht, das Schiff zu putzen, den Santa Marta Dreck abzuspülen (es hat hier seit 2 ,5 Monaten nicht mehr geregnet), alles segelsicher zu verstauen und die letzten Einkäufe zu erledigen.

16.00 Uhr , Marinabüro: Kelly nickt nett und meint, alles okay, morgen NACHMITTAG könnt ihr auslaufen. Wie NACHMITTAG?  Wer geht denn nachmittags raus?  Wir wollen Vormittags auslaufen *grrrrr*. Sie greift zum Telefon und nach ein paar Minuten sagt sie mir: Wir sollen zwischen 5-6 Uhr auf dem Schiff sein, dann würde jemand vom Port of Capitanerie vorbeischauen und nachsehen, ob alles in Ordnung ist mit dem Schiff! W A S ?????????? Ich bekomme Schnappatmung! Was will man da groß gucken?  Hier hat sich das alles doch schon einer vor ein paar Wochen angeschaut. Ich versteh´s einfach nicht. Ich rolle mit den Augen und bin stocksauer! Kelly rollt ebenso mit den Augen, kann aber nix machen und zuckt mit den Schultern.

Inzwischen ist es 16.25 Uhr – noch war keiner da – wir warten und wir haben Durst,  das Abschiedbier an der Strandpromenade wartet auf uns 👿

17.55 Uhr – keiner ist gekommen! Da das Marinaoffice um 18.00 Uhr schließt, gehe wutschnaubend nach vorne. Das Office ist offen und hell erleuchtet, der PC noch an, aber niemand ist mehr zu sehen. Ich frage nach Kelly und man deutet mir, dass sie zurück kommt. So bleibe ich vor der Tür stehen und beobachte alle Ankommenden. Nach 10 Minuten kommt ein junger Mann, der, naja halboffiziell aussieht. Er wirft einen Blick in das verwaiste Marinabüro und greift zum Handy. Das läßt mich hoffnungsfroh blicken. Und tatsächlich (man muss auch mal Glück haben *hust*) taucht auch unser Ein- und Ausklarierungsagent auf (der mir erklärt, dass er einen echt harten Job hatte, um uns auszuklarieren – okay, nächstes Mal plane ich statt 1 besser 2 Wochen für die Ausklarierung ein :mrgreen: ) und zusammen mit dem halboffiziell Aussendenden begeben wir uns zur 2wishes. Von wegen, es muß überprüft werden, ob mit unserem Schiff nun alles in Ordnung ist. Nix da! Ein Formular wird in unserer Anwesenheit ausgefüllt, kurz noch ein Telefonat geführt und uns braucht man lediglich für die Frage, wie lange wir denn bis Jamaika benötigen werden. Unglaublich! Doch halt, der Skipper mußte den Papierkram noch unterschreiben. Blind natürlich, kein Mensch weiß, was er unterschrieben hat 🙄

Angeblich wären dann morgen Vormittag um 11.o0 Uhr unsere Ausreisepapiere fertig und samt unserer Pässe abholbar. Wer´s glaubt! Noch sind wir hier nicht weg…

Aber wenn:

Wir hoffen auf eine angenehme Fahrt, der Wind ist sehr moderat (aber hoffentlich ausreichend) und die Welle nur 0,8 – 1,2 m hoch, so werden wir auch nicht mit 6-7 Knoten übersetzen, sondern froh sein, wenn wir 4 Knoten erreichen. Damit verlängert sich die Fahrt und wir werden so 4-7 Tage out of Range sein. 4 Tage brauchen wir mindestens, jedoch wollen wir ja noch 1-2 Nächte vor den Morant Cays ankern. Die liegen so ca. 30 Seemeilen vor Jamaika und sind nicht mehr wie Sandhaufen im Wasser – aber nach 5,5 Monaten Marina möchten wir mal wieder ausgiebig im Meer baden und Einsamkeit genießen.

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Und nein, wir sind noch nicht unterwegs

Nur, vor lauter Frust habe ich zur Zeit keinen Bock auf Blog schreiben 😥

Grund: Wir dürfen noch nicht ablegen 🙄

Wir hatten ja zugesichert, eine Versicherung in Höhe von 5.000.000 Pesos abzuschließen, aus der die Anwaltskosten bezahlt werden können, s o l l t e  es nachträglich noch Fragen geben. Zweimal hatten wir dazu im Büro nachgefragt, beides Mal war nix fertig! Gut, haben wir gedacht, dann nicht. Entweder die melden sich jetzt oder sie vergessen es. Pustekuchen! Beides ist nicht passiert, aber Freitag, als wir dann ausklarieren wollten, wurde man hellhörig! Ohne Versicherung dürfen wir nicht auslaufen.

Problem 1: Man hat inzwischen festgestellt, dass die Versicherungsgesellschaft für Ausländer so eine Versicherung nicht abschließen will/kann/möchte. Dies ist nur Einheimischen möglich! HÄ? Versteh ich nicht! Ein Einheimischer hat ja seinen Wohnsitz hier in Kolumbien, wird also immer mal zurück kommen , oder? Wozu braucht denn der dann diese Versicherung? So wäre es nur möglich, auszureisen, wenn wir die komplette Versicherungssumme in Höhe von ca. 1400 Euro als Kaution hinterlegen. Der Abschluß des kompletten Vorgangs könnte noch bis zu einem Jahr dauern und man würde uns dann im Nov./Dez. 2019 das Geld zurück überweisen. Das wollen und müssen wir mal glauben

Problem 2:  Die Versicherungspolice m u s s  der Port of Capitanerie von der Marina-Anwältin vorgelegt werden, die uns dann erst die Ausreisepapiere geben wird. Es ist Freitag, inzwischen 14.00 Uhr, klar, dass das heute nichts mehr wird. Und Montag ist Feiertag hier, da der 6.1. auf einen Sonntag fällt, wurde wie es hier so üblich ist, der Montag gleich mit zum Feiertag erklärt. Vor Dienstag kann man nicht mehr agieren und eventuell könnten wir Mittwoch Abend raus (wer will denn sowas?) oder ganz sicher am Donnerstag. Wer´s glaubt!

Und so sitzen wir mal wieder hier fest, während sich draußen die See beruhigt. Wind und Welle schlafen fast komplett ein. Bis wir Donnerstag auslaufen dürfen, müssen wir wahrscheinlich mit Motor anschieben und der Eimeralarm wird wohl ausfallen. Letzteres ist das einzig Positive gerade 😉 .

So, könnt ihr unseren Frust verstehen ?

Und ach ja, bei der Windvorhersage wird es natürlich doch nach Jamaika gehen. Die San Blas Inseln behalten wir uns dann wie geplant für nächstes Jahr vor.

 

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Hin und Her, Her und Hin

Wir sind mal wieder gut für  PLANÄNDERUNGEN – Betonung auf „Mehrzahl“

Segeln und Pläne, das passt so gar nicht zusammen. Genau diese Erfahrung haben wir ja bereits relativ am Anfang unserer noch nicht so alten Seglerkarriere gemacht. Blöd nur, dass wir das zwischenzeitlich immer wieder vergessen 😉

So, wie war das also mit „Jamaika“ ?

Irgendwann letzte Woche, den genauen Morgen habe ich vergessen, wurde ich um 6.00 Uhr wach. Das an sich ist nix Ungewöhnliches! Normalerweise schlafe ich 2 Minuten später wieder tief und fest ein, nicht so an besagtem Morgen. Grübel, grübel…. die Gedanken kreisten… wie kommen wir hier bloß weg? Der winterliche Passatwind hat die Strecke gen Norden voll im Griff mit Windgeschwindigkeiten von 30 Knoten, in Boen bis 45 Knoten. Dazu eine Welle von 3,5-4 m schräg von vorne. Stand im dem dicken Wälzer von Jimmy Cornell „Die besten Segelroute der Welt“ nicht irgendwas von beste Segelzeit: November und April bis Juni?  November haben wir verbockt, müssen wir jetzt bis April warten? Wie macht denn die 2. Gruppe der Suzie Too Ralley das nach Silvester? Die machen sich doch dann auch alle hier vom Acker. Ich wälze mich von einer Seite zur anderen, um 7.45 Uhr steht m e i n neuer Plan fest, um 7.50 Uhr schlafe ich wieder tief und fest 🙂

Der Skipper hat von meinem inneren Aufruhr nix mitbekommen, wird aber stutzig und unruhig 😉 , als ich mich dem Frühstückstisch mit div. dicken Wälzern, nämlich besagtem Jimmy Cornell sowie dem Panama-Guide von Erik Bauhaus (Segelführer für das Gebiet „Panama und San Blas“) nähere, um meinen frühmorgentlichen Entschluß nochmals zu überdenken. Frank braucht auch keine 1 3/4 Stunde, um umzudenken, sondern ein Blick auf die aktuellen Wetterkarten überzeugt ihn relativ schnell. Wir folgen einfach den Spuren der Suzie Too Ralley, bleiben in Küstennähe unterhalb des Starkwindgebietes und segeln brav nach Osten (wie sich das von hier aus gehört 😉 ) und dann werden für ein paar Wochen die San Blas Inseln erkundet. Ein Ziel, welches eigentlich erst nächstes Jahr auf dem Programm steht, bevor es durch den Panamakanal gehen soll. Jamaika ist also Vergangenheit ?????  Ich wage es seit fast einer Woche nicht, diese Zeilen zu veröffentlichen, denn….. siehe oben, Pläne und Segeln 👿

Wir fangen jedoch schon mal an zu bunkern, Lebensmittel sind knapp bzw. nicht vorhanden auf den San Blas Inseln, die ja nur kleine nette Palmeninseln sind, teils sogar unbewohnt. Also füllen wir das Schiff mit Trinkwasser, Konserven, Reis und Nudeln sowie naja, die ein oder andere Bierdose findet auch ihr Plätzchen 😉 .

Donnerstag geht die 2. Gruppe der Suzie Too Ralley raus, wir wollen am Freitag folgen. Mittwoch also noch mal die ganzen frischen Lebensmittel kaufen, Donnerstag das Schiff mal wieder innen und außen vom Santa Marta Staub befreien (Tagesprogramm) und dann los….

Aber dann:  Ein Blick auf den Wetterbericht am Dienstag Abend läßt uns schon stutzen 😯 und heute morgen sieht es noch besser aus. Sollte doch noch ein Sprung nach Jamaika möglich sein? Ab Samstag wird der Wind schwächer, die Welle niedriger … Sonntag könnte es klappen 😳 – Was nun?

Ehrlich gesagt, wir wissen es nicht – und warum sollte es euch besser gehen? Wir werden wohl doch noch mal 1 oder 2 Tage abwarten – nach San Blas können wir jederzeit 🙄

 

 

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Feliz año nuevo

 

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Ein frohes, interessantes, erfolgreiches, glückliches und gesundes neues Jahr wünschen wir euch allen aus dem sonnigen Kolumbien und freuen uns, wenn ihr alle uns auch im Jahr 2019 weiterhin ein Stück hier begleitet.

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Palomino – Brandungsschwimmen und Tubing

Anders als in dem touristischen Stadtteil Rodadero gibt es hier keine Hochhäuser, nur ein- oder zweigeschoßige Häuser mit viel Grün drum herum. Von der Hauptstraße biegt man ab in die Carrera No. 6, die sich gut 1 – 1,5 Km bis zum Strand hinzieht. Ein Schotter-, Lehm- und Sandstraße – nix asphaltiert, dafür mit vielen Schlaglöchern zum Slalom fahren! Rechts und links reihen sich nette Hostels, originelle Restaurants,  Bars und kleinere Läden, sowie Reifenstapel  aneinander. Bereits nach ein paar Metern wissen wir, nix verkehrt gemacht, hier fühlen wir uns wohl, ein Ort nach unserem Geschmack. Allerdings zu 95 % in Backpackerhand, Leute in unserem betagtem Alter sieht man hier eigentlich gar nicht.

Unser sehr sehr nettes Flashpacker-Hostel liegt nur 200-300 m vom Strand entfernt. Der Strand ist laut Frank kein karibischer Traumstrand, aber für Kolumbien ist der wirklich wunderschön. Lang mit weißem Sand und einer heftigen B r a n d u n g Was auf den Bildern noch harmlos aussieht, ist nix für kleine Kinder oder Anne 😉 . Mein erster Versuch, so weit ins Meer zu kommen, dass die Welle erst nach mir bricht, breche ich völlig aus der Puste nach ein paar Minuten ab. Jedesmal, wenn so eine Welle vor einem bricht, treibt sie einen zurück ans Ufer. Man verliert nicht nur den Halt, sondern auch mal das Höschen oder aus dem Oberteil rutscht was, was nicht rausgucken sollte 😉 . Aber Frank hat es geschafft, freudig hüpft er mit den Wellen auf und ab. Auch will! Ein 2. Versuch wird gestartet. 1 m vor Frank erwischt mich eine fette 2er-Welle. Die Erste bricht genau vor mir und noch während ich versuche, von den Knien wieder hoch zukommen, trifft mich die Zweite und ich drehe mehrere Überschläge im Wasser. Frank meinte, es hätte lustig ausgesehen, als meine Beine so aus dem Wasser ragten. Ich fand das gar nicht lustig 👿 und für mich hatte sich ein weiteres Bad im Meer damit erledigt. Ich schau mir die schönen Wellen nur noch von der Strandbar an mit einem netten Drink in der Hand – ist nicht so anstrengend 😉

Anstrengend war dann wieder der 1. Teil meines Weihnachtsgeschenkes am nächsten Morgen. Palominos Hauptattraktion ist das „Tubing“. Überall an der Hauptstraße und an der Carrera 6 gibt es Unterstände mit Gummireifenstapeln, die ein Komplettpaket anbieten. Heißt, mit einem Motorradtaxi wird man über 20 Minuten über Schotterstraßen transportiert. Da diese eine Menge Schlaglöcher aufweisen, ist Slalomfahren angesagt. Den Reifen, den man später braucht, hat man dabei auf dem Arm, was das Festhalten verdammt schwierig macht. Anschließend geht es 20 Minuten zu Fuß einen Berg rauf, immer noch den Gummireifen auf dem Arm, der erstaunlich viel wiegt (und im Laufe der 20 Minuten auch immer schwerer wird 🙄   ) Unser Guide hat seinen Schritt unserem alterbedingten Tempo nett angepaßt und damit ich es überhaupt schaffe, mir meinen Reifen sogar nach oben getragen. Thanks a lot! Dann endlich kommt der entspannende Teil und man läßt sich ca. 2 Stunden lang den Rio Palomino runter treiben. Das ist wirklich sehr schön, aber leider bekommt man die Atmosphäre nicht auf Bildern festgehalten. 

Nach ca. 1 Stunde meinte mein Frank, was hier so fehlen würde, wäre ein Getränkestand, das würde die weitere Fahrt abrunden. Und kaum zu glauben, in dem Moment lassen wir eine weitere Kurve hinter uns und wer steht am Ufer? Richtig! Ein findiger junger Mann mit eine Styroporbox – ich denke, ihr wißt, wie die Story weitergeht 🙂

Nach einer weiteren Stunde haben wir das Meer erreicht und zurück geht es 1 Km lang am Strand, besagten Reifen mal wieder auf dem Arm. Damit hatte sich der für heute sowieso geplante Strandspaziergang dann auch schon erledigt 😛

Schön war´s 🙂

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Feliz Navidad

Übertrieben geschmückt ist Santa Marta weihnachtlich nicht, daher habe ich auch Schwierigkeiten, ein passendes authentisches Bild für dieses Eintrag zu finden. Diese Wände jedoch stehen an mehreren Stellen hier in der Altstadt. Selbst geschmückte Weihnachtsbäume sind in Mall´s oder Supermärkten kaum zu finden. Dies entspricht auch unserem Weihnachtsgefühl, das mal wieder nicht sehr ausgeprägt ist.

Aber wir wünschen hier und heute all unseren Freunden, unserer Familie sowie unbekannten Lesern ein wunderschönes ruhiges Weihnachtsfest im Kreise von Familie und Freunden.

Uns wird unser seit Wochen kleiner liebgewonnener Eisbär, der so perfekt in diese karibische Gegend passt 😉 , durch die nächsten Tage bei dem ein oder anderen Sektfrühstück und auch einem Weihnachtsdinner begleiten und in Gedanken werden wir bei euch allen sein. In dem Sinne: F e l i z  N a v i d a d euch allen

 

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Trucha con Queso

Bevor wir zu unserem Bericht bezüglich Palomino kommen, hier erstmal die Auflösung des Preisrätsels. Was wäre übrigens der Preis gewesen? Nun, da ja keiner soooo ganz richtig geraten hatte, kann ich es jetzt ja verraten 😉 – Mehrere Grande-Bier-Runden bei unserem Lieblingskolumbianer sowie ein persönliches Tasting von Trucha con Queso,  natürlich mit eigener Anreise 🙂

Der Lösung am Nächsten ist noch Dirk gekommen (kurz, knapp und kein Wort zuviel *lach*) , der mit Truja wahrscheinlich „Trucha“ gemeint hat. Aber er hat das Weiße obenauf vergessen zu erläuert, daher… Schade auch 😉

Und Trucha ist kein Plattfisch, nein, auch kein Schnitzel etc. sondern eine

F o r e l l e 

und zwar nicht „blau“ oder „nach Müllerin Art“ , sondern

m i t   K ä s e   ü b e r b a c k e n

Auch wenn meine Tochter meinte, dass sie das bestimmt nicht essen würde: Wer Fisch mag und wer Käse mag, der würde das Gericht lieben. Auch wenn es merkwürdig aussieht 😉 Platt sieht er nur aus, weil man ihn aufgeklappt hat und sämtliche Gräten entfernt hat. Noch etwas, was für dieses Gericht spricht.

Also, wer Lust, egal auch wenn ihr es nicht gelöst habt, kommt her, wir laden euch zum Essen ein – aber hurry up, lange sind wir nicht mehr hier 😉   hahahahaha!!!!

 

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