Der 1. Tropical Storm

Seit Wochen unkt Frank schon, dass das das Jahr der Hurrikans und Stürme wird, abgeleitet davon, dass wir seit über einen halben Jahr ständig viel Wind haben. Vor allen Dingen auf Ankerplätzen, wenn man unterwegs war, dann machte der Wind oft eine Pause ;-) .

Wer sich wie wir am Anfang und während der Hurrikanzeit hier in der Gegend Grenada sowie Trinidad/Tobago aufhält, sollte täglich überprüfen, ob sich von irgendwo ein „x“ nähert. Damit fängt nämlich alles immer an auf der Internetseite für die Hurrikanwarnungen. Und so sahen wir vor ein paar Tagen bereits ein gelbes „x“ vor der Küste von Südamerika, am nächsten Tag war es bereits orange, was soviel bedeutet wie: die Wahrscheinlichkeit, dass sich ein Sturm aus diesem Tief entwickelt, ist hoch.  Noch war aber für uns nicht klar, welche Richtung er einschlagen würde und so richtig Sorgen machten wir uns noch nicht.  Und so sitzen wir letzten Samstag noch ganz entspannt in einer Localbar in Carricacou, als uns der Skipper eines Charterschiffes anspricht. Im Gesprächsverlauf lassen wir verlauten, dass wir gerade beratschlagen, ob wir Sonntag oder Montag  nach Grenada segeln werden. Oh, oh, oh…. Der Skipper sowie der bekiffte Wirt raten uns eindringlich davon ab, am Montag irgendwo hin zu segeln, denn spätestens Montagabend würde  der Tropical Storm mit 50 Knoten Wind auf Trinidad, Grenada sowie auch auf Carricacou treffen. Gleichzeitig trifft eine Mail von Birte (SY Tanamera) ein, die irgendwo an Amerikas Ostküste im Trockenen sitzt und uns den Wetterbericht  von Chris Parker (wohl ein Wetterexperte) schickt, der für unsere Gegend auch nichts Positives hervor sagt.  Wir 4 beratschlagen, was am Besten zu tun ist. In Carricacou vor Anker bleiben und 50 m Kette (mehr haben wir nicht) raus lassen wäre eine Möglichkeit, da die Bucht wohl recht geschützt ist.  Vor Anker vor St. George in Grenada den Sturm erwarten, davon wird uns dringend abgeraten – zu ungeschützt.  Oder besser in eine Marina gehen und alles gut vertäuen. Wir Hasenfüße treffen recht schnell die Entscheidung. 25-30 Knoten Wind vor Anker sind schon kein Spaß, 50 Knoten möchten Hasenfüße so eigentlich nicht erleben und so laufen wir Sonntagmorgen Richtung Grenada aus. Bereits kurz vor Ankunft und beim Ankern treffen uns heftige Boen und Starkregen. Igittigitt!!!  Der Ankergrund besteht aus recht hartem Korallensand und Steinen, heißt,  der Anker hält nicht besonders gut. 50 Knoten wird er auf keinen Fall aushalten. Wir holen uns für 8 US-Dollar für 24 Stunden Internet an Bord und prüfen schnell mal dieses blöde inzwischen knallrote „x“, das so langsam auf uns zukommt und jetzt definitiv ein „Tropical Storm“ ist.  Unruhig machen wir uns 2 Stunden später auf und schauen uns die örtliche Port Louis Marina an, die letztes Jahr um diese Zeit recht leer war. Nun, dieses Jahr ist sie es nicht und obwohl Sonntag ist, ist das Marinabüro noch offen und schnell fragen wir nach einem Liegeplatz. Man beratschlagt, zählt auf irgendwelchen Listen was zusammen, beratschlagt nochmal und zu unserem Entsetzen bekommen wir eine negative Antwort. Angeblich gäbe es aufgrund des Sturms für den nächsten Tag 12 Reservierungen und damit könnte man uns keinen Platz mehr anbieten.(Angeblich schreibe ich, weil ich am nächsten Tag keine Schiffe gesehen habe, die die Marina angelaufen haben – ob denen unsere 38 Fuß zu mickrig waren oder wir zu abgewrackt aussahen?)  Wir sind geschockt, damit haben wir nicht gerechnet. Gut, gegenüber liegt der kleine Yachtclub, indem wir letztes Jahr schon ein paar Tage waren, aber wenn die riesige Marina voll ist, dann werden die bestimmt auch nix mehr frei haben. Überprüfen können wir das nicht, denn dort ist bereits alles zu. An Bord beratschlagen wir, am nächsten Morgen gleich um 8.00 Uhr dort auf der Matte zu stehen und anschließend eventuell sofort in die 7 Seemeilen entfernte Prickly Bay zu gehen, die geschützter liegt.  Also doch mit  50 m Kette bei  50 Knoten am Anker hängen. Uns ist schlecht und nervlich sind wir ziemlich fertig. So ist auch nachts kein Tiefschlaf drin und ziemlich unausgeruht stehen wir am nächsten Morgen kurz vor acht vor dem Office des Yachtclubs. Wenn ihr Zuhause gegen Mittag einen dicken Knall gehört habt, dann war das der Felsbrocken, der von unserem Herzen fiel, als wir um 8.01 Uhr einen Liegeplatz bestätigt bekommen haben. Damit hatten wir wirklich kaum noch gerechnet. Um 9.00 Uhr lagen wir dann bereits am Steg und begannen mit den Sturmvorbereitungen, die die meisten anderen Schiffe dort schon erledigt hatten. Die  2wishes wurde mit 2 bis 3 x so vielen Leinen befestigt wie normaler Weise, wir erwägten sogar noch den Kauf einer weiteren Festmacherleine, aber der Bootsausstatter Island Water World war diesbezüglich „ausverkauft“ ;-) . Wir checken noch mal den Verlauf des Sturms, noch ist es absolut windstill, um 17.00 Uhr soll es leicht los gehen und so richtig krachen soll es dann ab 2.00 Uhr nachts.  Gegen 16.00 Uhr wollen wir in der Bar des Yachtclubs schnell noch ein Bierchen trinken und ev. was essen, aber dort sind alle Stühle und Tische weggeräumt. Sogar die große lange Theke ist leergefegt. Nix geht mehr hier, alles wartet auf den großen Sturm. Wir sind noch recht fertig und müde wegen der unruhigen Nacht davor und somit bereits um 20.30 Uhr in der Koje, damit wir wenigstens noch etwas Schlaf abgekommen, bevor es so richtig los geht. Gegen Morgen erwachen wir aus einem Tiefschlaf und fragen uns, wo den der Sturm geblieben ist. Regnen tut es, mal wenig, mal viel, aber durchgehend seit gestern Abend 20.00 Uhr und so müssen die Fenster geschlossen bleiben. Von Wind kann überhaupt keine Rede sein, es ist richtig windstill. Wir frühstücken erst mal und tappern dann durch den Regen zum Yachtclub (Tische und Stühle stehen wieder an ihrem gewohnten Platz), um per Internet festzustellen, wo denn der Sturm bleibt. Klammheimlich hat er sich doch heute Nacht an uns vorbei geschlichen und ist nun auf dem Weg Richtung Curacao, wird aber dort auch wohl oberhalb vorbei gehen. Die ganze Aufregung umsonst :-) , geblieben ist nur der Regen und der soll uns auch noch bis heute Nacht erhalten bleiben. Aber so genießen wir dann jetzt eben für ein paar Tage Marinaleben mit ausreichend Energie, Frischwasser on mass und einer Waschmaschine :-)

Also nochmal Schwein gehabt….  Nur wenn das jetzt am Anfang der Hurrikansaison schon so los geht, dann…. ???????

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Carriacou – Tyrrel Bay

Unser letzter Stopp, bevor wir die restlichen 30 Seemeilen nach Grenada hinter uns bringen. Die Tyrrel Bay ist groß, recht geschützt und voll mit vor Anker liegenden Schiffen. Viele davon aber unbewohnt und so kommt schell das Gefühl der Leblosigkeit auf. Wie auch bereits im letzten Jahr fragen wir uns, was wir hier machen und vor allen Dingen, was all die anderen Schiffe hier machen. Somit hatte diese Bay ihre 2. Chance, eine 3. wird sie nicht bekommen.

Wir nutzen den Tag, um endlich mal wieder in Ruhe den Blog zu füttern und Mails zu beantworten. Morgen geht es nach Grenada

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Sandy Island mit Mooringkino

Völlig egal, wie die Wetter- und Windbedingungen sind. In allen Bereichen unseres Schiffes herrscht Chaos und unsere Nerven liegen etwas blank. Und so steuern wir die schräg gegenüber liegende Insel „Sandy Island“ doch an. Dort darf man nicht ankern, sondern muss sich eine Mooringboje schnappen. Nach unseren letzten Ankererfahrungen kommt uns das nur recht und egal, was das Ding kostet, wir haben es uns verdient.  Moorings zu angeln, ist aber nicht einfach. Meist steht der Skipper am Ruder und versucht, den Mooringball passgenau anzusteuern, obwohl er ihn meist zuletzt gar nicht mehr sieht. Vorne am Bug steht das niedere Crewmitglied, in einer Hand einen Bootshaken, der als verlängerter Arm gilt, in der anderen Hand das Ende einer Leine, die durch die Öse am Mooringball oder an der Mooringleine gefädelt werden muss. Aber erst mal muss man, wie in diesen Fall, mit dem Bootshaken die Leine angeln und an Bord hochziehen. Der Skipper muss gleichzeitig das Gas wegnehmen, damit man nicht vorbei rauscht. Wenn man dann die Mooringleine geangelt hat, stellt man fest, dass man blöderweise nur 2 Hände hat. Definitiv zu wenig, daher fliegt in dem Moment meistens der Bootshaken gedankenlos auf das Deck, damit man rasch die Festmacherleine einfädeln und an der Klampe festmachen kann. Das führt zu erbosten Ausrufen von Seiten des Skippers, der Angst hat, demnächst wieder einen neuen Bootshaken kaufen zu müssen, weil dieser über Bord gegangen ist.  Dem niederen Crewmitglied ist das gerade schei..egal, es ist stolz und glücklich, alles erfolgreich erledigt zu haben.

Wir beseitigen das Chaos auf und unter Deck und genießen anschließend entspannt und erschöpft die herrliche Aussicht. Dann beginnt das Mooringkino. Hafen- und Ankerkino haben wir ja des Öfteren, heute mal was Neues. Nacheinander im 5 Minutenrhythmus kommen 5 weitere Schiffe rein und wir genießen deren Manöver. Fast überall das gleiche Bild, er am Ruder, sie steht vorne mit dem Bootshaken. Klappt es beim 1 x oder wer braucht einen 2. Anlauf. Und überall seh ich irgendwann den Bootshaken an Deck fliegen ;-) ;-) ;-)  Nur ein Skipper traut seinem niederen Crewmitglied nicht zu, die Mooringleine zu schnappen, sondern überläßt ihr das Ruder. Aber auch dafür sind ihre Erfahrungen nicht gut genug, denn entweder ist sie zu weit weg oder stoppt zu früh auf. Er hingegen rennt vor und zurück, dreht eine neue Runde um die Boje und das Spiel fängt von vorne an. Erst beim 4 x klappts. Dank an alle 5 Boote für eine halbe Stunde interessante Abwechslung!

Zu Sandy Island: eigentlich nur ein Sandfleck im Wasser mit Palmen drauf. Traumhaft schön! Und natürlich Naturschutzgebiet. Dementsprechend lohnt sich auch das Schnorcheln, kurz vor dem Ufer gibt es riesige Fischschwärme mit winzig kleinen Fischen in verschiedenen Größen.  Aber seht selber:

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Ankertrouble

Ententeich während der 1 ½-stündigen Fahrt von Mayreau nach Carricacou – so spiegelglatt haben wir das Meer schon ewig nicht mehr gesehen. Das Wort „spiegelglatt“ kann man wirklich ernst nehmen.  Und so ankerten wir während absoluter Windstille vor Hillsborough, der Hauptstadt der zu Grenada gehörenden Insel Carricacou. Wir klarieren ein, erforschen die magere Auswahl in den Supermärkten und genießen den untouristischen Ort. Gegen Abend kommt wieder Wind auf und natürlich legt sich die 2wishes in den Wind und ändert damit ihre Position. Nanu? Wo kommt denn jetzt plötzlich der kleine Mooringball neben uns her? Der nervt, er klopft nämlich des Öfteren an unsere Bordwand. So was stört beim Schlafen und so komme ich auf die (im Nachhinein) wirklich idiotische Idee, noch 5 m Kette raus zu lassen, damit wir hinter dem Ball liegen.

Die Nacht verläuft recht stürmisch. 2wishes schwankt von rechts nach links, rauf und runter und alles wieder retour. Schräg gegenüber liegt „Sandy Island“, traumhaft schön, aber auch völlig ungeschützt, so dass wir bei den unruhigen Bedingungen dort wohl nicht halt machen werden und direkt in die geschützte Tyrrelbay gehen wollen. Und dann fängt der Trouble an, denn kurz nachdem ich angefangen habe, den Anker hoch zu holen, stutze ich. Da sieht was merkwürdig aus. Dieser blöde Mooringball von gestern ist schon wieder im Weg. Muss ich die Kette rechts oder links von ihm hoch holen? Weder noch, denn irgendwie hat sich die Leine des Balles um unsere Ankerkette gewickelt, leider kann man aber nicht erkennen, wie oft und ob links oder rechts rum. Nachdem der Skipper sich überzeugt hat, dass meine Wenigkeit doch nicht einfach nur zu ? ist, um den Anker hoch zu holen, geht er sich die Verwicklungen unter Wasser erst mal schnorchelnd anschauen. Keine Chance, den Anker so frei zu bekommen.  Durch unsere Anker-auf-Manöver ist der Anker inzwischen auch nicht mehr eingegraben, sondern wir hängen nur noch an dem kleinen für Fischerboote gemachten Mooringball.  Das dicke Mooringtau hat sich auch noch zusätzlich mehrmals um den Anker selber gewickelt, so dass der sich auch nicht mehr eingraben könnte. Schöne Schei…. ! Wir beratschlagen und verwerfen diverse Möglichkeiten.  Einheimische Fischer sind heute nicht zu sehen, es ist Feiertag. Andere Segler auch nicht, wir ankern mal wieder einsam.  Da fällt uns unsere Tauchausrüstung ein. Wofür haben wir die denn eigentlich noch mal bei? Doch etwa nicht nur zum Vergnügen! Da die Flaschen jedoch leer sind, muss erst die vordere Backskiste ausgeräumt, der Tauchkompressor nach oben gehievt und eine Tauchflasche gefüllt werden. Somit herrscht vorne an Deck schon mal Chaos. Ebenso unten im Salon, denn um an die Tauchausrüstung zu kommen, müssen wir an den Stauraum unter der Saloncouch. Eine halbe Stunde später ist Frank unter Wasser, während ich versuche, mittels Gang rein und raus die Ankerkette zu entspannen. Nach 10 Minuten taucht er auf und gibt wild Zeichen, ich soll mich rückwärts vom Acker machen. Bin durchaus willig und tatsächlich ist die 2wishes frei. Schnell nehme ich Frank noch an Bord, dieser entledigt sich seiner Tauchausrüstung am Heck und verwandelt nun auch diese Stelle in ein unordentliches Chaos.  Anker auf und nix wie weg….

 

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Von St. Lucia step by step Richtung Grenada

Wir klarieren Freitag aus, entscheiden dann aber kurzfristig, die Nachtfahrt rüber zu den Grenadinen einen Tag zu verschieben, da am Samstag die Wind- und Wetterbedingungen besser sind. Wir wollen noch eine Nacht vor Laborie ankern, ein Fischerdorf, das man besuchen soll, wenn man touristische Orte satt hat. Das hört sich ganz nach unserem Geschmack an. Was nicht nach unserem Geschmack ist, sind die Bedingungen vor Ort. Gut, das dort vor der Einfahrt fette Riffs liegen, war bekannt und wir haben sie auch erfolgreich rechts und links liegen gelassen. Aber kaum war der Anker unten, war er auch wieder oben. Von Schwell konnte hier nicht die Rede sein, hier liefen dicke Wellen in die Bucht. Da hätten wir des Nachts nicht ein Auge zu gemacht. Schade auch. Also weiter nach Vieux Fort, wo wir dann vor einer begrünten Steilwand ruhig, aber weit vom Ort weg ankern (natürlich mal wieder mutterseelenallein). Dass der Ort mit dem Dinghi für uns schwer zu erreichen war, störte nicht, wir hatten eh keine Zeit für einen Stadtbummel. Denn was störte, war mal wieder das Wasser im Motorraum. Frischwasser! Und so verbrachten wir den nächsten Tag bis zur Abfahrt mit Ursachenforschung und –behebung. Wiedermal hatte einer der PVC-Schläuche einen Miniriss. Schwer zu lokalisieren, dafür aber mit großer feuchter Auswirkung.

Die Nachtfahrt verlief ereignislos und morgens um 6.00 Uhr liefen wir in die Bucht von Canouan ein. Um 7.00 Uhr lagen wir beide in der Koje und holten erst mal Schlaf nach. Die Jagd nach dem Internet bleibt erfolglos und so muss der Blog erst mal wieder schweigen und div. Mails unbeantwortet bleiben.  Wir erholen uns noch einen weiteren Tag, diese Nachtfahrten sind vielleicht anstrengend ;-) , und fahren dann die gerade mal 7 Seemeilen weiter nach Mayreau. Diesmal laufen wir jedoch nicht die überlaufende, aber wunderschöne Salt Whistle Bay an, sondern gehen um die Ecke in die Saline Bay, wo uns gerade mal noch ein französischer Kat Gesellschaft leistet.

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Eigentlich ist es hier wunderschön, gerne würden wir noch bleiben,  aber wir halten uns illegal in den Grenadinen auf, da wir nirgends einklariert haben.  Und so geht es am nächsten Tag weiter nach Carriacou, welche zu Grenada gehört und dort werden wir dann offiziell wieder einklarieren.

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Niedlich, was?

 

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Soufriere and the Pitons

DSC01271Die Pitons sind die Wahrzeichen von St. Lucia und wirklich sehenswert. Beide sind ca. 750 m hoch und man kann sie auch besteigen, allerdings nur, wenn man gesundheitlich fit ist.  Kommt also für mich gerade nicht in Frage! Die Stadt davor heißt Soufriere. Hier ist ankern nicht erlaubt und wir müssen stolze 20 US-Dollar pro Nacht für eine Mooring bezahlen. Wir wählen eine in der Nähe der Stadt, damit der Weg fürs Dinghi nicht so weit ist. Andere vor uns und nach uns kommende Schiffe wählen eine kleine Bucht etwa 500 m von uns entfernt. Wir wundern uns ein bißchen darüber, aber wahrscheinlich haben die einfach PS-stärkere Dinghis. Am nächsten Morgen allerdings stellen wir fest, dass die Bucht leer ist. Alle sind wieder weg, die haben nicht mal ihr Dinghi zu Wasser gelassen. Angsthasen die!!!

Hab ich nicht fotografiert, damit ihr Frank mal wieder an einer Bar seht, sondern wegen des geilen Spielsalons dahinter. Also genau hingucken :-)

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Hab ich nicht fotografiert, damit Frank mal wieder an einer Bartheke zu sehen ist, sondern wegen des örtlichen Spielcasionos im Hintergrund

 

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Auch wieder mit Spielsalon im Hintergrund… hier werden aber nur Karten gekloppt :-)

Wir jedoch legen am Dinghisteg an und sofort haben wir einen Einheimischen an den Hacken, der auf unser Dinghi aufpassen wird. Naja, da kommen wir hier nicht drum rum. Nach einem kurzen Rundgang und einer Inspektion des örtlichen Supermarktes sowie einem Besuch des örtlichen “Spielsalons”  leisten wir den Einheimischen noch ein bißchen Gesellschaft.

 

Dort will man uns auch eine Tour zu den Wasserfällen und heißen natürlichen Thermalbädern verkaufen für 80 Euro. Aber hab ich da nicht irgendwas in meinem Guide gelesen?

Tatsächlich, im Guide steht der Weg zu dem Diamant-Wasserfall, dem Botanischen Garten sowie den heißen Thermalbädern als kurzer Fußweg beschrieben. Und genau das nehmen wir uns für den nächsten Tag vor, ohne Führung und ohne 80 Euro dafür zu bezahlen. Gemein sind wir, ich weiß! Aber so stehen wir am nächsten Tag nach einem 20-minütigem Fußweg vor dem Eingang zu all dem und sind erstaunt über die vielen vielen kleinen und großen Touribusse, die vor dem Eingang stehen.

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ACHTUNG!!! Hier genau gucken… seht ihr den Kolibri ?

 

Wo zum Kuckuck kommen denn plötzlich die ganzen Touris her? Wir genießen einen wirklich schönen natürlichen botanischen Garten mit vielen Erklärungstafeln, wunderschönen Blumen und Bäumen. DSC01279DSC01280DSC01286DSC01287DSC01286Die heißen Bäder, gespeist durch einen Vulkan, die haben wir uns aber anders bzw. auf jeden Fall natürlicher vorstellt und sind froh, dass wir dafür kein Geld bezahlt haben. Igitigittigit!!!!   DSC01285

Soufriere gefällt uns ganz gut, gern würden wir länger bleiben, aber die Mooringkosten sind uns einfach zu hoch. So klarieren wir morgen aus und es geht über Nacht Richtung St. Vincent bzw. Grenada mit dem ein oder anderen Zwischenstopp.

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Anse la Raye

Als wir die Bucht von Anse la Raye ansteuern, würde der Skipper am liebsten sofort wieder kehrt machen. Hier ankern niemand, also kann man da auch nicht ankern. Ich überzeuge ihn aufgrund von vielen Ankerzeichen im Guide und auf der Navigationssoftware, dass es in der Tat ein ausgewiesener Ankerplatz ist. Was kann ich dafür, dass hier im Gegensatz zu den Touriorten Marigot und Rodney Bay niemand sonst ankert. Und ich überzeuge ihn, dass man auch mal was wagen muss, denn schließlich hat man schon lange nichts mehr von Überfällen und Diebstählen gehört hier auf St. Lucia. Das ist hier nämlich das Hauptproblem, welches total verunsichert. Bisher haben wir uns in der Karibik noch nie irgendwo unwohl gefühlt, aber Bemerkungen im Guide wie „nur in Gruppen und dann auch nur mittels Taxi oder Bus aufsuchen“ oder auch „die Ranger nach der aktuellen Sicherheitslage fragen, bevor man zum Dinner ausgeht“ verunsichern natürlich.

Viel vom Ort ist vom Boot aus nicht zu erkennen  und nachdem wir sicher sind, dass der Anker hält setzen wir wagemutig mit dem Dinghi über zu dem Steg, an dem die einheimischen Fischerboote liegen.  Raye wird im Guide als „picturesque fishing village“ beschrieben und genau das finden wir auch vor, wie auf den nachfolgenden Bildern zu erkennen. DSC01259DSC01260DSC01261DSC01262DSC01263Wir fühlen uns jedoch als einzige Weiße sehr exotisch und fallen demensprechend auch auf. Ein Tafel beschreibt Raye als bekanntes Fischerdorf, dass jedoch auch ausgezeichnet ist durch hervorragenden Schiffsbau. Selbst aus Martinique würde man herkommen, um den Neubau von Schiffen zu beauftragen. Gut, damit sind jetzt keine Schiffe gemeint, wie ein guter Freund sie in einer Werft in Bremen baut, aber gute Fischerboote bekommen die hier hin. Man geht dazu nach Auftragserteilung in den Wald, holzt einen entsprechend guten Baum ab und dann geht’s los ;-) .

Natürlich können wir auch diesen Ort nicht verlassen, ohne vorher der „Local Bar“ einen Besuch abgestattet zu haben. Diese ist mal wieder „einzigartig“. Gleichzeitig „Tante-Emma-Laden“ und „Bar mit Theke“.DSC01266

Ich kann mich nicht an Tante-Emma-Läden in meiner Kindheit erinnern. Selbst der kleine Einkaufsladen an der Ecke war schon ein Selbstbedienungsladen. Deshalb fasziniert mich dieser hier besonders.  Wenn etwas aus den oberen Regalen verkauft wird, dann wird es mittels Stock angeschubst und aufgefangen, wenn es runter fällt. Ansonsten geht jede Menge Rum über die Theke und jeder 2. kauft Zigaretten einzeln. Irgendwann fällt den anderen Gästen auf, dass wir anders aussehen und wir werden in nette Gespräche verwickelt. Wie uns St. Lucia gefällt, woher wir kommen, ob wir irgend welche Andenken benötigen etc. . Einer schleicht an uns vorbei und fragt, ob wir die von dem Schiff da draußen sind. Wir bestätigen und er schleicht zufrieden von dannen ;-) . Die meisten, die uns ansprechen, haben dem Rum schon ordentlich zugesprochen, aber alle sind höflich, freundlich, entspannt und wir fühlen uns nicht unwohl.

Wenn sonst auch die Luken und der Niedergang offen bleiben und es wahrscheinlich keinen Grund zur Sorge gibt, wird unser Schiff für die Nacht ausnahmsweise mal verrammelt. Wir überstehen die Nacht völlig unbeschadet, warum auch nicht! Man sollte sich einfach nicht kirre machen lassen.

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Marigot Bay

Die Marigot Bay ist nicht nur die zweite bekannteste Bucht, sie wird auch als die Schönste von St. Lucia angepriesen.  Daher steht sie auch auf jedem Tages-, Halbtages- oder Schiffsausflugsprogramm. Im Gegensatz zur Rodney Bay ist sie eigentlich winzig klein, hat eine langgezogene kleine Bucht, von der aus eine dahinter liegende Lagune, die auch als Hurrikan Hole gilt, liegt. Die Bucht läßt sich ihre Schönheit bezahlen, in der Lagune ist ankern wegen der vielen Mooringbojen nicht möglich und in der lang gezogenen engen Bucht davor gibt es wegen der Untiefen wenig Ankerplätze. Laut meinem alten gebraucht gekauften Guide von 2013 kann man rechts und links der Fahrrinne ankern. Geschäftstüchtig wie man hier ist, hat man inzwischen jedoch auch die rechte Seite mit Mooringbojen vollgeplastert. So verbleiben links etwa 5-6 Ankermöglichkeiten. Wir sind Boot Nr. 4, somit haben wir Glück und müssen nicht die doch sehr stolzen Mooringgebühren von 30 US-Dollar zahlen (lt. Guide von 2013, was die inzwischen kosten, wollten wir gar nicht mehr wissen).

Auch hier merkt man die Nachsaison, denn die meisten Mooringbojen sind unbenutzt und wenn nicht gerade Feiertag wäre, wäre wahrscheinlich auch der kleine wirklich sehenswerte Strand menschenleer statt gefüllt mit gutgelaunten Lucianern. In der Lagune gibt es auch eine kleine Marina und ein modernes Gebäude daneben, das mehrere teuer aussehende Boutiquen und sogar einen Juwelier beherbergt. Der Supermarkt heißt hier auch nicht Supermarkt, sondern Gourmetmarkt.  Die 2 noch offenen Gastronomien sind menschenleer. Eine wirbt mit dem Hinweis, dass es dort das preiswerteste Bier in Marigot gibt. Vorsichtigshalber  fragen wir nach dem Preis, bevor wir bestellen, aber bei doppelten Bierpreisen gibt es Bierchen nur an Bord. Keine Gäste, aber hohe Preise. Ob sich das auf die Dauer rechnet.

Wir haben jedenfalls genug, genießen unseren Sundowner an Bord und beobachten die diversen Ausflugsboote,  sei es kleine Motorboote, große Katamarane oder auf alt gemachte Segelschiffe, die an uns vorbei  mit lauter Musik in die Lagune fahren, dort eine Runde drehen und wieder an uns vorbei raus fahren. Ein jeder will scheinbar mal die berühmte Marigot Bay sehen. Wir ja schließlich auch ;-) .  Aber ein Nacht hier reicht uns und so werden wir morgen wieder Anker auf gehen. Wenn das so weiter geht, dann liegt St. Lucia schneller hinter uns als gedacht.

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Ich denke, genau wegen diesem kleinen malerischen Strand ist die Marigot Bay so bekannt geworden

 

 

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St. Lucia – Rodney Bay

Endlich mal schönes und entspanntes Segeln bringt uns innerhalb von 6 Stunden nach St. Lucia. Unser 1. Ankerplatz ist die berühmt, berüchtigte Rodney Bay. Berühmt bzw. bekannt, da Rodney Bay die 1. Anlaufstelle der ARC (Atlantic Rallye of Cruisers) nach deren Atlantiküberquerung ist. Berüchtigt, weil St. Lucia und gerade die Rodney Bay vor ein paar Jahren durch Diebstähle und Überfälle einen schlechten Ruf bekam.

Die Rodney Bay ist riesig groß und so lag die Vermutung nahe, dass wir auch hier, wie vor St. Anne oder Le Marin, auf mindestens 200 ankerende Schiffe stoßen würden. Wir biegen um die Ecke und überprüfen erstmal, ob wir wirklich richtig sind. 200 Schiffe sind hier nicht zu sehen und man braucht freien Ankerplatz nicht zu suchen. Einfach aufstoppen und Anker runter lassen, ohne sich Gedanken über den Ankerbereich der Nachbarschiffe machen zu müssen. Nach erfolgreicher Ankerei zähle ich mal kurz durch und komme auf sage und schreibe 20 Schiffe. Da kommt keine nachbarschaftliche Nähe auf ;-) . Toll!

Vor uns liegt ein endlos langer Strand mit (endlos?) vielen Hotels und Resorts, gekennzeichnet durch die unterschiedlichen Farben der Strandliegen, die man aber keineswegs wegen Überfüllung per Handtuch reservieren müßte :-) . Ein 1. Dinghiausflug bringt uns zum Dinghisteg der Marina mit angrenzenden vielen Lokalen – nicht so ganz unser Stil, aber Happy Hour all the day 2 – 4 – 1 (Übersetzung klar?) inkl. free Wifi, da wollen wir mal nicht meckern.

Am nächsten Tag klarieren wir problemlos ein und erkunden die nähere Umgebung. Aber die Stimmung ist mies, irgendwie haben wir beide schlechte Laune und können uns hier – nicht mit anfreunden. Wir beschließen, am nächsten Tag weiter zu segeln. Am nächsten Tag ist die schlechte Laune wie weggeblasen, die Welt sieht wieder anders aus und wir wollen der Rodney Bay eine 2. Chance geben. So wir weiten unsere Erkundungen aus. Zu Fuß geht eine 1/2 Stunde lang zu den großen Malls (zurück geht es mit dem Maxibus für 50 Cent) mit angeschlossene Supermärkten. Eine neue Hose für Frank gibts leider nicht, aber 4 fette dicke Mangos für schlappe 1,30 Euro sowie bezahlbare Honigmelone – da lacht die gute Laune.

Jetzt gerade tippe ich diesen Blog bei Rum-Punsch 2-4-1 – deshalb läuft es grad auch so flüssig :-) :-) :-)

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Beim Rigger

Am Vorabend haben wir schon bei dem “Rigger” festgemacht und so sind wir morgens wach und ausgeschlafen, als der Rigger an Bord kommt, um unser Problem zu inspizieren. Ruck zuck hat der Dreadlookmann sich den halben Mast hochziehen lassen und anschließend beratschlagt man zu 3 (leider auf französisch, so dass wir dumm daneben stehen) die Problematik bzw. deren Beseitigung. Es folgt eine kurze Übersetzung, dass man versuchen wird, größer Bolzen zu verwenden, damit der/das “Sailing” wieder fest  wird. Es ist 8.30 Uhr,  um 11.00 Uhr ist alles erledigt. Wir sind nun zwar ein paar 100 Euro ärmer, fühlen uns aber wieder sicherer und dürfen  zurück zu unserem Ankerplatz. Damit wir hier nicht noch mehr Geld lassen, entschließen wir uns, schnell noch auszuklarieren, um an nächsten Morgen Richtung St. Lucia auszulaufen.

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