Providencia – Versorgungslage

Als wir von 10 Tagen hier ankamen, sah die Versorgungslage recht gut aus. Das der eine Laden keine Tomaten hatte, dafür aber Kartoffeln, die in den anderen beiden Läden nicht aufzufinden waren, das ist verschmerzbar. Auch die Tiefkühlschränke in allen 3 Märkten waren gut gefüllt. Tiefkühlfleisch sieht hier aber anders aus als in DE – man weiß quasi nicht, welches Teil man vom Schwein oder Rind kauft. Man kann nicht mal erkennen, ob es überhaupt genießbar ist. Es sind einfach „Brocken“ 😉 – gut, ich lasse da meine Finger von.  Es gibt ja Chicken Brust mit oder auch ohne Knochen, da kann man nicht viel verkehrt machen. Als ich 2-3 Tage später soweit war, mal wieder Huhn auf die Speisekarte zu bringen, gab es schon mal keines mehr ohne Knochen. Ist okay, bin ich inzischen auch dran gewöhnt und kann es ganz gut selber auslösen. Käse wird in großen Einheiten auf die Insel geliefert und vom Supermarkt portioniert. Er eine schmeckt nach Quark, der andere… nun ja ! Dann gibt es noch Verpackungen mit Mozzarellascheiben, die so aussehen, als ob sie nicht mehr einzeln entnehmbar sind. Liegen wohl schon recht lange dort! Creme fraiche oder Butter gibt es gar nicht.  Was sollen die Provinzianer auch damit, die Küche ist absolut einfallslos. Etwas mit Creme fraiche anzureichern, darauf würde wahrscheinlich niemand hier kommen 😉 – Bitte nicht falsch verstehen, ich möchte die Kolumbianer hier nicht kritisieren, sie kennen es nicht anders. Auch auf dem Festland war Phantasie auf der Speisekarte unüblich. Essen gehen ist auch hier auf der Insel preiswert und die Gerichte sind auch eßbar bis lecker. Aber eben alle gleich. Es gibt immer Kokosreis mit einer Salatbeilage aus klein geschnittenem Weißkohl mit 2 Scheiben Gurken (oder auch mal Tomate) drauf. Dazu kann man dann wählen, ob man Fisch, Huhn oder Fleisch möchte. Alles ohne Soße natürlich! Aber jetzt bin ich ein bißchen vom Thema abgekommen….

Was ich eigentlich sagen wollte: Die Tiefkühltruhen sind l e e r !!!! Es gibt kein Huhn mehr , nicht mal mehr undefinierbare Brocken 😉 – der Käse ist auch alle (bis auf die Mozzarellascheiben) – in der Theke des Fleischers liegen in 2 große Schalen aber noch div. unterschiedliche unappetitliche Chickenteile. Eigentlich sind wir das auch von anderen karibischen Insel doch gewöhnt, wahrscheinlich aber hat die Fleischtheke von Grand Cayman zu viele Spuren hinterlassen, die erst wieder in Vergessenheit geraten müssen . Wir werden also erstmal wieder für ein paar Tage zu Vegetariern werden, es sei denn, ich trenn mich schweren Herzens von einer Dose mit deutschen Bockwürstchen 😉

Es ist halt eine winzig kleine Insel und auf Versorgungsschiffe angewiesen. Kleiner Vorgeschmack für uns auf die Südsee? Ich bin gespannt, ob noch eines ankommt, bevor wir uns hier vom Acker machen.

Und bitte, versteht das nicht als Meckern oder Unzufriedenheit. Es ist nur ein Bericht bzw. Beschreibung 🙂

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Providencia mit dem Roller

Roller kann man für eine kleine Mark leihen entweder für 2 Stunden, für 8 oder für 24. Da wir nachts nicht Roller fahren, entscheiden wir uns für eine Leihzeit von 8 Stunden. Ohne Pause zu machen, hat man damit die Insel in 1 1/2 Stunden umrundet. Ups! Was machen mit den restlichen 6,5 Stunden? 😉 Nun, wir klappern die Strände ab, Freshwater hat nur einen kleinen recht unschönen Strand, dafür ist die Southwest Bay um so schöner. Es gibt eine Reihe von Fisch-Restaurants und eine wirklich süße kleine Cocktailbar, die in der Tat tatsächlich nur Cocktails serviert. Allein für meine Caipirinha mit Passionfruit würde ich wieder eine Roller leihen 🙂 Hier zu ankern würde mehr Spaß machen, es ist tief genug und das Wasser ist sogar noch ruhiger als in der Catalina Bay (und wo es keinen Strand gibt), aber… leider nicht erlaubt, wie wir ein paar Tage später von Herrn Busch erfahren 👿 – somit wird sich unser Aufenthalt hier auf Providencia stark verkürzen – Schade!

Weiter gehts zur Südküste Providencia – zur Manchineel Bay. Hier ist das Meer schon unruhiger, die Bucht ungeschützter, aber dafür gibt es hier die berühmte (was so viel heißt wie „kommt in jedem Reiseführer vor“) Roland`s Bar und die ist wirklich traumhaft gelegen. Palmen, die ordentlich 😉 schief überm Wasser liegen, Sitzmöglichkeiten aus Holz, ein paar Liegen und leckere Cocktails. Letztere bleiben dem Skipper verwehrt, einer muss ja diesen Roller wieder zurück fahren.

Ja, Providencia ist schön, aber…

Es gibt noch einen Berg zu besteigen und ein weiterer Strandausflug ist auch geplant (natürlich alles mit Roller), um das triste Ankerleben 😉 mit mehr Abwechslung zu gestalten 😳

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Providencia zu Fuß

Unser erster Weg führt uns zur Insel Catalina, die mit Providencia mittels Brücke verbunden ist

Von weitem nicht erkennbar, aber es leben tatsächlich eine Menge Leute hier auf dieser kleinen lauschigen Insel

und man hat von der Statur der heiligen Catalina eine wunderbare Sicht auf die Ankerbucht Am nächsten Tag machen wir uns auf zur Ostseite, dessen Attraktion die kleine Insel Crab Cay ist

Diese Insel hat sich wirklich sehr rausgeputzt, überall gibt es Sitzmöglichkeiten, schattige oder überdachte, wunderschöne Geländer und sogar die nett gestaltete Fahrradständer 🙂Sie ist auch voll mit wundervoll künstlerisch gestalteten Bushaltestellen, nur den dazu gehörigen Bus gibt es nicht mehr.  Manchmal liest man noch von einem PublicBus, der alle Stunde fahren soll, gesehen haben wir ihn nie und laut Herrn Busch ist die einzige Möglichkeit, sich hier fortzubewegen, ein Taxi oder einen Roller leihen. Das schränkt unsere Bewegungsmöglichkeiten stark ein

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Providencia – der 1. Tag

Für unsere Verhältnisse schlafen wir n i c h t  aus 😳 – wir müssen noch umankern und vor allen Dingen ordentlich einklarieren, nicht das irgend jemand gleich an unser Boot klopft und schimpft (Völlig unnötige Nervosität übrigens – hier in Providencia wird alles ganz locker gehandhabt). Aber wir wollen ja auch sehen, wie die Welt hier im Hellen aussieht….

Nun, tja.. wie sieht sie aus? Grau-Braun würde ich sagen! Die Bucht ist mit Hügeln gesäumt, die allesamt mit vertrocknetem Gebüsch bewachsen sind. Also den Anblick hatten wir zuletzt auf den kleinen Antillen *grumel*

In den nächsten 2 Tagen treffen übrigens immer mehr Schiffe ein, also bitte nicht wundern, wenn auf dem unten stehenden Bild soviele zu sehen sind 😉

Wir werfen einen Blick auf das vor Santa Isabel liegende Hauptankerfeld für Segler und sehen nur einen einzigen Katamaran, der dort ankert. Gut, soll ja eine völlig untouristische Insel sein, aber ein paar mehr Schiffe haben wir schon erwartet. Wir gehen zuerst mal Anker auf und verlegen uns. Freie Auswahl des Ankerplatzes, so ist das schön 🙂 . Während wir anschließend frühstücken, läuft tatsächlich noch ein weiteres Segelschiff ein, die SY Moira. In Kolumbien kann man nur mittels Agent einklarieren und in der nächsten Stunde wechseln wir zwei uns am Funk ab, um den hiesigen Agenten Bernado Busch über Funk zu erreichen und ihm unsere Ankunft anzukündigen. Herr Busch schweigt sich aus, auch das nicht ungewöhnlich wie ich gelesen habe und so machen wir uns kurze Zeit später mittels Dinghi auf, um ihn persönlich in seinem Büro aufzusuchen (auch hier wieder muss man die Noonsite.com – Seite loben, die genau beschreibt, wo man dieses Büro finden kann) . Die Einklarierung hier ist einfach, Herr Busch kopiert unsere Schiffspapiere, unser Zarpe und unsere Crewliste und bittet uns, um 14.30 wieder zu kommen, dann würde er mit dem Captain (und nur mit dem Captain) zur offiziellen Einklarierungsbüro fahren. Das ist übrigens eine Premiere gewesen, dass nur der Captain (der in unserem Fall ein äußerst ungenügendes Englisch spricht) mit darf. Nun gut, da mußte er durch 🙂 – Hauptgrund war jedoch wohl, dass die Fahrt dort hin mit dem Roller erfolgte und da paßt ja bekanntlich immer nur ein Beifahrer drauf. Es sei denn, man ist Einheimischer, dann paßen zusätzlich zur Ehefrau auch noch 2 Kinder und ein Großeinkauf auf diese Teile 😉 Ich durfte derweil im schattigen Büro warten, wurde mit Wasser versorgt und mit einem Ventilator belüftet. Nett 🙂 .

Zwischenzeitlich ist auch die Crew der SY Moira an Land auf der Suche nach Mr. Bush. Als wir uns begegnen, winkt man uns lachend entgegen und Gema nimmt mich freudig in den Arm (Birgit, du weißt ja… ich und… 🙂  ) und begrüßt mich drückend. Ich bin irritiert, eine Umarmung, bloß weil wir gemeinsam vor Anker liegen? Wer ist diese Frau?  Nun, wir sind erkannt worden, aber echt jetzt, ich kann mir wirklich nun nicht jeden merken, der uns mal begegnet ist *lach* – ich brauch da schon mal einen Schups in die richtige Richtung 😉 und der erfolgte promt. Nick ist Amerikaner, Gema ist Spanierin und die beiden sind zusammen mit ihren 2 Kindern seit 1 1/2 Jahren unterwegs. Getroffen hatten wir uns lediglich einmal am Dinghisteg in Cayman Brac vor 8 Wochen und haben dort ganze 20 Minuten nett geplaudert. Wenn das keine Begrüßungsumarmung wert war 🙂 – diese Spanier aber auch *lach*  – Nun, ich fand diese Begegnung jedenfalls äußerst witzig und erwähnenswert.

Ansonsten ist Santa Isabel nett gestaltet, sauber und ordentlich. Überall gibt es Sitzplätze und Bänke in den Farben gelb/grün/blau. 3 Supermärkte gibt es, sie liegen direkt nebeneinander bzw. gegenüber. Für einen Einkauf muss man aber auch alle 3 aufsuchen, denn der Eine hat keine Tomaten, der Andere keine Kartoffeln usw. – da ist man schon mal ganz schön beschäftigt.

 

 

 

 

 

 

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Richtung Providencia – Aus 3 mach 5

Tage sind gemeint 😥

Ca. 350 Seemeilen liegen zwischen Grand Cayman und Providencia. Wir rechnen immer mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 4,5 Knoten, was uns sagte: 350 ./. 4,5 = ca. 77 Stunden sprich geplante Ankunftzeit Mittwoch den 8.5. – also 3 Tage/3 Nächte. Es ist auch ordentlich Wind angesagt, so dass wir eigentlich mit 5-6 Knoten die Stunde gerechnet haben, was wiederum auch für diesen Ankunftstag sprach. Was wir jedoch nicht auf der Rechnung hatten war der „STROM“ , der uns nicht nur stark nach Westen versetzte, so dass wir die ersten 3 Tage sogar unter Motor alle paar Stunden gegenan Richtung Osten (also gegen Strom und Wind) fahren mußten, um unsere Kurslinie überhaupt halten zu können und nicht irgendwo in Honduras oder Nicaragua an Land gespült zu werden 👿 Gleichzeitig kam der Strom jedoch auch noch von vorne, so dass wir die ersten Tage nicht über 3 Knoten hinaus kamen, sondern uns tatsächlich oft und lange mit 1,5 – 2 Knoten vorwärts kämpften. 2 Knoten sind ca. 3,5 KM – da laufe ich schneller 😛 und es ist unglaublich deprimierend, wenn es nicht vorwärts geht. Dabei hatten wir noch Glück, dass die Welle niedrig bis nicht vorhanden war und das Schiff somit ruhig und ohne große Krängung im Wasser lag, was wenigstens für ausreichend ruhigen Schlaf sorgte.

Erst mit der Landabdeckung Honduras hörte der Strom auf und wir konnten mit vollen Segeln endlich 5-6 Knoten laufen. Erwartete Ankunftszeit nun Freitag Morgen.

Mittwoch Abend kurz vor dem Dunkel werden nehmen wir unseren Sonnenschutz runter und Frank sagt plötzlich: guck ma, da ist ein Schiff! Hä? Wie Schiff? Auf dem Plotter war nichts zu sehen und automatisch suche ich den Horizont ab nach einem Segelschiff. Da rutscht mir das Herz in Hose, seitlich kurz vor uns treibt ein kleines Fischerboot mit 5 Mann an Bord im Wasser. Wir sind gut 100-150 Seemeilen von der Küste Honduras entfernt, was zum Kuckuck machen die hier? Ist das ein Piratenüberfall ? In was für einer beschiss… Welt leben wir eigentlich, wo man sofort an das Schlimmste denkt. Die könnten ja auch Motorprobleme haben und in Seenot sein. Frank winkt grüßend rüber, man winkt zurück und ruft etwas, was wir absolut nicht verstehen. Eventuell will man uns nur Fisch verkaufen oder bittet um Lebensmittel, aber wir trauen uns nicht, winken ab. Zittern beobachte ich das Boot weiterhin, die haben mit Sicherheit einen stärkeren Motor, wir hätten keine Chance zu entkommen, wenn… Und Motorprobleme haben die nicht, denn kurze Zeit später sehen wir sie gen Küste düsen. Glück gehabt! Das muss ich wirklich nicht öfter haben. (Einige Tage später lese ich bei Noonsite, dass es tatsächlich vor der Küste Nicaragua Mitte April zu einem Piratenüberfall gekommen ist, allerdings waren da gleich 4 von diesen Fischerbooten im Spiel – immer noch scheinbar keine ungefährliche Gegend hier)

Donnerstag Morgen ist bereits klar, erwartete Ankunftszeit ca. 21.00 Uhr. Dunkel wird es um 19.00 Uhr und normalerweise fahren wir n i e m a l s  im Dunklen in eine unbekannte Bucht. Was tun? So stark reffen, dass wir wieder nur mit 3 Knoten laufen (wo es doch jetzt soooo schön läuft 😥 ) und erst Freitag Morgen ankommen. Noch so eine blöde Nacht mit immer nur 3-4 Stunden Schlaf am Stück! Ich lese nochmal alles nach über die Bucht von Providencia, was ich mir von Noonsite oder ähnlichen Seiten so abgespeichert hatte und siehe da, überall steht geschrieben, dass man sie unproblematisch auch im Dunklen einlaufen kann. Ausreichend beleuchtete Bojen sind vorhanden und fast überall eine ausreichende Tiefe. Leider haben wir zwar keinen Vollmond, was die Sache vereinfachen würde, aber ich überrede Frank trotzdem zu diesem Wagnis – schlagendes Argument: eine Nacht mit 8-10 Stunden Schlaf .

Und so steht Frank völlig nervös gegen 20.30 Uhr vor der Einfahrt in die Bucht von Providencia am Ruder. Schon von weitem blinken uns die roten und grünen Lichter der Tonnen völlig undurchsichtig entgegen, erst beim Näher kommen erkennt man den Weg, der fast geradeaus in die Bucht führt und wirklich einfach zu befahren ist. Es gibt zwei ausgewiesene Ankerplätze hier, direkt vor der Stadt Santa Isabel auf 2,4 – 2,7m und weiter außerhalb auf 4 m. Wir entscheiden uns für die 4m-Fläche, sicher ist sicher, zumal hier kein anderes Schiff ankert, dass wir im Dunkeln eventuell übersehen könnten. Morgen früh können wir dann ja noch mal umankern, so fällt um 21.00 Uhr unser Anker auf gutem Ankergrund und um 21.10 Uhr gibt es das langersehnte Ankerbierchen 🙂 oder besser gesagt „die Ankerbierchen“ 😉 . Später dann gibt es zur Belohnung 10 Stunden Tiefschlaf 🙂

 

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Eigentlich…

hätten wir schon Mittwoch lossegeln können. Die neue Pumpe ist eingebaut, der Motorraum trocken, die Wassertanks sind gefüllt, die Wäsche gewaschen und div. leckere Fleischgerichte sind eingekocht. Aber das liebe Wetter bzw. der liebe Wind. Kam er doch die ganze Woche genau von vorne *blöd*blöd*blöd*

So haben wir die Tage hier noch ein bißchen verschlabbert und sind, anstatt ins Industriegebiet, mal den 7-Miles-Beach lang gelaufen. Das ist der angesagte Strand hier überhaupt. Ein Hotel reiht sich ans andere! Am Anfang gibt es wohl die etwas preiswerteren Hotels, die aber wirklich bis fast zur Wasserkante gehen, so dass für Liegen am Strand kaum Platz ist.   Weiter hinten kommen dann die Residenzen, deren Grundstücksbetretung von Securityleuten verhindern werden. Dafür sind es aber auch Geister-Häuser… Nicht eine Liege ist besetzt, nicht ein Balkon bevölkert. Nun, des ist Mittwoch, vielleicht kommen die Superreichen ja nur am Wochenende.

Das Wasser ist hier genauso strahlend dunkelblau wie in Cayman Brac, aber sorry, wir sind inzwischen sowas von verwöhnt… wirklich, wir haben schon schönere Strände gesehen. Nett, aber nicht „wauh“ !

Überhaupt ist Grand Cayman nicht so „unsers“ – zuviele Kreuzfahrtschiffe, zuviel ChickiMicki und George Town ist eigentlich nur eine Ansammlung von Geschäften für die Kreuzliner und ansonsten tot! Das Beste für uns hier war der KIRK Supermarkt mit super gutem Fleischangebot und die Freundlichkeit bzw. der Service der Caymaner.

Sonntag geht es endlich weiter – 3 Tage/3 Nächte werden wir bis Providencia brauchen und wir freuen uns sehr auf diese untouristische kolumbianische Insel.

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Grand Cayman – Clean Gas mit super Service

Da auf Kuba ja leider das Cookinggas alle war, mußten wir hier auf Cayman für Nachschub sorgen. Wir finden zwei Unternehmen, beide sind natürlich nicht in der Nähe unseres Ankerplatzes und so entscheiden wir uns für Clean Gas, welche in der selben Richtung liegt wie Scotts Marine, aber eben quasi auf der anderen Seite der Insel bzw. von George Town. Die Strecke laufen wir inzwischen ja im Schlaf, also ohne Maps.me 😉 .  Jetzt ist es natürlich nicht so erquickend, eine 5 Kg Gasflasche 4 Km, also ca. 1 Stunde, durch die Hitze zu tragen und so buddeln wir aus den Tiefen unser Bagskiste eine lang nicht mehr benutzte Klappbox mit Rädern aus. Die Achse ist noch nicht durchgerostet, oh Wunder und wir hoffen, sie hält den Rücktransport mit voller Flasche auch noch aus.

500 m vor dem Ziel hält ein Pick-Up der Firma Clean Gas nehmen uns und die freundliche junge Dame fragt, ob sie uns mitnehmen soll. Nun, 500 m nur noch… zu Fuß oder klimatisiert? Ganz klar, wir steigen begeistert ein, die Gasflasche kommt auf die Ladefläche. Auf dem Hof des Geländes stürzt unmittelbar ein Gasabfüller auf der Suche nach Arbeit aus dem Schatten auf uns zu, willens, uns schnell mit Gas zu versorgen. Aber oje, der bemerkt den europäischen Anschluss und schaut sich hilfesuchend um. Zwischenzeitlich kommt die junge Dame zurück und bittet uns, ins Büro zu kommen. Ihr Chef möchte uns kennenlernen 🙂 Ach ja!? Nun gut, dort werden wir dann herzlichst von ihm begrüßt und da er weiß, dass wir auf der Straße aufgegabelt wurden, möchte er wissen, wo denn unser Boot liegt. Doch hoffentlich hier nah bei ScottsMarine… Äh, nein, unser Schiff liegt auf der anderen Seite der Insel vor George Town, geben wir kund. Der Chef fällt hinten über 🙄   Ooohhh my Gooodd , wir können doch unmöglich die ganze Strecke gelaufen sein ?????? Er ist fassungslos…. (nun muss man dazu sagen, dass es hier auf dieser recht kleinen Insel ein großes Verkehrsaufkommen hat – Autos, Autos, Autos – zur Lunchzeit und Nachmittags ist im Stau stehen absolut nicht ungewöhnlich. Fußgänger sieht man hier sehr sehr selten, da sind die Caymanner People genau wie die Ami´s – zu Fuß geht man nur vom Auto zum Laden etc.  🙂  )

Dann wird unsere Gasflasche ins Büro gebracht, leider noch immer ungefüllt, denn selbst mit unserem US-Adapter scheint eine Füllung nicht zu klappen. Der Chef verschwindet irgendwo in den Tiefen des Büros und kommt kurze Zeit später mit einem weiteren Adapter zurück und kümmert sich selber um die Füllung. Das ist schon mal Service für 12,50, wenn man bedenkt, was eine Füllung auf Bonaire gekostet hat und welch Aufstand man auf Curacao (beides europäisch angehauchte Inseln) gemacht hat.

Der Hammer-Service jedoch ist,  man nicht zulassen will, dass wir die ganze Strecke zurück laufen und so gibt der Chef die Anweisung, dass uns die junge Dame mit dem Auto zurück bringt, wo immer wir hin müssen 🙂  🙂  🙂

Nach der Hälfte der Strecke fragt die junge Dame dann noch mal, ob wir wirklich diese g a n z e Strecke zu Fuß gelaufen wären. Sie kann es kaum glauben, findet die Strecke selbst mit dem Auto schrecklich lang. Tja, wahrscheinlich hat sie aber noch nie was davon gehört, dass Senioren ja täglich 8 Km spazieren gehen sollen. Nur das damit wohl keine Spaziergänge bei 32° im Schatten, den es hier n i c h t  gibt, gemeint sind 😉

Wir jedenfalls werden happy direkt am Dinghisteg abgesetzt und dieser super Service wird unvergessen bleiben.

D a n k e – C l e a n  G a s

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Grand Cayman – Insel der glücklichen freilaufenden Hühner

Und hier auf Grand Cayman hat das Wort „freilaufend“ gleich noch mal eine ganz andere Bedeutung 😉

Freilaufende Hühner sieht man eigentlich fast auf jeder karibischen Insel, meist in der Nähe eines Hauses, wo sie scheinbar hin gehören und aus Faulheit nicht wegrennen. Hier jedoch sind sie  ü b e r a l l.  Am touristischen 7-Miles-Beach, vor den Financelcentern, mitten im Industriegebiet, sogar vor KFC (denn sie wissen nicht, was sie tun 😉  ) und auch mitten in George Town. So kann es passieren, dass ein Hahn, der sich gerade die Auslage eines DutyFree-Juweliers ansieht, plötzlich über die Straße pesst, weil gegenüber ein anderer Hahn seine Henne anbaggert. Die Hähne sind nämlich irgendwie in der Überzahl! Normalerweise hat doch so ein Hahn mehrere Hennen, oder? Ich glaube, hier ist er froh, wenn er eine abbekommt 🙂 und die wird bis aufs Blut verteigt. Die Hennen sind auch immer in Begleitung von 1-4 kleinerem Nachwuchs, so dass diese freilaufenden Viecher demnächst nicht aussterben werden 🙂 auch wenn ab und zu mal so ein Hahn platt auf der Straße liegt, weil er nicht schnell genug war 😥

Aber wie kommt´s?  Des Rätsels Lösung soll der Hurrikan „Iwan“ sein! Während der nämlich über die Insel hier tobte, wurde die ortsansässige Hühnerfarm zerstört und die Biester sind einfach ausgerissen 🙂  . Und seit dem vermehren sie sich glücklich und zufrieden…

 

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Scotts Marine

Wir laufen, laufen und laufen und lernen mal wieder Gegenden kennen, in der sich normalerweise kein Tourist hin verirrt und schon gar nicht die bestimmt 8000 Cruiserpassasiere von den 4 Kreuzschiffen, die hier vor George Town liegen.

Geht´s vielleicht noch näher????? Da bekommt man schon einen ordentlichen Schreck, wenn man nichts ahnend morgens den Kopf raus streckt 😉

Die City von Georgetown ist darauf eingerichtet, rund um den Anleger gibt es DutyFree Juweliere, Andenkenläden und weitere Läden, die der Mensch eigentlich nicht braucht. Zumindest wir nicht, wir brauchen eine Reparatur unserer Seewasserpumpe und so geht es nach Ostern am Dienstag zum 3. mal quer über die Insel, im Gepäck die ausgebaute Seewasserpumpe. 3,5 km sind es bis Scotts Marine, das touristische Gebiet und die imposanten großen Häuser der Finanzwelt liegen schnell hinter uns. Die dann kommenden Häuser sind nicht sooo ärmlich, wie wir sie von anderen karibischen Inseln kennen, aber ganz sicher keine Luxushäuser. Dann geht es noch durchs Industriegebiet und knapp 45 Minuten später sind wir mit hochroten Köpfen angekommen. Wir werden mit frischem kalten Wasser versorgt, während ein Monteur sich unsere Pumpe vornimmt bzw. auseinander nimmt. Und die sieht gar nicht gut aus, innen ist alles defekt, lange hätten wir damit nicht mehr fahren können. Aber das wußten wir ja, es war höchste Zeit. (Nochmal zur Erklärung: unser Motor wird mit Seewasser gekühlt und wenn diese Pumpe ausfällt, dann gute Nacht und ade lieber Motor innerhalb von 2-3 Minuten). Es gibt zwar einen Reparatursatz, der trotzdem noch die Hälfte einer neuen Pumpe kostet, dazu kämen jedoch dann noch Monteurstunden, die hier auf Cayman nicht billig sind und eine Garantie auf Dichtheit wäre auch nicht gegeben. So entscheiden wir uns für eine neue Pumpe, die angeblich in 2-3 Tagen aus Florida kommen würde.

Und da eh nicht viel los ist im Laden und wir wohl jetzt zu den Großkunden zählen, schließlich wird uns der Spaß so an die 1300 US-Dollar kosten, wird einer der Verkäufer abgestellt, um uns mittels Auto zurück zu fahren. Diesen tollen Service nehmen wir mit Freude an 🙂 Danke, ScottsMarine !

Blick aufs Mooringfeld vom Dinghianleger

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Grand Caymann – Ober-, Unter- und Seitenschwell

Die Bucht vor George Town ist nach Westen hin offen. Nord-West-Wind kommt hier gar nicht gut, so hörten wir. Wir haben Süd/Süd-Ost-Wind und trotzdem setzte gestern pünktlich zur Schlafenszeit ein Schwell ein, den wir so nicht mal unterwegs hatten. An Schlafen war trotz unserer Übermüdung aufgrund einer Nachtfahrt nicht zu denken. Wir werden hin und her geworfen, rauf und runter. Ein Blick aus dem Fenster mitten in der Nacht…. das ist kein Schwell mehr, dass sind 1mWellen, die unser Schiff tanzen lassen. So ist die Nacht alles andere als erholsam und recht früh Ende.

Um 1.00 Uhr mittags sagte ich dann zu Frank, entweder, wir verlassen jetzt sofort dieses Schiff und gehen an Land, oder ich schnappe mir eine Tablette gegen Seekrankheit, meinen Kotzeimer und leg mich ins Bett 👿

Es ist Karfreitag – an Land ist alles zu. Internet haben wir an Bord noch nicht und so laufen wir erst mal eine Stunde in die falsche Richtung auf der Suche nach der Werft, die uns nächste Woche bei unserem Problem „undichte Seewasserpumpe“ helfen soll. Nach einem Spaziergang in der Mittagszeit muss natürlich der Flüssigkeitshaushalt wieder aufgefüllt werden und wir steuern die erstbeste Bar an. 4,00 Euro für eine Flasche Bier + Service – Willkommen auf den Caymans 🙂 , aber dafür wissen wir aufgrund von Free Wifi dann auch, dass wir 1 Stunde in die falsche Richtung gelaufen sind. Okay, alles wieder zurück und eine andere Richtung nehmen. Nach einer weiteren Stunde haben wir dann auch die Scootswerft gefunden.  Natürlich hat die heute am Feiertag zu, wissen wir. Aber stundenlange Spaziergänge sind immer noch besser wie die Benutzung des Kotzeimers, oder? Die Werft macht jedenfalls einen guten Eindruck und wir wissen jetzt, dass zumindest der Shop auch am Samstag aufhaben wird für eine erste Anfrage (Und da wir jetzt wissen, wo diese liegt, werden wir uns morgen auch nur 2 Stunden die Füsse platt laufen müssen 😉 Bis wir wieder zurück am Dinghisteg sind, sind wir also geschlagene 4 Stunden zu Fuß unterwegs gewesen. Aber ehrlich gesagt, alles war/ist besser, als sich die ganze Zeit durchschaukeln lassen zu müssen.

Zurück an Bord stellen wir fest, der Schwell hat nachgelassen und wir erleben sogar eine ruhige erholsame Nacht – geht doch!

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