Die Zeichen stehen auf Abfahrt

Hin und Her haben wir überlegt seit gestern. Wetter, Wind und Welle sehen verhältnismäßig gut aus die nächsten Tage. Sollen wir morgen raus oder besser erst Mittwoch oder gar erst Ende der Woche. Nach reiflicher Überlegung fiel dann heute morgen die Entscheidung: Morgen geht es ab nach Kolumbien. So haben wir heute ausklariert, noch ein paar frische Lebensmittel an Bord geschafft und Frank nimmt gerade sein letztes schönes Bad in sauberem türkisfarbenden Wasser. Das Chili con Carne ist vorbereitet, das Dinghi an Deck verstaut… uns hält hier nix mehr.

Wir sind gespannt auf ein neues Land, auf einen neuen Kontinent und freuen uns darauf.

3-5 Tage werden wir unterwegs sein und wenn alles klappt, werden wir uns hier am nächsten Wochenende zurück melden.

 

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Washington Slagbaai National Park

Für den Besuch dieses Nationalparkes benötigt man ein Off-Road-Auto, denn die Straßen dort sind unbefestigt, bestehen aus Sand und Geröll und werden somit als „dirty roads“ bezeichnet. Nun ist es hier zusätzlich auch nicht einfach, einen Wagen n u r  für einen Tag zu leihen. Der normale Bonaireurlauber ist ja Taucher und mietet ein Auto ja gleich immer für den kompletten Aufenthalt. Mindestmietdauer 3 Tage inkl. Zuschlag für Mindermietzeit ist hier bei allen Vermietern Gang und Gebe. Wir haben Glück, es ist Nebensaison und wir finden eine Autovermietung, die bereit ist, uns für nur 1 Tag einen Wagen zu vermieten. Pech hatten wir allerdings bei unserem 1. Versuch vor 1 1/2 Wochen, da hatte es nämlich 3 Tage vorher heftig geregnet und der Autoverleiher sagte: NO! Für einen Tag heute nicht, denn die Straßen im Nationalpark sind nicht nur „dirty“ sondern wegen des Regens auch „matschig“. So wäre anschließend eine Generalwaschung nötig und dann würde sich der Mietpreis von nur 1 Tag nicht rechnen. Gut, verstehen wir und ziehen unverrichteter Dinge wieder ab. Der Nationalpark läuft ja nicht weg. Aber heute hat es dann endlich geklappt! Auf dem Weg zum Nationalpark fahren wir noch die Küstenstraße ab, die wir mit unserem Roller letztes Mal ausgelassen hatten. Und wieder stellen wir fest, landschaftlich ist Bonaire viel schöner aus Curacao.

Wir fahren vorbei am Gotomeer, welches eigentlich kein Meer ist, sondern ein Salzwasserflachgebiet, in dem pinkfarbende Flamingos ständig ihren Kopf unter Wasser halten auf der Suche nach Salzwasserkrebsen. Wir haben Bilder davon gemacht, leider aber aus zu großer Entfernung, so dass die Flamingos mehr wie ein Pixelfehler aussehen :mrgreen:

Kurze Zeit später erreichen wir den Nationalpark. Die dirty roads sind wieder abgetrocknet und so brettern wir über Sand und Geröll mit ca. 20 km/h, mehr ist kaum möglich, an manchen Stellen ist sogar nur 10 km/h erlaubt. Es gibt eine lange (gelbe) Route durch den Park, die so 2 1/2 Stunden dauern soll und eine kurze (grüne) Strecke für 1 1/2 Stunden. Wir entscheiden uns für die Kurze und so geht es 1 Stunde lang vorbei an Kakteen, Kakteen und noch mehr Kakteen 🙂 – es gibt kleine (quasi) Bodendecker, die meisten jedoch sehen mehr aus wie Bäume – riesig 🙂 . Unter anderem soll man Papageien hier sehen können, aber scheinbar hat es hier so was wie eine „Dorfflucht“ gegeben. Wir sehen nämlich kaum einen, in der Stadt jedoch fliegen sie ständig an einem vorbei. Vielleicht mögen die einfach keine Kakteen mehr 😉 .

Ein Highlight ist die wunderschöne „Slagbaai“ – übersetzt „Schlachtbucht“ – hier wurden früher die ansässigen Ziegen geschlachtet, gesalzen und nach Curacao verschifft. In dem damaligen Schlachthaus kann man heute übernachten, allerdings auf einfachen Pritschen im Gemeinschaftssaal. Für junge Leute bestimmt ein lustiges Urlaubserlebnis, wir ziehen unser Achterkajüte vor 😉 .

Und so erreichen wir nach 2 1/2 Stunden wieder den Ausgang und bekommen noch die 2. Halbzeit Kroatien gegen England mit. Um 16.00 Uhr fahren wir an einem Tauchshop vorbei und kaufen nach langen Überlegungen doch 2 neue Tauchflaschen. 2 Kg leichter, 15 cm kürzer und somit leichter für uns zu handhaben auf dem Schiff. Wir haben sogar das Glück, dass wir unsere Alten an Sandra und Andreas von der SY Pico verkaufen können. Auch die Zwei halten sich mehr unter als auf dem Wasser auf und sind froh über preiswerten Tauchflaschenzuwachs.

Aber noch ist der Tag nicht vorbei – wir haben ein Auto 🙂 und somit geht es noch ab zum Supermarkt, wo ich Angesichts der Tatsache, nix über staubige Straßen zurück schleppen zu müssen, regelrecht in einen Kaufrausch gerate. Alles was schwer ist wird eingeladen. Cola, Wasser, O-Saftkonzentrat, eine riesige ganze Wassermelone (mmmhhhmm), kiloweise Nudeln und Reis, Kartoffeln, ein/zwei Kisten Bier usw. usw.  – als ich endlich fertig bin, paßt in die kleine Off-Road-Karre nix mehr rein 😉 – zweimal müssen wir mit dem Dinghi hin und her fahren, um alles aufs Schiff zu bekommen. Um 19.00 Uhr haben wir fertig und jetzt brauchen wir erst mal wieder 2 – 3 Tage Urlaub 😉

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2 Tage tauchen vor Klein Bonaire

Mein zerrissenes Flossenband zwingt uns den Besuch in einem der örtlichen Tauchshops auf und siehe da, kurze Zeit später verlasse ich den Laden nicht nur mit einem neuen Band sondern auch mit einem neuen Tauch-Shorty in “ tatsächlich meiner Größe“ . Welch herrliche Erleichterung bei den nächsten Tauchgängen, einfach nur reinschlüpfen ohne aus der Puste zu kommen 😉 .

Nachdem wir die Dichtigkeit unserer Tauchflaschen bei einem weiteren recht uninteressanten Hausrifftauchgang überprüft hatten, machen wir uns einen Tag später auf nach Klein Bonaire. Diese kleine Insel liegt direkt gegenüber, ist eigentlich nur ein mit Gestrüpp bewachsenes Island und unbewohnt. (Anmerkung an Wissende: Und lange nicht so schön wie Klein Curacao) Hat aber diverse schöne Tauchplätze, die aufgrund der Lage aber eben auch nur mit dem Boot und nicht wie hier üblich mit dem Auto angefahren werden können. Der normale Urlauber muss dazu eine Tauchbasis aufsuchen, wir haben ja ein Boot 🙂 . Und so machen wir unser Dinghi an unserer Mooringboje fest , markieren diese somit als besetzt und los geht es mit der 2wishes rüber nach Klein Bonaire. Dort gibt es an vielen Stellen gelbe Tauchbojen, an denen man für 2 Stunden festmachen kann.

Im Hintergrund das gelbe Teil ist besagte Tauchboje – im Vordergrund, nun ja, kennt ihr 🙂

Es ist auch ein komplettes Tagesprogramm bis man so vor der kleinen Insel eine Mooring geschnappt  hat,  das komplette Tauch-Equipment anlegt hat, tauchen war, alles wieder runter vom Körper, Flaschen füllen, neuen Tauchplatz anfahren und alles wieder von vorn. Übernachten darf man an diesen Bojen nicht, heißt also, wieder zurück an unsere mit dem Dinghi als besetzt markierte Mooring. (Die von Guy erklärte Mooring-Schnapp/Wurf-Methode können wir hier in Bonaire aufgrund der Mooringart nicht ausprobieren, aber inzwischen habe ich durch die viele Übung das „Angeln“ perfektioniert und der Skipper hat „Aufstoppen“ gelernt 😉  )

Wir wollen wirklich nicht nörgeln, für Taucher, die noch nie in Ägypten, in Asien, auf den Philippinen oder gar in Sipadan vor Borneo getaucht sind, mag das hier ein Tauchparadies sein. Wir dagegen fragen uns bereits immer nach 15 Minuten: Und was gucken wir jetzt? An einem Tauchplatz hatten wir wirklich viele sehr schöne Korallen, was aber fehlt, ist Farbe!  Wir sind zu verwöhnt oder auch nur zu alt 😉 und müssen leider feststellen, dass unsere Tauchhochphase vorbei ist. Weitere Tauchgänge wird es für uns erst wieder auf den San Blas Inseln oder vor Providencia geben in der Hoffnung, dass die Unterwasserwelt dort bunter und vielfältiger ist.

Und morgen geht es endlich in den Nationalpark

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Rookworst

Wir stehen im Supermarkt und betrachten misstrauisch abgepackte Rookworst. Frei übersetzt verstehen wir das als „geräucherte Wurst“ . Stutzig macht uns, dass diese nicht mal in der Kühlung, sondern im normalen Regal liegt. Aber interessant machen diese Pakete, da diese Wurst abgebildet ist im blauen Paket auf Sauerkraut, im Roten auf Grünkohl !?

Was mag es sein? Mettwurst? Wir drücken auf der Wurst rum… nein, Mettwurst ist definitiv härter. Wir beschließen, kein Risiko einzugehen, schließlich haben die Erfahrungen der letzten 3 Jahre gelehrt, Wurst, egal ob als Aufschnitt, als Bockwurst oder Bratwurst – außerhalb Deutschland zu 95 % nicht genießbar.

Unsere Diskussion, ob oder ob nicht, bekommt eine Verkäuferin mit und spricht uns im einwandfreien Deutsch an. Diese Rookworst hatte tatsächlich keine Ähnlichkeit mit Mettwurst, sondern würde nach „Currywurst“ schmecken. NACH CURRYWURST ???? Wir sind total verblüfft! Und ernsthaft, wie sollen wir uns denn bitte Sauerkraut oder gar Grünkohl mit CURRYWURST vorstellen? Das möchten wir glaube ich gar nicht 😉 . ABER…. Da schlummert noch eine Dose „Straßburger Sauerkraut“ in der Bilge, mitgeschleppt seit 2015, die muss auch mal weg!  Und so starten wir den Versuch:

Rookworst alias Currywurst an Sauerkraut mit Kartoffelbrei:

Ihr fragt euch wahrscheinlich, wie man ein solch derbes Gericht bei 30 ° verputzen kann, was? Kann man !!!!  Ist eine willkommene Abwechslung nach der täglichen mediterranen leichten Küche, muss ich aber nicht wöchentlich haben.

Nun, nach Currywurst schmeckte diese Rookworst natürlich bzw. Gott sei Dank nicht, aber als Alternative zu schlabbrigen geschmacklosen Bockwürstchen war sie okay und kann man nochmal kaufen.

 

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Prioritäten

Muss man nun mal setzen !!!!

Vor allen Dingen, wenn die Fußball-Weltmeisterschaft läuft und z.B. Brasilien spielt 😉 . Dann muss auch mal ein eigentlich geplanter Tauchausflug nach Klein Bonaire (wiedermal) verschoben werden 😉 .  Leider spielt Brasilien heute wegen der Zeitverschiebung zur besten Frühstückszeit bzw. zur „Bier-nicht-vor-12“-Zeit um 10.00 Uhr morgens. Blöd, aber wir ziehen trotzdem los. Zu unserer Stamm-Fußballkneipe! Die liegt nicht in der 1. oder 2. Reihe, auch nicht in der 3., mehr so in der 4. oder 5. Reihe, ist keine Einheimischen-Kascheme, wird aber trotzdem von Touris kaum aufgesucht sondern fast nur von weißen und farbigen Einheimischen.

Nachteilig: Gläser gibt es hier nicht. Scheinbar haben die es nicht so mit dem „spülen“. Entweder trinkste aus der Flasche oder eben aus einem Pappbecher. Wenn das Brüssel wüßte….

Es gibt eine riesengroße nach 3 Seiten offene gut belüftete Theke, einen Biergarten und 4 große Fernseher 🙂 🙂 🙂 . Das Preisniveau  ist ca. 40 % geringer, eine Cola kostet hier 2 Dollar, vorne in den ersten Reihen zahlt man dafür gerne mal 3,50 Dollar. Die Hauptsprache ist hier nicht Englisch oder Holländisch, sondern Papiamentu , ein völlig unverständliches Gemisch aus Holländisch, Portugisisch und Spanisch, aber so sehr eingebürgert (wird von 75 % der Bewohnern hier gesprochen), dass man  selbst an Bankautomaten neben Englisch und Holländisch auch Papiamentu wählen kann.

Und was lernen wir hier? Hamburger heißt auf Papiamento „sancocko“ 😉

Wir verstehen also nicht ein Wort unserer Sitznachbarn, aber die Stimmung ist einfach genial und schnell wird klar, für wen hier gejubelt wird. Hier sind wir richtig, wir können ja auch nicht für die Mexikaner halten, schließlich haben die kürzlich keine Rücksicht auf die noch nicht wache deutsche Mannschaft genommen. Kurz vor Ende fällt dann das befreiende 2:0, der Jubel ist groß und die Gaststätte gibt eine Lokalrunde brasilianischen Rum aus. Es ist immer noch nicht 12.00 Uhr, egal… runter mit dem Zeugs 😉

Da wir eh auf halben Weg zu den Supermärkten sind, füllen wir unsere Rucksäcke noch mit div. Lebensmitteln für die nächsten 3 Tage und gegen 13.30 Uhr sind wir zurück auf der 2wishes. 13.45 fangen wir an, unser Tauchzeugs zusammen zu rödeln, schließlich haben wir den Hintern hoch und so könnten wir noch einen Hausrifftauchgang direkt vom Boot starten. 14.30 Uhr – alles ist fertig. Die Tauchflaschen sind mit den Jacketts und den Atemreglern verbunden, das Blei ist untergebracht und wir haben uns minutenlang in die Tauchanzüge gequält (das ist wörtlich zu nehmen, denn beide haben wir in den letzten Jahren gewichtsmäßig zugelegt und in unseren alten Tauchanzügen fühlen wir uns wie Wurst in Pelle, wenn wir dann irgendwann endlich drin sind 😉   ). Jetzt fehlt nur noch die Taucherbrille und die Flossen und dann…. Schluss, Aus, Vorbei…. Da ist doch glatt an einem meiner Flossen das Feststellgummiband gerissen. Tauchen mit nur einer Flosse – irgendwie ganz blöd! Sach ma… irgendwas stimmt doch bei uns nicht, oder ?

Aber eigentlich haben wir dabei noch Glück im Unglück gehabt, denn wenn wir unseren ursprünglichen Plan vor Klein Bonaire zu tauchen, in die Tat umgesetzt hätten, wäre das alles noch viel blöder gewesen. In dem Fall hätten wir nämlich dann unsere Boje mit unserem Dinghi als besetzt markiert und wären mit der 2wishes übergesetzt – und das dann eben alles umsonst 😡

Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben….

Zaun alla Bonaire 🙂 Stacheldraht brauchen die hier nicht!

Tolle originelle Terrasse, nur ein bißchen arg sonnig 😉

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Nanu ?

Was ist das? Gestern auf der Fahrt hatte ich noch Mitleid mit der einheimischen Vegetation, die ums Überleben kämpft. Scheinbar habe ich durch meine heimlichen Gedanken mit der Bitte um Regen (zumindest seit wir hier sind, also seit 3 Wochen hat es nicht mehr geregnet) den Regengott wachgerüttelt, denn seit heute Morgen 6.00 Uhr regnet es. Nicht durchgehend, aber heftig und oft. Das türkise Wasser um uns herum ist nicht mehr klar, sondern milchig graugrün.

Das vernichtet für heute aber auch unsere Pläne, wollten wir doch nach Klein Bonaire und dort 2 Tauchgänge machen, wenn wir den Hintern schon mal hoch bekommen hatten.  So sitzen wir um 12.00 Uhr mittags immer noch beim verlängerten Frühstück aufgepeppt durch eine Flasche Sekt. Unsere undichten Tauchflaschen haben wir vorgestern für 15,00 Dollar das Stück wieder abgeholt, gefüllt, geprüft, innen von Wasser und Salz gereinigt sowie mit neuem  Prüfaufkleber versehen.  Ob sie jetzt auch wieder dicht sind? Nun, das wollten wir heute testen, aber verschoben ist nicht aufgehoben.

Außerdem gibt es einen weiteren Vorteil wegen des Regens: Saharasand! Schon mal gehört oder gesehen, nicht wahr! Das ist dieser häßliche gelbe Sand, der uns manchmal (bzw. euch, wir haben ja keine Auto mehr 😉 ) das Auto versaut. Nun, Saharasand ist das hier wahrscheinlich nicht, mehr so schnöder allgemeiner Bonaire-Sand. Aber gelb ist er auch! Und nicht unser Auto, sondern unser Schiff wird damit eingesaut. Innen und Außen. Alles, was man anpackt ist staubig und dreckig. Da kann man das Deck ruhig mal mit Eimern abspülen, 2 Tage später sieht es wieder saudreckig aus. Aber heute, heute bekommt das Schiff endlich mal eine Dauer-Süßwasser-Dusche und wir strahlen. Heute geht es also nicht von Bord, alles sieht nach einem gemütlichen Walt-Disney-Zeichentrickspielfilm-Nachmittag aus.

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Uuuunnnd Action !

Normalerweise lernen wir Inseln und das Hinterland mit den von uns so geliebten Publicbussen kennen. Das ist manchmal ein wenig abenteuerlich und so mancher Urlaubsgast ist anschließend kreideweiß aus diesen Vehikels geklettert, aber wir lieben es (wir haben allerdings auch keine echte Verantwortung für junges Leben). Auf den französischen Inseln und hier auf Bonaire gibt es solche kleinen Busse nicht, dafür aber kann man sich für eine kleine Mark einen Scooter, auch als Roller bekannt 😉 , ausleihen und damit rund um die Insel fahren. Die erste Runde geht Richtung Süden, eine weitere Richtung Norden und dem Nationalpark, den wir jedoch mit einem Roller nicht befahren können. Dafür brauchen wir nächste Woche eine Off-Road-Karre.

Die Vegetation von Bonaire ist bizarr und dabei wunderschön. Im Süden lauter ums Überleben kämpfendes Gestrüpp, auf der Nordroute kilomenterlange Kakteenfelder.

 

 

 

Bonaire ist eine Wassersportinsel, auf der offenen Ostseite kann man wunderbar surfen oder auch kiten, auf der geschützteren Westseite gibt es haufenweise Tauchplätze, die von Land aus erreichbar sind. Der Tauchurlauber hier mietet sich am Flugplatz bereits eine Off-Road-Auto, vereinbart mit einer Tauchbasis die Füllung der Tauchtanks und dann werden die nächsten 2 Wochen die Tauchplätze abgefahren. An der gesamten Straße lang liegen gelbe Steine mit der jeweiligen Tauchplatzbezeichnung und überall sehen wir Taucher stehen, die sich für die Unterwasserwelt fertig machen. Das hat was und ist wahrscheinlich einmalig auf der Welt.

Freilaufende glückliche wilde Esel gibt es hier haufenweise

Auf der Ostseite sehen wir jede Menge süße Surferjungs, genau wie sie im Buche stehen. Braungebrannt, langhaarig, knackig und somit sehenswert 😉

Ein Relikt aus früheren Zeiten 😉

 

 

 

 

 

 

An der ungeschützen Ostseite gibt es natürlich auch diese herrlichen Wellen

Die Vegetation wird immer weniger, dafür die Esel mehr. Fragt sich nur, wovon die sich hier ernähren können

Fast der gesamte Süden dient der Salzgewinnung. Vor rund 200 Jahren war Bonaire bereits Produzent von erstklassigem Meersalz. Damals wurden zahlreiche Sklaven für die Arbeit auf den Salzfeldern eingesetzt. Diese haben mit der Hand das Salz aus den Verdunstungsfeldern geschaufelt, mit Eseln (da kommen die also her…) abtransportiert und dann körbeweise mittels kleinen Booten zu den vor Anker liegenden Schiffe transportiert.

Über ein Kanalsystem wird Meerwasser in verschiedene Becken eingelassen. Während das Wasser verdunstet bleibt das wertvolle Salz zurück, das heute jedoch mittels Maschinen verarbeitet und transportiert wird.

Ü

Verdunstungsfelder

Und die dazu gehörigen Salzberge

 

 

 

 

 

 

 

 

Es war ein wunderschöner Tag, leider hatte ich aber meinen Fotoapparat vergessen und so mußte die Handykamera herhalten. Werde versuchen, mich zu bessern und hoffentlich besser vorbereitet sein, wenn wir mittels Auto den Nationalpark erkunden.  Bonaire gefällt uns dieses Jahr besser als vor 2 Jahren, vielleicht, weil wir entspannter sind 🙂 .

Und da wir gerade den Hinter hoch haben, gehst morgen auch gleich weiter. Wir wollen mit dem Schiff rüber nach Klein Bonaire zum Tauchen. Auf geht´s

 

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Hurra – geschafft!!!!

Nachdem wir 2 Stunden unser Schiff verwüstet haben auf der Suche nach sämtlichem Tauchequipment und unsere Tauchflaschen mittels unseres doch recht lauten Tauchkompressors gefüllt hatten, waren wir glatt 30 Minuten tauchen (direkt vom Schiff aus) . Als Wiedereinstieg nach 1 1/2 Jahren war es okay und wahrscheinlich gibt es hier vor Bonaire den ein oder anderen interessanteren Tauchplatz. Werden wir auch gerne noch erkunden, wenn…. ja wenn unsere Tauchflaschen dann wieder dicht sind. Wir haben sie heute dann erstmal bei einer hiesigen Tauchbasis zum Abdichten und Prüfen abgeben. Vor Freitag wird das also nix mehr mit weiteren Tauchgängen. Macht nix, morgen haben wir eh keine Zeit, Deutschland spielt und anschließend Brasilien. Bis dahin vertreiben wir uns die Zeit eben so:

Auch schön, oder?

Das ist ein Flip-Flop-Baum! Keine Ahnung, ob er als Kunst zu verstehen ist oder als Geck! Lustig ist er allemal 🙂

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Reparaturmodus

Eine Freundin schrieb mir die Tage:

„Gut, dass die Pechsträhne vorbei ist und ihr endlich wieder ein sorgloseres Seglerleben genießen könnt“

HA! Reingelegt! 

Bloß weil ich darüber nix mehr schreibe, denkt ihr alle, es gäbe hier nix mehr zu tun, nicht wahr! Falsch, wir reparieren bzw. versuchen weiterhin brav Ersatzteile aufzutreiben 🙂

Bereits 1 Tag nach Ankunft in Bonaire wunderte sich Frank, dass die Batterien nicht mehr geladen wurde, obwohl der Windgenerator aufgrund der damaligen heftigen Winde hier ganz fleißig arbeitete. Und siehe da, der Solar- und Windregler hatte den Geist aufgegeben. (Für Technikdummies wie ich: Das Teil leitet die Energie, die durch die Solarplatten und den Windgenerator erzeugt werden, in die Batterien weiter) . Vor 2 1/2 Jahren haben wir das gleiche Teil bereits auf den Kapverden ausgetauscht und Gott sei Dank war Frank so schlau, dieses als kostspieliges Ersatzteil mit an Bord zu führen. Sonst hätten wir uns nämlich in die Marina begeben müssen um uns dort dauerhaft an die Steckdose zu hängen.

Ein paar Tage später ist die „Lasange“ fertig! Nun ja, nicht so richtig fertig, mehr so fertig vorbereitet für den Backofen. Alte Camper oder Segler wissen, wie ein Gasbackofen funktioniert. Man drückt den Knopf, entzündet das Gas, Flamme kommt und dann muss man den Knopf eine kurze Zeit festhalten, bis eine gewisse Temperatur erreicht ist. Dann Knopf loslassen und Flamme bleibt an. Nicht so mehr bei uns!!! Man kann den Knopf 1 Minute halten, 2 oder auf 5 – egal, die Flamme geht aus und ich seh schwarz für meine fertig vorbereitete Lasange. Aber der Skipper hat Hunger und Hunger macht erfinderisch 🙂

So wird der Knopf eben dauerhaft gedrückt gehalten 😉 – keine Dauerlösung, aber zumindest gab es an dem Abend dann Lasange

Am nächsten Tag fängt die Suche nach einer Reparaturwerkstatt statt. Leider sind wir aber nicht mehr in Martinique, in Bonaire kann man tauchen, tauchen und tauchen. Aber Reparaturwerkstätten, da ist man hier falsch. Wir begeben uns nach Budget, dem örtlichen Schiffsausstatter und fragen nach. Man ist wirklich sehr bemüht, führt lange Telefonate und sogar ein deutschsprachger Mitarbeiter wird heran gerufen, damit dieser uns den Weg zu Werkstatt erklären kann. Guter Service erstmal! Gleich um die Ecke ist ein großer Baumarkt und hier fragen wir nach Ersatzteilen für Gasherde (schließlich kochen die hier auf den Inseln alle mit Gas), aber nein, Ersatzteile gibt es nicht. Aber die junge Dame gibt uns einen anderen Tipp und schickt uns quer durch die Stadt auf die andere Seite. Die Adresse stellt sich als Möbelgeschäft raus. Hier gibt es Couchen, Babybetten, Kühlschränke und ja, Gasherde auch, aber ganz sicher keine Ersatzteile. Über staubige Bürgersteige schleppen wir uns zurück zum Schiff, wiedermal 8 km geschafft (leider aber ergebnislos 😉 ).

 

Bürgersteige in Bonaire ! Aber die Einzigen, die darauf rum laufen, sind eh nur wir. Hier läuft sonst keiner zu Fuß 😉

Hier wird die Verklinkerung schon mal vorbereitet, wahrscheinlich hat man den Staub im Vorgarten satt 😉 Und wenn ihr genau hinschaut – Fußgänger sieht man keine, nicht wahr 🙂

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Am nächsten Tag laufen wir in die andere Richtung zu der von Budget angegebenen Stelle. Da man die genaue Firmenbezeichnung nicht kannte, sollten wir uns nach dem daneben liegenem Spa richten. Nur war der Spa zu winzig, dass wir ihn auf dem Hinweg erst mal übesehen haben und den Weg dadurch um 1-2 Km verlängert haben. Macht nix, wir haben ja ZEIT! Auf dem Rückweg dann entdecken wir besagten Spa, nur das Geschäft daneben macht Werbung für Klimaanlagen *mmmhhhmm*. Und richtig, auf Nachfrage bekommen wir eine negative Auskunft. Gasherde reparieren die nicht! Und wieder ein Tag vorbei ;-).

Die Crew der SY Serenity geht derweil tauchen, tauchen und tauchen! Wir dagegen pflegen unsere inzwischen unsere wunden Füsse und suchen im Internet nach einer Lösung. Neuen Herd schicken lassen? Wohin? Nach Bonaire? Das hieße, wir müßten noch mindestens 3-6 Wochen hierbleiben. Nach Kolumbien? Auch nicht so optimal, dort fallen 30-40 % Zollgebühren an. Aber vielleicht hat ja IWW (Schiffsausstatter) in Curacao unseren Wunschherd im Laden stehen. Negativ! Auch die bräuchten ein paar Wochen, um ihn zu beschaffen. Und dann ist er auch noch doppelt so teuer wie in DE. Gleichzeitig findet Frank aber scheinbar das richtige Ersatzteil – einen neuen Thermofühler – allerdings auch in DE. Was nun, warten bis zum nächsten Heimaturlaub oder schicken lassen nach Kolumbien? Wieder ist ein Tag rum und die obige Stäbchenlösung wird mir wohl erst mal erhalten bleiben.

Aber morgen…. morgen machen wir mal was anderes 🙂

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Entdecker- oder Ruhemodus?

Jetzt sind wir schon 1 1/2 Wochen auf Bonaire und es gab bisher keinen neuen Blogeintrag! Woran das wohl liegt?

Zeitgleich mit uns kommt auch die SY Serenity mit Susanne und Jost an und gleich beim 1.  kurzem Kennenlernen steht mir der Schweiß auf der Stirn 😉 . Die Zwei sind seit Januar in der Karibik und haben diese von den Tobago Cays bis rauf nach Puerto Rico somit in 5 Monaten erkundet. Was für ein Programm! Aber eigentlich haben wir es ja damals in unserem 1. Karibikjahr genauso gemacht. Von einer Insel zur anderen, von einer Bucht zur Nächsten. Husch, husch! Und es hat uns Spaß gemacht und wir fühlten uns, genau wie Susanne und Jost, auf keinen Fall gestresst. Ich weiß noch ganz genau, dass wir mal Besuch von einer deutschen Crew bekamen in einer Bucht vor Guadeloupe. Wir waren erst 2 Tage da und planten bereits unsere Weiterfahrt (oder Flucht) für die nächsten Tage, während diese Crew uns erzählte, dass sie dort schon seit 4 Wochen lagen. Großes Erstaunen und die Frage von Frank: Was macht man denn h i e r  4 Wochen? Die Antwort habe ich bis heute nicht vergessen, sie lautete: „Leben! Wir leben hier!“ Damals konnten wir das nicht verstehen, heute ja! Durch diverse familäre und gesundheitlich Probleme wurden wir ja quasi zwangsentschleunigt und nun kommen wir irgendwie nicht mehr in Trapp (und schon gar nicht mehr in den Galopp 😉 ).

So können wir jetzt nach 1 1/2 Wochen auch nichts Aufregendes berichten. Wir leben hier einfach, was so viel heißt wie: Ausschlafen, lange und gemütlich frühstücken, ein bißchen Haushalt und dann: nun, jeden 2. Tag läuft man mehrere Kilometer zum Supermarkt, an einem anderen Tag schleppt man 10 KG Schmutzwäsche über staubige Bürgersteige  auch wieder über Kilometer zur Self-Service-Laundry und zurück oder man läuft eine große Runde von Pontius nach Pilates auf der Suche nach einer Werkstatt oder Ersatzteilen für unseren Gasherd. Oder man geht um 11.00 Uhr bereits Fußball gucken, ärgert sich über die deutsche Manschaft und freut sich über die Portugisische. Und so vergeht Tag für Tag für Tag für Tag….

Aber so langsam kommen wir raus aus dem Ruhemodus. Zumindest ist der nächste Tauchgang schon in Planung und ein Auto wollen wir uns auch leihen, um damit den Nationalpark zu besuchen. Wir müssen nur noch den Hintern hoch bekommen 😉 (und den Gasherd reparieren)

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