Und weiter geht´s – Glück und Pech wechseln sich ab

Nach 13 Stunden Schlaf werden wir morgens um 9.00 Uhr wieder wach und fühlen uns trotzdem noch schwach und erledigt. Wir sind zu alt für diesen Mist, wirklich!

Nach dem Frühstück schaut sich Frank den Mist unserer Steuerungsanlage an und hat eine glorreiche Idee. Die Steuerungskette hat die gleiche Stärke wie die des Autopiloten und tatsächlich fahren wir unsere alte an einer Stelle defekte Kette des Autopiloten seit 2 Jahren spazieren – man weiß ja nie, wann man so was mal gebrauchen kann…. 😉

Nun, j e t z t zum Beispiel 🙂

Die Steuerungskette ist erheblich kürzer als die des Autopiloten und so schafft Frank es, aus dieser Alten ein passendes Stück zu entfernen und neu einzubauen, während ich bewundernd daneben stehe und staune. Mein Held ! Woher wissen Männer sowas? In meinen weiblichen Genen steckt dieses Wissen jedenfalls nicht. Nun, es ist auch nicht m a l e b e n gemacht, ausbauen, auf die richtige Länge kürzen, wieder mit dem Drahtseil verschrauben etc. – das alles braucht Zeit, aber um 16.30 Uhr haben wir wieder eine funktionierende Steueranlage und brauchen uns keine Gedanken mehr machen, wie wir denn in dem engen Ankerfeld vor der Bocas Marina unter Pinnensteuerung (schweißgebadet) ankern sollen. Hat er super gemacht, mein Frank

Wir wollen jedoch am nächsten Tag noch nicht weiter, wir sind noch viel zu erledigt und wollen noch einen ruhigen Tag hier vor Anker genießen. Gegen Abend wird das Meer rauh, der Ankerplatz ist ungeschützt und das ist kein Schwell, der da auf unser Schiff zurollt, sondern echte fette Wellen. Promt reißt auch unsere 1. Ankerkettenentlastung und muss erneuert werden. Die Geräuschkulisse in unserer Heckkabine ist gewaltig. Das Schiff schaukelt auf und ab, Wellen klatschen laut vor den Bug oder das Heck und um 24.00 Uhr ziehe ich aus und lege mich im Salon nieder. In der Mitte des Schiffes ist es ruhiger und so komme ich in der Nacht doch zu etwas Schlaf.

Am nächsten Tag ist es ruhiger, wir können die Notpinne wieder ausbauen, machen einen Rudercheck und sitzen den Rest des Tages einfach nur da. Während des Films am Abend wird es draußen schon wieder ungemütlicher, aber was gestern Nacht ging, geht bestimmt eine Weitere. So der Gedanke!

Tatsächlich schlafe ich von 22.00 Uhr bis 24.00 Uhr, dann wird es im Heck zu heftig. Das Schiff geht vorne bestimmt 1,5-2 m hoch und knallt wieder runter. Ich verzieh mich in den Salon, kann aber trotzdem nicht schlafen. 1/2 Stunde später steht Frank auch im Salon und wir denken noch kurz darüber nach, ob wir nicht Anker aufgehen sollen mitten in der Nacht, da eh keiner schlafen kann beim dem Theater. In dem Moment reißt die 2. Ankerkettenentlastung und dadurch wird jedesmal, wenn das Schiff sich vorne wie ein Pferd aufbäumt, weiter Kette aus dem Ankerkasten gezogen. Sehr unschön, nicht nur vom Geräusch, sondern auch, weil hinter uns ein Riff liegt. Und je mehr Kette raus ist, desto näher kommen wir dem Riff. Also nix wie weg hier…

Gleichzeitig setzt fetter Regen ein, binnen Sekunden sind wir beide kletschnass. Frank am Steuer, während ich vorne versuche, den Anker zu heben. Pechschwarze Nacht umgibt uns und kurze Zeit später sind wir im offenen Gewässer. Was jedoch nicht viel schöner ist. Jetzt treffen uns die Wellen wieder schräg von hinten und mit Bangen hoffen wir, dass die Kette hält. Für den Einwurf einer Tablette gegen Seekrankheit war keine Zeit, das rächt sich mit einem 4-maligen Eimeralarm, bis des morgens hell wird und ich draußen im Hellen jede Welle anfunkle, ja meine Kette nicht zu zerstören. An Schlaf ist jedenfalls nicht zu denken.

Für diese Strecke sind eigentlich 8-9 Stunden geplant, aber Wind und Strömung sind gegen uns. Warum sollte es auch einfach sein oder das Glück auf unserer Seite… teilweise bzw. meist kommen wir nur mit 2-2,5 Knoten vorwärts und so erreichen wir Bocas erst nach 14 Stunden um 15.00 Uhr Nachmittags. Der Anker sitzt beim 1. Mal und ich fürchte, Frank bekomm ich hier so schnell nicht wieder weg….

Hütte, Asien…. wir sind bereit – wir müssen nur noch ein Schiff los werden

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„Pechmarie“ oder auch „Bad Luck“ wären bestimmt die geeigneteren Namen für unser Schiff gewesen

Bis Sonntag hatten wir gewartet auf die richtige Windstärke und die richtige Windrichtung, damit wir in ca. 24 Stunden unsere Lieblingsinsel Escudo de Veraguas für einen Zwischenstop auf dem Weg nach Bocas del Toro erreichen können. Und die Fahrt fängt gut, kurz vor Mittag erreichen wir das Verkehrstrennungsgebiet vor dem Eingang zum Panamakanal. (Für Nichtsegler: Ein Verkehrstrennungsgebiet sind Einbahnstraßen auf dem Wasser, damit sich die ganzen Containerschiffe, Tanker und Kreuzfahrtschiffe nicht in die Quere kommen, wenn sie, wie hier z.B., auf einen Engpass wie die Panamakanalzufahrt zufahren. )

Wenn man diese Gebiete überqueren muss, soll (muss) man dies eigentlich in einem 90°Winkel machen, was unter „Segel“ meist nicht einfach ist. Wir schaffen es nicht ganz und schnippel ein wenig, was jedoch auch kein Problem ist, denn diese Einbahnstraßen sind, auch wenn es auf dem Foto nicht so erkennbar ist, sehr breit. Die dicken Pötte haben genug Platz und könnten einem Mini-Segler ausweichen.

Von rechts nach links: Der dünne lila Strich ist unsere gewünschte Kurslinie, der Gelbe unser Gefahrene. Man achte auf der linken Seite auf gelbe Linie, die da im ZickZack verläuft.

Trotzdem ist das Queren eines solchen Gebietes immer mit Aufregung und Anspannung meinerseits verbunden. Die letzte Einbahnstraße links ist wenig bzw. zu dem Zeitpunkt gar nicht befahren und so verabschiede ich mit mit der Bemerkung, mich mal kurz hinzulegen. Kaum bin ich unten angekommen, passiert innerhalb 5 Sekunden mehreres gleichzeitig. Es gibt ein komisches Geräusch und das Segel fängt an zu schlagen, was soviel heißt wie „das Schiff läuft aus dem Kurs“ und der Skipper schreit von oben, ich soll s o f o r t zurück kommen. Adrenalin schießt nach oben. Auf dem Weg an mir vorbei höre ich noch was von wegen „Kette gerissen“. Okay…. Adrenalin sinkt wieder…. Das kommt mir bekannt vor, Kette gerissen heißt, der Autopilot funktioniert nicht mehr, das Problem hatten wir vor ca. 2 Jahren ja schon mal auf dem Weg nach Jamaika. Unschön, aber nicht gefährlich! Ich gehe also ans Steuerrad, nehme den Autopiloten raus und will das Schiff per Handsteuerung wieder auf Kurs bringen. Äh… ich drücke noch ein paar Mal auf div. Tasten und nichts passiert. Das Steuerrad in meinen Händen schwabbelt nach rechts, nach links und hat überhaupt keine Wirkung mehr. Da dämmert es und gleichzeitig kommt von Frank die Bestätigung, wir haben zwei Ketten und diesmal ist nun die der Steuerung gerissen. Der Adrenalinspiegel schießt wieder in die Höhe : wir sind manovierunfähig – einer meiner Segleralbträume ist wahr geworden. Starr vor Schreck wie ein erschrecktes Kaninchen stehe ich da und während ich mich noch frage was nun, befördert Frank aus den Tiefen der Bagskiste bereits unsere Notpinne heraus. Richtig, da hing doch immer dieses silberne Ding an der Wand, von dem ich nicht dachte, dass wir das je benutzten müssen.

(Für Nichtsegler: Was ist eigentlich eine (Not-)Pinne? Wenn ihr jetzt mal diese kleinen Jollen auf Seen vor Augen habt, auf denen am Heck ein Segler sitzt mit so was ähnlichem wie ein Stock in der Hand, den er hin und her drückt… das ist eine Pinne. Viele ältere und etwas kleinere Segelyachten haben auch heute noch eine Pinnensteuerung, wir jedoch steuern unser Schiff mit einem großen Steuerrad)

Wir haben nicht nur Wind, wir haben auch ziemlich große Wellen. Und da wir nicht gegensteuern können, wird die 2wishes zum Spielball dieser 3-5 m hohen Wellen. Heißt, wir werden hin und her geschmiessen und so brauchen wir gut 1 Stunde, um diese Notpinne überhaupt montiert zu bekommen. Schrauben müssen gesucht werden, Schrauben passen nicht, Schrauben fallen runter….

Ein weiteres Problem ist, wir haben ein Mittelcockpit und können somit hinten am Heck, wo diese Notpinne jetzt montiert ist, nicht sitzen. Jedenfalls nicht in Fahrtrichtung und so sitzt Frank entgegengesetzt und steuert gemäß meinen Kommandos mal nach Steuerbord, mal nach Backbord. Zuviel!! Mehr nach rechts!! Nein, wieder zurück! Und so drehen wir Kreise um Kreise. S0 wird das nix. Noch immer sind wir in einer dieser Einbahnstraßen des Verkehrstrennungsgebietes und haben wirklich verdammt viel Glück, dass sich die großen Pötte hier gerade nicht die Klinke in die Hand geben und uns beim Kreise drehen nicht stören🤔

Ich weiß nicht, wie eine Notpinne von einem Yachthersteller, der (fast) nur Mittelcockpitjachten wie z.B. Halberg Rassy baut, aussieht, aber Bavaria hat sich fuer die 4 Jahre, wo sie die Oceans gebaut hat, diesbezüglich keine Gedanken gemacht und ihre Standardpinnen dazu gelegt. Vielen Dank dafür! 😠

Dann hat Frank aber die Idee, diese Pinne mittels unseres Bootshakens zu verlängern, so dass wir anschließend das Schiff vom Cockpit aus in Fahrtrichtung sitzend steuern können. Wieder eine Hürde genommen.

Ein weiteres Problem ist, wir haben noch n i e m a l s eine Pinne in der Hand gehabt. Ein Schiff damit zu steuern ist nicht einfach. Wenn man nach rechts will, muss man die Pinne nach links ziehen und nach rechts, wenn man nach links. Also komplett anders als beim Steuerrad eines Schiffes oder auch eines Autos. Das ist äußerst gewohnheitsbedürftig und wir brauchen über eine Stunde, bis wir es einigermaßen im Griff haben. Wenn ihr nochmal auf das obere Bild schaut, die gelbe ZickZack- Linie links ist unsere Übungsstrecke 😥

Nachdem wir also die 2wishes wieder unter Kontrolle haben, schauen wir uns beide an und Frankt sagt: Das war´s, oder? Wir hören endgültig auf mit dem Scheixx… und ich stimme ihm zu voll und ganz!!!

Nun haben wir aber erstmal 3 Möglichkeiten:

gegen Wind und Welle zurück zur Linton Bay, was wir aber im Hellen nicht mehr schaffen würden

in die nahe gelegene Shelter Bay Marina zu gehen – dazu müßten wir jedoch den in der engen Zufahrt zum Kanal rein und raus kommenden Riesenpötten ausweichen können, ohne uns zu versteuern und unter Pinne das Schiff einparken… nein, das traut sich der Skipper erst recht nicht zu

und so entschließen wir uns – Augen zu und durch – wir fahren weiter bis zu der uns bekannten Insel, wo wir vor Anker prüfen können, was und ob wir reparieren können.

Apropo“Augen zu“ – Hahahaha – das wird natürlich nix vorerst. Die Notpinne ist wabbelig, den exakten Kurs halten ist äußerst schwierig und sobald man mal an etwas anderes nur denkt, anstatt auf den Kompasskurs zu schauen, zack, fahren wir Richtung Jamaika statt nach Bocas. Länger als 1 Stunde halten wir es kaum aus und in dem Rhytmus wechseln wir uns dann auch ab. Zwar legt man sich in den Pausen hin, aber durch die Anspannung kann man natürlich auch nicht sofort einschlafen und so kommen wir in dieser Nacht jeder nur so auf 1 1/2 Stunden Schlaf insgesamt.

Ausgerechnete Ankunftszeit war ca. 9.00 – 10.00 Uhr, aber da wir mit der Montage der Notpinne sowie mit dem Üben gut 3 Stunden verloren hatten und auch der Wind nachts einschlief, fiel der Anker vor Escudo de Veraguas erst gegen 16.00 Uhr. Völlig übermüdet und ausgetrocknet 😉 genossen wir das Ankerbierchen. Große Lust hätte ich, ein Flasche Sekt zu köpfen, leider ist keiner an Bord. Anschließend räumen wir das Chaos unter Deck auf. Es ist unglaublich, was eine solche Fahrt für ein Chaos anrichten kann. Nach einem weiteren Bierchen, einem schnell gekochten Abendessen und einer kleinen Serie fallen wir um 20.00 Uhr in die Koje und in den Tiefschlaf….

Und Morgen schaun wir mal, falsch formuliert…

Und Morgen schaut Frank mal, ob er was reparieren kann

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Endlich trägt auch unser Dinghi ein Kleid

Es ist nicht nur als Schmutzschutz gedacht sondern mehr als UV-Schutz, denn auch das Hyperlon-Material leidet sehr bei ständigen sonnigen 30° und ein paar Jahre brauchen wir dieses Zweitschiff noch.

Seit ueber 14 Tagen sind wir inzwischen zurueck aus San Blas. Diese sind wirklich wunderschön, zur Zeit alles ander als ueberlaufen und die Kunas selber sind alle unglaublich freundlich. Aber nach 4 Wochen Einsamkeit brauchten wir mal wieder Abwechslung und vor allen Dingen frisches GEMUESE. Eigentlich gibt es ein Gemueseboot, dass die Ankerplätze abfährt um die Segler zu versorgen, aber das klappt zur Zeit nicht so gut, wahrscheinlich, weil die Nachfrage gerade nicht sooo groß ist.

Nun, wir hatten sowieso noch andere Aufgaben zu erledigen wie siehe oben, endlich ein Dinghicover anfertigen zu lassen. Dann hatte sich das leichte Ölundichtigkeitsproblem unserem Motors doch nicht durch die letzte Reparatur durch Francisco erledigt und immer hing der Gedanke, was wenn es mehr wird, ueber uns. Schon vor unserer Abfahrt nach San Blas ist uns ein Jorge als sehr guter Monteur empfohlen worden. Aber gute Monteure sind busy und so mußten wir 10 Tage auf seinen Einsatz warten. Nachdem Jorge unseren Motor 4 Stunden auseinander genommen hatte inkl. Zylinderkopf, wurde dieser neu abgedichtet und anschließend 3 Stunden alles wieder zusammen gebaut 😉 . Da keine Schraube uebrig geblieben ist, sind wir guter Dinge, dass die nächste Motorfahrt ohne Undichtigkeit erfolgen wird.

Wir wollen nicht zurueck nach San Blas zur Zeit, eventuell ergibt sich eine weitere Gelegenheit auf dem Weg nach Kolumbien, falls…. nichts Genaues kann man ja planen, aber hier in Linton Bay wollen wir bis dahin auch nicht bleiben. In Coronazeiten 2-stuendige Busfahrten zum nächsten Supermarkt ist nicht das Wahre und in Bocas ist das Leben etwas unkomplizierter.

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Das San Blas Highlight „Coco Bandera“

Vielfach fotografiert und zwar von oben, ein Ankerplatz zwischen 4 bezaubernden kleinen Inseln mit tuerkisem Wasser davor. Leider haben wir noch immer keine Drohne, so muss fuer einen ersten Eindruck das Coverbild der Panamabibel von Erik Bauhaus hier herhalten:

Dieses Buch habe ich seit 1 1/2 Jahren in der Hand und somit Coco Bandera immer vor Augen. Klar also, da muss ich hin! Nur denke nicht nur ich so, sondern alle Segler, die die San Blas Inseln besuchen. Dementsprechend voll wird es vermutlich dort am Ankerplatz sein und so hoffen wir, trotzdem noch ausreichend Platz zu haben zwischen alle den andren Schiffen, Untiefen und Riffs. Und wiedermal ziehen wir die „Corona-Vorteils-Karte“ 🙂 🙂 🙂

Nicht 15, nicht 10, nicht 5 Schiffe versperren die Aussicht 🙂 Lediglich 2 Schiffe sind dort und selbst die gehen am nächsten Tag Anker auf und lassen uns das fantastische Ambiente ganz alleine genießen.

Und weil Bilder nicht alles sagen:

Die linke Seite unserer Ankerplatzansicht

Und jetzt natuerlich noch die Rechte 😉

Aber selbst der schönste Platz verhindert nicht Unstimmigkeiten an Bord 😉 . Tatsache jedoch ist, ich bin sauer! Der kann mich mal, der Kerl. Soll er doch alleine hier an Bord rum muffeln, schnappe mir meine Schnorchelausruestung und schnorchel einen weiten Weg rueber zur rechten Insel. Bloß Abstand bekommen zum Schiff…. Und dann bleibt mir trotz Schnorchel die Luft weg….. R O C H E N … nicht nur 1, gleich 3 umkreisen mich. Trotz jahrelanger Taucherfahrung ist das meine erste Begegnung mit diesen fantastischen Fischen. Der Streit ist vergessen, ich rufe den Skipper ran, damit wir dieses Erlebnis teilen können. Ob es denn nur 1 ist, ruft er zurueck. Oh Mann…. und bequemt sich dann samt Unterwasserkamera in meine Richtung, während ich versuche, zumindest einen Rochen im Auge zu behalten 😉 Hier das Ergebnis:

Coco Bandera wird unser Lieblingsankerplatz Nr. 1 und 1-2 Wochen später kommen wir , eben weil es so schön ist, hier hin zurueck. Den Coronavorteil muss man nutzen. Und tatsächlich sind die Rochen noch da, scheinbar wohnen die hier und drehen täglich ihre Kreise.

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Diverse „Dup’s“

Die „Kunas“ sind nicht nur ein eigenverwaltetes Volk, nein, sie haben auch noch eine eigene Sprache. Ihr Archipel San Blas umfasst über 340 Inseln. Winzige, Kleine und Mittelgroße und viele davon heißen, nur so zum Beispiel, Tiadup, Salardup, Banedup oder Morbedup oder…..  denn, auf Kunaisch 😉 heißt Insel = Dup .

Und von dieses Dup’s haben wir in den letzten Wochen einige besucht. Bewohnte und Unbewohnte. Mittelgroße Inseln haben wir in ca. 40. Minuten zu Fuß umrundet, die Kleinen haben wir in 5-7 Minuten geschafft.  Winzige haben wir gar nicht erst betreten, da lohnte sich ein Spaziergang nicht 😉

Alle 3-4 Tage scheuche ich den Skipper auf, um den Ankerplatz zu wechseln und die nächste „Dup“ anzusteuern. Dass das bei ihm zu Magengrummeln führte, erklären folgende Bilder. Denn, wie bereits mal erwähnt, die elektronischen Seekarten in dieser Gegend sind äußerst ungenau , wie die nächsten beiden Bilder verdeutlichen

Foto von der Plotteransicht: unser Ankerplatz vor Green Island – die gelben Flächen sind Land, die gruenen Riff oder Flachwasser, auf beiden Flächen hat die 2wishes mit einem Tiefgang von 2 m so ueberhaupt nix zu suchen. Aber einwandfrei erkennbar, wir ankern scheinbar mitten auf dem Land 😉
Der gleiche Ankerplatz, ebenso eine Navionicskarte, allerdings dargstellt auf einem Android-Tablet. Hier sieht es schon besser aus, aber unser echter Ankerplatz ist auch hier nicht korrekt dargestellt.


Achtung, nicht fotografiert wegen des gutgebauten Mannes im Vordergrund, sondern wegen des netten kleinen Winzinsel im Hintergrund zwischen den Palmen 🙂
Morbedup – umrundet in 45 Minuten – bewohnt von 3 Familien – in dieser Behausung lebt ein Familienclan mit mehreren Erwachsenen und mindestens 5 Kindern, allerdings ohne Strom. Wunderschöner Ankerplatz mit Anschluß 😉 – morgens haben uns die jungen Männer aus dem Bett geschmiessen, um uns 3-4 Handys zum Aufladen zu geben, die dann im Laufe des Tages wieder eingesammelt wurden. Mittags kam der Clanchef vorbei um nach neuen Angelhaken zu fragen. Wir als geuebte Angler konnten selbstverständlich damit aushelfen 🙂
Typisches Kunaboot, meist im Angebot Lobster und Krabben, ab und zu aber auch leckeres Kunabrot, leider jedoch wenig Fisch oder Gemuese
Die Wurzel einer Kokospalme – unglaublich, wenn man bedenkt, dass das aus einer einzigen kleinen Kokosnuss entstanden ist
Nochmal eine andere Kuna Huette, diesmal auf Banedup , sogar mit kleinem Gemuesegarten dahinter
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Die Hasenfueße wagen sich zu den San Blas Inseln

Wieso eigentlich „wagen“ ? Wo ist das Problem? Nun, selbst nach 5,5 Jahren sind wir noch immer ängstlich unterwegs. Neue Ankerbuchten, neue Inseln, neue Länder… all das verursacht noch immer erst mal ein gewisses Magengrummeln und die San Blas Inseln sind eben nicht ohne. Denn

  1. Sind sie ein mit vielen Riffs und Untiefen verseuchtes Gebiet, allerdings eben auch wunderschön mit vielen kleinen Palmeninseln, von denen viele unbewohnt sind. Die Anfahrten zu den jeweiligen Ankerplätzen sind tricky und nicht ungefährlich. Die elektronischen Karten sind meist ungenau und die Abbildungen im Panama Cruising Guide von Eric Bauhaus muss man oft erst mit der Wirklichkeit vor Ort in Verbindung bringen.
  2. Die San Blas werden bewohnt und eigenständig verwaltet von den Kuna Indians, haben somit eine eigene autonome Verwaltung  innerhalb von Panama. Gerüchtweise hört man von Schiffen, die zurück geschickt werden, eben weil diese Inseln wegen Corona noch immer offiziell für den Tourismus gesperrt sind.

Aber in den letzten Tagen haben wir immer wieder Schiffe in Richtung San Blas die Marina verlassen sehen und nie ist jemand zurückgekommen. Somit starten auch wir quasi als fast letztes Schiff am 27.12.2020 diese ca. 40 Seemeilen (8-10 Stunden) Überfahrt morgens schon früh um 6.30 Uhr.    Die erste Ankerplatzmöglichkeit in „Chichime“ lassen wir aus und auch die Hauptstadt der Kunas, Porvenir in der Nähe des Festlands, passieren wir mit ausreichend Abstand um nicht entdeckt zu werden. Hasenfuesse eben….

Dafuer geht bereits um 15.30 unser Anker runter am ersten Ankerplatz von den Hollandes Cays, welches eine Gruppe von 21 unbewohnten Inseln hinter einem 7-Meilen-Riff ist. Alle Inseln der San Blas Region liegen hinter irgendeinem Riff, dass die Brandung des offenen karibischen Meers abhält, wodurch man dahinter eben sicher und ruhig liegen kann.

Links die Insel Acuakargana, rechts die Insel Waisaladup ! Dazwischen ist das Riff erkennbar

Eine Ankerbucht gemacht für Hasenfuesse 🙂 , groß und ohne Untiefen in der Einfahrt, liegen wir auf 5 m im verschiedenfarbigem türkisenen Wasser mit nur einem einzigen anderen Segelschiff.   

Es ist ein Traum !

Endlich im 3. Anlauf sind auch wir in den San Blas. Beim 1. Mal im Oktober 2019 hat uns 1 Woche vorher ein Blitzschaden ausgebremst, beim 2. dann Anfang März 2020 „Corona“. 

Dafuer genießen wir heute sowie die nächsten 4 Wochen den „Corona-Vorteil“ – Ja, so was gibt es tatsächlich auch. Wie wir es ahnen und später bestätigt wird, liegen hier in der Bucht zu Normalozeiten bis zu 20 Schiffe gleichzeitig.

Jede Menge Kokosnuesse fuer die kuenftige abendliche Knapperzeit (hoffentlich sind die kaloriearm 😉 )

Im Nachhinein entscheiden wir ein paar Wochen später, dass dies unser 2. schönster Ankerplatz wird und so machen wir kurz vor Ende unseres Aufenthaltes noch mal einen Umweg, nur um hier noch mal 2 Tage genießen zu können.

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Feliz Navidad – Merry Christmas – Frohe Weihnachten

Eine besinnliche Weihnacht,

ein zufriedenes Nachdenken über Vergangenes,

ein wenig Glaube an das Morgen

und Hoffnung für die Zukunft

wünschen wir

unserer Familie, den Freunden und Bekannten, sowie all unseren Lesern

von ganzem Herzen

und auf das sich eure Wuensche und Ziele im nächsten Jahr wieder verwirklichen lassen.

A n n e und F r a n k

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Weihnachten in San Blas????

Bestimmt nett, aber auch dieses Jahr ohne uns…

Donnerstag Nachmittag schaut Frank, warum auch immer, durch die vorderer Tuer in unseren Motorraum und ach du Schei… Die ganze vordere Motorraum-Bilge ist voller zähfluessigem brauem Öl. Wo kommt das denn jetzt her? Ein genauer Blick in die nicht gut einsehbare Ölwanne unter dem Motorblock verschlimmert das Magengrummel, denn auch diese steht bis zum Rand voll mit ÖL. Frank kontrolliert sämtliche Ölstände, also Motoröl, Getriebeöl und was weiß ich denn fuer sonstige Ölstände. Alles ist im Normalbereich, nirgends große Verluste! Wo kommt es also her und wieso ist es eigentlich braun? Öl ist entweder klar oder schwarz 😯

Frank macht sich auf zu Guido . Guido sagt, er kommt gleich vorbei. Ihr kennt Guido noch vom letzten Aufenthalt hier? Guido kommt natuerlich nicht vorbei, weder Donnerstag noch am Freitag noch ueberhaupt irgendwann. Dafuer sieht Frank Francisco auf dem Steg rumlaufen und zerrt ihn quasi ins Boot. Francisco hat uns letztes Jahr in der Shelter Bay Marina bei unseren Motorproblemen geholfen und scheint uns auch jetzt der richtige Mann fuer den Job. Viel sehen kann er nicht, wir sollen erstmal alles sauber machen am nächsten Tag, dann den Motor laufen lassen und ein zwei Stellen pruefen. Der wuerde dann am nächsten Tag wiederkommen. Der nächste Tag ist Freitag, wir schöpfen die Öl-Wasser-Mischung aus dem Motorraum (was eine echte Sauerei ist) und stellen dabei fest, dass der Wasseranteil größer ist als der Ölanteil. Schon mal gut, trotzdem hat der Skipper wieder Horrorvisionen im Kopf. Seit Jahren unkt er schließlich, dass der Motor irgendwann kaputt geht, vor allen Dingen, wenn seine Frau ständig irgendwo hin will, wo man nicht hin segeln kann und siehe da, kaum ist man mal 1 1/2 Tage unter Motor gefahren, zack… ist das Teil hinueber 👿 Ich hab´s also nicht leicht in den nächsten Tagen, denn Francisco läßt sich Freitag nicht blicken. Dafuer können wir die undichte Stelle inzwischen aber erkennen. Viel tritt nicht aus, aber damit unter Motor zu den San Blas… nein, auf keinen Fall. Samstag texte ich unseren verschwundenen Motormonteur an und erkundige mich auf anderen Schiffen gleichzeitig nach Alternativmonteuren. Die Kommunikation ist trotz Google Transler schwierig, aber uns wird ein Besuch am Sonntag angekuendigt. So vergeht Tag fuer Tag und San Blas zu Weihnachten rueckt weiter in die Ferne.

Es ist Sonntag, 14.00Uhr und Francicso steht grinsend vor unserem Schiff 😳

14.45 Uhr der Fehler ist gefunden und behoben, kleine Undichtigkeit mit großer Wirkung. Der Skipper kann endlich wieder schlafen.

Nur der Wind, der spielt jetzt nicht mehr mit. Es weht ordentlich die Tage und zwar gegenan. Das wollen wir uns nicht antun und so werden wir auch dieses Weihnachten hier in der Marina verbringen. Fuer uns ist das nicht weiter tragisch, hier in der Marina ist wieder nichts geschmueckt, kein Tannenbaum zu sehen, keine Lichterkette und so sind wir auch bei der hiesigen Temperatur von 32 Grad nicht unbedingt in Weihnachtsstimmung 😉

Trotzdem… Auch unser Weihnachtsprogramm steht: für mich gibst „Bodyguard“ + „Dirty Dancing“ und Frank darf sich an „Stirb langsam 1-3“ erfreuen 😂

Samstag bis Montag scheint sich jedoch ein Wetterfenster fuer uns auf zutun mit der Hoffnung: Silvester in den San Blas ????

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Unser Weihnachtsgeschenk

Seit vielen Wochen und Monaten sehen die Plastikscheiben unserer Sprayhood so aus:

Ich sehe am Ruder gar nix mehr und muss auf Zehenspitzen stehen, um ueber die Sprayhood zu schauen und Frank sieht im sitzen nix mehr 👿

Es könnten UV-Schäden sein, es könnte jedoch auch sein, dass ich mal das falsche Putzmittel verwendet habe.

Außerdem haben wir die Reißverschluesse dieser Sprayhood in den letzten 5-6 Jahren sträflich vernachlässigt (nicht gepflegt mit Silikonspray und des Öfteren einfach man auf und zu gemacht) und die rächen sich, indem sie nicht mehr aufgehen wollen. Wenn wir also die Scheiben erneuern lassen, muessen auch sämtliche Reißverschluesse erneuert werden. Wir muessen also unser Portemonnaie aufmachen, wie eine gute Freundin 😉 sagen wuerde. Montag morgen gehen wir also zu dem hier ansässigen Segelmacher wegen eines Kostenvoranschlages. Tja, der hat aber leider zu. Ist ja schließlich auch Montag 🙄 . Wir haben jedoch das Glueck, den Segelmacher auf dem Parkplatz zu treffen, um dort zu erfahren, dass Dienstag auch zu ist, da er da Material aus Panama City holen ist. Und soooo vergeht die Zeit….. falls ihr euch mal wieder fragt, warum wir den Hintern nicht hoch bekommen und weiterfahren 😉 . Mittwoch ist es endlich soweit, wir bauen unsere Sprayhood ab und zerstören damit gleich 3 Reißerschluesse, aber der Segelmacher hat mal auf und wir duerfen das Teil zur Reparatur abgeben. Da man nicht mit Kreditkarte zahlen kann, geht es Donnerstag mit dem Bus nach Portobelo, wo es Gott sei Dank seit einem halben Jahr einen Bankautomaten gibt. Und Freitag sieht das bei uns dann soooo aus:

Strahl!!!! Nicht nur wir, auch die Schreiben strahlen wieder klar und hell

Von nun an lass ich jedenfalls „nur noch Wasser und Seife (bzw. Spueli) “ an unsere Scheiben 😉

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Linton Bay zum 2.

Linton Bay ist quasi wie nach Hause kommen 😉 , hier haben in schließlich in der letzten Saison ueber 5 Monate gelegen, um unseren Blitzschaden zu beheben. Geplant war jedoch, kostenguenstig vor Anker zu liegen. Der Ankerplatz ist jedoch brechend voll und aufgrund einer Tiefe von 12-14 m braucht man entsprechend viel Ankerkette und somit massig an Platz. So liegen wir weit draußen im zum offenen Meer hin ungeschutzen Bereich. 3 Tage halten wir den Schwell aus! Und der ist mächtig! Die Atlantikueberquerung war dagegen pillepalle, ein Toilettengang wurde zum Balanceakt. Nach 3 Tagen entscheiden wir, dass wir das so gar nicht nötig haben und verziehen uns in die Marina.

Vieles ist wie gehabt, manches ist anders. So kommt unser Gemuesewagen nicht mehr 2 x am Tag, aber er kommt täglich 🙂 .

Unsere „Tanke“ ist nicht mehr sooo gut besucht, das mag daran liegen, dass es nur noch 2erTische gibt und der Abstand eingehalten wird. Oder auch, dass sich die deutschsprachige Gemeinschaft vom letzten Jahr fast komplett auf die Pazifikaseite verzogen hat. Dafuer gibt es neue deutschsprachige Familien mit vielen vielen Kindern, die sich in großen Gruppen zusammenhorten und Spaß haben.

Das Wichtigste fuer uns hier war ja, an Informationen bezueglich der San Blas Inseln zu kommen und das hat geklappt. Viele waren schon ein paar Wochen da, viele werden demnächst wieder hin fahren. Man bekommt Tips, welche Inseln man anfahren sollte und welche auf keinen Fall, da man von dort weggeschickt werden wuerde. So sind die Aussichten, Weihnachten vor einem Sandhaufen mit Palme drauf zu verbringen, hervorragend 🙂 .

In der Zwischenzeit versucht ein neues Crewmitglied anzuheuern

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