Endlich richtig los…

so jedenfalls mein Gefühl – nix mehr schlabbriges Ijsselmeer oder Amsterdam Kanal, sondern echte harte Nordsee 🙂

Am Montag haben wir abwechselnd bei recht kühlen Temperaturen vor dem Marinabüro rum gelungert, um kontern zu können, wenn DHL wieder Meldungen wie „Empfänger nicht angetroffen“ meldet. Laut Internet Auslieferung bis 18.00 Uhr. Um 18.02 Uhr haben wir gefrustet aufgegeben, sind zurück zum Schiff und haben die Sendungsverfolgung aktualisiert. Und was springt uns ins Auge?

17.54 Uhr : Paket geliefert!!!!

HÄ!?  Sind wir denn blind? Gelbe DHL-Kutschen sind doch nicht zu übersehen. Also wieder nach vorne und im Büro nachgefragt – k e i n  P a k e t!  Wohin verdammt haben die denn geliefert? Bereits in großer Sorge, in 14 Tagen einen Nachforschungsauftrag stellen zu müssen, sind wir ohne Paket zurück zum Schiff und haben uns auf einen weiteren Tag in Ijmuiden eingerichtet. Und dann geschah das Wunder:  um 20.30 Uhr klopfte ein freundlicher Mitarbeiter vom Marinabüro (wir waren ja inzwischen wegen der ständigen Nachfragerei bereits bestens bekannt) an unser Boot und überreichte uns grinsend unser Paket, welches um 20.00 Uhr erst geliefert wurde. Felsbrocken fielen von unseren Herzen und nach einer halben Stunde war der neue Autopilot eingebaut.  Danke lieber DHL-Bote für deine Überstunden, die du wahrscheinlich nicht bezahlt bekommen hast. Die Entscheidung, dann am Dienstag weiter zu fahren, fiel rasend schnell.

Und so empfing uns morgens gegen 8.00 Uhr die Nordsee von ihrer besten Seite. Kaum waren wir endgültig aus der Bucht raus – Wind und Welle voll auf die Seite. DAS IST NICHT SCHÖN! Mein Salon sowie der Inhalt meiner Schränke war so was bisher nicht gewöhnt und so verbrachte ich die erste halbe Stunde unten mit dem Versuch, den Schrankinhalt nachträglich mit Handtüchern zu schützen. Irgendwann klappte nix mehr laut und ich konnte wieder ins Freie, um meine aufkommende Seekrankheit zu bekämpfen. Oben gings dann besser, vor allen Dingen, als wir dann den Kurs gen Süden steuern konnten und somit Wind und 1,5 – 2,0 m-Welle von hinten hatten.

Die beste Nachricht überhaupt: der neue Autopilot funktioniert !!!!!!

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Und so sieht segeln im J U N I aus!

 

Unseren ersten Stop machten wir nach ca. 45 Seemeilen um 20.00 Uhr am Anleger vor der Schleuse nach Stellendam. Blöd war nur, dass wir hierzu 7 Seemeilen (also gut eine Stunde) in die Bucht rein- und morgens wieder raus fahren mußten.

Früh morgens dann weiter

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Am nächsten Tag sogar mit blauem Himmel und 5° wärmer

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und um 18.00 Uhr waren wir im Hafen von Bresken. Von der offenen See ca. 10 Seemeilen landeinwärts. So ein Scheiß… warum zum Kuckuck liegen die Häfen der Niederlande alle so weit drinnen. Aber wir hatten verdammt viel Strömung, Wind und Welle und so trauten wir uns nicht, uns mit der großen Berufsschifffahrt in Zerbrügge anzulegen. (Liebe Elke, das zur Erklärung, warum wir hier gelandet sind! Und nicht, weil es hier eine super Fischbude gibt 🙂 )

Wir werden nämlich über  http://www.marinetraffic.com sogar aus der Karibik beobachtet. Nix kann man mehr heimlich machen 🙂 . Also, wenn ihr wissen wollt, wo wir gerade sind, dann versucht mal diesen Link. Ich hatte noch keine Zeit, mich damit zu beschäftigen, aber irgendwie kann man die 2wishes dort finden. Wenn ihr es heraus gefunden habt, dann könnt ihr es mir ja erklären.

Heute machten wir uns einen Ruhigen! Haha! Eigentlich waren wir den ganzen Tag auf den Beinen. Einkaufen, eine Segelnähmaschine im Marineshop besorgen, UW-Schutz unseres Vorsegels nähen, Post suchen, um unseren defekten Autopiloten zurück nach Deutschland senden zu können, überall mit W40 (Schmieröl) alles fetten, Routenausarbeitung gen England usw. usw. – der Tag ist rum.

Morgen früh gegen 4.30 Uhr (ja, richtig gelesen) geht es ab nach England und wir hoffen, Ramsgate noch vor Einbruch der Dunkelheit zu erreichen. Der Wind kommt aus der richtigen Richtung, die Welle soll nicht so hoch sein und die Temperaturen gerade so im machbaren Bereich. Schaun wir mal….

 

 

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7 Antworten zu Endlich richtig los…

  1. Barbara sagt:

    Super, dass alles gut geklappt hat. Die erste Generalprobe liegt hinter euch! Für morgen alles Gute, Fair Winds und viel Spaß in England!

  2. Die Bremer sagt:

    Hallo Ihr Lieben,

    endlich geht es weiter, SUPER, haben so mit gelitten.
    Jetzt beginnt der TRIP.
    Schön für Euch.
    Alles Gute für die Überfahrt nach England.
    lg

  3. „lach“ aber ihr seit doch gut unterwegs. Unsere besten Wünsche für die Überfahrt
    lg
    Elke

  4. Hallo ihr Lieben,
    Jetzt ist es soweit und es kann die Überfahrt nach England gehen .
    Wir wünschen Euch alles Gute !
    lg die Löfflers

  5. Löfflers sagt:

    Hallo Ihr Lieben.
    Jetzt ist es endlich soweit und die Überfahrt nach England kann losgehen.
    Wir wünschen Euch viel Glück.
    lg

  6. Christiane sagt:

    Uiuiuiuiuiui….. Ich hab mir gerade diese marinetraffic Seite angeschaut! Das mache ich nie wieder ( na vielleicht noch ein -zweimal) !!!!!! Wenn man dann nämlich gleichzeitig die Juleis Chat hat, die schreibt “ hui das war knapp“ und “ oh oh es kommt Gewitter“ , ist es nicht gerade unaufregend!
    Aber ich freue mi h zu hören, dass ihr nun mit Autopilot sprich richtige Richtung unterwegs seid!!
    Kussi

  7. Hasentochter sagt:

    Genial diese marinetraffic-Seite!!! Sehe dort gerade, dass ihr schon wieder ordentlich Seemeilen zurück gelegt habt und (um 20 Uhr) noch immer nicht euren vermutlichen Zielhafen in Eastbourne erreicht habt… Aber Gratulation, haben Weg nach Portsmouth habt ihr schon geschafft. Aber Achtung: da wird es echt voll – lila, blaue, rote Schiffe…

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