England – Ramsgate

Geschafft !!!  Wir haben es tatsächlich geschafft. Gestern Abend um 20.00 Uhr sind wir nach 15 1/2 Stunden in den Hafen von Ramsgate eingelaufen.

Heute noch sagte Frank, vor ein paar Tagen noch hätte er gedacht, wir schaffen das nie und noch wäre es merkwürdig unwirklich.

Aber Frank hatte es wahr gemacht und den Wecker auf 3.45 Uhr gestellt. Draußen war es noch dunkel und nach einem vorsichtigen Blick übers Cockpit stellten wir fest, der Hafen ist gut beleuchtet, da finden wir auch im Dunkeln raus. Sonnenaufgang 5.26 Uhr

Nach dem wir neben der Fahrstrecke für die Großschifffahrt die 10 Seemeilen (also fast 2 Stunden) wieder zurück zur offenen See motort sind, haben wir 1 1/2 Stunden mit dem Versuch „Segeln“ verbracht. Nicht nur, das der Wind ein bißerl zu lau war, egal, welche Richtung wir einschlugen, um überhaupt segeln zu können, diese Richtungen hätten uns niemals nach England gebracht. Und kreuzen dahin? Wir wollten ja keine 3-Tages-Tour daraus machen. Was also tun? Frank zog ernsthaft in Erwägung gen Calais zu segeln und abzuwarten. Für mich war das ein „no go“ – schließlich bin ich nicht um 4.00 Uhr morgens aufgestanden um Calais zu erreichen. Also haben wir unter Franks murren aus unserem Segelschiff ein Motorschiff gemacht und nach einer Weile haben wir das blöde Motorgeräusch ausgeblendet. Für mich als Hasenfuß war das mit einem weiteren Vorteil verbunden, denn so blieben wir bei den riesigen Frachtschiffen, die uns oft kreuzten, besser manovierfähig. AIS ist eine tolle Sache, man muss nur erstmal lernen, damit umzugehen und die Situation einzuschätzen. Sieht man auf dem Bildschirm nämlich schon so ein Dickschiff auftauchen, dass dann auch schon nett „rot“ leuchtet, dann heißt das nicht, das man es auch schon sehen kann. Man sucht den Horrizont ab und nix ist zu erstmal zu sehen. Wenigstens kennt man schon mal die Richtung, aus der die div. Frachter auftauchen. Und wenn dann so ein Dicker auf dem Bildschirm auf deinem Heck sitzt, dann hat er immer noch gut eine halbe Seemeile Abstand zu einem.

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Die engliche Küste erwartete uns, wie soll es auch anders sein, mit einem kräftigen Regenschauer. Und während Frank oben durchnäßt wurde, habe ich unten den 1. echten Funkspruch (IN ENGLISCH) meines Lebens getätigt. Nun gut, ich hatte gut 15 Stunden Zeit, mich in die Materie wieder einzuarbeiten und mir einen Text auszudenken, aber… es lag mir den ganzen Tag auf der Seele, weil ich Angst hatte, meinen Gesprächspartner nicht zu verstehen. Blöderweise muß man sich nämlich erst über Funk bei Ramsgate Port Control anmelden und um Erlaubnis fragen, ob man einfahren darf. Also mir hat sich das noch nicht erklärt, warum das so ist. Verkehr ist jedenfalls nicht. Ich hab übrigens meinen Gesprächpartner nicht vollständig verstanden. Aber es reichte, um beim ersten Mal heraus zu hören, dass wir uns an Boje 6 noch mal melden sollen. Ich hatte mich korrekt gemeldet, indem ich 3 x Ramsgate Port Controll und dann 3 x this ist 2 wishes gerufen hatte, bevor ich meine Message durchgegeben habe. Der hat mich wahrscheinlich für bescheuert bzw. für eine Anfängerin gehalten *lach*. Nach passieren von Boje 6 beim 2. Versuch habe ich stark abgekürzt – hat er auch verstanden. Er hatte ´ne Menge gequatscht und alles, was ich verstanden habe, war „go one“ – das hat mir auch gereicht :-).

Der Vorteil von „wenig Wind“ ist, dass man entspannter anlegen kann und das war auch nötig nach diesen nervenaufreibenden Stunden.

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Blick auf die 2wishes von oben

Um 20.30 Uhr hatten wir unsere Marinagebühr bezahlt! Um 21.00 Uhr meldete Frank  sein Verlangen nach einem wohlverdienten Ale in einem der div. Pubs an und so zogen wir los, um erstmal einen Geldautomaten (die verweigern ja hier den Euro) zu finden und anschließend besagtes Ale. Gut, das uns die englische Zeit eine Stunde geschenkt hatte, denn so lag ich um 22.00 Uhr englischer Zeit völlig fertig im Bett.

Zu dieser ersten Marina hier ist zu sagen: Schei… teuer! Unfassbar! Wenn das Teil hier an die 20 Euro kosten würde, dann würd ich nix sagen, aber so… überhaupt kein deutscher oder holländischer Standart. Und bei dem Umrechnungskurs zahlen wir hier doch glatt 50 Euro die Nacht.

Dafür::::

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Das ist die Marina Rezeption – untergebracht quasi in einem Bauwagen

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Toilettengebäude – je 3 an der Zahl – auch so was wie ein Baucontainer

 

 

 

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2 Kommentare zu England – Ramsgate

  1. Lutz sagt:

    Hey ihr Lieben,
    das klingt alles schon recht abenteuerlich, aber auch ungemein spannend. Lustig finde ich die Geschichte mit dem AIS. Schön das nun alles funktioniert.
    Lasst euch bloß nicht unterkriegen, egal wovon. 🙂 Bin gespannt wie es weiter geht. Lg Lutz

  2. Ulrich Rink sagt:

    Hallo ihr beiden Segler
    Schön, dass jetzt eure große Reise begonnen hat. Klappt ja ganz prima.
    Ich verfolge eure Route auf der Karte von Marinetraffic. Macht mir großen Spaß.
    Der Plottstrich wird aber nur 48 Std gespeichert. Vielleicht kann ich das noch
    anders einstellen. Muß noch ein bisschen üben und suchen.
    Nächste Woche treffe ich wahrscheinlich Verena und Harald bei Tante Rosie in
    Mielberg. Da kann ich bestimmt noch etwas von euch in Erfahrung bringen.
    Denn man immer lustig weiter und immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel.
    Tschüß „die Sassnitzer“ Traudi und Ulli

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