19.08.15 – Richtung Madeira – Tag 1

Gestern Wind fast in Sturmstärke – heute Entensee und null Wind – so zumindest fing der Tag heute mit Ablegen um 10.30 Uhr an. Angeblich soll ab 14.00 Uhr ein leichter 4er kommen, der sich dann ab 16.00 in einen ordentlichen 4er stabilisiert. Na, dann warten wir mal….
13.00 Uhr – man glaubt es kaum, ein ordentlicher 4er treibt uns mit 5,5 Knoten und annehmbarer Welle gen Madeira – so kann es weiter gehen.
19.00 Uhr – Frank ißt zwei Teller mit dem vorbereiteten Hackbraten, lecker mit Pilzsößchen und Kartoffelbrei. Vorsichtshalber lass ich den Hackbraten ganz weg und genieße nur einen Klecks Brei mit Soße. Anschließend gemeinsamer Abwasch und dann… the same produce as last time!!!! Eimeralarm! Und da ich diese Eimergeschichte nicht mag, habe ich beschlossen, am 1. Abend einen langen Segeltörns gibt es demnächst kein (warmes) Futter mehr und den Abwasch erledigt ab sofort jemand anders und zwar alleine!!!
2.30 Uhr nachts – Seid 0.30 Uhr hab ich Wache und bin kurz vorm Wegnicken, da blinkt ein AIS-Signal auf. Es ist nicht das 1. und Einzigste bisher, aber dieses hier kommt genau, aber wirklich ganz genau auf unseren Bug zu. Frontalcrash auf dem Atlantik – schwitz! Der Adrenalinspiegel ist sprunghaft angestiegen und ich bin auch gar nicht mehr müde. Gut, ich hab noch eine halbe Stunde Zeit, bevor was akut wird. Ist aber auch eine verdammt lange Zeit, wenn man nicht weiß, was der andere so treiben wird. Geht er rechts an uns vorbei oder links. Geht er überhaupt vorbei oder macht er uns nieder. Man sieht ja auch nicht so richtig viel nachts außer ein paar Lichter in der Ferne. Schnell den Laptop hochgefahren, auf dem man bessere und eine feinere Einstellungsmöglichkeit hat. Und schon mal sicherheitshalber unseren segelbaren Kurs um 10° geändert um Zeichen zu setzen. Muss man nicht, wir als Segler haben Vorfahrt, aber ob der andere das weiß (oder vielleicht gerade eingeschlafen ist) ? Aber wie immer, alles geht gut. Der Tanker (auch das noch) drückt 2 mal auf irgendwelche Knöpfchen und geht im knappen Abstand von, na sagen wir mal, ½ Seemeile links an uns vorbei. Adrenalinspiegel singt und ich kann mich bis zu meiner Freiwache um 4.00 Uhr mühelos wach halten.
Heutiges Etmal: 120 Seemeilen

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