08.10.15 – Urlaub beendet

Gegen 8.00 Uhr heute Morgen spürte ich, dass der Platz neben mir verwaist war. Normalerweise nicht beunruhigend, denn er füllt sich gewöhnlich nach einem kurzes Besuch unseres Sanitärraums wieder. Dann aber – oh Graus – hörte ich die elektrische Zahnbürste und wußte, die Nacht war zu Ende.

Kurz gefrühstückt, Schiff aufgeklart und unsere Schulden im Marinaoffice (natürlich auch im Container) beglichen. 9.30 Uhr abgelegt, 9.45 Uhr der Gedanke, gut, dass ich nur ein Magertoast zum Frühstück hatte. Welle von allen Seiten (der Profi nennt das eventuell „krabbelig“ – aber da ich noch kein Profi bin, weiß ich nicht, ob das jetzt „krabbelig“ war oder einfach nur „hohe Welle ducheinander“.

11.45 Uhr um die Ecke rum, La Gomera auf der Rechten und die Los Gigantes zur Linken – und da war er endlich, der Wind und schnell haben wir aus unserem Motorschiff ein Segelschiff gemacht. 12.30 Uhr – z a c k – Wind weg! Aber immerhin – ¾ Stunde segeln – mehr kann man nun wirklich in einem Starkwindgebiet nicht erwarten.

16.00 Uhr – das Meer ist s p i e g e l g l a t t, so glatt, dass selbst ich Delphine entdecke, die in weiter Entfernung an uns vorbeiziehen (äh…die halbe Tüte Chips, die ich aus Langeweile gefuttert habe, zeugt davon, dass mir auch nicht mehr schlecht ist). Noch eine  Stunde bis zum Hafen von Las Galletas.

17.00 Uhr – Die Marina del Sur in Las Galletas will uns nicht. Schon als wir uns kurz vorher über Funk anmeldeten, teilte man uns mit, dass man nur 1 Liegeplatz für 1 Nacht hätte. Nun gut, nehmen wir trotzdem, wollten wir doch Las Galletas kennenlernen. Also rein in den Hafen und ein Rundumblick. Nirgendwo ein winkender Marinero (Anlegehilfe) oder Hafenmeister, der uns den Weg zu dem einzigen Liegeplatz weisen könnte. Also wieder VHF 09 gerufen (mach ich schrecklich gerne mit meinem miesen Englisch) – und wieder die gleiche Prozedur: Frage nach Schiffsgröße, wie lange wir bleiben wollen und dann eben, dass man nur für 1 Nacht was hätte. Wissen wir ja schließlich schon alles! Wir bekräftigen nochmal, dass wir dann eben nur 1 Nacht bleiben und die junge Dame fängt an, über Funk ihren Marinero oder Hafenmeister zu rufen (hat wahrscheinlich selber keine Ahnung, wo der einzig frei Liegeplatz überhaupt ist). M… oder H… werden geschlagende 5 Minuten gerufen, während wir im Hafen kleine Kreise drehen, niemand antwortet. Wahrscheinlich war die Siesta noch nicht beendet oder einer hielt eine längere Sitzung. Dann bekamen wir über Funk Steg Nr. 3 zugewiesen, Platz 115 – mmmhhh. So ein Steg hat immer 2 Seiten! An welcher Seite ist Platz 115? Links oder rechts rein? Immer noch keine Anlegehilfe zu sehen, auch keine Lücke ist erkennbar und eng ist es dazwischen auch. Außerdem keine Seitenstege sondern Mooringleinen. Wir entscheiden, dass uns soviel S e r v i c e für 1 Nacht zu viel ist, drehen ab und verschwinden.

Und so sind wir gegen 18.00 Uhr mal wieder in der Marina San Miguel gelandet. Über Funk angemeldet, am Eingang erwartet und dann mittels Golfwagen zum Liegeplatz begleitet worden. Anschließend kompetente Hilfe beim Anlegen. G e h t  d o c h !

Nun bin ich persönlich nicht besonders glücklich, wieder hier zu liegen vor 5 Hotel´s, Apartmenthäusern, 2 Golfplätzen, 10 Restaurant und sonst nix. Und hier warten wir nun auf den richtigen Wind von der richtigen Seite für unsere Überfahrt nach Gran Canaria, da wir nicht wieder 11 Stunden mit Motor unterwegs sein wollen.

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