Internet-Nirwana und Marina-Chaos

Lange nichts von uns gehört? Nun, das liegt daran, dass die Kanaren internetmäßig äußerst rückständig sind. In den Marinas gibt es überhaupt kein free Wifi und in den Restaurants mit Wifi-Zone funktioniert es nicht.

Dafür wird der Blog jetzt eben etwas länger:

Kurzfristig hatten wir uns entschieden, die Fahrt nach Gran Canaria über Nacht zu machen. Wind ist eh, wenn überhaupt, nur ab Spätnachmittag und so haben wir uns ein frühes Aufstehen verbunden mit einem Spät ankommen erspart. Nach einem halben Tag vor Anker haben wir um 19.30 abgelegt und hatten sage und schreibe bis 04.00 Uhr morgens Wind zum Segeln. Um 3.45 Uhr überlegte ich, ob wir nicht besser reffen sollten, wenn Frank gleich aufsteht, denn wir waren viel zu schnell und wären im Dunkeln angekommen. Ich hab einen guten Draht zum Windgott!!! 3.48 Uhr schlief der Wind ein – k o m p l e t t!!! Nix reffen – Motor an!

Kommen wir jetzt zum Marina-Chaos:
Puerto Morgan, Puerto Rico und Puerto Pasito Blanco

Das waren die Marinas, die wir zur Auswahl hatten hier auf Gran Canaria. Las Palmas ist aufgrund der ARC bereits ab Anfang Oktober gesperrt für mickrige Atlantik-Allein-Überquerer. Aus Angst, dass andere Häfen wegen Überfüllung geschlossen sind, hatte ich vor 3 Wochen schon eine Reservierungsanfrage an diese 3 Häfen geschickt. Puerto Morgan wollte eine Anzahlung in voller Höhe von 14 Tagen, fiel also raus! Und so hatten wir uns im Vorfeld für Porto Rico entschieden. Warum? Tja, Bauchgefühl wohl.

Schon bei der Anfahrt hab ich gedacht, iiihhhh… wie hässlich ist denn das hier? So was von touristisch zugebaut mit Hotels und Apartmentblöcken bis weit auf die Hänge hinauf. Naja, da müssen wir eben durch. Manchmal funken wir Häfen auf VHF vorab an und manchmal antworten diese auch. Leider verstehen wir immer nur 15 % der Antworten und da in der Beschreibung der Marina Porto Rico was von einem Visitor-Pontoon stand, haben wir uns das diesmal gespart. Also, rein in die Marina, Rundumblick, kein Visitorpontoon und leider auch kein freundlich winkender Marinero. Dann also doch über VHF angefunkt, die Antwort war sogar einigermaßen verständlich. Wir sollten am Eingang direkt an die „Mauer“ gehen, entweder vor dem Kat oder an der Tanke. Ups… Mauer!!! Und dann auch noch sooo hoch. Wie sollen wir denn da an die Festmacherklampen sooo weit oben kommen. Geht doch gar nicht. Egal, wir versuchen es. Kurz vor dem Anlegen (an der Tanke) kommt jemand und zieht sich Handschuhe an. Wir denken natürlich, der will uns Sprit verkaufen und machen freundlich darauf aufmerksam, dass wir keinen Diesel benötigen, sondern nur zum Marinaoffice wollen. Die unwirsche Antwort lautete sinngemäß: Er hätte auch nur vor, uns beim Anlegen zu helfen – k ö n n t e das aber auch sein lassen. Hä? Sorry, das es uns gibt! Für weitere Diskusionen bleibt während eines Anlegemanövers keine Zeit und so lagen wir kurze Zeit später mit seiner Hilfe sicher an der Mauer. Nach einem kurzen Hinweis zum Marinaoffice verschwand die mürrische Anlegehilfe in Richtung diesem und wir fragten uns, wie zum Teufel wir die Mauer erklimmen sollen. Die einzige Leiter war von dem Kat belegt und dummerweise sind wir ja keine 25jährigen Sunnyboys mehr mit Klimmerfahrung. 1o Minuten ratlos gewartet – Nix tat sich! Noch ein Versuch, über die Ankerbefestigung die Mauer zu erklimmen – erfolglos. Soviel Service sind wir nicht gewöhnt und nach einem weiteren Rundblick übers hässliche Puerto Rico haben wir die Leinen gelöst und sind abgehauen. 5 Seemeilen weiter nach Pasito Blanco. Schon in der Einfahrt ein Pfiff und an Heranwinken an die Tanke, angelegt mit f r e u n d l i c h e r Hilfe – geht doch. Anmeldung im Marinaoffice, anschließend nach Zuweisung eines Liegeplatzes auch dort eine Anlegehilfe – geht doch! Doch dann kam das G r a u e n !!!! Nach einem Frühstück und ein bisschen Schlaf nachholen erkundeten wir die Gegend und stellten fest: hier gibt es g a r n i x!!! So wirklich nix! Pastido Blanco ist ein nettes vornehmes Gebiet mit vielen individuellen Bungalows (spanische Eigenheime), einem kleineren 5-Sterne-Apartmentblock und eben einem Yachthafen. Ein Mini-Supermarkt, aber nicht Cervecas weit und breit. Keine Tapas-Bar, keine Cafe´s, keine Restaurant´s. Absolut n i x. Zur Bushaltestelle 20 Min. Fußweg, um zum nächsten Ort mit „Leben“ zu kommen. Und zu Recht jaulte Frank den restlichen Tag, wie ich denn auf die Idee kommen könnte, ihn hier in der Pampa auszusetzen, während ich mich 1 Woche in der Heimat vergnüge. Okay, versteh ich! Hier konnte meinen Skipper auf keinen Fall lassen – das wäre selbstmordgefährdet.

Und so haben wir uns am nächsten Tag per Bus aufgemacht nach Puerto Morgan, um den Ort und den Hafen zu erkunden. Puh! Okay, der Ort ist hübsch. Nette kleine Bungalows, keine Häuser höher als 2 Etagen, die Hänge fast frei, aber dafür Unmassen von Lokalen, Geschäften und Tagestouristen – und mittendrin der Hafen. Nix mit „oben ohne“ sitzen am Frühstückstisch (is heiß hier) etc. , denn jeder Touri kann dir auf den Teller starren! Und das Schlimmste überhaupt: Bier kostet dort sage und schreibe 4,00 Euro. Und Frank 1 Woche alleine!!!! Also auch keine Lösung!

Wieder in den Bus und Stopp in Puerto Rico!

Ortsbesichtigung und Bierpreiserkundung! Vorsprechen im Marinaoffice ohne Mauererklimmung.
Ort gar nicht so schlimm, wie er vom Meer aus aussieht , Bierpreis super, Marinapersonal (naja) okay – also wechseltenwir am nächsten Tag hierhin. Und da gerade Flut war, war die Mauer auch nicht mehr sooo hoch! Echt blöd, dass vor 2 Tagen gerade Ebbe war, als wir hier waren, dann hätten wir uns d a s a l l e s ersparen können.

Und so sind wir dann doch hier gelandet. Pfiffige Leser wissen das bereits, denn diese benutzen schon lange nicht mehr marinetraffic.com. Die sind so lahm, da liegen wir heute wahrscheinlich noch in Teneriffa. Wer also immer aktuell mit uns einlaufen will, der sollte man den Link

www.vesselfinder.com

probieren. Sehr zeitgleich und überaus genau.

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1 Antwort zu Internet-Nirwana und Marina-Chaos

  1. De Fischer un sin Fru sagt:

    Hallo ihr beiden
    Schön, daß ihr in Porto Rico gelandet seid. Wir waren vor einiger Zeit auch schon mal da. Mit einer Tauchergruppe aus Porto Rico sind wir nach Mogan mit einem Schlauchboot gefahren und haben da getaucht. Zwei große Fischkutter liegen dort vor dem Hafen auf 18 – 20 m Tiefe. Die Tauchbasis befindet sich in Porto Rico vorne
    an der Mole, direkt an der Hafeneinfahrt. Hochseeangeln kann man da auch ganz
    prima. Die Boote fahren direkt von der Mole ab. Na, Du wirst das schon finden.
    Ich hoffe Du kannst die Rolle Garn gebrauchen, es gibt doch immer etwas anzubinden.
    Einen schönen Gruß
    “ Der Fischer un sin Fru „

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