Eiskaltes Himmelfahrt-Chaos

Klar, wir waren nicht zum Vergnügen auf der Hakuna Matata – aber ein bisschen wärmer hätte es ruhig sein können. Mal ehrlich… Mitte Mai und 8° tagsüber – wo verdammt ist eigentlich die Erderwärmung geblieben?

Auf jeden Fall haben wir die armen Segler, die über Himmelfahrt gechartert hatten und nun raus auf das mit Windstärke 5 bis 6 ungemütliche Ijsselmeer mussten, überhaupt nicht beneidet.

Den noch sonnigen Himmelfahrttag haben wir genutzt, um bei noch blauem Himmel und immerhin 16° das Heck der HM wieder in segelbaren Zustand herzurichten und den Grünspahn vom Teakdeak zu schruppen.

Die HM hat wieder ein segelbares Heck!

Die HM hat wieder ein segelbares Heck!

 

 

 

 

 

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Ganz doll gemütlich!

Der Freitag wurde dann bereits ungemütlich und wurde dazu benutzt, die HM im Inneren ins Chaos zu versetzen.

 

 

Während ich den Putzlappen schwang und feststellte, dass so einige Teile (Segelklamotten, Gardinen, Sitzkissen) den Winter nicht ohne Schimmelbildung überstanden hatten, führte Frank die erste Motorinspektion und seinen ersten Ölwechsel aus.

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Tolles praktisches Teil – pumpt das alte Öl quasi von alleine ab!

Der im Herbst absolvierte Motorkurs hat sich somit bewährt und der anschließend stolz guckende Frank wurde auch ausgiebig von mir gelobt.

Leider mussten wir jedoch wieder mal feststellen, dass die (Druckwasser-)Pumpe und der Warmwasserboiler absolut keine Freunde von uns sind. Nachdem wir am Donnerstag den Wasserkreislauf in Betrieb genommen hatten, versuchte die besagte Pumpe, den Druck aufzubauen und scheiterte daran kläglich.  Und was hatten wir schließlich letztes Jahr gelernt? Wenn die Pumpe läuft und nirgends ein Ventil offen ist, dann kann das zu bösen großen Pützen im Bootsinneren führen, die dann wieder den Einsatz des kleinen gelben Plastikbechers erfordert hätten. Also, Pumpe aus und Wasser besser wieder aus dem Kanister – ist nervschonender! Die anschließende Nacht hat Frank dann dazu genutzt, die Lösung für dieses Problem zu finden. Brav!  Bei Inbetriebnahme des Warmwasserspeichers ist ein Lüftungsventil einfach in falscher Richtung zugedreht worden. Ein kurzer Dreh und wir konnten ganz komfortabel wieder Wasser aus den dafür zuständigen Wasserkränen entnehmen. Und so lernt man ständig was dazu!

Aber damit nicht genug mit dem leidigen Wasserproblem…

Während ich das Bad polierte und Frank Hand an den Motor legte zwecks Inspektion – plötzlich ein lauter K n a l l und die HM verwandelte sich innerhalb von Sekunden in eine D a m p f s a u n a. Gar nicht schön, wenn man plötzlich, bewaffnet mit Putzlappen, im dichten heißen Dampf steht und angeschriehen wird, man soll gefälligst was                        „a u s s c h a l t e n“. Was denn ausschalten? Was hat er mit dem Motor gemacht? Mein Gott, Feuer an Bord? Wo waren nochmal die verdammten Feuerlöscher? PANIK!

Lauter O-Ton Frank: DU SOLLST DIE PUMPE AUSSCHALTEN!!!

Zitter-Anne: Welche Pumpe?

Frank: Mein Gott, die Druckwasserpumpe natürlich!

Ach was, wieso natürlich? Schließlich war mir bis dato überhaupt nicht klar, warum das Wasser von der Decke tropfte und ich Frank eigentlich gar nicht sehen konnte.

Leute, mir haben noch 10 Minuten später die Knie geschlottert.

Was war passiert? MAL WIEDER ist ein Warmwasserschlauch am Ausgang des Warmwasserspeichers geplatzt. Letztes Jahr hatte er ja nur einen kleinen Ritz, was eine Überschwemmung im Motorraum verursachte. Aber diesmal war ein riesiges Loch drin und der über den Motor gebeugte Frank hatte verdammt viel Glück, das der heiße Dampf an ihm vorbeispritzte und er nicht noch ordentliche Verbrühungen erlitt. Dieser Speicher produziert kochendheißes Wasser, was nicht normal sein kann. Das halten weder die Finger unter dem Wasserhahn aus, noch die Druckwasserschläuche. Seine Stunden sind somit gezählt und wir hoffen, dass der NEUE weniger heißes Wasser erzeugt und somit mehr unser Freund wird.

Auch der Samstag war für Außenarbeiten wie putzen, polieren oder Vorsegel einziehen zu arschkalt und wurde zum Ausruhen und kleineren Innenarbeiten verwendet.

Nun hoffen wir auf ein klein bisschen Erderwärmung bis Pfingsten, damit wir testen können, ob wir das, was wir letztes Jahr segeltechnisch gelernt haben, auch dieses Jahr noch können und die Box nicht nur verlassen, sondern nach dem Törn auch wieder ohne anzuecken wieder treffen können.

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