Atlantik Tag 5 – 8

Atlantik – Nachtrag zu Tag 4

Mist, ganz großer Mist! Haben versucht, Tag 1-4 zu bloggen – leider negativ. Da gibt man ein Schweinegeld aus für ein Satelittentelefon plus einem kleinen Betrag für einen dazu gehörigen Router, der jedoch scheinbar nach 4 x benutzen auf dem Weg zu den Kapverden den Geist aufgegeben hat. Wie ärgerlich! Noch schlimmer für mich ist, dass sich unsere Familien Sorgen machen könnten, weil sie nichts von uns hören und dadurch kein unbeschwertes Weihnachtsfest genießen können. Nach eingehender Studie des Betriebshandbuches jedoch ist es uns gelungen, wenigstens eine SMS an die Hasentochter zu senden. Große Erleichterung, dass wenigstens das geklappt hat. Ein positives Erlebnis jedoch hatten wir noch. Irgendwann am Nachmittag bin ich an Deck und sehe am Horizont einen merkwürdigen weißen Fleck. Eine komische Wolke? Ein merkwürdiger Wellenkamm? Nein, das ist ja ein Segel!!!! Hilfe, es gibt hier noch ein Boot und dann noch ein Segler. Oder sollte es tatsächlich die TANAMERA sein ? Schnell an den Funk und tatsächlich, wir sind wieder in Rufweite und die Tanamera antwortet freudig, dass auch sie uns gerade entdeckt. Auch an Bord der Tanamera ist alles okay, aber man ist noch nicht so richtig zufrieden mit der Segelleistung bzw. Geschwindigkeit. Atlantik – Tag 5. Heiligabend Puh – ein anstrengender Tag. Den ganzen Vormittag hat Frank versucht, ohne den Router über das Satelittentelefon eine Mail zu verschicken. Aber man will immer einen Benutzername und vor allen Dingen ein PASSWORT! HÄ? Was für ein Passwort? Wir haben keins! Das Iridium stört sich auch nicht daran, dass man in den Einstellungen die Passwortanforderung weg geklickt hat, es will trotzdem eins. Wir reagieren störrisch und legen das Telefon endgültig beiseite. Ich hab in der Zeit meinen gestrigen Stuten probiert und für schlecht empfunden (ich und Hefeteig- das konnte nicht gut gehen). Habe mich daraufhin an einem Brot probiert. Naja, besser als der Stuten, aber lecker ist was anderes. Anschließend fanden wir beide, wir würden genug stinken und da Weihnachten ist, war eine Dusche fällig. Aufgrund unsere knappen Wasservorräte gab es jedoch nur eine Meerwasserdusche mittels Eimer. Bei 25 Grad Wassertemperatur aushaltbar. Dann schlief der Wind ein und die Wellen wurden immer flacher. Da Segel schlagen, wenn kein Wind und damit die Nerven des Skippers überbelasten, hatte er mit sich selber ein einsehen und wir starteten die 2.Aktion „Segel ausbaumen“. Wenn man sieht, wie Frank auf dem Vorschiff mit dem Spibaum hantiert und versucht, dabei nicht ins Wasser zu fallen, dann weiß man, warum er das eigentlich überhaupt nicht machen möchte. Aber diesmal waren wir zu zweit vorne auf dem Schiff und haben es eigentlich relativ gut hinbekommen. Und es war gut, dass wir uns dazu entschlossen hatten, denn der Wind ließ auch in den kommenden Tagen weiter nach. Und da das für einen Tag noch nicht genug Aufregung war, war dann auch noch unsere Toilette verstopft . Auseinander nehmen, reinigen, wieder zusammen bauen …. War eine schöne 2-stündige Frühabendaktion, während in Deutschland Beschwerung und Raclett-Time war. So blieb für Traurigkeit gar keine Zeit und das verspätete Weihnachtsmenue bestand aus einer Dose Chili con Carne alla Bremen. Auch fein! Heutiges Etmal: 131 Seemeilen

Atlanktik – Tag 6

– 1. Weihnachtsfeiertag Das Meer ist so ruhig, dass wir uns heute ein Weihnachtsfrühstück an Deck gönnen. So mit Teller und Rührei und gleichzeitig Tee trinken. Normalerweise ist das alles zusammen nicht möglich, da man einfach nicht genug Hände hat. Der Funkkontakt mit der Tanamera kam aber leider wieder nicht zustande, obwohl ich bis 3.00 Uhr nachts ihre Lichter gesehen hatte. Dann waren sie plötzlich weg. Wahrscheinlich haben sie den Kurs weiter runter korrigiert. Sie fahren mehr 270 Grad, wir so 280-285 Grad – kaum zu glauben, was das ausmacht. Da keine Welle und kein Wind, haben wir heute dann zum ersten Mal die Angel rausgehalten und das mit unserem besten leckersten gelben Köder. Hat die Fische nicht besonders interessiert, so dass es heute dann doch den extra eingekochten Gulasch zum Abendessen gibt. Und ach ja, wir haben wir Uhr 1 Stunde zurückgestellt. Irgendwie fanden wir es merkwürdig, dass es Abends so spät dunkel wird und morgens so spät hell. Zur Karibik haben wir insgesamt einen Zeitunterschied von 3 Stunden, so dass wir jetzt alle 500 Seemeilen diesen Schritt wiederholen werden. Heutiges Etmal: 105 Seemeilen Atlantik –

Tag 7 – 2. Weihnachtsfeiertag

Langeweile kommt auf. Unvorstellbar, dass es noch mindestens 10 Tage dauert, bis wir ankommen. Und wenn weiter Flaute herrscht, sogar noch länger. 3 Stunden am Tag läuft jetzt der Motor, nicht, weil uns 3 Knoten zu langsam sind, sondern wegen unseres Strombedarfs. Der elektrische Autopilot schluckt eine Menge und da kein Wind, arbeitet auch der Windgenerator nicht. Und dann noch Wolken am Himmel, was die Solarzellen gar nicht mögen, da gehen die Batterien in den Keller. Nun, und damit wir uns nicht allzu sehr langweilen, darf jeder von uns heute Nachtmittag mal 2-3 Stunden selber steuern. Und ich muss mich korrigieren. Es gab doch einen Fisch,der unseren schönen gelben Köder lecker fand. So lecker, dass er ihn samt Haken und Blei abgebissen und damit abgehauen ist. Frank hat darauf hin seine abgefressene Angel wortlos in der Vorkabine verstaut und ich glaube,er hat keine Lust mehr zu Angeln Heutiges Etmal: schlappe 90 Seemeilen (kein Wunder, wenn kein Wind)

Atlantik Tag 8. – 27.12.15

Muss das Datum mit notieren, weil ich langsam den Überblick verlier. Ein Tag ist wie der andere. Nein, nicht ganz. Seit gestern Abend ist der Wind zurück und wir sind wieder schneller unterwegs. Ansonsten ist man einfach nur müde vom vielen nichts tun. Gleich nach dem Frühstück freu ich mich bereits auf 20.00 Uhr, da ich dann wieder ins Bett darf. Schlaf hat den Vorteil, das die Zeit schneller vergeht. Ein Highlight des Tages ist, dass wir jeden Abend (besser gesagt Spätnachmittag oder frühen Abend) ein bis zwei Folgen „Game of Thrones“ schauen. Dank meinem Bruder haben wir 2 Staffeln davon an Bord, die uns den Tag etwas versüßen. Heutiges Emal: 126 Seemeilen

 

 

 

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4 Antworten zu Atlantik Tag 5 – 8

  1. Elke B. sagt:

    Hi ,Grüße aus Berlin Wenigstens habt ihr zu tun ,wenn es auchnur Reparaturen sind
    Es geht euch gut ,das ist erfreulich…Gruß Renate
    hier gab es soeben Kartoffelsalat mit Würstchen .

  2. Barbara sagt:

    Hallo zusammen, wir hoffen, ihr seid gut ins Neue Jahr gekommen. Alles Gute! Nun seid ihr bald da. Ankommen ist das Schönste, da vergisst man alles! Also Endspurt, nur noch ein bißchen Geduld, der Piña Colada lachtbschon in der Ferne.

  3. Paul sagt:

    Hallo Ihr Atlantiküberquerer,
    alles Gute zum neuen Jahr und Euren neuen Zielen. Ich muss das Jahr mit einem Geständnis beginnen, habe mich des Plagiats schuldig gemacht.
    Wisst Ihr noch, was Ihr am 01.01.2014 gepostet habt? Das habe ich jetzt einfach mal auf meinen Blog rüberkopiert ;-).
    Weiterhin gute Reise. Hoffe, Ihr habt den Weg markiert, damit wir dann in zwei Jahren auch in die Karibik finden.
    Liebe Grüße
    Paul

    • Anne sagt:

      Hallo Paul, nein ich wußte nicht mehr, was wir damals gepostet haben *lach* habe es aber inzwischen nachgeschlagen und es sei dir verziehen! Der Spruch sagt einfach alles…. und nein, markieren tun wir euch keinen Weg, ich denke, ihr werdet ihn selber finden. Alles alles Gute für das spannende Jahr 2016 und das noch spannendere 2017.
      Anne

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