Atlantik Tag 9 – 15

Atlantik Tag 9

Keine besonderen Vorkommnisse, außer vielleicht die uneingeladenen Besucher von heute Nacht, denn wiedermal haben 2 fliegende Fische an Deck unseres Schiffes ihr Leben ausgehaucht. Ja, es gibt fliegende Fische. Sollten sich im Verlauf der Evolution wohl zu Vögeln entwickeln, dachten sich dann aber wohl: „V o g e l i s t a u c h d o o f“ und haben sich geweigert, die Evolution weiter mit zu machen. Und nun stehen sie da…. Fliegen so an die 100 m im Abstand von 20-50 cm über das Meer und sind aber leider wohl auch noch Nachtblind, denn warum sonst sollten sie die 2wishes auf ihrer Flugbahn im Dunkeln übersehen. Und dann hatten wir heute BERGFEST, heißt, die Hälfte der Strecke haben wir hinter uns. Da der genaue Zeitpunkt jedoch nachts war, fiel eine entsprechende Feier aus, denn unser 4-Stunden- Schlaf ist uns im Moment wichtiger. Insgesamt zurückgelegte Seemeilen: 1110

Atlantik Tag 10

Haben eine Waschstraße mitten auf dem Atlantik gefunden!!! Heute Morgen um 6.15 Uhr haben wir den ersten berühmt berüchtigten Squall erwischt. Eine halbe Stunde hat es vom Feinsten gegossen und die Salzkruste sowie den noch seit den Kapverden mitgeführten roten Saharadreck weggespült. Und mittags dann: Ein Schiff, ein Schiff!!!!! Bzw. unser AIS funktioniert ja doch noch. (Wir fürchteten schon, die nächste Baustelle zu haben) Wir haben uns regelrecht erschrocken, als wir auf dem Plotter plötzlich ein anderes Schiffssymbol gesehen haben. Und ohne AIS hätten wir das 2. Highlight des Tages, den nur ganz schwach am Horizont zu sehenden Frachter mit dem tollen Namen Brilliant Discovery trotz seiner Länge von 229 m glatt übersehen. Außerdem mussten wir heute eine Wende bzw. eine Halse machen, um unseren Kurs halten zu können. Mit ausgebaumten Vorsegel gar nicht so einfach, da Frank dazu leider wieder aufs Vorschiff musste und sich am Baum festgegurtet hat, um den Spibaum während der Wende rauf und wieder runter zu ziehen. Unbefriedigende Lösung, wir hoffen, es gibt eine andere und werden mal jemand fragen, der sich besser damit auskennt . Nun, wir haben uns anschließend erschöpft niedergelegt. Unser Kreislauf ist so weit runter gefahren vom nichts tun, dass die kleinste Anstrengung uns ermattet.

Atlantik Tag 12Silvester

Mmhhmm… tagsüber keine erwähnenswerten Vorkommnisse. Gegen Mitternacht hat jeder von uns auf eine viertel Stunde Schlaf verzichtet, so dass wir die Zeit von ¼ vor 12 bis ¼ nach 12 ausnahmsweise mal zusammen verbracht haben. Um 24 Uhr haben wir dann an Deck unter einem schönen Sternenhimmel mit einem Glas Sekt auf das Jahr 2016 angestoßen und uns gesagt, dass es zwar einige geben wird, die den Jahreswechsel auf dem Atlantik auf einem Segelschiff erlebt haben, aber gewiss nicht ganz ganz viele. Ist schon etwas Besonderes. Nun, um 00.05 Uhr wurde der Sternenhimmel von dunklen Wolken verdeckt und 10 Minuten später segelte die 2wishes für eine halbe Stunde durch die 2. Waschstraße.

Atlantik Tag 13 – Neujahr

Die Hasentochter hat uns informiert, dass Tag 1-4 nicht veröffentlicht wurde sondern wohl irgendwo im Nirwana verschwunden ist. Gut, kann den Blog nach Ankunft nachreichen und Interessierte können z.B. unsere dann überholten Weihnachtsgrüße bzw. –wünsche nachlesen *lach*. Aber vielleicht klappt ja die Übertragung dieser Zeilen und daher möchten wir unserer Familie, all unseren Freunden und Bekannten sowie interessierten Lesern ein schönes, gesundes, erfolgreiches neues Jahr wünschen. Zum heutigen Tag: Der Wind hat gedreht und so mussten wir wieder eine Wende oder auch eine Halse mit dem ausgebaumten Vorsegel fahren. Während Frank sich mal wieder am Mast fest machte, durfte ich 3 Winschen bedienen. Da lösen, da lockern, da festmachen es klappt immer besser und so langsam kommt Routine auf. Mitten in der Nacht hatten wir sogar eine Schiffsbegegnung. Man muss sich das mal vorstellen: die Nächte verbringen wir ja unter Deck und alle 30 Min. steckt der Wachhabende den Kopf raus und überprüft, ob das Meer unbeleuchtet ist. Gähn… und immer ist es stockedunkel. Und plötzlich sind da nach 12 Nächten Lichter am Horizont – man, da erschrickt man aber. Schnell den Kurs des anderen Schiffes überprüft (obwohl es meilenweit weg ist) und siehe da, der tut nix, der will nur…seinen Kurs fahren.

Atlantik – Tag 14 (2.1.16)

Morgen um 9.00 Uhr (unserer jetzigen Zeit) sind wir 14 Tage unterwegs. Oh man… andere machen ihren Jahresurlaub in der Zeit. Schönes Hotel, lecker Frühstücks- und Abendbuffet, ev. sogar AI, Strand- oder Poolliege mit angrenzender Bar zwecks Cocktails und Bierchen, Ausflüge, Abendprogramm…. Und wir? Haben ein schönes Schiff, das Mager-Frühstück wird getrennt vom Kaffee eingenommen, da man nicht beides in der Waage halten kann und gleichzeitig eine Hand frei hat um das selbst gebackene Brot (das übrigens immer besser wird) zum Mund zu führen. Das Dinner abends wird im NAPF serviert, hat den Vorteil, dass es nicht vom Teller rutschen kann. Gut, liegen oder sitzen kann man hier auch, aber niemals unaufmerksam, sondern immer nur mit Muskelanspannung, damit man auch da bleibt wo man sich gebettet hat. Zu Cocktails und Bierchen sach ich jetzt mal nix *heul* Ausflüge sind auch nicht so erstrebenswert – is eh nur Wasser rund rum da. Jammern wir ???? Ja, ich fürchte, aber wir sind selber Schuld, haben es ja nicht anders gewollt. Trotzdem… wir haben ein wenig die Nase voll und wollen ankommen.

Atlantik Tag 15 (3.1.16)

So, heute wird nicht mehr gejammert, heute steigt die Vorfreude. Wenn alles gut geht und nicht noch eine Flaute kommt, dann sollten wir es bis Dienstag schaffen, Martinique zu erreichen . Mit dem Wetter und auch mit dem Wind haben wir während dieser Überfahrt sowie ganz viel Glück gehabt. Bis auf die beiden Flautentage um Weihnachten rum hatten wir immer einen schönen angenehmen Wind um die 13-17 Knoten, was zu einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 5 Knoten geführt hat. Die Wellen bzw. die Atlantikdünung war mal hoch und lang gezogen, oder auch mal kurz und unruhig. Aber alles überhaupt nicht beängstigend. O-Ton Frank: R e n t n e r s e g e l w e t t e r

Mit unseren letzten Iridium-Frei-Minuten werden wir es hoffentlich noch schaffen, diesen Blog zu veröffentlichen und melden uns wieder nach Ankunft bzw. sobald wir wieder mal ins Netz gehen können. Drückt die Daumen, dass unser Plan so aufgeht!

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4 Antworten zu Atlantik Tag 9 – 15

  1. Elke B. sagt:

    Alles gelesen und beruhigt wünsche ein erfolgreiches ,neues Jahr ,drück weiter alle Daumen ,bleibt gesund und munter ,weiter so .

  2. Ruth und Manne sagt:

    Hall Ihr Beiden,

    wir wünschen Euch alles Gute für 2016 und ständig guten Segelwind!
    Liebe Grüße aus dem Osterzgebirge, wo es nach einem warmen Dezember nun langsam Winter wird.

    Ruth und Manne

  3. Birgit Morgenroth sagt:

    Das hört sich toll ,an Matinique als Reiseziel fürs neue Jahr.
    Ich drücke weiterhin die Daumen für das viel sichere Rentnersegelwetter!!!
    In Gedanken bei euch
    Birgit

  4. Jule sagt:

    Also hoffentlich kommt ihr dann bald an. Dank linda haben wir ja ein paar updates gehabt. Also Happy new Year dann, das erste von vielen aufregenden Jahren! Nach 2 Tagen im Haus wegen Regen mit Kind und Kegel hab ich mich dann wahrscheinlich so aehnlich gefuehlt wie ihr 2 Wochen auf dem Wasser…

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