Atlantik Tag 1 – 4

1.Tag Sonntag,20.12.15
Pünktlich um 10.55 Uhr gingen bei uns und bei der SY Tanamera die Anker hoch. Schnell noch ein paar Arbeiten an Deck erledigt und den Anker gesichert, dann ging es raus auf den Kanal zwischen den Inseln Sao Vicente und Santo Antao. Laut Windvorhersage sollen wir die nächsten 1-3 Tage einen 5er Wind schräg von hinten bekommen. Leider hat jedoch der Wind die Vorhersage mal wieder nicht gelesen, denn für den von uns benötigten Kurs kam er direkt von hinten, also nicht segelbar. Es sei denn, man macht es wie die Tanamera, die bereits in der Ausfahrt vom Kanal mit „Schmetterlingssegel“ auftrumpfte, indem sie ihre beiden Vorsegel nach rechts und nach links ausbaumten (Angeber, die). Der Skipper der 2wishes stellte sich erst mal stur und meinte, wir können eben nur den Kurs segeln, der möglich ist basta! Das niedere Crewmitglied murrte, wollte eigentlich nicht ganz nördlich auf den Virgin Islands anlanden. Im Laufe der nächsten 2 Stunden mußten wir den Kurs immer weiter nach Nord ändern, so dass es irgendwann hieß: Ups, auf die Art schießen wir an der Karibik vorbei. Skipper und niederes Crewmitglied maulten sich darauf hin eine Weile an, als jedoch der Kurs irgendwann Ziel „New York“ lautete, hatte der Skipper ein Einsehen. Nach einer Wende ging es (natürlich mit Schwimmweste und angegurtet) aufs Vorschiff, um unser Vorsegel mit dem Spinnakerbaum auszubaumen. (Das hat den Vorteil, das es weiter draußen ist, der Wind von hinten mehr Angriffsfläche hat und es kann auch nicht mehr hin- und her flattern). Wie es geht, das hatten wir schon mal g e l e s e n!!! Aber praktisch noch nie gemacht. Dafür hat es jedoch erstaunlich gut geklappt, obwohl Frank anschließend körperlich und ich nervlich geschafft war. Anschießend haben wir Franks Werk sowie den richtigen Kurs eine ganze viertel Stunde bewundert und zack…. Kam der doofe Wind doch plötzlich von vorne und stellte kurze Zeit später seine Tätigkeit ganz ein. Also alles wieder retour und Motor an – da kam Freude auf. 3 Stunden hielt der Wind Siesta, hat aber in der Zeit seine Vorhersage gelesen, denn er kam zurück von s c h r ä g hinten und bescherte uns so ein relativ angenehmes Nachtsegeln
Heutiges Etmal 122 Seemeilen

21.12.15 – Tag 2
Der Funkkontakt mit der Tanamera heute Mittag hat geklappt. Leider liegen sie schon 6 Seemeilen hinter uns, weiß auch nicht, wie wir die so abhängen konnten. Wir laufen mit durchschnittlich 5 Knoten, die Wellen sind recht hoch und seit heute Nacht ist auch der von mir so geliebte Eimer wieder im Einsatz. Mir ist jetzt klar, warum es Vomex (Tabletten gegen Seekrankheit) auch als Zäpfchen gibt, denn selbst die Tablette will nicht drin blieben. Natürlich haben wir auch die erste Nacht nicht gut geschlafen, so dass wir recht müde sind. Der morgige Tag wird hoffentlich besser.

 

22.12.15 – Tag 3

Kein Funkkontakt mit der Tanamera möglich. Sehr sehr schade! Habe viel geschlafen! So bin ich bereits um 18.30 Uhr ins Bett und habe bis 24.00 Uhr tief und fest geschlafen. In meiner Wache stell ich mir den Handywecker alle 30 Min., so dass ich nach einem kurzen Nickerchen draußen einen Rundumblick mache. Haben aber in den letzten 3 Tagen noch nie ein Schiff gesichtet. Es geht aufwärts, habe heute schon 1 Brötchen und Gemüsesuppe gegessen, also kann ich das Thema Seekrankheit jetzt hoffentlich beenden.

23.12.15 Tag 4

Wasser, Wasser, Wasser – nix wie Wasser um uns rum. Der Himmel ist blau mit vereinzelten Wölkchen. Die Well e ist moderat. Die Temperaturen sind überhaupt nicht mit denen er Überfahrt zu den Kapverden zu vergleiben. Heute kurze Hose und T-Shirt-Zeit. Und Schiffe, mit denen wir zusammen stoßen könnten, gibt es auch keine – wir sind hier mutterseelenallein *schnief*

Uns geht es gut, niemand braucht sich Sorgen zu machen und wir wünschen all unseren Kindern, Enkelkindern, der restlichen Familie sowie allen Freunden, Bekannten und unbekannten Lesern ein wunderschönes ruhiges Weihnchtsfest.

 

 

 

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