05.01.16 – Angekommen im Paradies?

Wir hatten kurz gesehen, dass Linda unser „Ankommen“ gepostet hat. Gut so, so mussten wir uns mit der Jagd nach dem Internet nicht so beeilen, zumal andere Dinge Vorrang hatten.

Wahrscheinlich denkt ihr jetzt, dass wir uns wahnsinnig gefreut haben, das Traumziel Karibik erreicht zu haben. War eigentlich nicht so, denn so richtig konnten wir es gar nicht realisieren.

Ab 04.00 Uhr nachts sahen wir bereits die Lichter von Martinique und je näher wir kamen, desto schlechter wurde das Wetter. Morgens dann lag ganz Martinique unter einer dicken Wolkendecke und war verregnet. 16 Tage blauer Himmel und kaum erreichen wir die Karibik, da regnet es…

Um die erste Ecke rum lag dann das 1. Ankerfeld. Oh Gott… die Bilder und entsprechenden Fotografien habe nicht gelogen. In dieser Bucht lagen bestimmt so an die 300 Schiffe vor Anker. In der 2. Bucht vor Marin lagen nochmal an die 500 Schiffe. Wie sollen wir in dem Gewusel als Anker-Angsthasen-Anfänger einen geeigneten Platz finden. Nun, dass sollte aber heute nicht unser Problem sein, wollten wir doch erst mal für 3-4 Tage in die einzige Marina von Martinique – Wassertanks auffüllen, in Ruhe ausschlafen, kleinere und mittlere Reparaturarbeiten ausführen und erst mal ankommen. Kurz vor der Marina haben wir dann über Funk die Marina über unser Ankommen unterrichtet – leider hat keiner geantwortet und so sind wir in der Hoffnung auf einen Visitorpontoon oder ein freundliches Winken eines Marineros in die Marina reingefahren. Beides gab es jedoch nicht, nur jede Menge Charter-Katamarane, die uns noch überholten, um dann vor der vollen Tankstelle Kreise zu fahren. Wir sind auch Kreise gefahren und nachdem wir mitbekamen, dass der Funkverkehr auf Französisch sehr wohl klappte, habe ich einen neuen Versuch gestartet mit der Frage, ob denn vielleicht hier jemand auch Englisch spricht und welchen Liegeplatz wir ansteuern könnten . Und tatsächlich bekam ich sogar eine Antwort. Kurz und knapp: „keep slowly“ So sind wir dann slowly weiter Kreise gefahren. 10 Minuten, 20 Minuten – inzwischen war der Funkverkehr so busy (auf französisch natürlich, da klappt es besser und die Sätze sind auch länger), dass ich gar nicht mehr dazwischen kam. (Eine Anekdote zwischendurch: hinter uns kam eine „Hakuna Matata“ rein und meldete sich auch per Funk. Könnt ihr euch das Funkchaos vorstellen, wenn wir unser Schiff nicht umbenannt hätten?) Dann sahen wir ein als Staff gekennzeichnetes Dinghi mit einem Marinero, der sich auf einem Klemmbrett wichtige Notizen machte. Er unterbrach diese Arbeit jedoch, als wir in ran winkten und nach einem Liegeplatz fragten. 1. Antwort: Nein, Hafen ist voll (Hä? Gut, voll ist es hier, aber wir sehen doch überall Lücken in dieser Marina mit 750 Liegeplätzen) – wir staunen noch, als die 2. Antwort kommt (ganze 30 Sekunden später): „in einer Stunde“ und braust mit dem Dinghi von dannen. Wir überlegen noch, ob wir 1 Stunde Kreise fahren oder noch mal raus fahren sollen, als er zurück kommt (ganze 45 Sekunden später) und uns Zeichen gibt: „abwarten“ – Puh… ist das alles anstrengend hier für unseren runter gefahrenen Kreislauf! Gut, er geht noch mal gucken, fährt den Steg lag, fragt sein Klemmbrett und meint dann, er hätte doch was, aber nur für 2 Tage. Okay, okay – nehmen wir auch, denn wir wollen endlich irgendwo festmachen und den lang ersehnten Sekt köpfen.

Eine halbe Stunde später war es soweit, der Sekt war eingegossen und wir bestaunten die Umgebung, die so gar nicht karibisch rüber kommt. Wir sind in der Hochburg der Yacht- und Katamaran-Vercharterer von Martinique gelandet. Halb Frankreich fliegt hier zum Segeln hin. Hier wird französisch gesprochen, was also liegt näher, als als Franzose, die bekanntlich ja andere Sprachen ablehnen, hier Urlaub zu machen. Läster ich? Sorry! Ich überlege nur, ob ich als Urlauber unbedingt auf eine deutschsprachige Karibikinsel fliegen würde, wenn es denn eine gäbe!

So, dass ist jetzt mal wieder lang genug und morgen ist ein anstrengender Tag. Sämtliche Aufräum- und Reparaturarbeiten müssen anstatt an 3 nun an einem Tag erledigt werden.

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