Anse d´Arlet

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Blick auf unsere Bucht von oben

Schluss mit Frust-Blogeinträgen…

Seit gestern liegen wir in der netten Bucht Anse d´Arlet , was zu einer Stimmungssteigerung von über 100 % geführt hat. Dies ist zwar immer noch nicht so, wie man sich die Karibik mit einem einsamen Strand, türkisfarbenem Wasser und einer übers Wasser hängenden Palme so vorstellt, denn so kann es ja nun wirklich nicht überall hier so aussehen, aber das Dorf hier hat ein paar „lovely old houses“, einen netten weißen Strand und jede Menge Strandrestaurants. Außerdem liegen hier nur 10-15 Schiffe in der Bucht, fast alle an kostenlosen Mooringbojen. Es ist immer noch schwierig, der Bedienung klar zu machen, was man bestellen möchte und noch schwieriger ist es für uns, anschließend den Rechnungsbetrag zu verstehen. Die Franzosen verstehen einfach nicht, dass man ihre schöne Sprache so überhaupt nicht versteht und plappern munter auf Französisch weiter, wenn man die Schulter zuckt. Aber ansonsten fühlen wir uns hier wohl.

Da ich heute einen Geburtstagswunsch frei hatte und Frank die Tage noch meinte, wir würden uns viel zu wenig bewegen, habe ich mir einen Spaziergang über den kleinen Berg (vielleicht auch Hügel genannt) sam_2662

zur Nachbarbucht „Grande Anse“ gewünscht. Schließlich muss ich immer um die nächste Ecke gucken, könnte ja sein, dass dahinter das Paradies liegt, welches ich sonst verpassen könnte. Der Fußweg entpuppte sich als Trampelpfad über Stock, Stein und Wurzeln mit heftigen Steigungen.sam_2646

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Die Nachbarbucht „Grande Anse“

Einen Weg, so wie ich ihn liebe bzw. wie ich ihn vor 20-30 Jahren und noch ohne durchs Langzeitsegeln in Ruhestellung gebrachte Muskeln liebte. 2 KM und 45 Min. kündigte das selbst gemalte Hinweisschild am Anfang der Strecke an. Das ja nix, dachten wir. Dumm nur, dass wir uns zweimal verlaufen haben und enttäuscht, entnervt und keuchend wieder den Weg zur Hause-Bucht einschlagen wollten. Aber auch der Weg war verkehrt, zumindest führte er uns nicht nach Hause, sondern nach insgesamt 1 1/2 Std. eben wie vorher geplant in die Nachbarbucht. Ab in die nächste Strandbar und zum ersten Mal, seid ich Frank kenne, bestellte er ein Liter Wasser (äh… zusätzlich zum Bierchen natürlich). Zur Bucht „Grande Anse“ selber: da verpassen wir nix, die Lokale sind teurer, 4 bis 5 x so viele Schiffe, da „grande“ – und man weiß ja inzwischen, die Größe macht’s nicht.  sam_2652

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Nach einer Riesenpizza mit 1 Kilo Käse drauf, die wir uns Gott sei Dank geteilt haben, ging es zurück über den Berg. Und wieder waren wir uns ob des Weges nicht sicher und sind Teilstrecken hin und zurück gelaufen, weil wir uns nicht sicher waren. Frank wollte zwischenzeitlich die Wasserflasche nicht mehr rausrücken, da wir die des Nachts brauchen würden (mein kleiner Pessimist). Aber gegen 17.00 Uhr saßen wir mit zitternden Beinen wieder in unserer Bucht, das Bier zischte und die Geburtstags-Pinacolada mundete. Eigentlich war ein lecker Dinner in dem einzigen Restaurant, was hier abends offen hat, geplant. Aber müde, erschöpft und noch satt von der Pizza entschieden wir, das Geburtstagsessen auf den nächsten Tag zu verschieben und langgestreckt im Cockpit einen wunderschönen Sonnenuntergang zu genießen.

Es war ein wunderschöner Tag und der 1. Geburtstag meines Lebens, an dem ich nicht nur nicht gefroren, sondern auch fürchterlich geschwitzt habe.

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Ein Kommentar zu Anse d´Arlet

  1. Ruth und Manne sagt:

    Hallo Ihr Beiden,

    zuerst einmal herzliche Glückwünsche zur erfolgreichen Ankunft und natürlich auch zu deinem Geburtstag!

    Für / gegen die Sprachbarrieren ein kleiner Tipp:
    Fürs Smartphone gibt es die kostenlose! App DICT.CC . Wenn man die installiert hat kann man die gewünschten Sparachpakete (z.B. französisch, spanisch …) herunterladen und sie dann offline nutzen!

    Viele Grüße aus dem verschneiten Osterzgebirge
    Ruth und Manne

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