Ankern vor St. Pierre

An eines kann ich mich sehr gut erinnern, nämlich dass der berühmte Mr. Morton vom Nauticshop in Gran Canaria beim Verkaufsgespräch sagte: Bügelanker ist super, hält überall, n u r n i c h t auf Seegras – det mag er nint (…er sagte dies natürlich auf englisch 🙂 ) . Diese Aussage kann ich inzwischen bestätigen… oder wir machen irgendwas falsch.

Also Frage an alle erfahrenen Langfahrtsegler, die mit einem Bügelanker ausgestattet sind: Wie ankert man am besten auf Seegras?

Wir sind ja bereits mehrere Anläufe beim Ankern gewöhnt, aber mit 2,5 Stunden haben wir diesmal einen neuen Rekord aufgestellt. Die Bucht von St. Pierre ist eigentlich recht groß, aber Ankerplätze von 3-10 Meter gibt es nicht zu viele, da die Tiefe ganz schnell auf 20-30 Meter abfällt. Nach dem 1. Ankerversuch gefiel dem Skipper die Nähe zum Ankerbereich des neben uns liegenden Kats nicht, also neuer Versuch ein paar Meter versetzt. Wir warten 15 Minuten! Hält der Anker nun ? Wir sind unsicher, also Taucherbrille auf und das niedere Crewmitglied durfte den Anker suchen gehen und schauen, ob er sich nett eingegraben hat. Hatte er nicht, jedenfalls nicht nett, sondern nur so ein bisschen. Also hab ich den Skipper aufgefordert, sanft rückwärts zu fahren, damit ich beobachten konnte, wie sich der Anker verhält. Witzig, witzig, wie so ein Anker über das Seegrasfeld hoppeln kann und dabei eine Grasnarbe zieht. Gelacht hab ich trotzdem nicht, der Skipper noch weniger. Da die 2wishes durch das s a n f t e Rückwärtsfahren inzwischen bestimmt 100 m weg war, bekam ich Gelegenheit, meine Schwimmmuskeln zu trainieren. Wir sind dann zur anderen Buchtseite zwecks weiteren Versuchen. Auch hier Seegras mit dazwischen liegenden Sandflächen, die wir leider nie getroffen haben. The same procedere: Anker runter, schnorcheln gehen, Kopfschütteln. Und noch mal… vielleicht treffen wir ja irgendwann eine Sandfläche. Beim letzten Versuch hat sich der Bügelanker dann netterweise 5 m neben einer Sandfläche h a l b ins Seegras eingegraben. Aber war das genug? Jetzt rückwärts fahren trauten wir uns nicht, nicht dass wir ihn wieder rauszogen. ½ Stunde hab ich schnorchelnd über dem Anker gehangen und diesen misstrauisch beobachtet. Zwischenzeitlich hab ich die Anker der beiden Nachbarboote aufgesucht und siehe da, beide hatten sich ganz ordentlich und tief in das Seegrasfeld eingegraben. Waren aber auch keine Bügelanker. Irgendwann entschieden wir, dem halb eingegrabenen Anker bei den vorhandenen lauen Windbedingungen zu vertrauen und ich durfte wieder an Bord. Nach uns kamen noch weitere Schiffe, die nur 1 Ankerversuch brauchten. . Ein schwedisches Schiff z.B. kam, ankerte (1 x) und nach 15 Min. bestieg die 4-köpfige Crew das Dinghi und verschwand an Land, während ich kopfschüttelnd und erschöpft meinen wohlverdienten Sundowner genoss.

Zu St. Pierre ist zu sagen, dass die meisten Schiffe hier nachmittags ankommen und am nächsten Morgen wieder ablegen. Das hätten wir auch lieber gemacht, jedoch musste noch einiges mit der Rentenkasse und div. anderen Stellen telefonisch geklärt werden (und telefonieren nach Deutschland ist hier äußerst preiswert, da Martinique zu Frankreich gehört – selbst die Autokennzeichen haben hier ein „F“). So werden wir erst morgen (Sonntag) unseren seit Tagen gut haltenden Anker heben und nach Dominica segeln.

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