Verkatert nach Dominica

Oder auch:
Vertan, vertan, sprach der Hahn und stieg von der Ente….

Gegen 10.00 Uhr morgens hoben wir den Anker

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Mit einem letzten Blick auf St. Pierre

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und machten uns auf nach Dominica. 26 Seemeilen ist die Insel entfernt gemäß meinen schlauen Cruising-Guide. Bei 5 Knoten Geschwindigkeit sollten wir für die Strecke ca. 5 Stunden brauchen und gegen 15.00 Uhr ankommen, mit einem Puffer eventuell erst gegen 16.00 Uhr, aber somit immer noch vor Einbruch der Dunkelheit gegen 18.00 Uhr. Nun, wer das Kleingedruckte auch mit liest, ist klar im Vorteil. Dies hatte ich leider versäumt und somit die beiden Wörter nach den 26 Seemeilen glatt überlesen, nämlich „over sea“ . heißt also, genau zwischen den beiden Insel. Nicht mit berechnet war die Strecke raus aus der Bucht und noch am restlichen Martinique vorbei (woher soll das schlaue Buch auch wissen, von wo aus wir starten?) und auch nicht das kurze Stück vorbei an der Küste von Dominica bis zur 1. Bucht hin. Da kamen noch mal schlappe 13-15 Seemeilen, also ca. 3 Stunden dazu. Dazu kam eine Gegenströmung, so dass wir unter Motor nur 4 Knoten liefen was so viel heiß wie…. Wir kommen erst im Dunkeln an! Und das machen wir nun mal soooo gar nicht. Also alles retour, wenden und 1 ½ Stunden zurück zu unserem vorherigen Ankerplatz. Ganz blöd gelaufen und den Schuh muss ich mir leider ganz alleine selber anziehen und so waren wir jedenfalls gegen 1.00 Uhr zurück,. wo ich dann nach einem 2. Ankerversuch meinen Kater in Ruhe auskurieren konnte.

Wieso eigentlich verkatert? Die Tanamera hatte es ja am Vortag endlich geschafft, uns nach exakt 4 Wochen wieder einzuholen und klopfte gegen Mittag an unsere Bordwand. Verloren hatten wir uns am 23.12.15 auf dem Atlantik, um dann am 23.1.16 endlich wieder mal gemeinsam in der gleiche Bucht zu liegen. Die Wiedersehensfreude war groß und die ersten 2 Stunden vergingen mit: Wie ist es euch ergangen? Wo seid ihr denn plötzlich geblieben? Wie, ihr hatten nur 3 Squalls? Wie ankert ihr eigentlich auf Seegras? Usw. usw. usw. und da

1. Wir am nächsten Tag nach Dominica aufbrechen wollten und man nicht wusste, wie lange die Tanamera diesmal braucht, um uns wieder einzuholen 🙂 🙂 🙂 und
2. Wir gerade 1 KG Hähnchenbrust ergattert hatten

bot sich eine Revanche-Einladung zum Essen an. dsc_0624

Trotz meines hohen Alters weiß ich es scheinbar immer noch nicht besser (oder aufgrund von Demenz hab ich es inzwischen wieder vergessen), durcheinander trinken bringt am nächten Tag keine Freude. Auf dem Sundowner folgte ein Aperitif, zum Essen dann Rotwein und zum Schluß gab es dann noch einen (oder waren es etwa 2) ordentliche Rum-Punsche. Kein Wunder also, dass ich am nächsten Tag in den Seilen hin. Aber ein schöner Abend war es trotzdem. Birte überreichte mir noch ein nachträgliches Geburtstagsgeschenk, nämlich einen einlaminierten Farbausdruck der Dominicanischen Gastlandflagge, die hatten wir nämlich noch nicht an Bord.  dsc_0625Tolle Idee! Vielen, vielen Dank noch mal. So ein Farbdrucker an Bord wäre nicht schlecht… aber dafür haben wir ja eine Eiswürfelmaschine, mit der wir immer punkten können. 🙂 🙂 🙂

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1 Antwort zu Verkatert nach Dominica

  1. Barbara sagt:

    Ohne meinen Kartenplotter sage ich nichts!

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