Young Island Cut and Blue Lagoon

Warum es so lange keinen Blogeintrag gab? Nun, das lag wohl daran, dass mir die überschwänglichen Worte fehlten und mich beide oben genannten Mooringplätze nicht vom Hocker hauten. (Dafür wird das hier eben mal wieder etwas länger 😉 ) An beiden Plätzen sind die Mooringbojen auch so gesetzt, dass fürs Ankern kein Platz ist. Also ab an die recht teuren Moorings für 20 bzw. 30 US$ die Nacht.

Wie das immer so ist, wenn man eine neue Insel oder eine neue Ankerbucht angesteuert hat, man muss sich erst mal orientieren, wo was ist. Wo ist ein Supermarkt, wie kommt man hin, wo gibt es eine Laundry (Besuch kommt und die Betten müssen noch gewaschen werden) und wo kann man die leere Gasflasche auffüllen lassen. Damit ist man dann schon mal 2 Tage beschäftigt.
Am 1 Tag wollten wir eigentlich mit dem Sammeltaxi zur Hauptstadt Kingstown, wurden jedoch am Dinghisteg gleich von einem Taxifahrer aufgesammelt, der uns einen guten Preis für die Hin und Rückfahrt machte, so dass wir im dortigen Supermarkt auch gleich noch einen Großeinkauf machen konnten. Kingstown ist eine typische karibische Stadt ohne ChickiMicki mit jeder Menge chinesischer Läden, Gemüseständen, Fischmarkt und einheimische Biergärten. Letzeres heißt: auf so was wie einem Campingtisch stehen große Kühlboxen, gefüllt mit Eis, Bier- und sonstigen Flaschen, Stoffdach drüber und ein bis zwei Holzplanken als Sitzgelegenheit. Leider keine Bilder, da der neue Fotoapparat erst ein paar Tage später ankommt. Eine Laundry war nicht zu finden, so ließen wir die Wäsche morgens von Bord abholen und bekamen sie nachmittags getrocknet und gefaltet wieder zurück. Erlegt! Unsere Gäste konnten in sauberen Tüchern schlafen.

Unser Taxifahrer holte uns am nächsten Morgen wieder ab um uns dort hin zu fahren, wo wir unsere Gasflasche füllen könnten. Und zum 1. Mal schüttelten die dort den Kopf und meinte, falscher Anschluss, keine Füllung möglich . Auf Bequia (Nachbarinsel) sollten wir es versuchen, die könnten europäische Flaschen füllen. Na prima, Bequia laufen wir erst am Ende des Bremer Besuchs an, dann hoffen wir mal, das die verbleibende Gasflasche reichen wird.

In unserem Cruisingguide von 2013/14 sind rund um Young Island Cut 5-6 Grills und Bars aufgeführt. Nur eine davon hat jedoch überlebt, deren einzige Gäste wir 2 – 3 x waren. Über alle anderen wächst das Unkraut. Auch das gegenüber auf der kleinen Insel liegende wirklich nette Resort hat keine Gäste, jeden Falls keine, die Strandliegen benutzen. Irgendwas läuft touristisch hier schief.

Wir verlegen uns am Samstag in die 500 m weit liegende Blue Lagoon an eine Mooring, weil wir in der dortigen Marina tanken und unsere Wassertanks auffüllen können. Außerdem ist es als Treffpunkt für die Montag eintreffenden Bremer vereinbart. In die Lagune rein kommt man auch nur durch einen kleinen Pfad und das auch nur bei Hochwasser. Aber oh Schreck, die Moorings kosten hier noch mehr. 30 Euro berappen wir pro Nacht. Wofür? Für einen äußert rolligen und lauten Platz. Man meint ja, hinter einem Riff und in einer Lagune liegt man schön ruhig. Nix da! In der ersten Nacht haben wir uns ganz wenig geschlafen, weil die gegen das Heck knallenden Wellen unheimlich laut waren. Die vielen Schiffe um uns herum sind alle verwaist. Aber wir müssen trotzdem noch 1 bis 2 Nächte ausharren. Siehe oben, Bremer, Wasser und Diesel bunkern! Zwischenzeitlich hat der Skipper den Fehler gefunden, warum wir seit Tagen kein Licht im Bad und im Schlafzimmer mehr haben und kann diesen Gott sei Dank auch beheben. Zähneputzen mit Taschenlampe ist nämlich doof! Der Filter des Kühlwasserskreislaufes wird auf Verunreinigung überprüft, anschließend kommt kein Kühlwasser mehr am Heck raus. Mehrmals wird das Überdruckventil rein und raus geschraubt, mit dem Erfolg, dass das Gewinde sich auflöst und gar nix mehr geht. Der Skipper ist mit den Nerven am Ende. 30 Dollar die Nacht, der Besuch kommt am nächsten Tag und wir können das Schiff nicht mehr bewegen. Klasse! Und dann ist auch noch Sonntag und alle Werkstätten zu. Was heißt alle? Hier gibt es nur eine einzige. Barefoot Marine Center liegt in Dinghientfernung und wir setzen kurz über, um uns den Laden von außen anzusehen. Aber trotz Sonntag, die Werkstatt ist auf und so können wir gleich absprechen, dass Montagvormittag ein Monteur vorbei schaut.

Montag Morgen sammelt der Monteur unser Ventil ohne Gewinde zwecks Reparatur ein.
Wir sammeln zwischenzeitlich die Bremer ein und warten anschließend bei eisgekühlten Bierchen auf die Dinge bzw. den Monteur, dier da kommen soll. Das einzigermaßen wieder benutzbare Ventil wird eingebaut, aber Kühlwasser kommt noch immer nicht am Heck raus. Der Monteur überprüft dieses und jenes, alles ohne Erfolg. Vermutung: der Filter hat einen kleinen Riss und zieht daher Luft. Zwecks Neubeschaffung verweist er uns nach Grenada und schließt die Kühlwasserleitung direkt (also ohne Filter) an. Wasser kommt! Na gut, keine Superlösung, aber wir können erst mal weg aus der teuren rolligen Lagune. Der Monteur sammelt 60 US$ ein und verschwindet. Den Männern lässt es keine Ruhe, kopfschüttelnd stehen sie vor dem Motorraum und inspizieren den Filter eingehend. Und siehe da, der Filtereinsatz sitzt irgendwie schief. Man wackelt da, man rüttelt dort und irgendwann sitzt der Einsatz gerade. Alles wieder auf Anfang, also Kühlwasserkreislauf über Filter, und siehe da: Wasser kommt. Wiedermal sieht Frank sich bestätigt, dass die Monteure hier alle nix taugen. Selbst ist der Mann! Wir bzw. Frank hat wieder mal was gelernt und entspannt langsam wieder. Wir gönnen uns noch eine weitere Nacht in der Lagune, da wir die Hochwasserzeit eh verpaßt haben, gehen lecker Curry und Roti essen und gönnen uns anschließend einen Eimer mit Bierflaschen auf Eis im Angebot. Vorher jedoch haben wir noch ein kleines Weihnachtsfest gefeiert und uns über all die mitgebrachten bestellten und nicht bestellten Sachen gefreut. Ich habe jetzt wieder einen Fotoapparat und ein funktionierendes Smartphone, kann also wieder telefonieren und Schnellfotos machen. Und im Kühlschrank warten Gummibärchen und Bitterschokolade auf die Vernichtung.

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Das Dinghi wird mit unserem Großeinkauf vollgeladen, da passen wir Damen nicht mehr rein und müssen an der einzigen Bar warten

 

 

 

 

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Mittwoch machen wir uns auf zu den „Grenadinen“ und hoffen, dass der Wind zum Segeln reichen wird.

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