Grenada Yacht Club

Wir sind in der Marina!!!!  Zum ersten Mal wieder nach 4 Monaten kann Frank zu seiner großen Freude mit nur einem Schritt festen Boden bzw. einen Steg erreichen. Der Hauptgrund jedoch war, dass wir unsere Batterien mal wieder mit Strom komplett aufladen wollten und aufgrund unserer noch zu erledigenden Steuererklärung ein ständiges festes Wifinetz haben wollten.

Und nein, wir sind nicht in der hübschen Port Louis Marina mit winzigem Swimmingpool und kleiner Parkanlage für 40 Euro die Nacht, sondern gegenüber im Yachtclub, der laut Vorgespräch mit dem Marinaoffice nur 20 Euro kosten sollte. Wir sind zwar keine Geizkragen, dafür aber Sparfüchse und geben unser mageres Budget lieber für die schönen Momente unseres Lebens aus 😉  – aber es war eine Entscheidung, die wir zu Anfang bereuten.

Wir sollten vor dem Anlegen über Funk Kontakt zum Hafenmeister aufnehmen, das war schon mal nix, denn wiedermal antwortete niemand. Dafür standen 2 Männer an der Tankstelle und winkten uns ran. Nachdem man begriffen hatte, das wir nicht tanken wollten, wies man uns eine freie Stelle längsseits des Steges zu mit der Begründung, man hätte zur Zeit kein Dinghi, um uns „stern-to“  an der Mooringboje zu befestigen. Schweißausbrüche meinerseits, denn die angewiesene Stelle war verdammt eng. Aber Skipper Frank legte ein sauberes tolles Anlegemanöver hin.

1. Problem: Genau an der Stelle benötige man für den Stromanschluß einen amerikanischen Adapter, den wir nicht haben. Man wollte aber versuchen, uns einen zu besorgen. „Versuchen“…?! – Wir sind besorgt, gehen aber trotzdem zum Marinaoffice, um uns anzumelden und unseren Obolus für 2 Tage zu entrichten.

2. Problem: Die selbe Dame, mit der wir vor 2 Tagen bereits über den Liegepreis gesprochen hatten, möchte jetzt 30 Euro von uns anstatt 20. No, no – nicht mit uns… Die Differenz, so erklärt man uns, liegt daran, dass wir längseits am Steg liegen und nicht sternförmig. Aber wir finden, dass ist nicht unser Problem. Entweder jemand hilft uns dann mit der Mooringboje für stern-to-anlegen oder wir ….  jedenfalls kann es nicht unser Problem sein, dass der Yachtclub gerade über keine Dinghi verfügt (was sowieso lächerlich ist)

Zur Erklärung was „stern-to“ ist

Dabei liegt man z.B. mit dem Heck am Steg und mit dem Bug quasi im freien Raum, wobei eine Leine an der weit voraus liegenden Mooringboje befestigt wird. Dies erledigt normalerweise der Hafenmeister mit seinem Dinghi

Wir nehmen also den Hafenmeister an Bord, damit der während des rückwärts gefahrenen Anlegemanövers beim Vorbeifahren unsere vordere Leine an diese Mooringboje befestigen kann. Nun ist unsere Art des rückwärts Anlegen eine andere wie die des Hafenmeisters und die sprachliche Verständigung klappt wegen unbekannter englischer Anweisungen so gar nicht, worauf dieser das Ruder (mit unserer Erlaubnis) übernimmt, seitwärts steuert, rückwärts steuert, wieder seitwärts, wiederholt diese Aktionen mehrmals – zwischendurch die Leine an der Mooring befestigt und anschließend unser Schiff auf der Stelle gedreht und irgendwann tatsächlich rückwärts anlegt. Das kann man eigentlich nicht beschreiben und alleine hätten wir das nicht hinbekommen, aber mir schwant Böses, als ich auf dem Vorschiff einen verschmorten Geruch wahrnehme. Auch Frank schaut nicht gerade glücklich aus, denn er hat schon mitbekommen, dass das Bugstrahlruder nicht mehr funktioniert. Für Dauerbelastung ist das nun mal nicht gedacht. Na toll, 20 Euro gespart, dafür ein Bugstrahlruder für 3000-4000 Euro eingebüßt. Wir sind echt super!

Ich verdrück mich erstmal mit der 1. Maschine Wäsche zur Laundry und stelle dabei fest, das es nur einen „Uni-Sex“-Waschraum gibt. Es steht zwar „Gents“ dran, ist aber nach Rückfrage beim Office für alle gedacht. Sehr sehr schön! Ich geh schrecklich gerne zu der einzigen lediglich mit einer Salonschwingtür abgetrennten Duschkabine an den Urinalbecken vorbei. Okay, das ausgiebige Duschen hat sich damit für mich erledigt und ich benutze dann lieber die Bordeigene.

Ich schleiche mich zurück an Bord und bin angenehm überrascht über die Stimmung. Das Bugstrahlruder ist nicht kaputt,  nur die Sicherung ist durchgeschmort. Der Skipper lächelt und wir genießen ein Anlegerbierchen.

Das Wifinetz funktioniert übrigens auch überhaupt nicht und wir verbrauchen auch hier im Hafen unsere gekauften Bytes.

Das nächste Mal lassen wir unsere Sparfuchs-Device besser außer Acht. So aber gönnen wir uns noch 2 weitere Nächte hier, damit sich der ganze Anlegestress auch gelohnt hat.

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2 Antworten zu Grenada Yacht Club

  1. Sabine sagt:

    Hallo liebe Anne,
    wir liegen gerade im Yacht Club und falls Ihr noch einmal herkommt….die Damenduschen sind um die Ecke, nur einmal ums Gebäude rum. 😉

    Beste Grüsse,
    Sabine

    • Anne sagt:

      Liebe Sabine,
      *lach* ja, ja – ich weiß – an unserem letzten Tag dort hatte auch ich Dummerchen die weiblichen Sanitärräume gefunden. Manchmal brauch ich einfach eben ein bißchen länger 🙂

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