Wiedersehen auf La Blanquilla

Nach dem Frühstück und der Erledigung von kleineren Aufgaben entschlossen wir uns, die Unterwassserwelt mittels Schnorcheln kennen zu lernen. Außerdem kommen wir mit den Flossen schneller und besser an Land, da wir nämlich zu faul sind, das Dinghi von Deck zu hieven.

Und tatsächlich gibt es am Rand unserer Bucht hier intakte Korallen, Korallenbänke und recht ordentlich Fisch zum Bestaunen. Anschließend setzen wir uns wasserumspülend an den Strand und genießen…da läuft von links ein himmelblauer Kat in die Bucht ein. Gehört der schon zur Grenada-Rallye? Die sollen doch erst nachmittags hier sein. Aber in der Tat, es ist das 1. von den 3 Schiffen, die am Vortag von Grenada aus gestartet sind. SY Bella Ciao heißt der Kat und nein, auch wir haben es erst nicht geschnallt, der Name ist italienisch, die Crew mit Hilda und Frits aber holländisch (übrigens kein Tipp-Fehler, der Frits wird wirklich mit „s“ geschrieben – süss, nicht ?).

15 Minuten später kommt von rechts unser Schwesterschiff (eben auch eine Ocean 38), die SY Rebell um die Ecke und weitere 15 Minuten später auch die SY Paddy Boy unter holländischer Flagge mit Heimathafen Den Haag, aber hab acht…. Nein, keine Holländer an Bord, sondern Roberto und Juliana, waschechte Italiener. Wieso, warum, weshalb – wir haben es noch nicht ergründet 😉 Wir beobachten immer noch im Wasser sitzend ganz entspannt die diversen Ankermanöver und das anschließende Aufrödeln der Schiffe, wie es nach 1 Nachtfahrt eben so üblich ist. Bernd von der Rebell schnorchelt schnell noch nach seinem Anker und macht sich dann auf den Weg in unsere Richtung. Kurze Zeit später folgt  Birgit ihm. Zuletzt gesehen auf Lanzerote und so gibt es am Strand  dann ein großes freudiges Hallo, wir freuen uns alle 4, dass wir uns endlich nach vielen Monaten mal wieder sehen. Schnell werden die 1. Infos ausgetauscht, das Wichtigste z.B., das nämlich Paddy Boy unterwegs einen 6,5 KG Fisch aus dem Wasser gezogen hat und es deshalb heute Abend am Strand ein Barbeque gibt.  Während dessen erscheinen die Fischer von gestern wieder in der Bucht, hoch erfreut op der reichhaltigen Ankerlieger nun und fahren alle 4 Schiffe ab. Da 2 davon ja unbesetzt (wir stehend ja immer noch quatschend am Strand) nehmen sie kurzerhand Kurs auf den Strand , um uns ein gebrochenes Sägeblatt hinzuhalten. Ah… wir verstehen wo das Problem liegt und Bernd meint, mit einem Neuen aushelfen zu können. So wird er und Birgit kurzerhand an Bord genommen und zur Rebell  zurück gefahren.  Wir indes schnorcheln zurück und genießen an Deck eine Siesta,  bis plötzlich…..

Ein Blick zurück zur Rebell und oh Schreck…. mir bleibt das Herz stehen. Ein Boot mit ganz vielen Offiziellen in Uniform legt bei der Rebell an und geht an Bord.

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Na, klasse – was nun. Schließlich sind wir illegal in Venezuela, haben uns ja noch nicht einklariert und wollen das eigentlich auch gar nicht. Muffensausen hoch drei! Wir bemerken, dass einer der Offiziellen ins Bordinnere verschwindet, also scheint sogar eine Borddurchsuchung statt zu finden. Die Rebell hisst noch schnell ihre Deutschlandflagge sowie die venezolanische Gastlandflagge, scheinbar auf Anraten der Offiziellen. Wir also auch schnell raus mit unserer Deutschlandfahne, eine Gastlandflagge haben wir aber leider nicht, schließlich wollten wir ja eigentlich gar nicht hier hin. 20 Minuten später sind die drüben fertig und machen sich auf den Weg zu uns. Zitter!

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Jetzt muss ich dazu sagen, das zufällig Hilde von der Bella Ciao dort auf der Rebell zu Besuch war. Hilda und Frits sind eigentlich die Initiatoren dieser Minirallye, weil sie sich hier auskennen, die Strecke schon mehrmals gemacht haben und unter anderem auch Spanisch sprechen.  Jedenfalls kommt sie noch vor den Offiziellen zu uns rüber, stellt sich kurz vor, kommt an Bord,  erklärt uns den Ablauf und wird für uns übersetzen. Wir lieben Hilde 😉 ! Und eigentlich läuft alles easy. Man will unsere Pässe und Schiffspapiere sehen, einer der Offiziellen geht runter ins Schiff, öffnet alle Schränke, inspiziert die Vorkabine, das Schlafzimme inkl. unserer Wäscheschränke 😉 und lässt sich auch den Stauraum unter der Saloncouch zeigen. Anschließend bittet man höflich um eine Sachspende in Form von Rum oder so, weil man ist mit 15 Mann für 1 Monat auf diese Insel verbannt und da kann Alkohol schon mal knapp werden 😉  . Die anderen Schiffe waren durch die Bella Ciao vorbereitet auf diese Situationen und hatten kleine Rumflaschen gebunkert, wir leider nicht und so waren die Offiziellen nicht so begeistert über die 4 Dosen kaltes Bier, welches wir als Präsent überreichten. Nun, sorry, wir hatten einfach nix anderes! Hilde erklärte ihnen dies (unseren Whiskyvorrat hatte man bei der Durchsuchung Gott sei Dank nicht entdeckt) und so zogen sie freundlich und höflich ab zum nächsten Schiff.   Welch Aufregung! Ohne Hilda hätten wir nicht mal verstanden, dass sie ein Präsent  wollten. Tausend Dank für die Hilfe und Übersetzung.

Und da der Tag noch nicht zu Ende, so wird dieser Blogeintrag scheinbar mal wieder ein Längerer 😉

Barbecue am Strand ist noch angesagt.  Wir werfen die Eiswürfelmaschine frühzeitig an und mixen einen ordentlichen Rumpunsch, so dass wir mit einem netten Aperitif in Pappbechern aufwarten können. Wir stellen uns gegenseitig vor und quatschen munter auf „englisch“ mit Rücksicht auf die Italiener. In kleineren Gruppen untereinander verfallen wir jedoch auch mal schnell wieder ins bequeme Deutsche.  Es wird immer später (Langfahrtsegler legen mit der Zeit die deutsche Pünktlichkeit ab) und als der Fisch endlich fertig ist, ist es dunkel und man sieht nicht mehr, was man auf die Gabel schaufelt.  Ein paar erfahrenere Barbecuer  haben sich eine Stirnlampe aufgesetzt, was uns daran erinnert, dass auch wir mal 2 von den Dingern geschenkt bekommen und noch nie benutzt haben (sorry, Linda, aber jetzt wissen wir, wie wir sie sinnvoll einsetzen können). Mit Folienkartoffeln, Gemüsereis und Kräuterbutter schmeckt der Fisch fantastisch und zum Nachtisch gab es von der Rebell noch geschichteten Vanille- und Schokoladenpuddig! Alles lecker, ein schöner Rallye-Auftakt für uns und ein tolles Erlebnis.

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Jetzt ist aber Schluss für heute, schließlich ist morgen auch noch ein Tag (hier auf La Blanquilla) 🙂

 

 

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