Bonaires 2. Chance

Ich hatte mir ja selber mal versprochen, jedem Ort, jeder Insel, jedem Land , jeder Bucht eine 2. Chance zu geben. Und so hat auch Bonaire in den letzten Tagen viel dazu gewonnen. Wenn wir damals hier Urlaub gemacht hätten… ja… es hätte uns gefallen, ganz sicher! Bonaire tut nur „touristisch“ und zwar im Bereich der Küsten- und der dahinter liegenden Hauptstraße. Weiter dahinter sind die Bürgersteige auch hier nicht stolperfrei, sofern überhaupt vorhanden. Fast immer läuft man als Fußgänger auf unbefestigten mit Unkraut versehenden Seitenstreifen an der Straße lang.

Es gibt jede Menge chinesische Supermärkte, sowie auch die beiden großen holländischen Supermärkte „Warehouse“ und „van den Tweel“ – Letzterer gehört wohl zur Albert Heijn-Gruppe. Ein wahres Einkaufsparadies also. Allein die Obst- und Gemüseabteilung erinnert an Edeka oder Rewe, die Preise aber nicht, die liegen etwa im 3-fachen Bereich. Ein kleiner Brokolie kostet ca 1,60 Dollar, 1 Kilo Äpfel 6 Dollar und Nektarien  8 Dollar. Wir kaufen nicht mehr Kiloweise, sondern nur noch Stückweise 🙂 . Die Käseabteilung ist eine Wucht und die frischen Brötchen und Baquetts ein Traum nach monatelangem Pappbrot.

Vom touristischen Zentrum entfernt gibt es auch viele chinesische Restaurants/Bars. Nein, damit sind jetzt nicht die Restaurants gemeint, wie wir sie in Deutschland kennen. Hier gibt es 2-3 Tische, eine lange Theke mit Barhockern und eine große Kühltruhe gefüllt mit div. Biersorten. Es gibt eine Speisekarte, man kann Zigaretten, Bombons, Kaugummi und kleine Rumflaschen erstehen und durch ein Fenster findet der Außenverkauf statt. Quasi eine Klümbchen-Bude (wie man sie in NRW kennt) zusammen mit einer Imbisbude. Hier geht der Einheimische sein Bierchen trinken, denn im Gegensatz zu den Lokaliäten in der Vorderreihe kostet hier das 250ml-Fläschchen nur 1,50 statt 3,00, 4,00 oder auch 5,00 US-Dollar.

Nun sind wir scheinbar „speziell“, denn im Gegensatz zu anderen Touris lieben wir diese Art der Lokale mehr wie ein Cafe oder Restaurant an der Küstenstraße. So gehört ein Besuch zum Pflichtprogramm auf dem Rückweg von den 2-3 Km weit entfernten Supermärkten, schließlich muss der Flüssigkeitsverlust wieder aufgefüllt werden. Hier treffen wir keine anderen Segler, dafür aber Einheimische oder Hängengebliebene. So neulich einen Holländer, der vor 7 Jahren auf Wunsch seiner Frau hier hin ausgewandert ist. Die Frau ist inzwischen weg, er aber ist geblieben und erzählte uns viel Interessantes über das Arbeiten und Leben auf Bonaire. Mit den direkten Einheimischen kommt man meist nicht ins Gespräch, denn zum größten Teil spricht man hier „Papiamentu“, eine Sprache, die sich aus spanischen, portugiesischen und niederländischen Wörtern zusammen setzt. Da müssen wir leider passen.

Ein paar mal Tauchen waren wir auch noch, auch hier haben wir inzwischen eine gewisse Routine bei der Rödelei erreicht. Aber das Equipment ist wieder in diverse Staufächer verstaut, denn morgen geht es Richtung Curacao, wobei wir jedoch vielleicht noch einen kurzen Stopp vor Klein Curacao machen wollen, dessen traumhafter Strand wir uns anschauen wollen, bevor wir mit unserem nächsten Besuch einen Segeltörn dort hin machen.

 

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