Ankerplatzhoping

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Die beigen Stellen mit den kleinen Kreuze sind die Riffs, blau ist natürlich das Wasser und grün steht für Land.

Antigua hat ganz viele Ankerplätze. Im letzten Jahr haben wir nur 3 kennen gelernt, das soll sich dieses Mal ändern. So machen wir uns nach einer Nacht in der wunderschön geschützten Bucht „Deep Bay“ auf Richtung Norden. Ins Flachwassersegelgebiet. Und zwar sehr zum Ärger des Skippers, der die ganze Fahrt dorthin schon vor sich hin murrt nach der Device, bloß weil die Frau „nett“ ankern will, muss er das Schiff gefährden. Schließlich ist das Gebiet „riffverseucht“ und man hat stellenweise nur eine Wassertiefe von 3-5 m unter sich. Ich rede mit Engelszungen auf ihn ein, dass schließlich auch andere Schiffe dort ankern und das, laut Guide, das Gebiet gar nicht so schlimm ist, wie es laut Karte scheint.

Als ersten Ankerplatz hab ich Parham ausgewählt. War mal 2. größte Hafenstadt, heute (laut Guide) nur noch ein verträumtes Städtchen, wo man auf den Straßen mehr Hühner als Menschen trifft. Hört sich gut an (für mich) 😉 . Vorbei an den weit entfernt liegenden Riffs steuern wir diese Stelle mittels zusätzlicher Eyeballnavigation und eingezeichnetem Kanal an. Auf 1 m Wassertiefe unterm Kiel werfen wir den Anker und es passiert, was schon seit 1 Jahr nicht mehr passiert ist. Der Anker hält nicht!  Mittels Rückwärtsgang zum Eingraben“ ziehen wir ihn hinter uns her. Nachdem er wieder oben ist, sehen wir die Bescherung. Vor lauter klebrigem Modder und Seegras ist unser Anker kaum noch zu erkennen. Da hängt ein riesiger Batzen dran, den wir nur beschwerlich wieder abkratzen können. Wir wagen einen 2. Versuch, jedoch mit dem gleichen Erfolg. 2 andere Schiffe ankern hier, was haben die anders gemacht als wir? Wir geben jedenfalls auf, allerdings ist es inzwischen 14.30 Uhr und jetzt wird es Zeit, einen Ankerplatz zu finden. In einem riffverseuchtem Gebiet zu fahren mit tiefstehender Sonne, gar nicht gut. Da nützen die Eyeballs nämlich gar nix. Schräg gegenüber liegt die „Davis Bay“ von Long Island. Einer Insel, die überhaupt nicht auf meinem Plan stand, ist sie doch eine private Resort-Insel für reiche Einheimische. Betreten ja, aber nur, um die Boutiquen zu besuchen oder die Rezeption. Spazierengehen verboten. Sogar das Restaurant darf man nur besuchen, wenn der Oberkellner sein Okay gibt und es nicht wegen Überfüllung (haha) gerade geschlossen ist.  Aber wir haben nicht mehr so viel Auswahl und so liegen wir 1 Stunde später mit einem gut haltenden Anker vor divers großen Bungalows bzw. A n w e s e n!

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Die billigen Reihenhausbungalows 🙂

Genau hinschauen, dann könnt ihr auch die etwas teureren Anwesen erkennen 🙂 (fernglasversteckt)

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Long Island

Mittels Fernglas können wir in die Bungalows direkt am Strand in die weit geöffneten Wohnzimmer schauen. Vor dem Wohnzimmer grenzt meist noch der Pool an, bevor man direkt am Strand die Liegen stehen hat. Hübsch, aber eben nur hübsch. Schließlich kann jeder Billig-Ankerer ihnen auf die Teller schauen. Anders dagegen die etwas weitläufigeren nach hinten versetzen Anwesen , an denen stündlich ein Schwarzer den Strand fegt .

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Donnerwetter, Geld ist irgendwie ungerecht verteilt, oder?

Am nächsten Morgen bzw. Mittag (wegen der besseren Eyeballsicht) starten wir zu dem nächsten von mir ausgekorenen Ankerplatz vor Great Bird. Einem etwas größerem bewachsenem Felsbrocken im Wasser.  Aber das Glück ist nicht mit mir! Auf dem Weg dorthin hat der Skipper wieder Schweißperlen auf der Stirn, sieht man 1-2 Riffs doch aus dem Wasser gucken. Und wiedermal windet es auch noch total. So macht das alles keinen Spaß. Was nützt einem das schönste Ambiente, wenn man weggeweht wird und der Skipper finster guckt 😉 .  Frank bekommt die Erlaubnis zur Wende und darf aus diesem riffverseuchtem Gebiet wieder raus. Wir ankern vor der Dickenson Bay, dem genauen Gegenteil. Recht offen und überhaupt nicht idyllisch, dafür mit jede Menge Hotels und Liegestühlen. Zur Strafe darf Frank dafür aber mit mir einen endlos langen Strandspaziergang machen.

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Ups… na, so möchte ich unsere 2wishes n i e m a l s sehen!!!

 

Dann geht es wieder zurück nach Jolly Harbour, von wo aus es eine gute Busverbindung in die Hauptstadt gibt. Irgendwie bahnt sich schon wieder mal ein Arztbesuch an.

 

 

 

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