Mount St. John`s Medical Centre

Die von dem Arzt auf St. Maarten verordneten Medikamente sind nach 10 Tagen alle. Die Schmerzen in Brust und Rücken sind zwar weniger geworden, der Husten aber schlimmer. Nicht nur, das ich inzwischen Atemnot bei der kleinsten Anstrengung bekomme, nein, ich habe auch wieder Befürchtungen bezüglich schlimmer Krankheiten. Was jetzt? In Deutschland hätte ich mich bereits lange in das vorzügliche medizinische  Netz begeben und Druck gemacht. Hier? Wir schauen uns die Praxis eines Allgemeinmediziners an. Genau wie in St. Maarten besteht diese aus einer Sprechstundenhilfe (zum Kassieren), einem Schreibtisch, einem Arzt samt Stethoskop sowie einem Rezeptblock. Eventuell liegt auch noch ein verstaubtes Blutdruckmessgerät in der Ecke . Von Laborausrüstungen, Ultraschallgeräten oder EKG-Geräten keine Spur.  Das bringt mich nicht weiter und so suchen wir das Hospital von St. John´s auf,  in der Hoffnung, dort auch eine Ambulanz vorzufinden, die weitreichendere Untersuchungen machen kann. Die Idee haben viele andere auch, der Warteraum ist brechend voll und wir sind die einzigen Weißen. Noch während wir überlegen, ob wir nicht doch die Privatklinik am anderen Ende der Stadt aufsuchen sollten (man will ja seine private Auslandskrankenkasse nicht zu sehr schröpfen), werden wir zu einem Vorgespräch mit einer „Nurse“ aufgerufen. Nun, das geht ja doch außergewöhnlich schnell!  Daten werden notiert, Krankheitsverlauf, bisherige Medikamenteneinnahme, Beschwerden. Der Blutdruck wird gemessen sowie auch die Temperatur. Die Verständigung ist etwas schwierig, denn das hier gesprochene Englisch ist schwer dialektbehaftet.  Aber wir werden an einen anderen Raum verwiesen zusammen mit dem ausgefüllten Datenblatt, wo ich einen winzigen Urinbecher  zum Befüllen in die Hand gedrückt bekomme . Verdammt schwer, so ein Mini-Schnapsglas zu treffen 😉 .  Dann werde ich auf einen Stuhl inmitten des riesengroßen Ambulanzraumes zum Warten abgesetzt. Hier gibt es keine Behandlungsräume, sondern nur mit Vorhängen abgeteilte Käfterchens. Etwas später werde ich in einen geleitet und tatsächlich macht man dort ein EKG mit mir. Donnerwetter, die Angabe von Brust- und Rückenschmerzen hat scheinbar dazu verholfen, dass man diese Untersuchung schnell mal vorzieht.  Im Anschluß dürfen wir wieder im Warteraum Platz nehmen, werden aber von der Dame, die fürs Kassieren zuständig ist, abgefangen und in den Kassenraum gebeten. Hier brabbelt die junge Dame im dialektbehaften Englisch los und das Einzige, was ich verstehe, ist der Betrag in US-Dollar. Ich schaue verständnislos, worauf die Dame alles wiederholt und mir den Betrag auf ein Blatt Papier schreibt. 964,00 US-Dollar!! Ja, den Betrag hatte ich schon beim 1. Mal  verstanden nur eben nicht wofür.  Ich hab ein bißchen Pippi abgegeben, mein Herz überprüfen lassen, aber noch keinen Arzt gesehen.  964,00 Dollar? Für den Preis hätte ich nach Deutschland fliegen können und dort die Rund-Um-Sorglos-Versorgung in Anspruch nehmen können.  Ich hake nochmals nach und zusammen lösen wir die Problematik. Man möchte von meiner Kreditkarte eben diesen Betrag abbuchen für alle Fälle, sollte die Rechnung nach allen Untersuchungen und zu treffenden Maßnahmen aber geringer werden, dann würde man zurückbuchen.  Okay, okay – ich habe keine andere Wahl, will ich doch endlich mal eine ordentliche Diagnose. Wir verlassen den Kassenraum mit einer vorläufigen Rechnung in Höhe von ca. 250 Dollar (US nicht EC), hab aber noch immer keinen Arzt gesehen. Auf den dürfen wir weitere 2 Stunden warten, bis wir endlich aufgerufen werden.

Nun gibt es so´n Englisch, so´n Englisch und so´n Englisch. Das meiste versteh ich von leidlich bis ganz gut. Mein Arzt (übrigens ein Weißer) jedoch spricht ein Englisch, dass ich zuerst überhaupt nicht als Englisch identifizieren kann.  Er horcht mich kurz ab (übrigens, ohne das ich das T-Shirt dazu ausziehen muss), stellt mir mittels des Übersetzungsprogramms seines Handys (schließlich sage ich immer nur „hä?“) noch 2 Fragen bezüglich Sodbrennen oder so und versucht mir anschließend mitzuteilen, dass ich laut Urinuntersuchung eine „Infektion“ habe .  Aha! Er schreibt mir ein Antibiotika sowie Paracetamol gegen die Schmerzen auf, erklärt erst auf Nachfrage bezüglich des EKG´s noch, dass mein Herz okay ist und lacht, als ich ihm meine Befürchtung bezüglich einer schlimmen Lungenkrankheit mitteile.  Nach diesem intensiven 5-Minuten-Arztgespräch sind wir ,  eben um 250 Dollar ärmer, entlassen. In der Apotheke bekommen wir für ganze 4,50 € Antibiotika für 7 Tage, ob das Zeugs was taugt?

Also ich weiß nich…. Wir warten jetzt mal die 7 Tage ab und geben die Hoffnung nicht auf, ansonsten steh ich nächste Woche doch mal vor der Tür einer Privatklinik. Soviel teurer kann die auch nicht sein 😉

Jedenfalls hängen wir deshalb mal wieder fest und können nicht weiter.  Und sorry, wenn die Blogeinträge gerade nicht flutschen. Ich darf mich nicht anstrengen *lach* und auch tippen ist anstrengend. Außerdem passiert auch gerade nicht viel…

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