Ups… wie kommen wir denn hier hin?

Marie Galante war unser eigentliches Ziel. Marie Galante ist eine im Osten von Guadeloupe vorgelagerte Insel, die laut Beschreibung und div. Bilder sehenswert ist. Und da wir endlich mal was Neues sehen wollten….

Blöd ist nur, dass Marie G. im Osten liegt, denn aus Osten kommt auch der Wind. Mal direkt, mal von Süd-Ost, mal von Nord-Ost. Und nun sagen die Segelgurus, dass man, um dort hin zu kommen, erst mal von West-Guadeloupe (wo wir sind) zu den „Les Saintes“ im Süden segeln muss. Von dort dann wieder  18 Seemeilen rauf nach Norden die Ostküste lang quasi an der „Marie“ vorbei, um anschließend mit Süd-Ost-Kurs nach 16 Seemeilen das Endziel zu erreichen. Ist das irgendwie verständlich? Wahrschenlich nicht. Aber vielleicht hilft das Bild dabei, falls es jemanden interessiert:

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Die gestrichelten Linien sind die segelbaren Strecken laut Segelgurus 😉 Und wie man erkennen kann, eine direkte Linie nach Marie Galante gibt es nicht .

Nun, 16-18 Seemeilen bedeutet eine Mindestsegelzeit von 3-4 Stunden, wenn der Wind gut und aus der richtigen Richtung weht. Gegenan können auch 6-8 Stunden daraus werden.

Und so kämpfen wir uns am Ostermontag auf erst mal zu der Inselgruppe „Les Saintes“. Mal Wind, mal kein Wind. Heißt: Vorsegel hoch, Motor aus, 5 Minuten segeln, Wind weg, Vorsegel wieder einrollen, Motor wieder an. Das Spiel wiederholt sich mehrmals und steigert die Laune nicht gerade 😉  . Auch das Wetter verschlechtert sich, es regnet, es stürmt und so kommen wir gegen 15.00 Uhr genervt an.  Die Inselgruppe ist vollgepackt mit Mooringbojen, ankern ist nur außerhalb der Mooringfelder in tiefem Wasser möglich. Da das Meer aufgewühlt und unruhig ist, wollen wir das mit dem Ankern gar nicht erst versuchen (zumal die Strecke, die mit dem Dinghi anschließend bei unruhigem Wasser zurück gelegt werden müßte, viel zu weit wäre) und begeben uns direkt ins  1. Mooringfeld. Die letzte freie Mooring schnappt uns ein Kat weg, doch im 2. Feld können wir noch freie weiße Bälle (so sind Moorings gekennzeichnet hier) entdecken. Wir geben Gas und um 15.15 liegen wir fest vertäut an einer der letzten 4 freien Moorings. Um 15.30 Uhr sind übrigens diese auch vergeben. Haben wir GLÜCK gehabt, dass wir nicht später angekommen sind!   🙂

Weniger Glück haben wir mit den Wetterbedingungen. Es bleibt regnerisch und stürmisch. Die Bucht ist schwelliger und unruhiger als Pigeon Island. So geschaukelt hat es zuletzt auf dem Atlantik. Da fällt selbst mir das Schlafen schwer. Les Saintes hat sich nicht groß verändert. Genau wie im letzten Jahr werden täglich hunderte Touris mittels Fähre morgens ausgeladen und nachmittags wieder eingesammelt. Um denen auszuweichen machen wir am nächsten Tag einen Spaziergang zur Nachbarbucht. Unterwegs öffnen sich die Schleusen, Unterstellmöglichkeiten gibt es keine und so werden wir auf dem Rückweg nass bis auf die Haut. Man trocknet aber relativ schnell wieder 😉 und da mir nicht nach Kochen war, entschieden wir uns für eine recht preiswerte Pizzeria. Kein Wunder, dass diese beim Vorbeigehen immer leer war, denn auch wenn man dort wohl Getränke kaufen kann, Pizza gibt es erst ab 19.00 Uhr Abends. Ziemlich spät für Leute, die Hunger haben! Es ist 17.30 Uhr und wir begeben uns erst mal zurück aufs Schiff und legen uns dort trocken. Punkt 18.55 Uhr stehen wir wieder vor der Pizzeria und staunen bzw. ärgern uns schwarz. Bis auf einen Tisch sind alle Tische besetzt und somit warten rund 25-30 Leute auf eine Pizza. Nein, nein, nein – so lange können wir unsere knurrenden Mägen nicht warten lassen und füllen diese gezwungener Maßen mit einem Hamburger vom Straßenrand (der übrigens letztes Jahr besser war).

Tagsüber hatten wir die neusten Wetterdaten abgerufen und siehe da… wir haben eben keinen guten Lauf. Der Wind dreht sich just zu der Zeit auf Nord-Ost, wenn wir am nächsten Morgen nach Nord-Ost müssen, um Marie Galante irgendwie am übernächsten Tag zu erreichen. Hieße also, gegenan stochern unter Motor. Eventuell mit nur 2-3 Knoten, da auch Gegenströmung. Ob Marie Galante wirklich so schön ist, dass wir uns das an tun müssen? Nein, entscheiden wir beide und klarieren aus.

Am nächsten Tag (nach einer weiteren unruhigen Nacht) segeln wir dort hin, wo der Wind uns mit über 5 Knoten hin treibt Richtung Süden und so fällt unser Anker gegen 12.00 Uhr vor meiner persönlich schönsten karibischen InselDSC01103

D O M I N I C A  🙂  🙂 🙂

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