Regen, Regen, Regen u n d

Unglaublich, was da seit Wochen vom Himmel kommt! Wenn wir nicht schon die letzte Saison hier in der Karibik verbracht hätten, dann würden wir das alles für normal halten. So aber…. Nein, letztes Jahr hat es 1 oder 2 x im Monat geregnet, zur Zeit ist es so, dass es 1 oder 2 x im Monat n i c h t regnet. Bestätigt wurde mir das gerade auch noch von einer einheimischen Krankenschwester, mit der ich ein nettes ausführliches Gespräch führte. Aber ups… was ist mir denn da raus gerutscht?

Nun, ihr habt ja lange keinen neuen Blogeintrag mehr vorgefunden. Was soll ich auch immer schreiben über traumhafte Buchten und Sonnenuntergänge, interessante Regenwaldspaziergänge, glasklares Wasser und die ev. ein oder andere Reparatur am Schiff? Da musste also mal was Neues her und so habe ich dann letzte Woche einen Selbstversuch gestartet. (ALLES FÜR DEN BLOG 🙂 )

Das hiesige Krankenhaus liegt traumhaft am Hang auf einem Berg mit Blick über die Ankerbucht, die Marina sowie dem Jachthafen. Beim Näherkommen sieht man aber dann doch, dass am Haus der Zahn der Zeit genagt hat. Und so griffen wir auch freudig zu, als man mir ein bezahlbares Privatzimmer anbot. Ganz so mutig war ich dann doch nicht bei der Vorstellung, einige Tage in einem Mehrbettzimmer (ev. mit 4-8 weiteren Patienten) verbringen zu müssen. Eine Entscheidung, die ich nicht bereute, nachdem ich mein Einzelzimmer in Augenschein genommen hatte. Kaputte Fliesen, defekte Deckenplatten und ein verrostetes Eisenbett, das aus dem 1. Weltkrieg hätte stammen können *lach* Nun, Salzwasser lässt nun mal alles rosten und ich hoffte, dass zumindest die Handkurbel zum Verstellen des Kopfteils noch ein paar Tage durch hielt. Die Armlehne vom Besucherstuhl war übrigens mit Verbandsmaterial befestigt worden 😉 . Dafür bekam ich aber einen neuen Duschvorhang und Badematten. Und Meerblick hatte ich auch 🙂 .

Das alles waren aber nebensächliche Äußerlichkeiten. Jede einzelne der vielen Schwestern, die ich in den folgenden 5 Tagen kennenlernte, war unglaublich freundlich und lieb. Die Privatstation ist immer mit 3 Schwestern besetzt, bei Schichtwechsel kommen alle 6 ins Zimmer, die einen sagen „Hallo“, die anderen verabschieden sich. Anfangs habe ich versucht, mir die einzelnen Namen einzuprägen, konnte mir aber nur die Namen der ersten Schichten merken. Einige der Schwestern konnte ich auch gut verstehe, bei einigen ahnte ich nur, was sie sagten und bei manchen war jedweder Versuch der Verständigung hoffnungslos op des merkwürdigen Dialektes. Aber alle gaben sich viel Mühe, damit ich mich wohl und sicher fühlte.

So hatte ich dann auch reichlich Gelegenheit, mal die echte heimische Küche zu kosten. Gut, das Frühstück war gewohnheitsbedürftig. Unsere Frühstückskultur ist denen hier ja völlig fremd. So gab es außer nach Knoblauch schmeckenden Rühreiern dann auch mal Chicken Wings oder Tunfischsalat zu früher Stunde. Vor den Mahlzeiten kam immer eine nette junge Dame (Mrs. Felix – hab ich mir auch noch merken können 😉 ) , die verkündete, was es gleich zum Essen gab und Spaß daran hatte, mir die einzelnen Zutaten bzw. auch die Zubereitung zu erklären. Z.B. Calaloo, ein einheimisches Gemüse, ähnlich wie Spinat, vielleicht ein bisschen bitterer, aber lecker. Werde ich die Tage mal selber zubereiten. Und so kam ich daher nun auch mal in den Genuss, Saltfish zu testen. Wenn man Saltfish (der getrocknet und vor der Zubereitung wieder gewässert wird) im Supermarkt liegen sieht bzw. auch riecht, da vergeht einem doch die Lust, den mal zu probieren. Mrs. Felix strahlte daher übers ganze Gesicht, als die feststellte, dass ich meinen Saltfischsalat trotz vorher gekräuselter Nase ganz aufgegessen hatte. Sooo schlecht hat er auch wirklich nicht geschmeckt, aber nachkochen werde ich das nicht!!

Seit Samstag bin ich wieder zu Hause, heißt zurück auf dem Schiff. Wir haben hier im Yachtclub einen günstigen Monatsliegepreis bekommen, so dass wir bis zu unserer Abfahrt nach Trinidad weiter am Steg und nicht vor Anker liegen werden. Macht manches einfacher im Moment, aber dieses Reihenhausfeeling und das der Nachbar einem auf den Teller schauen kann…. Frank ist glücklich, dass er mit einem Schritt auf Land ist und ich freu mich eben auf spätere Ankerliegerzeiten. Da ich die nächsten Wochen noch im Schongang leben muss, wird es auch in nächster Zukunft keine spannenden interessanten Blogeinträge geben. Sorry dafür! Außer vielleicht, es kommt mal wieder so ein Tropical Storm um die Ecke,oder es geht mal wieder was kaputt *grummel*

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Ein Kommentar zu Regen, Regen, Regen u n d

  1. Sandra sagt:

    Es ist schön von Dir zu hören.
    LG
    Sandra

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