Hitze, schweißnaße Körper und andere Widrigkeiten

Donnerstag

32 Grad im Schiff, 75 % Luftfeuchtigkeit, draußen blauer Himmel, nicht eine schattenspendende Wolke in Sicht und wir arbeiten unsere To-do-Liste ab! Korrektur: Frank arbeitet diese Liste ab, ich sitze oder liege daneben. Die Hitze und der Jetlag haben mich ausgeknockt. Zwischendurch schaffe ich es gerade mal, die Kochtöpfe vom Staub zu befreien. Währenddessen krümmt sich Frank in unserem Minibad vor dem Waschtisch zusammen, um das neue 2-Wege-Ventil einzubauen (welches ja nach meiner dämlichen Zewa-Wisch-Aktion seinen Deckel verloren hatte, ihr erinnert euch schwach?). Er schwitzt und flucht und flucht. Die hintere  Schraube will sich einfach nicht festziehen lassen. Aus einer 1-Stunden-Reparatur wird eine Tagesaktion, immer wieder unterbrochen von Schwächepausen. Mehrmals gebe ich den Rat, doch morgen ganz früh, wenn es noch nicht so heiß ist, einen neuen Versuch zu starten, aber der Mann bleibt stur. Die Schraube indes sitzt zum Sundowner noch immer nicht.

Freitag

Am nächsten (f r ü h e n) Morgen sagt er nach der Tasse Tee der Schraube erneut den Kampf an. Ich mache mich auf zum Sanitärgebäude und meine scherzhaft: Und wenn ich gleich wieder da bin, dann ist die Schraube fest, ja! Das Theater mach ich nicht noch einen Tag mit!  😉  10 Minuten später bin ich zurück und ???? Die Schraube sitzt tatsächlich fest. Einfach so! Man sollte vielleicht einfach öfter mal dumme Sprüche machen 🙂

Mir geht es besser und so plane ich einen Waschtag, schließlich ist auch unsere Bettwäsche von einer Staubschicht überzogen. Waschmarken gibt es im Marinabüro, das Büro ist jedoch zu. Merkwürdig! Na gut, vielleicht ist man gerade mal… 1 Stunde später ist das Büro immer noch zu und mir fällt auf, dass es auf dem sonst so betriebssamen Werftgelände merkwürdig ruhig ist. Ein Blick ins Netz bestätigt meine Befürchtung: Es ist mal wieder Feiertag! Nicht weiter schlimm, aber der Kühlschrank ist leer. Ohne Fleisch kann ich leben, aber ohne Tomaten, Gurken und was man sonst so an Frischem hier ergattern kann, echt blöd. Frank verbringt indes einen weiteren Tag vor und unter dem Waschtisch, um ein paar Schläuche auszutauschen.

Samstag

Nachmittags soll es endlich zum Einkaufen gehen, vorher jedoch müssen wir Nachschub von Trinidad-Dollars haben. Die gibt es, wenn man Glück hat, aus dem Geldautomaten. Wir haben kein Glück! Es gibt nur einen einzigen Automaten hier und der ist heute hinter verschlossenener Tür? Vielleicht kaputt, vielleicht leer – man weiß es nicht! Wir haben noch genau 140 Kracher in der Börse, also ca. 18 Euro. Nicht viel, wenn einem selbst Grundnahrungsmittel fehlen. Wir gehen erstmal nur mit dem Wichtigsten wie Tomaten, Gurken, Brot, Margarine statt Butter (spart 10 Kracher) etc. zur Kasse und uns bleiben nach dem Bezahlen noch ganze 45 TT-Dollar. Von denen investieren wir schnell noch 42 Kracher für einen Käse und eine Packung Saft. Es bleiben 3 winzige Kracher über und ich kann mich nicht erinnern, wann ich jemals nur 50 Cent im Portemonnaie hatte 😉 . Aus einem kühlen Bierchen in klimatierten Räumen wird das jedenfalls dieses Wochenende nix. Aber dafür fängt es an zu regnen, eine Wohltat! Ein Temperatursturz auf 28 Grad und die Sonne versteckt sich hinter einer dicken Wolkendecke. Von mir aus darf es die nächsten 10 Tage so bleiben 🙂

 

 

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