Ohne Moos nix los und ein supernetter Retter

Die Packung Saft ist natürlich alle, aber immer nur Wasser löscht einfach nicht den Durst. Inzwischen vergreifen wir uns schon an den übrig gebliebenen Apfelsaft-Trinkpäckchen meiner Enkelin. So geht das nicht. Wir müssen unbedingt einkaufen und so machen wir uns hoffnungsvoll auf zum besagten einzigen Geldautomaten. Extra erst Mittags, um irgendjemanden die Gelegenheit zu geben, den Automaten aufzufüllen oder zu reparieren oder….

Tja, schweißgebadet stehen wir wieder vor der verschlossenen Tür und sind ratlos. Ein Maxitaxi in die nächste Stadt kostet 5 Kracher pro Person, wir haben nur 3 in der Börse. Aber wir haben noch 3 Bustickets für den großen Public Bus, blöd nur, dass genau der vor 5 Minuten an uns vorbei gefahren ist und der nächste erst in 55 Minuten kommt. Fast eine Stunde in der Hitze rum stehen? Oder im Supermarkt auf der anderen Seite mit Visacard einkaufen? Während wir noch überlegen, kommt ein Einheimischer mit EC-Karte in der Hand, den wir gespannt beobachten. Vielleicht gibt es ja einen Trick, um die Tür zu öffnen. Aber nein, leider wohl nicht. Auch er steht leicht verärgert vor verschlossener Tür. Ich verwickle ihn in ein Gespräch, ob er einen weiteren Automaten in der Nähe kennt, da dieser schon seit Samstag verschlossen ist. No, nicht in der Nähe, erst in der nächsten Stadt. Da kämen wir mit den Maxitaxis hin. Die Idee hätten wir auch schon gehabt, nur hätten wir leider nicht mal mehr Geld für diese kleinen Busse. Wir hätten jetzt seit Samstag kein Geld mehr und hätten das ganze Wochenende nirgends wo hin gekonnt, fragt er mitleidig? Er gibt furchtbar bedauernde Worte von sich und läd uns ein, mit ihm zur nächsten Stadt zu fahren. Er würde uns auch wieder zurück bringen. Wir sind immer wieder verwundert und begeistert, wie freundlich die Menschen hier in der Karibik sind. Ohne genant zu sein, nehmen wir sein Angebot natürlich freudig an und obwohl wir nur 30 % von dem verstehen, was er auf der Fahrt so erzählt, wissen wir ein paar Minuten später, dass er seit 1 Jahr Rentner ist und vorher 31 Jahre bei der Coastgard als Hubschrauberpilot gearbeitet hat. Als er merkt, dass wir aus Germany sind, lacht er laut auf und zeigt uns auf seinem Handy das Bild seiner 3-jährigen Enkelin. Die nämlich sei in Germany geboren, weil sein Sohn bei der AirForce in Europa stationiert war. So verbringen wir wunderbar plaudernd und lachend die 10 Minuten Autofahrt bis zum nächsten Geldautomat, der auch gleich in der Nähe von einem großen Supermarkt ist. Eine Rückfahrt lehnen wir dankend ab, wir haben ja jetzt genügend Kracher, um eines der vielen kleinen Maxitaxis zu bezahlen. Trotzdem schreibt er uns seinen Namen und seine Handynummer auf ein Stück Papier, falls wir notfallmäßig oder einfach nur so irgendwo hin wollen, schließlich wäre er ja jetzt Rentner und hätte eh viel zu viel Zeit 🙂 . Unglaublich, oder?

Mit einer dicken Börse und vollgepackten Rucksäcken sind wir kurze Zeit später zurück am Schiff und freuen uns über dieses wunderbare lang in Erinnerung bleibende Erlebnis.

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Eine Antwort auf Ohne Moos nix los und ein supernetter Retter

  1. Hasentochter sagt:

    Ach ja, solche Berichte, die einen für ein paar Minuten aus dem grauen Alltag in die hitzige Karibik bringen, habe ich sehr vermisst!!!

    Freue mich für euch, dass ihr mal wieder die Gastfreundschaft der Einheimischen erleben durftet und dann auch noch eine mit so spannendem Lebenslauf!

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