Zuhause

Jetzt sind wir schon 14 Tage wieder „Zuhause“ und ich habe eigentlich immer noch keine Lust, diesen Blog zu füllen. Das mag daran liegen, dass zwar was passiert, jedoch eben nix Positives.

grün gesprenkelte Sprayhood

Madam „2wishes“ ist total verdreckt von innen und von außen. Das Deck ist nicht mehr eierschalfarbend sondern moccabraun.  Die Sprayhood ist voller Grünspan und die Leinen sind schwarz und speckig. Letztere hätten wir besser reinnehmen müssen… beim nächsten Mal sind wir schlauer, aber ein nächstes Mal über diesen langen Zeitraum möchten wir gar nicht erleben.

Frank stürzt sich gleich auf seine To-Do-Liste und erneuert die nächsten 4 Tage einige Teakfugen des Cockpits. Ich dagegen lege mich mit einer heftigen Infektion für ein paar Tage nieder und stelle nicht nur das Putzen sondern auch das „Essen“ ein. Auch wenn ich diesbezüglich von Freunden und Familie viel Schimpfe bekommen habe von wegen Putz-Übertreibungen, ich glaube eher, diese Klimaanlage in dem Zimmer auf Tobago war der Übertäter.

Letzten Donnerstag dann haben wir uns (ich noch auf wackeligen Füßen 🙂 ) aufgemacht zur Tardieu-Marine. Dort soll der uns als Schweißer empfohlene Mitchell zu finden sind, der hoffentlich unser Hauptproblem der gebrochenen Schweißnaht an unserem Geräteträger beheben kann.  Mitchell ist groß, stämmig, hat Dreadlocks und ist quasi ein Kerl von einem Mann 😉 *schnurrr* und sympathisch ist er auch noch. Die Woche hat er keine Zeit mehr, aber nächste Woche sei kein Problem. Kommt am Montag um 9.00 zum Schauen und Preisnennung und könnte dann gleich Dienstag loslegen. So mögen wir das!!! Und uns gibt das 5 Tage Zeit, die ganzen Kabel für Solar, Antennen und Windgenerator aus eben diesem Rohr des Geräteträgers raus zu holen. Frank meinte zwar, er würde damit am Sonntagabend beginnen, hielt das aber für einen Scherz *grummel*

Wir starten die Aktion am nächsten Morgen….

und

beenden diese nach 2 1/2 Tagen am Samstag Mittag !!!!!!!!!!!

Donnerstag: Die ersten Kabel werden von den Solarplatten gelöst. Ich sitze in Schonhaltung geistesabwesend im Cockpit und bekomme somit erst mal gar nicht mit, dass die ersten 3 Kabel mit offenem Ende im Geräteträgerrohr verschwinden, aber am anderen Ende nicht rauskommen. Frank zieht derweil am 4. Kabel und ich eile zu Hilfe. Zugleich werde ich angebrüllt, ich weiß bis heute nicht wieso. Jedenfalls verschwindet auch dieses Kabel im Nirwana des Rohrs auf Nimmerwiedersehen und der Chef verwandelt sich in ein HB-Männchen. Und zwar in ein Lautstarkes! Ich höre tobende Wörter wie „Aufgeben, verkaufen, kein Bock mehr, nicht nötig haben, das sei kein Ruhestand“ usw. usw. Die armen Schleiferjungs vom gegenüberliegenden Schiff stellen das Schleifen ein und starren offenen Mundes zu uns herüber. Naja, da sie einen Mundschutz tragen, kann ich die offenen Münder nicht so richtig sehen, aber aussehen tun sie so 😉 .  Der Chef läuft hin und her, rauf und runter, zieht, wackelt, drückt, flucht – nichts bewegt sich. Die Kabel haben auf stur geschaltet und wollen nicht raus. Irgendwie haben die sich da drinnen total verhaddert und dabei warten noch 6 weitere Kabel darauf, sich durch dieses beengte Rohr ziehen zu lassen.  Wir vertagen auf den nächsten Tag.

Freitag: Der Chef hat sich beruhigt und probiert die über Nacht entstandenen Ideen aus. Wir sprühen Kriechöl in die winzige Öffnung, kaufen flexible dünne Rohre und stochern von oben und unten in dem Rohr rum. Wir ziehen mit Gewalt, aber nix rührt sich. Ich hab inzwischen vergessen, was wir alles probiert haben, aber der Tag endet ergebnislos.

Samstag: 10 Kabel laufen durch dieses Rohr und die müssen sich ineinander verwuselt haben. Frank wird zwangsweise mutig. Wir bauen den Windgenerator ab und kappen die schönen praktischen Stecker. Ganz vorsichtig ziehen wir an dem ersten dieser 3 Kabel und wauh… es flutscht durchs Rohr und kommt tatsächlich am anderen Ende raus. Wenn das jetzt noch 2 mal klappt, dann haben die steckengebliebenden Kabel vielleicht mehr Platz, um sich selber zu entwirren. Und tatsächlich, mit dem 3. Kabel  rutscht das Kabelgewirr förmlich aus dem Rohr. Verklebtes und verrutschtes Isolierband sowie festgepappte Klebemasse waren die Übeltäter. Samstag Mittag nach 2 1/2 Tagen ziehen wir die letzten 3 Antennenkabel durchs Rohr – einfach so. Die Anspannung fällt von uns am und wir sitzen einfach nur so da. Morgen ist Sonntag – Ruhetag! Und das nehmen wir diesmal ernst!

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