Mein/Unser allergrößter Albtraum

Die Pleiten-, Pech- und Pannenserie ist immer noch nicht vorbei !

Das, von dem wir immer gehofft hatten, dass es n i e m a l s passiert, ist eingetroffen.

Und dann passiert es ausgerechnet, während meine Tochter mit meiner kleinen Enkelin an Bord ist. Vielleicht hat aber gerade das mich zur „Ruhe“ gezwungen!

Der Jet-Leg ist überwunden, wir wollen für unsere Gästen ein bißchen Abwechslung ins Ankerleben bringen und gehen Nachmittags Anker auf, um in die in der Nähe liegenden Dragon Bay zu wechseln. Von dort aus kann man mittels Dinghi in die Nachbarbucht und dort den Underwater Skupture Park beschnorcheln. Für die Strecke braucht man eigentlich nur ca. 40-60 Minuten, also eine Zeitspanne, für die wir eigentlich faulen Segler nicht extra die Segel rausholen würden. Aber der Wind kommt so günstig von schräg hinten, dass i c h die Idee habe, meiner Tochter eine nette ruhige Segelstunde zu gönnen. Eine ganz blöde saudumme IDEE!!!

30 Minuten später laufen wir auf die Dragon Bay zu und wollen die Segeln reinholen.     Wir starten den Motor und

N I C H T S  P A S S I E R T

Ein zweiter und dritter Versuch – mein Alptraum beginnt –  der Motor rührt sich nicht !

Jetzt ganz ruhig bleiben….  was ist zu tun? Hilfe rufen und sich abschleppen lassen? Aber noch sind wir nicht manovierunfähig, schließlich haben wir Segel und noch wichtiger: Wind! Wir beratschlagen kurz, denn ein bißchen haben wir Glück im Unglück. Auch die Strecke zurück können wir segeln und die Bucht vor St. George ist 1. riesengroß,  2. ziemlich leer und 3. kennen wir uns dort gut aus. Und selbst wenn wir vor dem Grand Anse Strand ankern, was nicht erlaubt ist, völlig egal in dem Moment. Wir wenden also und zurück geht es gegen die Strömung mit nur 2 Knoten. Nicht schlimm, verlängert jedoch die Rückkehr und ziemlich schnell ist klar, wir werden es nicht mehr im Hellen zurück schaffen. Unseren 3-jährigen Gast setzten wir vors Tablet, wo es die nächsten Stunden mittels Kinderserien ruhig gestellt wird und rechteckige Augen bekommt 😉

Ankern unter Segeln, auch etwas, was wir noch nie gemacht haben und wir auch eigentlich nie machen wollten *knatsch*. Dazu brauchen wir Platz, denn schließlich müssen wir eventuell mittels Wenden anderen vor Anker liegenden Schiffen ausweichen können. Die Dämmerung setzt ein, der Wind wird schwächer und wir müssen uns mit mehreren Wenden dem Ankerplatz nähern. Das Problem dabei ist, dass man durch manche Wenden quasi fast wieder rückwärts fährt und so zieht sich die Strecke ins Unendliche. Ein weiteres Problem ist die weiße Fläche unter uns, die wir scheinbar nicht überwinden können. Nun ja, weiß ist die Fläche nur auf unserem Plotter und weiße Flächen  bedeuten „tiefes Wasser“ – hier zwischen 16 und 30 Meter, zum Ankern für uns viel viel zu tief. Wir müssen näher ans Land. Linda und ich stehen vorne am Bug und versuchen mittels Taschenlampen (und stärkeren Lampen) die genauen Position der vor Anker liegenden Schiffe auszumachen, denn nicht alle haben Ankerlicht gesetzt. Hinten am Ruder stöhnt der Skipper, der Wind ist inzwischen zu schwach und bringt uns nicht näher an Land. Da habe ich die glorreiche Idee (Schulter klopf selber – andere tun es ja nicht 😉  ), die 2wishes mittels unseres Dinghis näher an Land zu ziehen. Gesagt, getan! Frank steigt ins Dinghi, ich steh vorne am Bug, leuchte und habe die Ankerwinschbedienung in der Hand, um eventuell sofort loslegen zu können. Linda steht derweil am Ruder, Miri sitzt immer noch friedlich vor dem Tablet.

Und dann passieren 2 Sachen gleichzeitig. Der Wind frischt auf, bläst in unser bis dahin schlabberiges Vorsegel und nun zieht nicht Frank mittels Dinghi unser Schiff, sondern eher andersrum. Und im Cockpit ruft unserer 3-jährige „ich muss Pippi“ !!!! ÄH!!! Und wenn eine 3-jährige Pippi anmeldet, dann ist sofortige Alarmstufe angesagt. Nur blöd, das keiner gerade springen kann. Ich versuche, Frank samt Dinghi zu retten und Linda versucht, das Boot so zu steuern, dass wir nicht wieder zurück getrieben werden oder ev. andere Boote rammen. Die Böe läßt nach, wir sortieren uns neu. Frank kommt zurück an Bord, Miri geht aufs Klo 😉 und wird anschließend weiter mit Popkorn, Chips und Tablet ruhig gestellt . Wir atmen noch mal durch!  Inzwischen ist es übrigens schon sehr lange stockdunkel, aber immer noch sind wir laut Plotter über diesem blöden weißen Fleck mit einer Tiefe von 18 m.

Der Wind schläft wieder ein, neuer Versuch! Frank steigt ins Dinghi, es fehlt nicht viel, vielleicht 100-200 m. Und diesmal klappt es, das Segel haben wir nämlich vorher eingeholt, damit uns keine weitere Böe behindert. Nach ein paar Minuten sind wir auf 5 m und der Anker geht runter. Der Abstand zu den anderen Booten ist ausreichend, schließlich sind wir am Ende des Ankerfeldes. Den Anker einfahren geht natürlich nicht ohne Motor, Frank zieht die 2wishes mittels Dinghi ein bißchen zurück und ich habe auch das Gefühl, der Anker hält. Aber mit 30 m Kette auf 5 m ohne Wind hält allein die auf dem Boden liegende Kette unser Schiff.

Es ist 20.30 Uhr inzwischen, wir können es kaum glauben, wir haben es geschafft. Das Kind wird vom Tablet getrennt und zur Ruhe gebettet. Das Abendessen fällt aus, aber völlig fertig und gleichzeitig wahnsinnig erleichter wird dieses durch div. Ankerbierchen und Ähnlichem ersetzt.

Übrigens, wir haben unterwegs noch mindestens 20 x versucht, den Motor zu starten….

Am nächsten Morgen ein neuer Versuch: Und als wenn nie was gewesen wäre, der Motor springt an. Unglaublich! Frank schnorchelt nach dem Anker und stellt fest, der ist nicht eingegraben, er hält nur an 2 Steinen. Aber wir haben ja wieder „M o t o r “ !!!! 🙂 :- ) 🙂 Wir verlegen uns an eine andere Stelle und der Motor wird erst wieder aus gemacht, nachdem wir sicher durch schnorcheln etc. sind, dass der Anker halten wird. Vorläufig gehen wir hier nicht mehr mehr…..  die Suche nach einer Servicewerkstatt beginnt (es ist übrigens 1 Tag vor Ostern)

Auch wenn ich jetzt, nach über 1 Woche über dieses Erlebnis ein wenig „lustig“ schreiben kann, es war alles andere als lustig, wir hatten großes Muffensausen und ganz, ganz viel Glück.

 

 

 

 

 

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