Step by step

Oder doch mehr eine Abschiedstour?

Nach Martinique sind es über 150 Seemeilen, je nachdem wie schnell man unterwegs ist, ist das eine Strecke von 1 ½ bis 2 Tagen und da haben wir eigentlich keinen Bock drauf. Noch haben wir Zeit und so nehmen wir uns vor, diese 150 Seemeilen in kleinen und größeren Etappen hinter uns zu bringen.

So schnappen wir uns nach 35 Seemeilen gegen 15.00 Uhr am Sonntag die letzte Mooring vor Sandy Island, einem Sandstreifen mitten im Wasser mit Palmen und caribischem Gestrüpp drauf.  Wir schnorcheln eine ½ Stunde hin, ½ zurück, nichts hat sich verändert, seit wir letztes Mal hier waren 😉 . Schöne Fotos will ich am nächsten Tag machen, leider ist der Himmel morgens stark bedeckt und so gibt es hier nicht noch mal die gleichen Fotos wie letztes Jahr 😉 .

Am nächsten Morgen lösen wir uns von der Boje und nach 7 Seemeilen und knapp 1 ½ Stunden ankern wir in der Chathmanbay, welche schon zu den Grenadinen gehört. Hier wurde uns die Shark Attack Bar wärmstens ans Herz gelegt, eben weil der Rumpunsch super sein soll.  Wir stellen fest, auch hier haben wir vor genau 2 Jahren bereits mal geankert, damals mit unserem Bremer Besuch. Erinnerungen kommen auf.

Die Shark Attack Bar – Ein Ort nach unserem Geschmack, leider jedoch unbesetzt. Mr. Shark Attack glänzt durch Abwesenheit, so müssen wir den Rumpunsch in der Nachbarbar trinken

Unser Nachbarboot – voll besetzt 😉

Recht witzig – Unsere Rumpunschbar – im Vordergrund in pink der Grill, im Hintergrund das WC in hellbraun 🙂

Schwellig ist die Bucht nicht, aber unser Schiff kreist ständig um den Anker in ganzen Runden und nicht nur hin und her. So etwas hatten wir noch nie. Frank schnorchelt noch mal nach dem Anker und da ihm die Kette in Zusammenhang mit einem Stein nicht gefällt, bittet er mich,  kurz unter Motor zurück zu setzen. Gesagt, getan!!!! NEIN!!! Der Motor startet nämlich mal wieder nicht. Gut, wir liegen sicher vor Anker, es kann soweit nichts passieren, trotzdem ist unsere Laune im Keller und die Unsicherheit auf der weiteren Fahrt nach Martinique wird bleiben.  Definitiv wissen wir jetzt, die Reparatur bzw. Reinigung des Anlassers sowie des Zündschlosses auf Grenada hat nix gebracht.  Beim 5. Versuch sowie am nächsten Morgen springt der Motor auch wieder einwandfrei an.

Nächster Stopp „Canouan“ – 9 Seemeilen und 2 Stunden entfernt.

Ich liebe diesen bunten schönen Ort – die meisten Häuser haben intensive kräftige Farben, blau, rot, gelb, grün – alles leuchtet einem entgegen

Hier waren wir vorher bereits 3 x – ich sach ja, doch mehr eine Abschiedstour 😉  – obwohl wir eventuell segeln könnten, trauen wir uns nicht und bringen die Strecke unter Motor hinter uns. Für 2 Stunden Segeln das Risiko eingehen, dass der Motor nicht anspringt – nein, danke. Wir genießen die Ruhe vor Canouan und hier hat der Skipper endlich die Zeit (schließlich ist er Rentner), sein Geburtstagsgeschenk von März 2017 auszuprobieren.

Es geht ihm saugut – nur die Klingel fehlt noch, die er betätigen kann, wenn das Bier alle ist 😉

Nachmittags dann ein Spaziergang durch den hübschen bunten Ort,  wir kehren in 1-2 wohlbekannten einheimischen Bars ein und wollen eigentlich irgendwo was essen. Aber die Preise sind in den letzten 2 Jahren gestiegen, vielleicht weil  die Buchten hier in den Grenadinen voller (mit Segelschiffen) sind als früher. Mag sein, dass es daran liegt, das Dominica und St. Maarten noch immer schwer beschädigt sind von den letzten beiden Hurrikan und viele Charterer in die Grenadinen ausweichen.  Wir erstehen einen kleinen Weißkohl für 3,50 € und so steh ich kurze Zeit später wieder in der Pantry und koche (da gibt es natürlich kein Bild von).

Am nächsten Morgen springt der Motor beim 3 x an. Schweiß wisch weg! Wir wollen heute 40 Seemeilen weit kommen, nach Chateaubelair , der letzten Ankerbucht von St. Vincent. Hier hat es uns damals so unheimlich gut gefallen und eigentlich wollen wir auch segeln, die Windrichtung stimmt jedenfalls. Aber kaum sind wir aus der Bucht raus, haben wir das Gefühl, im Schleudergang einer Waschmaschine zu sein. Wo zum Kuckuck kommen die Wellenbrecher her? Von vorne, von der Seite – die 2wishes wird furchtbar durchgeschüttelt und wir mit ihr. Bei dem Seegang ein Schiff steuern ohne eventuell auf den Motor zurück greifen zu können – no! Wir sind dafür nicht mutig genug. Zwar beruhigt sich das Meer nach einer Stunde, aber unsere Windmessanlage zeigt über 30 Knoten an. ÄH….. davon war vor 3 Tagen noch nichts zu lesen im Netz und seit dem waren wir nicht mehr im Internet. Fehler, Fehler, Fehler! Wir kürzen unseren Tagestrip ab, laufen nach 20 Seemeilen (gut 3,5 Stunden) Bequia an. Auch hier ist es voller als vor 2 Jahren, aber wir sind früh dran und finden einen guten Ankerplatz. Tief gräbt sich unser Anker in den Sandboden ein,  türkisfarbenes klares Wasser um uns herum, herrlich! So schön hatten wir es gar nicht in Erinnerung. Hinter uns liegt ein kanadisches Schiff mit dem wunderschönen Namen „Endless Summer“ – ein Schiffsname, der uns aus der Seele spricht – genau deshalb sind wir hier auf der Barfussroute. Wir fühlen uns sauwohl 🙂

Der kurz danach runter geladene Wetterbericht verspricht auch für den nächsten Tag Windstärke 6-7 und Wellen über 2,50 m. Und so genießen wir einen weiteren Ruhetag hier in Bequia und frischen Erinnerungen auf.  Eben doch eine Abschiedstour!!! Wir bereuen die 2 Tage hier nicht. Bequia ist bunt und schön und gerne würden wir länger bleiben. Aber eigentlich sind wir illegal hier, haben nicht einklariert und außerdem, wir müssen voran machen…

Morgen geht es dann aber weiter und zwar in einem Rutsch nach Martinique bzw. ev. nur bis St. Lucia in die Rodney Bay – das entscheiden wir unterwegs – aber es wird eine Nachtfahrt werden, nicht  so schön, müssen wir durch – schließlich müssen wir ja auch irgendwann mal ankommen.

 

 

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Ein Kommentar zu Step by step

  1. Hasentochter sagt:

    Ein sehr schöner Bericht und auch, wenn es nach Abschied klingt, ihr wirkt dabei sehr entspannt. Das Bild von Frank auf dem Reifen darf ich Miri gar nicht zeigen, sonst will sie gleich wieder zurück zu euch 😉

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