Stressiges Angekommen in Bonaire

Um 4.00 Uhr nachts ist es vorbei mit dem ruhigen und leisen Segeln. Wir erreichen die Landspitze von Bonaire und müssen den Kurs wechseln. Der Wind weht immer noch in Sturmstärke, dafür aber jetzt mehr seitlich, wir laufen nur noch 2,5 bis 3 Knoten, haben dafür aber den dreifachen Krach an Bord. Man ist das ungemütlich, es ist stockdunkel, die Wellen krachen an die Bordwand, Frank liegt unten im Salon (da ist es leiser) und fällt tatsächlich für 1 ½ Stunden in einen Tiefschlaf, während ich oben nervös zitter. Und die ganze Zeit denke, wie zum Kuckuck soll ich bei Wind in Sturmstärke die Mooring angeln und zwar so schnell, dass das Schiff nicht abtreibt. Das ist eigentlich unmöglich! Seit Wochen fragt mich Frank außerdem, was wir denn machen sollen, wenn keine Mooring frei (ankern ist nicht erlaubt vor Bonaire) ? Und ich sagte bisher immer, quatsch, natürlich sind da nicht alle Moorings besetzt. War ja vor 2 Jahren auch nicht so. Ihr merkt also, Frank ist bei uns an Bord der Pessimist, ich dagegen der Optimist mit leichtem Hang zum Realismus. Ein echter Realist fehlt 😉 .  Nun, um 6.00 Uhr wird es endlich hell, der Wind ist nicht weniger geworden, aber die Welt sieht wieder freundlicher aus. Um 7.00 Uhr erreichen wir das Mooringfeld was eigentlich kein richtiges Feld ist. Über eine Küstenstrecke von ca. 1 Km liegen Moorings aus in 1er bis 3er-Reihen, sollen so 48 Stück sein. UND NICHT EINE DAVON IST FREI!!!!   Ich wage kaum, den Skipper anzuschauen. Was jetzt?  Doch nach Curacao ablaufen? Also weitere 8 Stunden segeln und dann auch dahin, wo wir eigentlich so überhaupt nicht hin wollen? Scheibenkleister ! Wir haben da absolut keinen Bock drauf.  Oder in die teure Marina gehen für ein paar Tage? Aber wir haben erst 7.00 Uhr, da ist noch nicht mal einer!  Wir fahren die Mooringstrecke noch mal auf und ab. Auf manchen Booten ist schon jemand wach und winkt freundlich und mitleidig zu uns rüber.  Letztendlich entscheiden wir uns für die Marina und ich bereite unser Anlegemanöver vor, indem ich schon mal die Festmacherleinen bereit lege und die Fender ausbringe. Als ich damit fertig bin, dreh ich mich um und sehe hinter uns plötzlich einen Katamaran, der dabei ist, Segel zu setzen. WO KOMMT DER DENN HER? Auf jeden Fall muss da irgendwo hinter uns eine Mooring frei geworden sein, der Skipper reißt das Ruder rum, wendet und gucken, gucken, gucken… 200 m weiter sehen wir dann die frei gewordene Mooring, aber da wurschtelt ein Mann mit einem Dinghi dran rum. Was zum Kuckuck treibt der da? Will er das Dinghi daran befestigen um die Mooring zu reservieren für jemanden? Könnte ja sein, dass der Kat zurück kommt. Aber dafür nimmt man eigentlich sein eigenes Dinghi und der Kat hat seines Huckepack hinten dran.  Frank hält trotzdem eiskalt darauf zu, der will einfach nicht in die Marina oder gar nach Curacao 😉 .  Kurz davor fragen wir, ob die Mooring frei ist und verstehen endlich: Der Mann  will uns einfach nur beim Anlegen helfen und hält die Mooringleinen für uns parat. I LOVE HIM! Und so liegen wir ein paar Minuten später sicher und ruhig fest. Und den ganzen restlichen Tag über sagt immer wieder einer von uns: Stell dir mal vor, wir haben tatsächlich eine Mooring erwischt. Hatten wir ein Schwein!!!!

Am Nachmittag und frühen Abend sehen wir weitere Schiffe die Mooringstrecke ablaufen auf der Suche nach einer freien Mooring. Diese armen Tröpfe . Hatten wir ein Schwein 🙂 🙂 🙂

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