Reparaturmodus

Eine Freundin schrieb mir die Tage:

„Gut, dass die Pechsträhne vorbei ist und ihr endlich wieder ein sorgloseres Seglerleben genießen könnt“

HA! Reingelegt! 

Bloß weil ich darüber nix mehr schreibe, denkt ihr alle, es gäbe hier nix mehr zu tun, nicht wahr! Falsch, wir reparieren bzw. versuchen weiterhin brav Ersatzteile aufzutreiben 🙂

Bereits 1 Tag nach Ankunft in Bonaire wunderte sich Frank, dass die Batterien nicht mehr geladen wurde, obwohl der Windgenerator aufgrund der damaligen heftigen Winde hier ganz fleißig arbeitete. Und siehe da, der Solar- und Windregler hatte den Geist aufgegeben. (Für Technikdummies wie ich: Das Teil leitet die Energie, die durch die Solarplatten und den Windgenerator erzeugt werden, in die Batterien weiter) . Vor 2 1/2 Jahren haben wir das gleiche Teil bereits auf den Kapverden ausgetauscht und Gott sei Dank war Frank so schlau, dieses als kostspieliges Ersatzteil mit an Bord zu führen. Sonst hätten wir uns nämlich in die Marina begeben müssen um uns dort dauerhaft an die Steckdose zu hängen.

Ein paar Tage später ist die „Lasange“ fertig! Nun ja, nicht so richtig fertig, mehr so fertig vorbereitet für den Backofen. Alte Camper oder Segler wissen, wie ein Gasbackofen funktioniert. Man drückt den Knopf, entzündet das Gas, Flamme kommt und dann muss man den Knopf eine kurze Zeit festhalten, bis eine gewisse Temperatur erreicht ist. Dann Knopf loslassen und Flamme bleibt an. Nicht so mehr bei uns!!! Man kann den Knopf 1 Minute halten, 2 oder auf 5 – egal, die Flamme geht aus und ich seh schwarz für meine fertig vorbereitete Lasange. Aber der Skipper hat Hunger und Hunger macht erfinderisch 🙂

So wird der Knopf eben dauerhaft gedrückt gehalten 😉 – keine Dauerlösung, aber zumindest gab es an dem Abend dann Lasange

Am nächsten Tag fängt die Suche nach einer Reparaturwerkstatt statt. Leider sind wir aber nicht mehr in Martinique, in Bonaire kann man tauchen, tauchen und tauchen. Aber Reparaturwerkstätten, da ist man hier falsch. Wir begeben uns nach Budget, dem örtlichen Schiffsausstatter und fragen nach. Man ist wirklich sehr bemüht, führt lange Telefonate und sogar ein deutschsprachger Mitarbeiter wird heran gerufen, damit dieser uns den Weg zu Werkstatt erklären kann. Guter Service erstmal! Gleich um die Ecke ist ein großer Baumarkt und hier fragen wir nach Ersatzteilen für Gasherde (schließlich kochen die hier auf den Inseln alle mit Gas), aber nein, Ersatzteile gibt es nicht. Aber die junge Dame gibt uns einen anderen Tipp und schickt uns quer durch die Stadt auf die andere Seite. Die Adresse stellt sich als Möbelgeschäft raus. Hier gibt es Couchen, Babybetten, Kühlschränke und ja, Gasherde auch, aber ganz sicher keine Ersatzteile. Über staubige Bürgersteige schleppen wir uns zurück zum Schiff, wiedermal 8 km geschafft (leider aber ergebnislos 😉 ).

 

Bürgersteige in Bonaire ! Aber die Einzigen, die darauf rum laufen, sind eh nur wir. Hier läuft sonst keiner zu Fuß 😉

Hier wird die Verklinkerung schon mal vorbereitet, wahrscheinlich hat man den Staub im Vorgarten satt 😉 Und wenn ihr genau hinschaut – Fußgänger sieht man keine, nicht wahr 🙂

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Am nächsten Tag laufen wir in die andere Richtung zu der von Budget angegebenen Stelle. Da man die genaue Firmenbezeichnung nicht kannte, sollten wir uns nach dem daneben liegenem Spa richten. Nur war der Spa zu winzig, dass wir ihn auf dem Hinweg erst mal übesehen haben und den Weg dadurch um 1-2 Km verlängert haben. Macht nix, wir haben ja ZEIT! Auf dem Rückweg dann entdecken wir besagten Spa, nur das Geschäft daneben macht Werbung für Klimaanlagen *mmmhhhmm*. Und richtig, auf Nachfrage bekommen wir eine negative Auskunft. Gasherde reparieren die nicht! Und wieder ein Tag vorbei ;-).

Die Crew der SY Serenity geht derweil tauchen, tauchen und tauchen! Wir dagegen pflegen unsere inzwischen unsere wunden Füsse und suchen im Internet nach einer Lösung. Neuen Herd schicken lassen? Wohin? Nach Bonaire? Das hieße, wir müßten noch mindestens 3-6 Wochen hierbleiben. Nach Kolumbien? Auch nicht so optimal, dort fallen 30-40 % Zollgebühren an. Aber vielleicht hat ja IWW (Schiffsausstatter) in Curacao unseren Wunschherd im Laden stehen. Negativ! Auch die bräuchten ein paar Wochen, um ihn zu beschaffen. Und dann ist er auch noch doppelt so teuer wie in DE. Gleichzeitig findet Frank aber scheinbar das richtige Ersatzteil – einen neuen Thermofühler – allerdings auch in DE. Was nun, warten bis zum nächsten Heimaturlaub oder schicken lassen nach Kolumbien? Wieder ist ein Tag rum und die obige Stäbchenlösung wird mir wohl erst mal erhalten bleiben.

Aber morgen…. morgen machen wir mal was anderes 🙂

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