Ankunft in Santa Marta

Gegen 11.00 Uhr erreichen wir die Bucht von Santa Marta. Hier muss man sich über Funk bei „Port Control“ anmelden. Wie schon mal erwähnt, Funk in Englisch und dann noch mit Offiziellen gehört nicht zu meinen favorisierten Aufgaben. Aber mein Gegenüber spricht ein super klares deutliches Englisch. Abgefragt wird unser letzter Hafen, unsere Schiffs-Registriernummer, wie viele Personen an Bord sind und den Nachnamen des Captains muss ich buchstabieren.  Er heißt uns herzlich in Kolumbien willkommen und erleichtert über die erfolgreiche Kommunikation funke die Marina an. Unsere voraussichtliche Ankunft hatte ich denen schon durch vorherigen Mailkontakt mitgeteilt.  Aber der Typ am anderen Ende des Funkkanals wußte scheinbar von nix und so ging die Fragerei von vorne los. Wie lange wir bleiben wollen , wie groß unser Schiff ist, wie viele Personen usw. usw. – bis dahin klappte die Verständigung noch gut, anschließend kam nur noch Geknatter und Geratsche rüber. Wir wurden scheinbar verstanden, aber im Gegenzug wußten wir nicht, was nun Sache ist. Gefrustet bellte ich dann in den Funk, dass wir jetzt in die Marina einlaufen würden und die sollten sich was einfallen lassen (man bedenke mein Schlafdefizit – stimmt mich immer ein wenig grantelich 😉  ). Sie ließen sich was einfallen 🙂  , noch in der Einfahrt gab uns ein Marinero von Kai aus Anweisungen, wohin wir eindrehen sollten und weiter vorne standen dann auch 2 Dockjungs, die uns durch winken einweisten.  Diesmal war das künftige (französische) Nachbarboot auch besetzt und dessen Skipper half dabei, unser Schiff von Seinem wegzuhalten, so dass das rückwärts Anlegen diesmal ohne Schäden klappte (naja, und weil Frank es diesmal wieder souverän meisterte 🙂 ).

Normalerweise hätte ich mich jetzt erst mal für 2-3 Stunden in die Koje gelegt, aber wir wurden erst noch durch diverse Einreise- und Anmeldeformalitäten gefordert. In Kolumbien braucht man für die Einreise einen Agenten, den stellt  hier in Santa Marta jedoch die Marina kostenlos. (Nur eine Crusinggebühr in Höhe von 126 Dollar lässt sich nicht vermeiden).  Die meisten Papiere hatten wir vorab bereits ja per Mail geschickt und so waren viele Unterlagen schon ordentlich ausgefüllt und brauchten nur noch unterzeichnet werden.  Unsere Pässe wurden einbehalten und sobald wir diese gegen Abend zurück bekämen, dürften wir das Marinagelände dann auch verlassen. Der Offizielle vom „Custom“ wurde uns für Montag oder Dienstag angekündigt, er würde an Bord kommen. Zurück an Bord gibt es erst mal ein ordentliches spätes 14-Uhr-Frühstück. Kaum sind die Eier auf dem Tisch, steht dann doch schon plötzlich der Customoffizier und ein weiterer Offizieller (von welcher Behörde ist uns unklar) vor der Tür oder besser gesagt, vor dem Schiff. Gut, Eier wieder vom Tisch und beide Beamte füllen ihrerseits Formulare aus. Die Verständigung ist etwas holprig, die sprechen kaum Englisch und wir so gar kein Spanisch, aber ½ Stunde später können wir dann unsere Eier wieder hochholen und kalt genießen.  Durch die Beamten erfahren wir auch, dass heute „Independence Day“ – also Feiertag ist und deswegen der Strand neben der Marina auch so voll mit Einheimischen ist, deren Kinder lautstark sich im Wasser tummeln.

Kurze Zeit später dürfen wir unsere Pässe auch wieder im Marinabüro abholen und lassen unseren Nachholschlaf ausfallen! SANTA MARTA wartet auf uns 🙂 . Der erste Weg geht zum ATM und wir ziehen Hunderttausende Pesos. Kindheitserinnerungen an die italienischen Lire kommen hoch. Staunend laufen wir anschließend durch die kolumbianischen Massen an der Strandpromenade lang, versuchen die Preise für Bier, Cocktails und Essen mit unserem noch benebelten Hirn einzuordnen. Gar nicht so leicht, wenn man die Tausender in der Börse hat. Ich bin soooo müde, dass ich mich nicht für ein Lokal entscheiden kann und so landen wir entgegen unserer Gewohnheit in der 1. Reihe und da es inzwischen auch 18.30 Uhr ist, wird heut nicht mehr gekocht,. Egal, wir leisten uns „ein Essen“. Diese Speisekarte ist in Spanisch ohne englische Übersetzung (auf den französischen Antillen hat mich das noch furchtbar aufgerecht, hier nehme ich es als normal hin 😉 – noch immer ist Kolumbien kein typisches Touristenland und der Otto-Normal-Touri hier ist Kolumbianer) – nun, die Bedienung ist super freundlich und hilft uns bei der Auswahl mit diversen englischen Brocken. So steht kurze Zeit später vor Frank ein Reisgericht mit Huhn, einem Spiegelei, rundrum Pommes und Salat  und vor mir ein Teller mit einem riesengroßen Fischfilet mit Cocossoße, Reis, Maisfladen (glaube ich) und Salat auf dem Tisch. Dazu haben wir so an die 5 Bier und 1 riesengroßen frischen Mangosaft  (in DE nennt man das zur Zeit wohl „Smootie“) und zahlen umgerechnet, ihr werdet es kaum glauben, 60.000 Pesos – also ganze 18 Euro dafür. Wir rechnen noch ein paar mal nach, nein – es stimmt.

Wir sind im PARADIES gelandet 🙂  und ich glaube, das Kochen wird für die nächsten Tage erst mal eingestellt 😉

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Ein Kommentar zu Ankunft in Santa Marta

  1. Susanne Knopp sagt:

    Hey Ihr, es freut uns das ihr es so gut angetroffen habt. Wir waren gespannt auf Euren ersten Eintrag hier.Lasst es Euch gut gehen, macht nichts kaputt😉 und irgendwann stossen wir dann zu euch.
    Liebe Grüsse von der Serenity, Susi u Jost.

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