Wo sind wir bloß gelandet?

Bevor wir uns allerdings diese Frage stellen ist erst mal ein Reinigungsprogramm vorrangig. Wir haben SÜßWASSER am Steg, einfach Schlauch anschließen, Hahn auf und Wasser kommt. Eine Wohltat! Und so bekommt die 2wishes erst mal ein 2-stündiges Duschbad mit Rückenschruppen 😉 . Der ganze Bonairestaub/sand/dreck ?, der sich in die kleinsten Ritzen gesetzt hat,  muss runter. Durch die Fenster der Sprayhood kann man nicht mehr durchschauen, alle Leinen an Bord sind braun, selbst den Relingdraht kann man nicht anfassen, ohne schmutzige Hände zu bekommen. Pfui Teufel!

Anschließend sind wir zur Dusche fällig und genau wie das Schiff freuen wir uns über fließend Wasser, dass sogar heiß aus dem Krahn kommt, wenn man denn möchte…. Ich möchte nicht, ich möchte meine Körpertemperatur mit schönem kalten Wasser auf 36° runterkühlen 😉  Um die Ecke ist der zur Marina gehörende Minimarkt bzw. die Sandwichbar.  Frisches Brot (oder gar Mohnbrötchen) zum Frühstück gibt es hier nicht, die Regale sind nicht gefüllt mit Konserven oder Spagetti , sondern mit div. Schnapsflaschen, Chips und in der Kühlung Bier, Coke und Consorten. Okay, Großeinkauf wollte ich sowieso nicht starten, schließlich habe ich das „Kochen“ ja eingestellt 😉  und so kühlen wir uns weiter runter bei wunderschöner Aussicht mit dem eiskalten Lokalbier „Club Colombia“ und fangen an, uns zu fragen, wo wir hier gelandet sind. Was läuft hier? Kolumbiens next Topmodel oder eine Bikini-Modenschau? Frank hat große Augen, ich auch 😉 – kann ich bitte noch mal 40 Jahre jünger sein? Nein? Na gut, dann möchte ich aber wenigstens den ein oder anderen Bikini mit den passenden Überwurfoberteilen dazu. Ich glaube, ich muss hier shoppen gehen! Kurze Zeit später stellen wir fest, nix Topmodel, nix Modenschau – es ist Wochenende und die knackigen Mädels verteilen sich auf den hier im Hafen liegenden größeren Motoryachten. Soso! (Wenn das nächstes Wochenende auch so ab geht, nehme ich den Fotoapparat mal mit)

Der Tag ist noch jung, wir laufen nach Santa Marta rein. Die Marina liegt direkt vor der Stadt und bis zum History Center mit all seinen Kneipen läuft man knapp 5 Minuten. Wir aber wollen einen Supermarkt finden und schlagen einen kleinen Bogen um das Touristencenter. Die Straßen sind hier sind leicht zu merken. Die senkrechten heißen „Calle“ , die waagerechten „Carrera“, jeweils immer von 1 bis…  Wir nehmen die Calle 22, queren Carrera 2,3 und 4 – finden dort einen Supermarkt, dessen Preise für Obst und Gemüse mein Herz höher schlagen lassen. Eine Carrera weiter fragen wir uns nun endgültig, wo wir gelandet sind?  Das hier hat verdammt viel Ähnlichkeit mit Asien. Wie wir später aus dem Reiseführer lernen, die Carrera 5 ist die Haupteinkaufsstraße. Kilometerlang reihen sich nicht nur Geschäfte, sondern davor auf den Bürgersteigen Verkaufsstände aneinander. Eine Lesebrille z.B. kauft man scheinbar nicht in einem Laden, die Auswahl am Bürgersteig ist riesig. Dort gibt es alles – Kleidung, Gürtel, CD´s, Speichermedien, Hüte,  Freßstände, Getränkewagen. So ist der Weg zwischen Geschäften und Ständen schmal, schmaler, am schmalsten. Zumal es ist Samstag,es ist brechend voll,  ein durchkommen ist kaum möglich. Auf der Straße selber versuchen Busse, Taxis und Motorräder vorwärts zu kommen.

Nach einer ½ Stunde brechen wir schweißtriefend ab und begeben uns zurück zur beschaulichen touristischen Carrera 1C am Strand. Die Obstsaft- und Freßstände probieren wir nächstes Mal erst durch.

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