Cartagena Tag 2

Nach einem ausgezeichneten Frühstück auf der Dachterrasse unseres Hotels machen wir uns wieder auf in die Altstadt, der Palacio de Inquisicion muss gefunden werden. Gar nicht so einfach hier, denn anders als in all den anderen Städten hier in Kolumbien gibt es hier keine Calles und Carreras 1 bis … , sondern die Straßen haben alle Namen, diese wechseln jedoch an jeder Straßenecke und Ecken gibt es zu Hauf. Wir gehen mal rechts, mal links rum und landen immer irgendwie an den gleichen Stellen und Plätzen. Wahrscheinlich sind wir an dem berüchtigten Palast schon mehrmals vorbei gegangen ohne ihn als Greuelgebäude wahrzunehmen.

Palacio de Inquisicion

Hier wurden zwischen 1610 und 1821 an die 800 Personen der Hexerei, Zauberei und Blasphemie angeklagt, gefoltert und zum Tode verurteilt. Heute ist der Palast ein Museum, das die Folterinstrumente der damaligen Zeit zeigt, von denen einige wirklich furchterregend seien sollen. Der Eintritt ist nicht billig und mir graut eigentlich schon bei den Gedanken an Folter, so entscheiden wir uns gegen einen Besuch. Gleich gegenüber ist das Goldmuseum, eine Miniaturausgabe des berühmten Goldmuseum in Bogota, Eintritt frei – also Back- und Flashpackergeeignet 😉 – ganz nett, aber am Besten ist die Klimaanlage hier, die unsere aufgeheizten Körper runter kühlt 🙂 .

 

 

 

 

Bis Mittag laufen wir weiter durch die Gassen, ja, die meistenHäuser sind wunderhübsch restauriert und die Balkone wunderschön. Wir schauen in Schaufenster mit Andenkenkrimskrams oder teuren Boutiquen, laufen auf der jahrhundertalten Stadtmauer lang und werfen einen Blick auf das echte Cartagena

Verdammt häßlich

Aber der Funke springt nicht so recht über, zu touristisch, zu unecht. Santa Marta mit seinem natürlichen historischen Stadtteil spricht uns mehr an.

Gegen Mittag sind wir zurück in unserem Stadtteil Getsemani, was nun? Wir streifen durch die Gegend und laufen per Zufall durch eine Reparaturstraße. Dort stehen lauter abgewrackte winzig kleine Holzkäfterchen, in denen Männer Handy´s, Tablet´s und sonstige elektronischen Geräte auseinander nehmen und reparieren. Unter anderem auch Uhren und Frank fällt spontan ein, dass der Verschluss an seiner Armbanduhr ja ständig aufspringt. Tatsächlich findet der Mann in dem ganzen Gewirr ein Casioarmband, von dem er den Verschluß abbaut und an Franks Armband einbaut. Verständigung mit Händen und Füßen natürlich nur, Arbeitszeitaufwand 15 Minuten, Kostenpunkt lächerliche 2,20 Euro und vor allen Dingen mal wieder ein nettes Erlebnis

Wir haben noch immer viel Zeit, eine Internetsuche ergibt, dass die Marina nicht allzuweit weg ist und so wollen wir einen Blick darauf werden, ob wir vielleicht was verpaßt haben. In Kolumbien (zumindest an der Karibikseite) gibt es nur 2 Möglichkeiten, eine Marina aufzusuchen. Eben nur in Cartagena und in Santa Marta. Die Marina sowie das Anker- und Mooringfeld liegen ca. 30 Minuten Fußweg von der Altstadt und Getsemani entfernt, häßliches Umfeld vor lauter Hochhäusern in ansonsten toten Straßen ohne Leben und ohne Gastronomie. Und ungeschützt, die Ankerlieger rollen hin und her, und auch in der Marina ist Bewegung in den Schiffen. Selbst bei uns im Hafen ist das Wasser sauberer.

Nichts, aber auch gar nichts hier hat die entspannte nette Urlaubs-Atmosphäre eines Seglerhafens und wir sind nur froh, uns für Santa Marta entschieden zu haben. Ja, auch Santa Marta ist touristisch, aber echter, natürlicher, die Wege sind kurz und das Leben tobt direkt vor der Marina 😉 .  Und im Hintergrund haben wir keine Satellitenstädte, sondern die Berge der Sierra Nevada. Wir sind froh, dass wir morgen dort hin zurück dürfen.

Vorher jedoch lassen wir den Tag ausklingen in Getsemani am Plaza de Trinidad, dem Backpacker-Treffpunkt schlechthin. Rund um dem Platz bieten lange Bänke gute Sitzmöglichkeiten ebenso wie auf den Stufen vor der Kirche. Das Bier holt man sich aus dem Minimarkt,

das Abendbrot gibt es vom Stand und für Cocktails ist auch gesorgt.

Cocktailstand 🙂 – Die Pina Colada wird hier zwar ohne Kokosnussmilch, dafür aber mit frischer Ananas und ordentlich Rum gemischt.

Backpackermenu – undefinierbares Fleisch auf Salat mit Matschepampe drauf – fand reißenden Absatz 😉

Wir als Flashpacker 😉 waren vorher nett beim Italiener und ich habe mir statt wie die beiden Mädels vor mir, die sich einen Cocktail geteilt haben, sogar 2 geleistet. Da diese für 3,30 € neben Milch und Ananas auch jeweils einen sehr ordentlichen Schuß Rum enthielten, klang der Abend für mich recht schicker aus 🙂 und hat mich mit Cartagena versöhnt.

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2 Kommentare zu Cartagena Tag 2

  1. Hallo Ihr Lieben, ihr schreibt soooo schön, man ist fast dabei und kann es sich sehr gut vorstellen! Und es macht Lust Santa Marta und Umgebung selber kennenzulernen – morgen sagen wir Adieu Aruba und hoffen Montag in Santa Marta einzusegeln. Mit uns kommt der bestellte Käse 😉. Liebe Grüsse von der Serenity, Susi u Jost.

  2. Hasentochter sagt:

    Also ich würde mich dann spontan auch mal zu den Flashpackern zählen!!! Kolumbien klingt für mich bisher jedenfalls 100% großartig und ich bin soooo froh, dass ihr nicht in der Karibik aufgegeben habt! Habe ich nächstes Jahr eigentlich noch eine Chance auf Kolumbien oder sollte ich mich auf andere Ziele einstellen???

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