Salento Tag 1

Diesmal haben wir kein Hotel sondern ein Hostel gebucht! Irgendwann muss man mal anfangen zu sparen 😉 . Das Hostel La Floresta hatte super gute Bewertungen und vor allen Dingen versprach es eine super Aussicht von der Frühstücksdachterrasse. Die könnte tatsächlich einmalig sein, wenn es heute Morgen nicht t o t a l  zugezogen  und regnerisch wäre. Anne ist in den Bergen und wie schon früher als Kind, sobald wir uns der österreichischen Grenze näherten, regnete es und hörte erst wieder auf, denn wir das Land auf der anderen Seite verließen 😡 . So organisierten wir erst mal unser Hotel in Medellin und die Rückflüge nach Santa Marta. Zwar reißt der Himmel anschließend nicht auf, aber dafür ist es dann trocken. Ein Rundgang im Ort und zum Lunch gibt es eine Salentoaner Spezialität. Zwei mal in Fett ausgebackene Kochbananen mit Käse bestreut. Witzig und lecker, leider kein Foto, der Apparat streikte wohl.

Wir laufen zu einer Kaffeeplantage, 1 Stunde lang geht es b e r g a b – oje, ihr wißt, was das für mich später bedeutet. Die Führung ist auf englisch und hat kaum begonnen, da fängt es wieder an, aus Eimern zu schütten. Wir retten uns unter einen Unterstand und so erfahren wir in den nächsten 40 Minuten nicht nur was über Kaffee, nein viel interesanter über das Leben in Kolumbien.  Englisch z.B. wird hier an den normalen Schulen gar nicht unterrichtet und kann man nur an Universitäten oder entsprechenden Hochschulen lernen. Unsere Führerin ist nämlich auch kein Familienmitglied dieser Plantage, sondern eine Studentin, die Englisch und Französisch studiert und hier ihrem Nebenjob nachgeht.

Von der Volksabstimmung für eine Gesetzesvorlage g e g e n Korruption hatte ich ja schon berichtet. Unsere Führerin ist sauer, dass keine Mehrheit für die Erlassung dieses Gesetzes zustande gekommen ist und findet es ebenso lächerlich, dass man für ein solche Selbstverständlichkeit erst eine Volksabstimmung durchführen muss.

Auch der neue kürzlich gewählte Präsident wird nicht gerne gesehen von ihr und von ihresgleichen. Dieser will den Friedensvertrag mit der linken Guerillaorganisation Farc ändern. Experten befürchten allerdings, dass selbst kleine Modifikationen an dem über Jahre ausgehandelten Abkommen den noch immer fragilen Friedensprozess in dem südamerikanischen Land gefährden könnten. Das wiederrum hätte verherrende Folgen für den gerade so richtig in Fahrt kommenden Tourismus in Kolumbien.

Irgendwann müssen wir den schönen Unterstand doch verlassen und anschießend ist meine inzwischen schmuddelige rosa Jacke dann auch noch nass. Zurück geht es nicht zu Fuß, wir halten einen Willy (mehr dazu morgen) an, der uns für 80 Cent zurück in den Ort bringt. Selbst wenn es nicht geregnet hätte, dafür wäre ich den Berg nicht wieder rauf gelaufen 😉 . Ich habe jetzt echt keine Lust mehr zu frieren, eine neue (saubere) Jacke muss her. Da da bin ich hier richtig. Die Hauptstraße ist voll mit kleinen netten Läden, die Krimkrams verkaufen, den die Welt nicht braucht, außer vielleicht dicke Jacken und Poncho´s.

Kuschelig warm und vor allen Dingen „sauber“ – aber was ich damit auf der künftigen Barfußroute anfangen soll?

In einem Cafe lockt uns der Kuchen an, Tiramisu oder  Mousse au Chocolat – lecker sieht er aus, das ist er auch, a b e r ….

Fallen euch die Fehler auf ????

Das war ein richtig nettes und gutes Cafe, keine Kaschemme oder dergleichen. Warum also bekommt man den Kaffee aus Pappbechern und den Kuchen auf Styroportellern mit Plastiklöffeln serviert? Völliges Unverständnis von uns auf Umwelt bedachten Europäern, hier in Kolumbien fehlt leider dafür noch sehr sehr oft das Verständnis.

Zum Abendessen gibt es eine weitere Spezialität – Salento lebt nämlich nicht nur von Kaffee und Wachspalmen, nein, auch von der Forellenzucht. Und die gibt es hier nicht a la Forelle „Müllerinnen Art“ oder „blau“ – nein, hier gibt es Forelle mit Käse überbacken z.B. oder auch mit geschmorten Zwiebeln und Tomaten oder auch…. leider konnten wir nicht alle angebotenen Arten durchprobieren 😉 , aber mit Käse überbacken kann ich nur weiterempfehlen – originell und lecker!

 

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