Salento Tag 2 – Wachspalmen und Willy´s

Zum Frühstück gibt es blauen Himmel mit kleinen Wölkchen und somit können wir endlich die schöne Aussicht genießen, weshalb ich gerade dieses Hostel gebucht hatte. Anschließend machen wir uns auf den Weg, einen Willy zu kapern. Hier gibt es keine TukTuk´s oder gelben Taxis, hier in den Bergen gibt es „Willy´s“.

Eine Art sehr robuster Jeep mit 6-8 Sitzplätzen auf der Ladefläche sowie weiteren 4 Stehplätzen. Die ersten Willy´s wurden im 2. Weltkrieg für die Amerikaner konstruiert und gebaut. Laut Wikipedia: Er ist treu wie ein Hund, stark wie ein Maultier und flink wie eine Bergziege“ beschrieben US-Soldaten während des  2. Weltkrieges ihr Allzweckfahrzeug. Später suchte man dann neue Abnehmer für diesen robusten Jeep und wurde hier in der bergische Zone Cafertera fündig. Hiermit wird alles transportiert, angefangen von Schweinen bis Kochbananen, Möbel, Kaffee und natürlich Menschen und Touristen. Es gibt sogar ein anerkanntes Maß für Agrarprodukte in Kolumbien, nämlich „yipao“ , was soviel heißt wie 20-25 Säcke Orangen bzw. eine Jeep-Ladung 😉 .  Kein Wunder also, wenn heute bis zu 16 Personen reingequetscht werden.

Hier mit Stehplätzen im Regen 😉

30 Minuten fährt man mit so einem Jeep ins benachbarte „Cocora-Tal“, wo die riesigen Quindio Wachspalmen stehen. Diese können zwischen 15 und 50 m hoch und mehrere hundert Jahre alt werden, sind aber als „gefährdet“ klassifiziert. Diese Art steht unter einem enormen Druck der sich ausbreitenden Landwirtschaft und Viehzucht in den kolumbianischen Andenregionen. Das Vieh frisst die Keimlinge, so dass kaum noch junge Bäume heranwachsen können. Und wegen der Verwendung des Holzes werden trotz gesetzlichen Schutzes viele Altbäume abgeholzt. Also schnell noch hin und angucken 🙂 . In unserem Fall sieht das dann so aus:

Kaum hatten wir nämlich unseren Willy verlassen, fing es an zu tröpfeln und wir erreichten gerade noch trocken ein nettes Lokal mit „Aussicht“, von wo aus wir bei Kaffee und Kakao eine Stunde lang versuchen, Wachspalmen zu gucken *lach*, während ein heftiger Regenschauer den nächsten ablöst. Ich muss unbedingt daran denken, bei unserer nächsten Tour BERGE zu meiden 😡

Man kann auch zu Pferd die Gegend erkunden, die Erfahrung haben wir aber ja Gott sei Dank schon hinter uns. Die für heute geplante Wanderung fällt auch aus und wir stellen uns in die lange Schlange vor den Willy´s an, die uns zurück nach Salento bringen. Dafür erklimmen wir dann aber den Aussichtspunkt von Salento. Ich hab die Stufen nicht gezählt, dafür fehlte die Puste, aber ich war oben 🙂

Anschließend entdeckt Frank ein Lokal mit einer grandiosen Aussicht auf die Berge, die er 2 Bierchen lang anhimmelt. Wenn das Wetter besser wäre, er würde glatt länger hier bleiben, so nett findet er den Ort und die Gegend. Da kann man also nach 20 Jahren noch Neues am Partner entdecken, das ihm Berge nämlich fremd sind und er nie in Österreich oder Südtirol war, das war mir gar nicht so richtig bewußt. Ich fürchte fast, dass ich später auf meine alten Tage mit ihm noch mal Richtung Österreich etc. muss, vorher jedoch wollen wir wieder ins Warme. Santa Marta lockt mit herrlichen 30-33 Grad, nur Medellin liegt noch im Weg, da muss er erst noch durch 🙂

 

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