Taganga

Taganga ist ein Nachbarort (kein Stadtteil) von Santa Marta., ca. 5 Km entfernt. Ein Auszug aus meinem Lieblingsreiseführer sagt dazu:

„Taganga ist ein abschreckendes Beispiel für die Überentwicklung kleiner Ortschaften. Das einst winzigen Fischerdorf, dass an einer tief eingeschnittenen, hufeisenförmigen Bucht liegt , hat vor 10-15 Jahren den Jackpot geknackt, als es zu einer bedeutenden Backpacker-Destination wurde. Das Geschäft boomte, aber kaum ein Einheimischer bekam etwas ab vom großen Kuchen. Als Folge wurden den Rucksackreisenden Drogen verkauft, was die Bevölkerung weiter spaltete. So hat sich in den letzten Jahren Taganga eher zu einem deprimirienden Ort entwickelt, der teilweise aussieht, als hätte eine Bombe eingeschlagen. Es gibt viele Notleidende, die Straßen sind nach Einbruch der Dunkelheit nicht sicher. Der Strand ist schmutzig und läd nicht gerade zum Baden ein. Denoch kommen nach wie vor ein paar Urlauber, die billig unterkommen, Party machen und Tauchen wollen sowie jene, die das Dorfflair im Gegensatz zum Stadtleben von Santa Marta zu schätzen wissen.“

Das versprach im Vorfeld schon keinen schönen Ausflug, aber ich habe schon lange nicht mehr um die berühmte „Ecke“ geguckt und so mußte Frank auch heute wieder runter vom Schiff 😉 . Wir schnappen uns ein Taxi und zum 1. Mal werden wir über den Tisch gezogen was die Taxikosten betrifft. Aber wehr dich mal über zu hohe Preise ohne Spanischkenntnisse. Und was heißt „hohe Preise“? Wir reden hier über einen Mehrpreis von ca. 2 Euro, absolust lächerlich, aber in der hiesigen Währung sind das 5000 – 7000 Peso`s und sagt mal ehrlich: hört sich fürchterlich mehr an, oder? 😉

Ich schweife mal wieder ab…. die Taxifahrt selber war schon mal diesen Ausflug wert, sind wir mal wieder über einen Berg (ganz Kolumbien besteht aus Bergen) gefahren, an dessen Straße viele kleine einheimische Häuschen im einfachen karibischen Stil standen, vor denen das normale Leben statt findet.

Schon von oben aus hat man einen wirklich schönen Blick auf die malerische Bucht (hier stimmt der Reiseführer) mit seinen vielen kleinen Fischer- und Ausflugsbooten. Die hinteren Straßen und Ecken sind vielleicht wirklich nicht ansehnlich und vertrauenswürdig, die Strandstraße jedoch ist nett, sehr nett. Natürlich touristisch. Die Leute hier leben von uns, aber es ist nicht mit der Betonwüste von Rodadero zu vergleichen. Hochhäuser gibt es nicht, mach Seitenstraße ist nur mit einem Allradauto befahrbar. Auch hier wird man vor den Lokalen angesprochen, aber viel viel dezenter und ein leichtes Kopfschütteln wird sofort wahrgenommen und man zieht sich zurück. In Gegensatz zur Aussage meines Reiseführers ist das Wasser und der Strand sauber, hier kann man bedenkenlos auch baden und den Tag genießen. Selbst die Preise  am Strand sind human, 2 Cocktails für insgesamt 6 Euro – ich glaub, ich komm noch mal wieder 😉 . Die ganze Atmosphäre hier ist „locker“ und „auf Entspannung“ getrimmt.

Fischmarkt direkt fangfrisch am Strand. Hier decken sich die Restaurants ein und die vielen Pelikane im Hintergrund freuen sich über die Abfälle, brauchen sie sich so selber nicht mit dem Fischfang aufhalten 😉

Ich glaube, der Loney Planet sollte seine Eintragungen zu diesem Ort mal überarbeiten. 14 Tage möchte man hier keine Urlaub machen, aber ein Tagesausflug oder ein Backpacker-Aufenthalt von 2-3 Tagen ist auf jeden Fall lohneswert.

 

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1 Antwort zu Taganga

  1. Christian Wiese sagt:

    Ich bewundere deinen Mut, der dann ja auch prompt belohnt wurde. Mich hätte die Beschreibung sicherlich abgeschreckt und ich hätte mich nur sehr schwer überreden lassen 😉 Gleichwohl: passt auf euch auf ihr Verrückten!

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