Dumm gelaufen – Back again

Wir schlafen aus, Frühstücken gemütlich, ich besorge noch 2 fette Becher mit geschnittener Mango zum Nachtisch heute Abend, denn wer weiß, wann wir diese das nächste Mal bekommen. Einen Becher mit rotem Fruchtcocktail esse ich noch auf dem Weg zurück zum Schiff, kann einfach den Hals nicht vollbekommen.

Um 13.00 Uhr legen wir ab, ich bin die ersten Minuten ja immer mit Leinen verstauen und Fender einholen beschäftigt und merke dabei, sie (die 2wishes) bewegt sich doch. Nach 4 Monaten in einer Ententeichmarina muss ich erstmal Gleichgewichtsübungen machen.

Laut Wettervorhersage werden wir nur so um die 18 Knoten haben, in Boen 23 – meine Befürchtung, dass wir 4 Tage nach Jamaika motoren müssen weil zu wenig Wind, bewahrheitet sich nicht. Wir setzen die Segel (vorsorglich gleich gerefft) und 30 Minuten später ist  bereits der Eimer in Gebrauch. Der schöne rote Obstsalat :mrgreen:  Ich werfe schnell eine Tablette ein, die hält es gerade mal 30 Sekunden in mir aus und ist wieder draußen. Auch ein zweiter Versuch landet im Eimer. Soooo schlimm war es noch nie und ich verzieh mich für die nächsten Stunden leidend in die Senkrechte.

17.30 Uhr – es dämmert – der Windmesser zeigt über 30 Knoten. Böse guck, die waren so überhaupt nicht angesagt. Wir rauschen mit 7-8 Knoten daher, nein, so fahren wir nicht des Nachts. Ich verlasse das Krankenlager und wir fangen an zu reffen. Irgendwie schwierig heute, trotzdem wir in den Wind fahren (um Druck aus den Segeln zu nehmen), kann Frank das Groß von Cockpit aus nicht reffen. So muss ich nach vorne zum Mast und selbst da ist es schwer. Irgendwass stimmt nicht, aber was. Die Windrichtung scheint alle 10 Sekunden zu wechseln, das Vorsegel wechselt von alleine die Seiten, gar nicht schön. Wir können gar nicht so schnell reagieren, wie der Wind die Richtung ändert. Dann fällt uns plötzlich auf, selbst der Mond steht mal links, mal rechts von uns. Wir fahren im Kreis, der Autopilot zeigt zwar 357° an, läuft dieses aber nicht. Auch die elektronische Navigation ist ausgefallen. Motor an, Segel einholen, Ruhe ins Schiff bringen und nachdenken. Was tun? Bei dem Wellengang die Verkabelung des Autopiloten zu überprüfen oder gar zu reparieren – unmöglich! 3-4 Tage selber steuern 24 Stunden lang täglich, undenkbar! Sicher, möglich ist es, wenn man nicht umkehren kann. Wir aber entscheiden uns, zurück zu gehen. Im Stundenrythmus steuern und ruhen wir. Große Wellen reißen das Schiff immer wieder aus dem Kurs, am nächsten Tag haben wir beide Muskelkater von der Anstrengung. Lieber Anbieter „Wetterwelt“ : Woher nimmst du eigentlich deine Daten? Siehe oben, 25 Knoten in Boen war vorhergesagt, 45 Knoten zeigt unser Windmesser in Boen und die ziehen minütlich über uns hinweg.

Um 2.00 Uhr nachts haben wir es geschafft, kurz vor Santa Marta hatten wir schon ruhigen Wind und in der Ententeich-Marina war das Anlegen mit Hilfe des Nachtaufsehers an einem Seitensteg ein Kinderspiel. Ein Anlegerbierchen noch, ein bißchen Wunden lecken und ab ins Bett.

Okay, Frank hat die letzten Tage wiederholt und sehr oft gesagt, er wäre ja bald wieder zurück in Santa Marta, soooo schnell jedoch wollte er nicht wieder da sein 😉

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Ein Kommentar zu Dumm gelaufen – Back again

  1. Hasentochter sagt:

    Oh man, erholt euch erst mal von dem Schreck!!! Wie ärgerlich…
    Oder schaut sich Frank nun doch noch mal nach Appartements um? 😱

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