ANTRETEN bei der Port Capitanerie

Ui, Ui… beim Frühstück bekommen wir einen Zettel gereicht, wir müssen heute Nachmittag zum Port of Capitanerie und sollen uns im Marinabüro zwecks Absprache melden. Erste Schweißperlen bilden sich auf meiner Stirn. Sollte das erneute unerlaubte Zurückkommen und Einklarieren doch nicht unproblematisch ablaufen? Die sind hier in Kolumbien etwas pingelich. So darf auf dem Ausklarierungspapier auch genannt „Zarpe“ nur Santa Marta als Anlaufhafen stehen, wenn man hier ankommt. Andererseits darf man nur 5 Tage bleiben oder man hat auch schon von Strafen in Höhe von 1500 Dollar gehört/gelesen 👿 Auf unserem Zarpe jedoch stand ja „Jamaika“ und Jamaika ist das hier ja nun mal ganz sicher nicht.

Erst mal also zum Marinaoffice. Kelly kümmert sich hier in der Marina um all unsere Seglerbelange und klärt mich auf. Tatsächlich will uns der Port of Capitanerie heute Nachmittag sehen bzw. eigentlich nicht uns, sondern den Captain. Persönlich will man ihn fragen, was und warum er wieder hier ist. Die Marina selber hat ein offizielles Schreiben aufgesetzt mit der kompletten Erklärung, warum, weshalb usw. und bittet uns, diesem nicht zu wiedersprechen in unsern persönlichen Erklärungen. Nun, warum sollten wir, wir sind ja nicht aus Spaß einfach wieder umgedreht 😉 . Die spanisch sprechende Mitarbeiterin, die für derartige Einklarierungsfälle zuständig ist, wird uns begleiten ebenso wie eine junge Dame, die für uns übersetzen wird. Die Schweißperlen auf meiner Stirn werden immer größer. Wir sind seit Samstag hier, die 5 Tage sind abgelaufen, zwar ist die Reparatur beendet, aber op des starken Windes wollen/können wir erst am Dienstag auslaufen. Die werden uns doch wohl nicht zwingen auszulaufen 😯 Quatsch, sagt der Captain und ist ganz locker drauf.

Um 14.30 Uhr bringt uns ein Taxi zur Capitanerie, drinnen sieht es auf wie auf einer Paketstation – man bereitet den Umzug vor, denn am Montag zieht die Capitanerie um in die Nähe der Marina. Es herrscht also quasi Chaos. Wir werden mit Handschlag begrüßt und mehr wird von uns auch nicht verlangt 🙂 . Da der Kopierer scheinbar schon eingepackt ist, schreibt eine Dame alle Zeichen und Buchstaben von unserem Paßport fein säuberlich ab. Wir werden gefragt, ob die Reparatur beendet ist. Ja, seit heute! Blöd, dann kann man sich das ja gar nicht mehr anschauen, was kaputt ist. HÄ! Hätten wir mit der Reparatur etwa warten sollen? 6 Tage lang? Wir lassen übersetzen, dass wir die alte kaputte Antriebskette noch an Bord haben zum Angucken und legen auch die Rechnung der Werft vor. Will man gar nicht wissen oder anschauen! Großes langes Palaver, während wir zwischen all den Paketen stehen und uns wundern. Nach einer 1/4 Stunde ist scheinbar alles geklärt, wir dürfen gehen und werden vor der Tür aufgeklärt: Man ist im Stress wegen Umzug usw., die nächste Sitzung ist am 11.12., dort würde man unseren Fall besprechen und eventuell müßten wir dann noch mal dort hin zwecks Erklärung. Und am 12.12. dürften wir dann wieder ausreisen!!!!!! Wir sind entgeistert !? Kolumbien will uns einfach nicht gehen lassen.

Zurück in der Marina besprechen wir alles noch mal mit der besser und klarer englisch sprechenden Kelly, die auch verwundert den Kopf schüttelt. Man will versuchen, am Montag noch mal vorzusprechen wegen einer vorherigen Ausreise, aber besonders viel Hoffnung hat man uns nicht gemacht. Meine Sorge, dass wir dann am 12. raus müßten hat sie aber entkräftet. Nein, nach dem 12. können wir uns den Abreisetag aussuchen. Solange aber werden wir wohl bleiben müssen!

Für morgen war eigentlich ein Ausflug nach Palomino mit Tubing geplant, aber der Tag heute hat uns „Alte“ zu gestresst, der fällt aus und wahrscheinlich haben wir nächste Woche ja noch genug Zeit dafür.

 

 

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Ein Kommentar zu ANTRETEN bei der Port Capitanerie

  1. Birte Knauer sagt:

    Ihr Armen, jetzt MÜSST ihr auch noch bleiben. Ich schlage vor, dass Ihr langsam überlegt, ob Ihr nicht die Einbürgerung beantragen solltet 😀

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