Überfahrt nach Jamaika

Um 11.45 ist es soweit, wir haben unsere Zarpe in der Hand und die Päße zurück. Um 11.48 lösen wir die Leinen, verlassen den Hafen und ankern kurz in der Bucht. Ich zwinge Frank ins Wasser, um unseren Unterwasserteppich (für dessen Entfernung wir vor 1 ½ Monaten schon mal viel viel Geld bezahlt hatten) zu entfernen, damit dieser uns nicht zusätzlich zum sowieso schon wenigen Wind verlangsamt. Diese Stunde Aufenthalt wird mir 3 Tage später noch ums Maul geschmiert werden *grummel*

Keine Ahnung, was sich Wetterwelt, Windy und andere Windvorhersageprogramme so denken mit ihren Vorhersagen – stimmen tun die alle nicht hier in dieser Gegend. Man muss wohl grundsätzlich 5-10 Koten dazu rechnen. Angesagt war vor der Küste die ersten Stunden ein 2er-Wind (also nix), dann ein 3er und ab nachts dann endlich ein segelbarer 4er. So wundern wir uns dann nach 10 Minuten bereits, dass wir doch die Segel setzen können. Nach einer halben Stunde zeigt unser Windanzeiger 30 Knoten, in Boen 35. Das ist ein fetter Wind mit 7 Beaufort. Sehr witzig! Haha!!! Nun gut, besser als motoren und ich muss zugeben, nach ein paar Stunden haben wir den angekündigten Wind und eiern mit 2,5-3 Knoten (das sind ungefähr 5 Km/h) übers fast wellenlose Wasser. Zum Eingewöhnen sehr schön und da so erwartet auch nicht schlimm!

In der ersten Nacht kreuzt eine halbe Seemeile vor uns die AidaDiva mit Ziel La Romana (Dom.Rep.)(Thorsten, hab pflichtbewußt für dich rüber gewunken *lach*) , alle anderen Frachtschiffe passieren uns jedoch in den 4 Tagen mit erheblich mehr Abstand. Ich muss sowieso sagen, das wir aufgrund von AIS und vor allen Dingen auch nachts nie Angst oder Sorgen hatten, dass uns einer dieser Dickschiffe zu nahe kommt. So war auch eine Kontaktaufnahme per Funk nie nötig.

So, die nächsten Tage frischt der Wind erfreulicherweise (und nicht wie angekündigt) auf und wir rasen trotz gerefften (verkleinerten) Segeln mit ca. 7 Knoten (also ungefähr 13 Km/h) übers Wasser. Die Welle ist wie angekündigt tatsächlich nur ca. 1 m hoch und somit haben wir wirklich mal wieder ein Rentnersegelwetter erwischt. Wären wir bereits am Sonntag los gekommen, die Fahrt wäre nicht so angenehm gewesen. Hat also alles sein Gutes!
Wir finden auch recht gut in einen Schlafrhythmus, aber Frank jammert trotzdem über Langeweile und Müdigkeit. Wir sind nun mal keine Segler.

Am Morgen des 3. Tages ist aber leider klar, wir schaffen es nicht, die Morant Cays im Hellen zu erreichen. Selbst wenn die Windstärke bleibt und wir die 7 Knoten halten können, wir werden 1-2 Stunden zu spät dort sein. Ankunft ca. 19.00/19.30 Uhr. Um 18.00 Uhr ist es dunkel und im Dunkeln einen unbekannten unbeleuchteten Ankerplatz anlaufen, ein „no go“! Schade, Schade! Ja, wenn ich Frank in Santa Marta nicht noch ins Wasser gezwungen hätte, ja dann….. da freut er sich schadenfroh, der Skipper.

Wir lassen also die Morant Cays rechts liegen und fahren durch. Problem 2: Von den Morant Cays nach Morant Bay sind es nur ca. 30 Seemeilen, bei 7 Knoten also 4-5 Stunden – Ankunftszeit 24.00 Uhr. Auch blöd, da immer noch dunkel! Und so reffen wir was das Zeug hält, bis wir nur noch mit einem handtuchgroßem Vorsegel 2,5 -3 Knoten erreichen. Das ist sowas von ärgerlich, mano!

 

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Ein Kommentar zu Überfahrt nach Jamaika

  1. Thorsten sagt:

    Falls dir im März wieder mal eine AIDA den Weg kreuzen sollte, diesmal etwas grösser als die Aidadiva, würden wir uns freuen wenn du wieder winken würdest! Dann könnte es die Aidaperla sein mit uns an Bord! Natürlich winken wir zurück…

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