Ankunft in Jamaika – Port Morant/Bowden Harbour

Um 9.00 Uhr morgens ist es soweit, wir haben Jamaika erreicht und laufen in die große Bucht von Port Morant ein. Und gut, dass wir das nicht nachts gemacht haben, denn es gibt nur noch eine einzige beleuchtete grüne Tonne. Der restliche ungefährlich ausreichend tiefe Weg ist mit angemalten Stöckern markiert, die man im Dunkeln natürlich nicht sieht. Zwei weitere Segelschiffe liegen bereits hier gegenüber der Coastguard vor Anker, beide unbewohnt, wie wir später feststellen. So sind wir also ganz alleine hier, wenn man mal von der hier auf der rechten Seite stationierten Coastguard und den kleinen Fischerbooten auf der linken Seite absieht 😉

Port Morant ist Einklarierungshafen, auch wenn hier weder Customs noch Immigration stationiert sind, die Offiziellen kommen extra für einen über den Berg aus Port Antonio angefahren. Man muss sich nur per Funk bei der Coastguard anmelden und die kümmern sich um alles Weitere. Toller Service, der Werktags auch noch kostenlos ist. Nach erfolgreichem Ankermanöver melde ich uns also an und man gibt mir in einem ganz merkwürdigem Englisch (Jamaika-Dialekt?) zu verstehen, dass man uns aufsuchen wird, sobald die Dame von der Gesundheitsbehörde da wäre. Schnell klaren wir unser nach 4 Tagen auf See doch recht unordentliches Schiff auf, säubern die Küche und verstecken das restliche noch frische Gemüse. Ich weiß nicht ob es stimmt, aber ich hatte gelesen, dass man das nicht einführen darf. Und man kann ja nie wissen, wie ernst die das meinen und ob ev. In den Kühlschrank geschaut wird.

Wir schaffen es noch, zu frühstücken und dann sind sie da, die vielen Uniformierten sowie die Gesundheitsdame. Das große Coastguardboot legt bei uns an und mit 6 Mann sitzen sie bei uns im Cockpit und füllen ihre Formulare aus. Aber alle sind super nett und freundlich, sprechen aber eben ein doch sehr unverständliches Englisch. Bis auf die Dame vom der Gesundheitsbehörde, die zwischenzeitlich für uns übersetzt. Diese fragt uns auch woher wir kommen, wie lange wir dort waren usw. – die schärfste Frage ist, ob wir Ratten an Bord haben. Na danke! Das will ich ja mal nicht meinen, dann würd ich nämlich ausziehen 😉 .

Und tatsächlich will sie unser Boot besichtigen, blickt in den Kühlschrank und läßt sich von mir unsere Lebensmittel zeigen. (Äh… natürlich nur die, die ich ihr zeigen will, meine abgelaufenen Dosen in der Bilge verheimliche ich 😉 ) . Die Dame ist jedoch zufrieden, wir bekommen einen Stempel und dürfen die gelbe Quarantäne-Flagge einholen. Custom und Immigration würden dann im Laufe des Nachmittags vorbei schauen…. ACH? Wenn die noch kommen, wer sind denn dann die ganzen anderen Herren, die hier gerade ihre Formulare ausfüllen? Nun, von der Marinepolice sowie eben von der Coastguard, werden wir aufgeklärt. Manoman, was für ein Aufwand hier. Die Gesundheitsbehördendame macht noch diverse Selfies von sich hier auf dem Boot, so oft scheinen keine Schiffe hier einzuklarieren. Ich war leider viel zu aufgeregt mit diesen vielen Menschen auf unserem Schiff, um an nette Fotos zu denken.

2 Stunden später wird uns über Funk mitgeteilt, dass die Immigration eingetroffen ist. Locker melde ich, dass wir ja da sind und die Herren rüber kommen können. Es dauert eine Weile, bis ich op des Jamaikadialekts begriffen habe, dass nicht wie vorhin diese zu uns kommen, sondern dass wir zur Coastguard kommen sollen. Ach du Schei….! Das hatten wir so nicht verstanden, wir können nämlich gar nicht rüber machen. Unser Dinghi liegt noch fest verschnürt auf dem Vorschiff und hat nach ungenutzten 5,5 Monaten auch kaum noch Luft drin. Im Motor ist kein Benzin und insgesamt bräuchten wir mindestens 1 Stunde, um startklar zu werden. Wie überaus peinlich ! Aber die Coastguard-Jungs sind echt super und nett, sie holen uns mit ihrem großen Boot ab und bringen uns auch wieder zurück, nachdem wir wieder diverse Formulare ausgefüllt und einen Stempel in unseren Pässen haben. Die Customs werden erst am nächsten Tag kommen und wir versprechen, bis dahin unser Dinghi einsatzbereit zu haben.

Um 20.00 Uhr können wir beide unsere Augen nicht mehr aufhalten. Der Schlafmangel der letzten 4 Tage macht sich bemerkbar und wir freuen uns auf 12 Stunden ununterbrochenen Schlaf 🙂

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Ein Kommentar zu Ankunft in Jamaika – Port Morant/Bowden Harbour

  1. Birte sagt:

    Herzlichen Glückwunsch. Dann hat ja letztendlich doch alles gut geklappt. Jetzt kann das Relaxen ja endlich beginnen……LG Birte Birte

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