Jamaika – Port Morant

Port Morant ist ein kleines Dorf auf der anderen Seite der Bucht, dort wollen wir uns heute unter die Einheimischen mischen und die Versorgungsmöglichkeiten checken. Zu Fuß ist es uns zu weit und so setzen wir mit dem Dinghi über, ziehen dies zwischen vielen Fischerbooten an Land und befestigen es an einem Baum. Im Gebüsch hocken ein paar Fischer, die wir höflich fragen, ob wir das Dinghi hier parken dürfen. Wir bekommen ein freundliches Okay zurück und man  würde ein Auge drauf haben.

Gleich oben an der Straße bemerken wir die erste Gastronomie, vor der eine Menge Jamaikaner rumlungern. Wie immer werden wir freundlich gegrüßt und aufgefordert, einzutreten. Und wie immer versprechen wir unseren Besuch auf dem Rückweg. Erst mal wollen wir den Ort erkunden, dazu müssen wir so ca. 10 Minuten an der Straße lang. Und an weitern Gastronomien vorbei. Das sind so viele, die können wir auf dem Rückweg gar nicht alle aufsuchen 😉 .

Der Ort selber besteht aus einer Tankstelle, einem kleinen winzigen wirklich winzigen Supermarkt (ohne Gemüse, Obst und Fleisch), einem Baumarkt (nein, kein Obi, sondern wie auch hier üblich mit einem vergitterten Schalter, an dem man angibt, was man braucht – also nix mit durch die Gänge schlendern) , eine Drogerie und unglaublich, bestimmt so an die 6-8 Kneipen. Was braucht man mehr?  Einen Obststand z.B. – und genau den finden wir hier und auch mit bezahlbarem Obst.  Für eine Papaya, eine Ananas, 1 Pfund Tomaten sowie 4 Jamaika-Äpfel (lecker, lecker – ein bißchen wie Wachsäpfel) bezahlen wir gerade mal 6,50 Euro – Anne strahlt glücklich 🙂 .

Auf dem Rückweg sehen wir einen, nein, eigentlich keinen Laden oder so, sondern einen leeren Raum, 2 Jamaikanerinnen lungern auf 2 Stühlen rum, am Ende des Raums ist ein Gitter. Aber die Außenwandbemalung macht mich stutzig. Sollte es sich hier um den örtlichen Metzger handeln? Während ich noch versuche, die Schriftzeichen zu deuten, kommt ein kleiner heftig schielender Jamaikaner raus gestürzt und gibt sich als Metzger zu erkennen. Wir fragen nach Hähnchenbrust und er nickt freudig. Wir begeben uns in den Raum (die beiden sitzenden Jamaikanerinnen grüßen zwar freundlich, rühren sich aber nicht von der Stelle, warum auch! ), der Metzger öffnet eine große Gefriertruhe und holt einen riesigen Sack raus. Damit begibt er sich hinter das Gitter und man hört ihn heftig auf besagtem Sack hauen. Tatsächlich haben wir kurze Zeit später ein Pfund gefrorene Hähnchenbrust in der Tasche für ganze 2,30 Euro (die armen Hähnchen).

Auf dem Rückweg zum Dinghi lösen wir unserer Versprechen ein und genehmigen uns ein leckeres einheimisches Bier. Ich sitze auf den Steinstufen, Frank hat einen Hocker ergattert. Um uns herum freundlich grüßende Jamaikaner, mit denen wir ins Gespräch kommen. Was man so Gespräch nennt… hahaha! Das Einzige, was wir verstehen ist „white man“, der Rest ist unverständlich. Wir nicken jedoch weiter freundlich aber unverständlich zurück, macht nix, wir werden weiter zugequatscht. Man will uns nämlich zu verstehen geben, dass die Jamaikaner eine eigene Sprache sprechen. Dies erklärt uns ein neu eintreffender auf Jamaika lebender Kanadier, den ich tatsächlich gut verstehe (Gott sei Dank, ich dachte schon…. ) . Amtssprache auf Jamaika ist tatsächlich Englisch, die meisten jedoch sprechen hier ein Gemisch aus Englisch und Patois. (Auszug aus Wikipedia: Bei der Sprache in Jamaika handelt es sich nicht direkt um Englisch, sondern um die Sprache Patois, welche ihre Wurzeln in der englischen Sprache hat. Die Kreolsprache ist zudem auf weiteren Karibikinseln sowie Costa Ria und den USA verbreitet. Sprechen zwei Jamaikaner miteinander, versteht man so gut wie nichts mehr)  Aha, kein Wunder also, das die Verständigung mit den Jungs von der Coastguard so problematisch ist 😉 , es liegt also gar nicht an mir. Der Kanadier versichert uns auch, dass wir die Südseite Jamaikas genießen sollen und überhaupt keine Befürchtungen haben brauchen. Niemand würde uns hier bestehlen oder gar killen etc. – wie beruhigend 🙂 – im Gegenteil, überall würde man sich freuen, uns zu sehen. Wir sitzen zwar draußen, trotzdem fühle ich mich an kurzer Zeit „high“ op des starken Geruchs um uns herum. Die meisten haben  große Zahnlücken, aber ein jeder hat durchgehend einen Joint im Mund. Ganz Jamaika ist tatsächlich bekifft 🙂 . Die Chance läßt sich Frank nicht entgehen und so hat auch er kurze Zeit später das passende Material dazu für eine winzige Mark in der Tasche.

Vor der Kneipe verkaufen die Fischer ihren Fang und so gibt es heute Abend bei uns einen leckeren dicken fetten gebratenen Fisch, das Hähnchen ist eh noch gefroren 😉

Unser Dinghi ist auch noch da wo wir es angebunden haben und so endet ein weiterer wunderschöner Tag hier auf Jamaika

Bilder werden später nachgereicht, meine Prepaidverbindung reicht heute leider nicht für die Übertragung

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3 Kommentare zu Jamaika – Port Morant

  1. Elke B. sagt:

    Zum ersten: Freude, dass Ihr gut und heil in Jamaika angekommen seid.
    Zum zweiten: Wieder Freude wenn man den Blog liest und in Gedanken mit Euch geht und den Spaß miterlebt, den Ihr ja offenbar dort habt. Also, Gemüse, Fleisch und Obst und Fisch gibt es offenbar reichlich, Hunger müsst Ihr nicht leiden (gibt es eigentlich auch Kartoffeln?). Wir wünschen Euch viele schöne Erlebnisse und Anne, schreib mal fleissig Blog, dann haben wir alle was davon. Liebe Grüsse aus Berlin (wir müssen uns inzwischen recht warm anziehen).

  2. Christian Wiese sagt:

    “Ja, ich will“ habe ich mich schon lange nicht mehr sagen hören, aber ja, ich will auch!

  3. Christian Wiese sagt:

    P.S. Ach, wo sind eigentlich Fotos?

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