Überfahrt Kingston

30 Seemeilen sind es nach Kingston, wenn die Windvorhersage stimmt, dann wären wir in 6 Stunden da, also lange vor der Dunkelheit. Der Wind stimmt, aber die Strömung ist gegen uns und so laufen wir zwischendurch nur so 3-4 Knoten, aber wir haben ja einen ausreichenden Zeitpuffer. So 10 Seemeilen vor Kingston wird der Wind stärker und die Welle höher und unruhiger. Die betonnte Fahrrinne zum Hafen rein fängt weit vor Kingston an. 4-5 Dickschiffe kommen uns weit entfernt entgegen, die stören nicht mehr. Aber genau hinter uns kommt ein Dickschiff auf uns zu, das natürlich die Fahrrinne benutzen muss. Wir holen das Segel ein und halten uns mittels Motor knapp neben der Fahrrinne, tief genug ist es für uns da immer noch. Ein Pilotboot eilt dem Frachter entgegen, legt dort an und wir können erkennen, dass der Lotse an Bord geht. Mein Gott, ist der Kahn groß. Ich bin echt froh, wenn der an uns vorbei ist. Laut Vorhersage soll es Freitag recht windstill sein, wir aber messen mal wieder über 30 Knoten. Windstill hieße so 5-10 Knoten. Unseren Plan, kurz vor der Hafeneinfahrt vor  „Lime Cay“, eine Miniinsel – nur ein 20 m langer Sandhaufen mit etwas Begrünung,  zu ankern, um am nächsten Tag in Ruhe die restlichen 10-12 Seemeilen bis zum Ankerplatz vor dem Royal Yacht Club zu fahren, verwerfen wir ganz schnell. Nix ruhig, nix lauschig – völlig ungeschützt wären wir dort bei dem Wind der Welle und der Strömung ausgesetzt.

Inzwischen ist es 15.30 Uhr, jetzt aber schnell – selbst bei 5 Knoten brauchen wir 2 Stunden für die restliche Strecke und wir wollen im Hellen ankommen. Wir erwarten eigentlich, dass es hinter der Hafeneinfahrt ruhiger wird, aber die Bucht vor Kingston ist so riesig, hier ist nix ruhiger. Mit teilweise 45 Knoten haben wir den Wind direkt auf die Nase und kommen streckenweise nur mit 2-3 Knoten vorwärts. Und es zieht sich…. Wir sind beide sehr still. Der Gedanke, bei den Verhältnisses ankern zu müssen…. Und vor allen Dingen, wird der Anker halten?Und außerdem ist das alles soooo fruchtbar häßlich um uns herum hier vor Kingston. Was zum Kuckuck machen wir hier? Also wenn der Anker nicht hält, dann fahren wir das mit beleuchteten Tonnen markierte Fahrwasser wieder zurück und verbringen die Nacht draußen auf See.

17.30 Uhr – der Anker fällt vor dem Yachtclub. Und er hält!!!! Hier ist es ein bißchen ruhiger, aber trotzdem lassen wir 40 m Kette  sicherheitshalber raus, denn der Wind bläst immerhin noch 30 Knoten. Und Frank will morgen am liebsten wieder weg…. Auf beiden Handys wird ein Ankeralarm eingestellt, aber es ist kaum zu glauben, in der Nacht verwandelt sich diese riesige Bucht in einen Ententeich. Nix rührt sich, weder Wind noch Welle – merkwürdig!

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.