Kingston – Erste Eindrücke

Nach ausreichend ruhigem Schlaf geht es uns besser, aber trotzdem fragen wir uns, was wir hier sollen. Das Wasser lädt nicht zu schwimmen ein, riesige Containerschiffe ankern hinter uns und landschaftlich schön ist es hier auch nicht. Wir beschließen, uns demnächst kurz das Bob Marley Museum anzusehen und uns dann schnell wieder vom Acker zu machen. Zuerst aber mal müssen die Customs – Formalitäten erledigt werden. Laut div. Berichten im Netz sowie auch der Aussage der Customs Offiziere in Port Morant müssen wir uns ja jeweils ab- und wieder anmelden, wenn wir die Buchten wechseln und bekommen auch jeweils ein neues Ausreisepapier. Letzteres haben wir in Port Morant schon nicht bekommen, da die Customs keine Lust hatten, extra deswegen aus Port Antonio anzureisen (80 km entfernt). Kann ich auch verstehen! Nun gut, wir als folgsame Deutsche melden uns also ganz brav im Office des Yachtclubs, welche für uns die Customs verständigen soll. Dort ist man irritiert und will sich telefonisch erkundigen. Keine Ahnung, was in diesem Land hier richtig ist oder nicht. Die Leute hier und auch die Offiziellen wissen scheinbar nix von dieser Regelung. Mir wird am Telefon gesagt, dass wir uns erst wieder melden müssen, wenn wir Jamaika verlassen. HÄ? Ja, das ist normalerweise auf anderen Inseln und Ländern so, hier gilt das aber eigentlich nicht. Zumindest nicht fürs „Custom“ – für die Immigration ja!  Ich erkundige mich noch vorsichtshalber, mit wem ich denn spreche – mit Customs oder Immigration. Er wäre beides, gibt er zur Auskunft.  Sehr ungewöhnlich! Okay dann eben nicht. Sicherheitshalber bitte ich ihn, es der Dame vom Yachtclub auch noch mal zu bestätigen, falls ich es aufgrund meiner mageren Englischkenntnisse nicht richtig begriffen habe.  Und ja, alles richtig verstanden, wir dürfen gehen. Natürlich bedanken uns recht herzlich bei der Dame vom Yachtclub und begeben uns zurück zum Dinghi. Kurz davor werden wir aufgeregt gestoppt, wir sollen noch mal zurück kommen. Custom hat angerufen und möchte, dass wir unsere Dokumente kopieren und hinterlassen. ????? Jetzt doch? Hier an der Südküste sind scheinbar so wenig ausländische Segler, dass die selber nicht wissen, wie sie es handhaben sollen. Die nächste Stelle, wo wir uns melden müssen, ist in Black River – ich bin gespannt, was die uns sagen werden.

Nachtrag bzw. Änderung

Immer diese Wochenendvertretungen, die von nix eine Ahnung haben…. 🙄  Als wir am Dienstag mit dem Dinghi an der Füllstation angelegt hatten zum Wassertanken, legte fast zeitgleich auch ein Boot des Custums an. Sofort ergriff ich die Gelegenheit und sprach den jungen Offiziellen bezüglich unseres „wir brauchen uns gar nicht melden-Problems“ an. Es stellte sich heraus, dass er genau unseretwegen da war und auch ein ordentlich computerausgefülltes „Transire and Coastwise Clearance“ -Papier für uns dabei hatte, dass wir nun brav unterwegs und auch am nächsten Meldepunkt Black River vorzeigen können. Wie gut also, dass wir uns nicht direkt schon am Dienstag Morgen vom Acker gemacht haben, wir hätten bestimmt irgendwo Ärger bekommen. Gleichzeitig muss ich, da wir ja am nächsten Tag weiter fahren wollen, auch wieder 2 Formulare ausfüllen mit wohin, woher, warum, wie groß, wieviele Masten, viele Motoren, Farbe und und und und – und das alles 2 x, hier wäre der Gebrauch von Kohlepapier doch angenehm. Außerdem habe ich die gleichen Formulare schon in Port Morant ausgefüllt, so dass ich das Formular inzwischen auswendig und blind ausfüllen kann 🙂

Das alles ist natürlich nur interessant für Segler, die uns irgendwann folgen werden und nicht für Freunde, Familie und Interessierte zu Hause – muss aber mal erwähnt werden.

Nachmittags laufen wir ca. 15 Minuten bis zur Hauptstraße und warten dort auf den Bus.  Die Nr. 98 fährt die Strecke von hier bis Downtown oder auch bis zum nächsten 6 km entfernten Kreisverkehr, wo es die nächste Einkaufsmöglichkeit gibt. Der große Supermarkt ist gut sortiert, eine große Gemüseabteilung, abgepacktes Fleisch und eine gute Tiefkühlabteilung läßt uns die Rucksäcke vollpacken.  Auf dem Rückweg genehmigen wir uns an der großen Bar des Yachtclubs noch ein Localbeer und dann ist der Tag auch schon wieder so gut wie vorbei.

Morgen machen wir mal einen Ruhigen 🙂 und Montag dann werden wir ganz mutig Kingston erkunden

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