Jamaika – Kingston

Tja, Kingston – Ein Beitrag, der mir schwer fällt…

Also will ich mich erst mal über die freundlichen und hilfsbereiten Jamaikaner auslassen. Um nach Kingston bzw. zum Bob Marley Museum zu kommen, muss man vom Yachtclub aus erst 20 Minuten laufen, dann den Bus Nr. 98 nach Downtown nehmen, dort zu einem anderen Busbahnhof laufen und dann einen neuen Bus finden. Welchen wissen wir nicht, werden wir auch nie erfahren, denn kaum waren wir zu Fuß unterwegs, stoppte ein kleiner Transporter mit einem Yachtclubmitarbeiter und fragte, wo wir denn hin wollen. Nun, zum Bob Marley Museum, oder nach Downtown, oder irgendwo in die Stadt, je nachdem, wo man uns absetzen könnte. Kein Problem, wir sollten einsteigen. 10-15 Minuten fährt man alleine schon, bis man die Stadt erreicht hat. Und die ist groß, riesig groß. Nach weiteren 15 Minuten wurde ich unruhig und bekam ein schlechtes Gewissen, weil wir diesem freundlichen Menschen so viel Zeit kosteten. Er aber hatte wirklich Freude daran, uns zu kutschieren, denn zuerst stoppte er mitten in der Pampa an einer eingezäunten Bob Marley Statue, damit wir dort Fotos machen konnten. Wir wußten gar nicht, dass es eine Zweite gibt, alleine hätten wir die hier nie gefunden. Dann machte er noch einen kleinen Umweg, um uns den Wohnsitz des Premieministers zu zeigen und setzte uns anschließend vor dem Museum ab. Hier haben wir uns jedoch nur das Museum von außen und die Außenanlage mit der berühmten Statue angesehen. Frank hatte im Vorfeld schon gesehen, dass der Eintritt ins Museum 20 Dollar kostet pro Person. Inzwischen liegt er sogar bei 25 US-Dollar und 50 Dollar, damit man sich die goldenen Schallplatten ansehen kann und eventuell noch ein Sofa, auf dem er gesessen hat…. Nein, danke – das Geld geben wir lieber für Drinks an einer netten Bar aus, die Bob Marley Musik spielt 😉 . Das Lustigste hier war eine große chinesische Reisegruppe, die erst diverse Gruppenfotos vor Mr. Marley gemacht haben und dann alle noch mal einzeln. So haben wir doch ziemlich lange warten müssen, um ihn mal alleine ablichten zu können 😉

Das Museum liegt in einer ruhigen besser gestellten Gegend, wie man an den Häusern herum erkennt und so laufen wir erstmal 30 Minuten an einer langen einsamen Hauptstraße lang auf der Suche nach der Stadt, des Centrums oder …? Was wir dann finden, sind Marktstände, Lärm, viele, viele Menschen, kleine Busse, große Busse, Autos, Autos, Autos – nix wie weg hier! Wir fahren mit einem kleinen Collectivbus nach Downtown. Hier wollen wir eigentlich nur Digicel finden und unsere Prepaidkarte aufladen lassen, um dann den Bus zurück zum Yachtclub nehmen. Ich kann das nicht beschreiben, wohl haben wir uns nicht gefühlt. Und wir haben wirklich schon eine Menge Erfahrung mit diesen Inselhauptstädten, aber Kingston ist einfach nur voll und laut und ungemütlich und dreckig und – ach ich weiß nicht. Wir steuern die Marktstände an und klemmen uns vorsichtshalber unsere Rucksäcke unter den Arm. In dem Moment ruft Frank: Ej, der hat mir meine Kette geklaut. Im Vorbeirennen einfach abgerissen 👿 Das man in Kingston nicht mit Schmuck rum rennen sollen und auch den Fotoapparat nicht vor der Brust baumeln lassen soll, okay, das war klar, aber an diese kleine dünne Kette, die Frank seit 30 Jahren ununterbrochen trägt und unterm T-Shirt kaum erkennbar war, an die hatten wir natürlich nicht gedacht. Der Mann kommt mir jetzt richtig nackig vor 😉 – Seit 4 Jahren sind wir unterwegs und noch nie sind wir bestohlen worden – einmal ist immer das erste Mal. Aber ein weiterer Minuspunkt für Kingston. Fotos habe ich ürigens auch keine gemacht, das sagt eigentlich schon alles…

Auf dem Rückweg werden wir wieder von einem freundlichen Jamaikaner aufgesammelt, der uns vom Bus bis zum Yachtclub fährt. Hier genießen wir noch mal die für uns so ungewöhnliche gediegende Atmosphäre bei bezahlbaren Drinks und lecken unsere Wunden. Peter, der Yachtclubmananger, hatte uns gestern hier noch mal herzlichst willkommen geheißen. Wenn wir irgendwas brauchen oder wissen wollen usw….  Gestern waren doch einige Yachtclubmitglieder hier und haben den Pool und die Bar genossen. Heute, an einem Montag, ist die Bar und die Lounge wieder verwaist und auch hier,wie vor Anker, sind wir alleine.

Morgen wollen wir noch mal zum Supermarkt und die Rucksäcke voll laden (übrigens werden wir auch bei dieser Aktion auf dem Hin- und Rückweg von freundlichen Jamaikanern eingesammelt und bequem hin- und her gefahren 🙂 ) , ab Mittwoch werden wir ein paar Tage lang einsame Ankerplätze aufsuchen, wieder das Baden vom Boot aus genießen und die Seele baumeln lassen.

 

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