Wasser tanken bzw. Abzocke

Nicht ganz einfach hier in Jamaica.

Wir haben keinen Wassermacher, so müssen wir immer sehen, dass wir rechtzeitig irgendwo unsere Tanks füllen können. In den letzten Jahren war das kein Problem, irgendwo gab es immer eine Marina, wo man an der „Fillstation“ anlegen konnte, um die Tanks zu füllen. Hier auf der Südseite Jamaikas gibt es keine Marinas und so muss das Wasser in Kaninster und div. gesammelten 5-Liter-Wasser-Behältern ran geschafft werden. In Bowden Harbor gab es am Steg der Coastguard eine Wasserzapfstelle mit Schlauch, an der man sich kostenlos bedienen konnte. Hier in Black River sehen wir weder Zapfhähne noch Schläuche…. Und so fragen wir Robert, einen älteren Jamaicaner, den wir seit unserer Ankunft täglich treffen und uns immer diverse Ausflüge anbietet. Er ist immer freundlich und bemüht, so darf er ruhig sein kleines Einkommen aufstocken durch div. Hilfsleistungen, denken wir. Er hat auch unseren kurzzeitigen polnischen Nachbar mit Wasser versorgt: Fischerboot mit 2 großen blauen Wassertonnen bestückt, am Segelboot festgemacht und dann mittel einer etwas größeren Schöpfkelle den Kaninster gefüllt und damit dann deren Tank. Das war eine mehrere Stundenaktion! So kompliziert wollen wir es nicht machen, haben wir ja selber div. Kanister etc. an Bord.

Wir füllen also unser Dinghi damit, setzen über, und mittels Schüttelschlauchtechnik wird Wasser aus blauen Tonnen in unsere Behälter gefüllt. Zweimal machen wir diese Tour, dann ist unser Wasservorrat nach 1 Stunde wieder komplett. Geht alles, aber eben nicht so komportabel. Aber das wußten wir ja, als wir uns gegen einen Wassermacher entschieden haben. Als Robert uns sagen will, was er für seine Leistung und das Wasser haben will, kommt der Officiser vom Custom dazu, um mit uns zu plaudern und so ist es Robert lieber, die Verhandlung zu vertagen auf später am Tag. Das macht uns doch etwas stutzig und verursacht leichte Magenschmerzen beim Skipper. Und richtig, am Nachmittag treffen wir ihn wieder und der liebe alte Robert will doch tatsächlich 120 US-Dollar von uns haben für schlappe 150 Liter Wasser. Hat der se noch alle? Ich meine, Touris übern Tisch ziehen, okay, aber das ist schon so was von dreist…. da hätten wir das Wasser ja im Supermarkt kaufen können, wäre preiswerter gewesen. Er fängt an zu handeln, 80 Dollar, dann 60! Noch immer schüttel ich wütend den Kopf, Entwicklungshilfe ja, Unterstützung ja, aber ausnehmen lassen wir uns nicht. Was ich denn gedenke zu zahlen, fragt er mich (mich!!! Frank hat sich aus der Diskussion schon längst ausgeklingt 😉 ) – 20 US-Dollar fände ich angemessen, er nicht – nun, ich drohe damit, den netten Offizier vom Custom dazu zu holen und er knickt ein. Aha! Soso! Ich drücke im 2000 Jamaikadollar in die Hand, was so viel wie 14 Euro sind. Für eine Stunde Arbeit genug, finde ich. Er hätte mehr haben können, wenn, ja wenn er nicht…..

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2 Kommentare zu Wasser tanken bzw. Abzocke

  1. Christian Wiese sagt:

    Krasser Scheiß, aber souverän gelöst. Sonnige Grüße.

  2. Elke sagt:

    Wir haben mal eine Taxifahrt mit einer grösseren Gruppe gemacht. Der Preis war vorher klar ausgehandelt. Skeptisch wie ich bin, habe ich mehrfach nachfragen lassen (vom Hauptverhandler), ob der Preis für uns alle als Gruppe eben gilt. Jaja. Bei der Ankunft dann wollte er den geforderten Preis pro Kopf!! Riesen Diskussion, wir waren ähnlich sauer und letztendlich haben wir uns dann aber auch geeinigt. Ein schaler Beigeschmack blieb aber trotzdem. War aber das einzige Mal, das wir von den Einheimischen derart abgezockt wurden. Es liegt auch immer ein bisschen daran, wo man ist auf der Insel. Der Norden, Portland, ist da noch etwa anders.

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