Ankunft und Einklarierung in Cayo Largo (Kuba)

12 Seemeilen vor Kuba soll man sich bei der Guarda Frontera über Funk melden. Nun, den Zeitpunkt verschlafe ich 😯 , denn unser Schiff ist in den letzten Stunden immer schneller geworden und so werde ich erst 5-6 Seemeilen vor der Küste wach.  Aber Sorgen mache ich mir nicht, denn meist hat man gehört und gelesen, dass sich die Guarda Frontera eh nicht meldet. So auch in unserem Fall, als ich mich noch etwas verschlafen schnell ans Funkgerät setze. Wer sich jedoch meldet, ist die Marina Cayo Largo, so dass wir unsere Ankunft schon mal ankündigen können.  5 Seemeilen noch – also 1 Stunde:  jetzt aber schnell, es ist noch einiges zu tun. z.B. Schiff aufräumen, denn es ist zu befürchten, dass mal wieder mehrere Männer ein Blick in die Kabinen werfen. Also Betten gemacht, die Küche vom durch die Wellen entstandenen Chaos bereinigt und den Salon nett hergerichtet. Alles Sachen, die ich normalerweise erst nach dem Anlegen mache. Anschließend verstecke ich mein sämtliches frisches Gemüse, welches man nämlich nach Kuba nicht einführen darf. Da es aber hier auch nix zu kaufen gibt, was bleibt einem dann übrig? Kartoffeln, Zwiebeln, Tomaten, Gurken, Weißkohl, Eier finden einen Platz zwischen Kochtöpfen, T-Shirts und einer versteckten Bilge unter dem Schlafzimmerteppich.

Es bleibt gerade noch Zeit, die Fender auszubringen und die Festmacherleinen bereit zu legen, dann laufen wir auch schon in den hinteren gut betonten und auch für unseren 2,05 Tiefgang  (gut, normaler weise nur 1,95 – aber mit dem ganzen Bier in der Vorkabine 😉  ) ausreichend tiefen Kanal ein, der zur Marina führt. Dort werden wir jedoch nicht von hilfreichen Dockhandjungs erwartet, die beim Anlegen helfen, sondern bereits von den Custom- und Immigrationoffizieren  🙄  .  Kaum festgemacht, drückt man uns 4 Formulare zum Ausfüllen in die Hand und 5 Minuten später ist bereits eine Ärztin an Bord, die wiederum ein Formular ausfüllt und Fieber misst. Wir werden für gesund erklärt J und die anderen Offiziere trauen sich an Bord. Mit dem Einen füllen wir weiter Formulare aus, während der 2. unser Schiff inspiziert. Aus dem Augenwinkel beobachte ich ihn von oben und der Schreck fährt mir in die Glieder, als er unseren Salonteppich anhebt und darunter schaut. Was mag er dort gesucht haben? Ich denke derweil an meine versteckte Bilge im Schlafzimmer und hoffe nur noch, dass er dies dort nicht wiederholt. Aber er wirft nur einen Blick in unsere Kleiderschränke und kommt anschließend zufrieden wieder hoch. Überstanden, denke ich *Schweiß wisch weg*.  Kostenpunkt:  55 CUC (ca. 50 Euro) für die Einklarierung und 75,00 CUC pro Person für das Visum (leider hatten wir es versäumt, uns rechtzeitig von einem kubanischen Konsulat ein Visum für 15-20 Euro zu besorgen – wir ham´s ja :mrgreen:  )

15 Minuten später erscheinen 2 weitere Herren, wie sich heraus stellt, sind die nun von der „Gemüse-Inspektion“ 😉 – wir werden nach frischem Obst, Gemüse und Eiern gefragt. Alibimäßig gebe ich bekannt, tatsächlich 3 Eier und 4 Kartoffeln eingeführt zu haben. Mein Kühlschrank wird inspiziert und mein Knoblauch (Made in China????) gefunden. Ups! Man will meine Bohnen und meinen Reis sehen. Dieses wird auf Tiere untersucht. Auch hier, Schwein gehabt, nix krabbelt (ausnahmsweise 😉  ) – Eigentlich wird all das Frische jetzt eingepackt, verplomt  und uns erst wieder bei der Ausreise übergeben, aber man will nicht so sein, schließlich gibt es ja nicht viel zu kaufen hier und wir wollen ja schließlich 20 Tage bleiben usw. Der Spaß kostet uns noch mal 20 Euro – Schwarz- bzw. Trinkgeld nehme ich mal an 😉  .

Wir haben fertig!  Und dürfen erst mal für 30 Tage in Kuba bleiben. Von Bord gehen wir heute nicht mehr, wir genießen endlich ein Anlegebierchen und um 20.00 Uhr ist diesmal Schlafenszeit für uns.

Am nächsten Tag machen wir uns erst mal flüssig. Einen ATM gibt es hier nicht, aber entgegen anders lautenden Aussagen bekommt man hier nicht nur für Bares die kubanische Touristenwährung CUC, sondern auch mittels Visakarte und Paß in der Bank.  Nicht ganz so schnell wie am Automaten, aber man will ja nicht meckern 😉 . Auf diversen Quittungen werden div. Daten notiert, 2 x mal muss ich was (?) unterschreiben und anschließend wird eine weitere Dame zwecks Kontrolle dazu gerufen, dann endlich 15 Minuten später haben wir 518 CUC in der Tasche und unsere Bargeldreserven gespart. Heute wollen noch einen Tag bzw. eine weitere Nacht in Ruhe in der Marina bleiben und erst morgen den ersten Ankerplatz aufsuchen. Bis dahin testen wir die ansässige Bar, wo wir versuchen,  die Strapazen der Überfahrt mittels Moijtos und preiswertem Essen zu vergessen 😉

Ein bißchen wundern wir uns op unserer Nachbarn…. Allesamt Franzosen ???? Auch die Charterschiffe laufen unter französischer Flagge.  Da ist es recht schwer ins Gespräch zu kommen, zumal nur jede 3. franz. Crew überhaupt freiwillig grüßt 👿

Und morgen geht es raus zum Ankern ….

 

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