Grand Cayman – Einklarieren mit Lotsenboot

Kurz vor Grand Cayman habe ich uns über Funk ordentlich bei der Port Security angemeldet. Es folgten die üblichen Fragen wie: wieviele Personen, welche Flagge etc. und die Aufforderung, uns eine halbe Stunde vorher zu melden, bevor wir George Town erreichen. Und je näher wir der Hauptstadt von Grand Cayman kamen, desto mulmiger wurde uns. Hier darf man nicht erst ankern oder an eine Mooring gehen, um dann mittels Dinghi einzuklarieren, nein, man muss mit dem Schiff direkt zum Anmeldesteg. Aber wo soll der sein? Weder auf noonsite.com noch im Free-Cruising-Guide gibt es eine nähere und ausführlichere Beschreibung oder ein Foto, wo dieser Anmeldesteg denn liegen könnte. Wir nähern uns dem Mooringfeld (ganze 5 Stück) – ankern ist hier nicht erwünscht – aber alle 5 Moorings sind besetzt. Klasse,  muss ich später dann auch noch über Funk darum bitten, ankern zu dürfen 👿  Außerdem liegen 3 Cruisingschiffe hier vor Anker und versperren uns die Sicht. Das kann ja heiter werden und ich bin richtig bange, dass ich gleich die englische Anweisung, wo wir hin sollen, nicht verstehen werde. Nun, gut, da muss ich durch und schnappe mir das Funkgerät, gebe bekannt, dass wir nur noch 1 halbe Stunde entfernt sind und man gibt uns zu verstehen, dass sich jemand bei uns melden wird. Mmhhmm! Tatsächlich meldet sich 30 Sekunden später „jemand“ 😉 und meint, wir sollen weiter fahren. In welche Richtung, frage ich? Nun, in die, die wir jetzt fahren. Aha! Someone is watching us!  🙂  – Und tatsächlich, kurze Zeit später kommt ein Pilotboot mit Blaulicht auf uns zu, umkreist uns und gibt uns zu verstehen, wir sollen folgen – na das hatten wir auch noch nicht. Große Erleichterung! Vorbei geht es an den riesigen Cruisingschiffen, mitten durch die ganzen Tenderboote, die gerade dabei sind, ihre Passagiere wieder einzusammeln. Im Leben hätten wir die winzig kleine Bucht, in dessen Mitte sogar noch ein riesiger Stein liegt und ein davor liegender Frachter die Sicht auf einen Anlegesteg versperrt,  alleine gefunden bzw. wären wir dort rein gefahren. Das Pilotboot macht sogar vor uns selber fest und hilft uns beim Festmachen. Service pur! Die Dame vom Custom steht bereits am Dock und drückt uns diverse Formulare zum Ausfüllen in die Hand, mit denen wir anschließend ins Büro kommen sollen. Niemand interessiert sich natürlich dafür, wieviel Schnaps wir angegeben haben und ob die Anzahl stimmt. Eine halbe Stunde später sind alle Formalitäten erledigt und wir können wieder ablegen. Da schaut das Pilotschiff um die Ecke und fordert uns wieder auf zu folgen. Es begleitet uns zurück durch die Kreuzfahrer bis zu einer freien Mooringboje, wo wir festmachen sollen. Er informiert uns noch kurz, wo wir unser Dinghi festmachen können und verläßt uns grüßend.

Grand Cayman – super Service – DANKE !

Da wir keine Ankerwache schieben müssen, können wir sofort los, um den nächsten ATM und Supermarkt aufzuspüren. Nach 6 Wochen Kuba sind wir ein bißchen ausgehungert und stehen sabbernd vor der Käse- und Fleischtheke des riesigen Supermarktes „Kirk“ (2 Minuten links vom Dinghisteg).  Es gibt bezahlbaren Camembert (schon seit Monaten nicht mehr gehabt 🙂 ) , Schweinefilet (ich weiß gar nicht mehr, wie das schmeckt) und super aussehendes Gehacktes. Die nächsten Tage wird nur noch geschlemmt…. aber ohne Gemüse und Obst. Ein Blumenkohl 7,49 €, Brokolie 3,99 für ein Pfund, 1 Apfel 1,50, dafür wandert eine bezahlbare Honigmelone in den Korb. Man gönnt sich ja sonst nix… Egal, dann gibt es eben Tiefkühlgemüse zu den Frikadellen – Ostern kann kommen!

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Ein Kommentar zu Grand Cayman – Einklarieren mit Lotsenboot

  1. Hasentochter sagt:

    Hm, ich habe das Gefühl, das Auswandern für mich rein essentechnisch mehr und mehr zum Problem wird. Blumenkohl für 7,99 €??????? Brokkoli für 3,99 €???????
    Selbst hier auf Teneriffa wird mein Überleben auf eine Probe gestellt – die Spanier ernähren sich nämlich auch am liebsten von Schinken, Fleisch und körnerlosem Brot, Gemüse ist hier bisher rar…

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