Auf nach Bocas del Toro in Panama

Die Überfahrt verläuft diesmal wie geplant, jedoch mal wieder nicht ohne Probleme.

Um 6.00 Uhr geht der Wecker – oh Wunder – es regnet noch immer nicht. 10 Minuten später gehen wir Anker auf uns schleichen uns aus der Bucht. Am Tag 1 haben wir auch wie angekündigt ordentlich Wind und kommen mit 5-6 Knoten gut voran. Nur die Sache mit dem „Schlaf“ klappt diesmal bei mir nicht. So ist es auch nicht weiter tragisch, dass ich gegen 22.00 Uhr bedingt durch plötzliche starke Krängung an die Bordwand gedrückt werde in meiner Koje. Ein Squall (heftiger Regen mit aufbrausendem Starkwind) zieht über uns hinweg und wir müssen gemeinsam reffen. Ich leg mich wieder hin um eine halbe Stunde später vom Motorgeräusch gestört zu werden. Scheinbar ist der Wind eingeschlafen, aber nur für 1 Stündchen – dann ist er mit 32 Knoten zurück und wir müssen gemeinsam wieder Segel setzen. Danach habe ich keine Lust mehr auf Freiwache und schicke Frank ins Bett. Er hat mehr Glück und darf 4 Stunden durchschlafen.

Am Tag 2 schläft der Wind um 12.00 Uhr Mittags wie angekündigt ein. Vor der Küste Costa Ricas und Panama ist seit Wochen Flaute. Unser Schiff braucht mindestens 13-15 Knoten, um sich fort zu bewegen. Wir erreichen jedoch nur noch so 3 Knoten und schmeißen die Maschine an. Aber wie gesagt, wir haben damit gerechnet, 1 Tag motoren zu müssen. Der Wetter ist weiterhin durchwachsen. Sonne Fehlanzeige, Regen immer mal wieder zwischendurch. Und so sitzen wir nicht oben im Cockpit, sondern im Salon und machen es uns da mittels Kindl etc. gemütlich, als….

…sich plötzlich das Motorgeräusch ändert. Wir schauen gleichzeitig hoch und uns an, bevor unser Blick zum Motorraum geht – da stimmt was nicht. Noch bevor wir diesen öffnen, merken wir zudem, dass das ganze Schiff vibriert. Was zum Kuckuck ist jetzt wieder los? Ein Blick in den Motorraum bestätigt, das Antriebsgetriebe wackelt stark. Großes Fragezeichen? Wieso? Warum? Und vor allen Dingen, was kann man tun? Nun, erst mal nix außer die Drehzahl zu verringen und somit auch die Vibrationen. Unser Bett in der Heckkabine hat sich in eine Massagebank verwandelt. Das könnte nett und entspannend sein, wenn da nicht die Sorgen wären. Wind ist keiner da und wenn jetzt noch der Motor ausfällt, dann sind wir komplett manövrierunfähig – ein Gedanke, der mich auch in der 2. Nacht dadurch nicht in den Schlaf finden läßt. Da man auf der Massagebett eh nicht schlafen kann, versuchen wir, abwechselnd im Salon ein wenig Ruhe und Schlaf zu finden, was bei uns beiden nicht gut klappt.

Und so laufen wir am Montag um 12.00 Uhr total übermüdet mit einem vibrierendem Schiff unter strahlend blauem Himmel in Bocas del Toro ein. Wir rufen über Funk den „Port Captain“ und natürlich, wie soll es anders sein, niemand antwortet. Gut, dann eben nicht – dann ankern wir erst mal. Eigentlich würde ich mich anschließend sofort erst  schlafen legen, aber ohne Einklarierung? Wir essen kurz was, genießen das Ankerbierchen und machen dann unser Dinghi startklar, um vor Ort mal nachzufragen, wie wir einklarieren können. Ist aber eigentlich nicht erlaubt, an Land zu gehen, ohne Einklarierung. Was soll man aber machen?

14.00 Uhr – wir sind eben dabei, uns landfein zu machen, da klopft es an die Bordwand. Da sind sie, die Offiziellen und wollen an Bord kommen. Warum nicht gleich so! 3 Mann kommen an Bord, Frau Doktor bleibt auf ihrem Schiff und stellt aus der Entfernung fest, das wir gesund sind 😉 – 14.05 Uhr – es regnet! ach was, war ja schließlich schon 6 Stunden trocken gewesen *grummel* So verziehen sich die Offiziellen teilweise nach unten um diverse Formulare auszufüllen. Von uns wird weiter nix verlangt außer ein paar Kopien unserer Pässe und Schiffspapiere – den Rest erledigen die Jungs selber.  Einer der Jungs streift sich Gummihandschuhe über und überprüft den Inhalt diverser Schränke. Ich frage mich manchmal, was die zu finden hoffen oder glauben. Einem Anderen fallen Franks Paletten mit dem preiswerten kolumbianschen Bier ins Blickfeld. Das hat noch niemals jemanden interessiert in den letzten Jahren und so gibt Frank locker an, wir hätten 3 Paletten an Bord davon. Mr. Adlerauge entdeckt jedoch noch eine weitere Palette unterm Salontisch in einem Karton und oh, oh, oh… Es wäre nur erlaubt, 3 Paletten einzuführen, n i c h t  4 !  Ach was! Er überprüft noch unseren gekühlten Kühlschrankbestand und nach einer Spende von ein paar Dosen Bier und Cola drückt er alle Augen zu 🙂 .

Wir haben fertig ! Der Spaß kostet uns schlappe 110 US-Dollar. In den nächsten Tagen müssen wir noch ein Cruisingpermit kaufen für 185 US-Dollar. Wenn man jetzt auch noch an die 200 Dollar denkt, die wir in Providencia für die Einklarierung zahlen mussten, dann haben wir diesen Monat 500 US-Dollar geblecht – da darf ich gar nicht so drüber nachdenken.

Wir gehen heute jedenfalls nicht mehr von Bord – die Erkundung von Bocas muss warten

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