Einsames Ankern in den Mangroven

So also sieht Bocas del Toro von oben aus ! Links die Inseln Solarte und Bastimentos und davor jede Menge Mangroveninseln – kleine, große und mittlere

Und vom Schiff sieht das dann so aus:

 

 

 

 

 

 

Das Problem ist das Hin- bzw. das Wegkommen, denn außer diesen wunderschönen Puschelinseln gibt es zahlreiche Flachstellen unter Wasser, die vielleicht in ein paar Jahrzehnten auch zu Puschelinseln werden wollen. Auf unserem Navigationsplotter sieht das dann so aus:

Nein, nicht die grünen Flecken sind Mangroveninseln, sondern die Gelben 😉 . Die Grünen sind die Gefährlichen, denn die liegen unsichtbar unter Wasser und mit einem Schiff mit Tiefgang von fast 2 m sollte man es absolut vermeiden, da drüber zu fahren. Die Gegend hier ist voll von diesen Unterwasserfallen und verursachen dem Skipper akutes Magengrummeln mit hochgradiger Nervosität. Warum er dann nach Verlassen unseres 1. Ankerplatzes vor Isla Solarte so dermaßen gepennt hat, kann er selber nicht erklären. (Ich hau ihn hier auch nicht in die Pfanne, er hat ja selber eine für ihn bekannte kryptische Statusmeldung darüber gemacht) Zumal er, wenn er zurück fährt, i m m e r  der ja sicheren Hinfahrtlinie lang zurück fährt (das ist die Linie unten links im Bild).

Wenn ihr jetzt aufmerksam gelesen habt, dann könnt ihr auf dem Plotterbild erkennen, das er das diesmal wohl nicht getan hat bzw. sogar Hans-Guck-in-die-Luft gespielt hat. Ich studiere derweil den Bauhaus Guide bezüglich des Weges zu unserem nächsten Ankerplatz, hebe den Kopf, sehe plötzlich den Untergrund klar und ziemlich nah und komme gerade noch dazu, zu fragen, was für eine Tiefe wir denn hier haben (laut Tiefenanzeige). Oh, oh… 30 cm, 20 cm und zack, wir sitzen auf 👿  Der Skipper ist sauer! Auf sich selbst oder auf mich? So genau können wir uns dem nicht widmen 😉 , wir müssen wieder runter von dem grünen Fleck. Es ist auch kein Korallenriff, sondern einfacher Sandboden und ein paar Minuten später haben wir uns rückwärts auch wieder befreit. Nix passiert also, Glück gehabt, es geht weiter. Die Laune des Skippers hat sich jedoch mehr verschlechtert und die Diskussion bezüglich des nächsten von mir ausgewählten Ankerplatzes geht weiter. Des Skippers Problem: Seit 4 Jahren vertraut er seinen elektronsichen Navigationskarten, die in dem Fall sagen, auf dem Weg dort hin sind nur 2-4 m, viel zu wenig für dieses untiefenverseuchte Gebiet. Ich beharre jedoch auf meine neue Bibel, dem Bauhaus Cruising Guide für Panama. Ja, es ist schwierig, die darin abgebildeten Satallitenbilder mit den Abbildungen im Plotter zu verbinden, aber wenn man da lange genug drauf guckt, dann geht das 🙂 . Und meine Bibel sagt in dem Fall, nix 2-4 m, sondern 13-22 m Tiefe auf dem Weg und 10 m am Ankerplatz. Eine unverstellbare Diskrepanz, oder? Finden wir beide ! So einigen wir uns darauf, uns langsam an die Stelle heran zu tasten und wenn dort wirklich nur 4 m sind, dann suchen wir einen anderen Ankerplatz.

Und was soll ich sagen: Meine neue Bibel, der Bauhaus, hatte recht und so ankern wir kurze Zeit später wieder völlig alleine und nur ein Delphin beobachtet unsere ersten zwei mißlungenen Ankerversuche. Beim 3. hält der Anker auf 6 m, der Delphin ist leider weiter gezogen und um uns herum lauter wunderschöne Puschelinseln. Keine Windgeräusche, keine Wassertaxigeräusche, nicht mal Wassergeräusche. Vögel hört man nur Abends – Tiefenentspannung ist angesagt für 2 Tage.

 

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