Zapatilla Cays bzw. endlich mal was anderes

So sehen sie aus, die Zapatilla Cays, in meinem Bauhaus. Sofort kamen uns bei diesen Bildern Erinnerungen an Klein Curacao hoch und es war klar, da müssen wir hin. Nur das Wetter, das spielt zur Zeit überhaupt nicht mit. Die schönste Insel wirkt nicht bei Regen und grauem Himmel und das untere Bild hatte so gar nix zu tun mit der rauhen Wirklichkeit, die wir vorfanden 😥

Links die beide kleinen schwarzen Flächen sind die Cays

Diese Cays liegen nicht im geschützten Gebiet des Bocas Atolls, sondern außerhalb im offenen Meer, ca. 1 Stunde von unserem Ankerplatz Crawl Cay entfernt. Je näher wir kommen, desto sicherer wird, das ist der falsche Tag heute. Das Meer ist zu unruhig, über die beiden Riffe rechts und links schlagen hohe Wellen, der kleine Ankerplatz ist alles andere als ruhig, an Schlaf wäre nicht zu denken. So drehen wir kurz vorher ab, suchen uns den Weg durchs Riff und wollen ohne weitere Untiefen übers offene Meer zurück zu unserem alten Ankerplatz vor der Stadt Bocas.

Schon einige Zeit beobachteten wir am Horizont einen weiteren Segler und wundern uns. Was treibt der da eigentlich? Irgendwie kommt der nicht von der Stelle. Nun gibt es ja Segelenthusiasten, die segeln auf Teufel komm raus. Egal, nur 5 Knoten – es wird gesegelt. Schitt was auf schlagende Segel, schitt was auf stundenlanges aufkreuzen – man ist schließlich ein Segelboot. Und heute ist so ein Tag mit Null Wind und so schütteln wir den Kopf. Eine halbe Stunde später haben wir ihn bereits eingeholt, wollen in einiger Entfernung an ihm vorbei ziehen und stutzen plötzlich. Deren Dinghi liegt plötzlich nicht mehr hinter dem Schiff, sondern davor ! Uji, uji – das sieht ja so aus, als ob da versucht wird, das Schiff mittels Dinghi von 1. der dahinter liegenden Küste und 2. vom seitlich liegenden Riff wegzuziehen, auf dass es scheinbar zutreibt. Wir ändern den Kurs und beim Näher kommen bestätigt sich unsere Vermutung, der Motor läuft nicht mehr und ohne Wind funktioniert die Sache mit den Segeln ja nu auch nicht so richtig. Die Zwei sind jedoch noch immer locker dabei, ich hätt schon längs einen Nervenzusammenbruch bekommen. Amerikaner, er vom Typ Surfer-Sunny-Boy Mitte 20, sie im Tangabadehöschen am Steuer, 2 große Hunde an Bord, die unser Rettungsmanöver mit aufmerksam beobachten. Endlich mal was los an Bord 😉

Wir binden unsere Leinen zusammen und unser 1. Abschleppmanöver beginnt. Für genau 10 Minuten, dann nämlich reißt die Amileine. 2 Hunde, ein Surfbrett, aber kein Geld für anständige Leinen 😉 . Wir nehmen eine Weitere von uns dazu und diesmal hälts.  Unter den aufmerksamen Augen des Huskys, der am Bug diese Leinen und unser Schiff im Auge behält, ziehen wir das Schiff die nächsten 3 Stunden bis zu einem sicheren Ankerplatz. Natürlich bedanken sich beide, sind aber weiterhin ganz locker drauf. Im Gegensatz zu mir, nervlich angespannt bin ich nur froh, als unser Anker dann auch um 18.00 Uhr sicher hält und wir einfach nur dasitzen dürfen.

JUNG MÜßTE MAN NOCH MAL SEIN

Die nächsten Tage will ich mal keine Abwechslung und zur Freude des Skippers auch nix anders sehen  😉

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