Costa Rica – Highlights auf dem Weg nach Tortuguero

Der Wecker steht auf 6.20 Uhr, jedoch ist die Nacht bereits um 5.00 Uhr früh z u  E N D E  Mehrere Clan`s Brüllaffen unterhalten sich vor unserem Studio von Baum zu Baum. Bei der Lautstärke eines einzelnen Affens meint man, da sitzt ein Gorilla vor der Tür 😉 Mitnichten! Die brüllenden Äffchen sind nur ca. 40 cm groß (geschätzt), brüllen aber lautstark wie Große 🙂  Um 5.30 Uhr geben wir auf an Schlaf zu denken und stehen kurze Zeit später mit einer Tasse Kaffee vor dem Studio und sehen nicht 1, 2, 5 oder 10 Affen in den Bäumen, nein es sind bestimmt 20-30, die sich mit dem Clan 10 Bäume weiter unterhalten, während sie von Ast zu Ast hangeln und diverse Blätter in sich hinein stopfen.

Ich möchte gar nicht gehen, aber heute steht Tortuguero auf dem Plan und wir wollen den Public Bus nach Puerto Limon um 7.00 Uhr nehmen. Kaum sind wir vorne auf dem Weg, dass nächste Highlight: Nicht hoch in den Bäumen, nein, im Gebüsch auf Augenhöhe treffen wir Kapuzineräffchen und – oooohhh mein Gooottt – mit Babyäffchen auf den Rücken. Faziniert beobachten wir uns gegenseitig, während sich das Babyäffchen zwischendurch vom Rücken der Mutter trennt und selbstständig auf Blättersuche geht. Besser und näher geht nicht – doch… der Bus wartet nicht, daher müssen wir uns leider kurze Zeit später verabschieden.

Am Busbahnhof in Puerto Limon, der nächstgrößeren Stadt, werden wir sofort von einem Taxifahrer aufgegriffen, denn er weiß, die meisten Gringos wollen von hier aus nach Moin, einem kleinen Hafen, von wo aus die Schnellboote um 10.00 Uhr nach Tortuguero ablegen. Wir sind überpünktlich (wie sollte es auch anders sein wenn man Frank kennt 😉 ), aber wir legen nicht pünktlich ab, denn 4 Personen kommen erst mit einer halbstündigen Verspätung an. Franzosen! Ein Wort der Entschuldigung? Nein, natürlich nicht!  Ich sag da nichts weiter zu *groll*. Um 10.30 Uhr geht es dann endlich los, 3,5 bis 4 Stunden dauert die Fahrt und man brettert nicht durchgehend über den Fluss, im Gegenteil, diese Guides haben Argusaugen und sehen im Vorbeidüsen einen 10 cm Vogel mit einem 15 cm langen Schnabel, nämlich einen roten Tukan der besonderen Art auf einem Ast hoch oben sitzen. Wir vermuten spaßeshalber irgendwann, dass die diese Tiere mittels GPS-Tracking aufspüren 🙂 . Und so lernen wir relativ schnell, wenn das Boot aufstoppt oder langsamer wird: OBACHT !!! Es gibt was zu gucken. Schwierig wirds, wenn man gar nicht weiß, wonach man gucken muß. So z.B. an unserem 1. Stop hieß es: da „Sloth“ mmmhhhmm – was bitte schön ist denn ein Sloth? Wir haben uns die Augen ausgeguckt, aber keinen Sloth gesehen. Wir fahren weiter und ich frage meinen Google-Translator, was wir hätten sehen müssen! OOHH HA! Von einem Faultier war also die Rede, na dann…. und in dem Moment macht unser Boot eine Vollbremsung und wieder erschallt der Ruf: SLOTH ! Der Guide zeigt auf das Ufer und da sieht man es aus dem Wasser krabbeln, nein, krabbeln ist das falsche Wort, es kriecht bzw. zieht sich gaannzz laaanngsam aus dem Wasser bis zum nächsten kleinen Baumstamm. Das Boot fährt ganz dicht ans Ufer und so können wir die nächsten 20 Minuten seinen Weg verfolgen, bis es dann nach 50 cm den Stamm rauf völlig erschöpft eine Pause macht 😉 – ein absolutes Highlight, das sich so schnell nicht wiederholen lassen wird. Wir werden auf der Rückfahrt noch weitere Sloths sehen, diese aber hängen nur als fast unbewegliche braune Flecken zwischen den Blättern. 

Die ganze Fahrt ist ein Traum und jeden Dollar (35 $ pro Person) wert, wir sehen Krokodile, Kaimane, Tukane, Brüllaffen, Spideraffen und Kapuzineraffen.

Wir kennen jetzt übrigens den Unterschied zwischen Kaimanen und Krokodilen! Ihr auch? Nun, Kaimane sind freundlich, Krododile nicht 🙂

Tortuguero selber hat uns nicht so gut gefallen, sehr touristisch und auch die early-morning-bootstour um 6.00 Uhr in der Früh war nicht sooo dolle! Wenn 20 Boote gleichzeitig mit und ohne Motor (wir hatten ein Kanu ohne) starten, dann würde ich mir als Tier ganz schnell überlegen, entweder später aufzustehen oder mich zu verkrümmeln, bis wieder Ruhe eintritt auf dem Fluss. So haben wir auch nur ein paar nette Vögel gesehen, ein Babykrokodil (ganze  20 cm groß) und Spideraffen ganz weit weg oben in den Bäumen. Und affenmäßig sind wir ja sooo was von verwöhnt inzwischen 😉 . Die meisten Backpacker und Touristen besuchen Tortuguero wegen der vielen Schildkröten, die dort im Juli und August ihre Eier ablegen. Das jedoch haben wir vor ein paar Jahren schon mal ausgiebig in Asien beobachten können und war von daher für uns jetzt nicht mehr interessant. Und so freuen wir uns jetzt schon wieder auf die Bootsfahrt zurück mit vielen Sloths und Kroko´s 🙂

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.